Diven, Zeit und DAS FEST: 2015 Barth Riesling Große Gewächse

2015 Barth Riesling GGs

(NM) Wie man es macht, macht man es nicht richtig. So oder so ähnlich muss sich der ein oder andere VDP Winzer fühlen, wenn er im Herbst des Folgejahres seine Großen Gewächse auf den Markt bringt, und sich sein Großes Gewächs X aus Lage Y absolut bockig und geschmacklich zugenagelt gibt. Wenn dann auch noch das Wer-Ist-Wer der medial einflussreichsten Weinschreiber in Wiesbaden zur Vorab Großen Gewächs Probe zusammensitzt, und sein Schützling die Diva in sich entdeckt, braucht der geübte Verkoster viel Erfahrung und Weitblick, um die wahre Größe vieler solcher Gewächse zu erkennen. Leider drückt sich dieses Phänomen selten in vielen Punkten, sondern eher in vielen Fragezeichen aus. Suboptimale Startbedingungen.

Doch was tun?

Der Winzer zwickt in der Steckmühle. Große Weine brauchen bekanntlich Zeit um ihr volles Potential auszuschöpfen. Und wenn das Große Gewächs früh alles zeigt, geht ihm nach einigen Jahren im Keller oft die Puste aus. Was also tun um den richtigen Augenblick der jugendlichen Schönheit in Wort und Bild abgelichtet zu bekommen? Die Antwort ist für den Journalisten beglückend und für den Probeflaschen verschickenden Winzer eher ernüchternd: Einfach x-mal in dem Jahr nach der Veröffentlichung die Pullen aufreißen und hoffen, dass der richtige Verkoster zur richtigen Zeit die Karte mit den 90+x Punkten zückt.

Barth 2015 Riesling GGs

Nachdem mir im September des letzten Jahres Mark Barth – nach alter Tradition folgend – seine zwei aktuellen Riesling GGs des Jahrgangs 2015 zuschickte, konnte ich es kaum erwarten diese zu verkosten. Mit großer Neugier und Verlangen öffnete ich die beiden Weine nachdem sie ein paar Tage im Keller ruhten. Doch schnell stellte sich Ernüchterung ein. Vor mir standen zwei zickige Diven im Glas, die so gar nicht mit mir reden wollten. Da auch mit Dekantieren nichts zu holen war, gab es nur eine Lösung. Die ersten zickigen Eindrücke notieren, Korken drauf und ab in den Kühlschrank. Doch auch ein 4 tägiger Kuschelkurs mit Nachprobe half hier nichts. So konnte ich die Weine weder adäquat bewerten noch beschreiben. Die Zeit verging. Weiterlesen

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Atelier Dom Pérignon – Wenn das der alte Mönch Pierre wüßte

Atelier Dom Perignon Champagne by Paul Truszkowski

Weinkennern einen einzigartigen Moment des Eintauchens in die Welt von Dom Pérignon zu ermöglichen: Dieser oft geäußerte Wunsch hat zur Entstehung des Atelier Dom Pérignon geführt. Dom Pérignon präsentiert hier bei sein Territorium, seine Einzigartigkeit und seine Geheimnisse. Um Experten und Enthusiasten miteinander zu vernetzen, wurde ein Programm entworfen, das sich auf den Spuren von Wissen und Geschmack gründet.

Atelier Dom Perignon Stillleben

Was ist das Atelier Dom Pérignon?

Ein Tag in der Champagne, der die Möglichkeit bietet, die wichtigsten Orte von Dom Pérignon zu besuchen: der Ort der Entstehung, der Entwicklung und der Reifung aller Dom Pérignon Vintages. Darüber hinaus werden dem Connaisseur vier verschiedene Programme angeboten – eine Verkostung als sinnliche und technische Erfahrung, eine Lehrstunde für den perfekten Dom Pérignon Service, ein Food-Pairing Workshop und als Abschluss die Entdeckung und Verkostung ausgesuchter Jahrgänge. Die vielen Aspekte eines seltenen Weines, dessen unverfälschte Tradition und raffinierte Expertise von Innovation gestützt werden, sollen während dieses Atelier-Besuches vermittelt werden.

Das Atelier Dom Pérignon findet am Ort des Entstehens statt: Dem Kloster von Weiterlesen

70 gute Gründe in die Pfalz zu fahren: Veritable 14

veritable14

(GE) Dies ist mein dritter Bericht der Weinmesse Veritable. Nach der letztjährigen Krönung zur „Deutschlands schönster Weinmesse“ bleibt mir nach oben hin nur wenig Luft, die (erneute) diesjährige Steigerung in Worte zu fassen. Nun, vielleicht sind Worte auch gar nicht das richtige Medium hier, um dieses erlebte „noch eins mehr“ zu beschreiben. Da die Veritable nun mal eine Weinmesse ist, lassen wir einfach den Wein sprechen, um dieser Superlative ein Gesicht zu geben.

(Fast) alles beim alten.

Immerhin gab es einige Konstanten zu den letzten beiden Jahren. Das Wetter war genauso herrlich wie in 2012 und 2013 und die Organisation durch Uwe „ich kenn sie alle“ Warnecke und Philip „mi casa es su casa“ Kiefer ist nicht mehr besser zu machen. 70 Weingüter waren anwesend, dazu Sonnenschein im idyllischen Weingut Aloisiushof in St. Martin direkt am Pfälzer Wald. Ein Shuttle-Service brachte die Besucher direkt vom Parkplatz zum Weingut. Die Gäste hatten 2-Probier-Gläser zur Auswahl (Zalto und Schott-Zwiesel) und es gab den ganzen Tag sehr schmackhafte kleine Häppchen und bestes Mineralwasser. Illy nebst eigenem Barista lieferte feine Espresso und Kaffee-Variationen. Durch die persönliche Anwesenheit vieler Winzerpersönlichkeiten und Unmengen an Blogger-Kollegen, Online Wein Aktivisten und eifrigen Fachhändlern ging der Smaltalk zwischen Spucknapf und Probiertisch nicht aus. Gekrönt wurde das alles durch freien Eintritt für Fachbesucher aus Gastro, Handel und Presse. Das ist so nicht mehr zu toppen – dachte ich zumindest noch letztes Jahr. Weiterlesen

August Kesseler bei Nachgefragt @drunkenmonday.de

August Kesseler

(NM) Mittwoch ist wieder Zeit für Nachgefragt@drunkenmonday.de. Heute mit einem der „Kult Winzer“ Deutschlands: August Kesseler! Eigentlich braucht man über diesen Mann nicht viele Worte verlieren, denn seine Weine sprechen eine ganz deutliche Sprache. Seit Anfang der 80er Jahren vinifiziert August Kessler in Assmannshausen aus den großen Lagen des Rheingaus mit die größten Rieslinge und Spätburgunder die diese Region, wenn nicht so gar ganz Deutschland je gesehen hat. Seine Rieslinge aus dem Rüdesheimer Berg und rund um Lorch und Lorchhausen sind mit die feinsten und elegantesten Vertreter ihrer Art. Dazu ganz leise, mit Präzision und Spiel, dennoch im Bereich des Großen Gewächs Druckvoll und Lang. Fast schon spielerisch schafft er es Gegensätze getragen von dem Terroir seiner Lagen in die Flasche zu bekommen. Mit den Spätburgundern aus dem Assmannhäuser Höllenberg oder dem Rüdesheimer Berg Schlossberg stehen Jahr für Jahr (sollte es die Witterung zulassen) mit die besten Vertreter dieser Gattung aus Deutschland auf den Weinkarten der großen Restaurants rund um die Welt. August Kesseler war zudem Deutschland weit mit einer der ersten Winzer, welcher Mitte der 80er Jahre den Barrique Ausbau in Verbindung mit Spätburgunder „erforschte“ und hier zusammen mit z.B. Bernhard Huber große Pionierarbeit leistete.

Wir sind sehr stolz euch heute und hier die Antworten von August Kesseler bei Nachgefragt @drunkenmonday.de präsentieren zu dürfen. Die Regel sind wie immer klar: Unsere Fragen in normaler Schrift, die Antworten von August in fett.

1.) Trinkt mehr Weiterlesen

Hausbesuch Teil2: Ein Abend mit Jürgen Krebs und Andreas Rings

Jürgen Krebs zu Besuch bei Drunkenmonday

(NM) Im Teil 2 des Berichtes über den Besuch des Freinsheimer Beachvolleyball Duos Jürgen Krebs und Andreas Rings bei der Gießener Drunkenmonday Runde, dreht sich alles um das vinophile Schaffen des Jürgen Krebs. In dem gleichnamigen Weingut Krebs bekam Jürgen schon relativ früh von seinem Vater die Verantwortung über das Rotwein-Sortiment. Doch welche Folgen dieser Schritt haben sollte, konnte wirklich niemand erahnen. Wie schon in Teil 1 erwähnt, schaffte es in 2010 das bis dato überregional recht unbekannte Freinsheimer Weingut Krebs mit dem Gewinn des deutschen Rotwein Preises – in der Königsklasse Spätburgunder – den Sprung auf die große Bühne der deutschen Weinbaus. Über Nacht war der Gewinner-Wein, der 2007er Spätburgunder Musikantenbuckel (damals noch für 15€ auf der Karte!) restlos ausverkauft. Auch der 2008er erlag dem gleichen Schicksal. Mittlerweile hat sich der Rummel um diesen Wein doch etwas gelegt. Der 2011er Spätburgunder Musikantenbuckel ist glücklicherweise noch ab Weingut zu haben. Weiterlesen

Hausbesuch Teil1: Ein Abend mit Jürgen Krebs und Andreas Rings

Fröhliches Beisammensein...

Teil 1: die Weine von Weingut Rings!

(NM) Hoher Besuch der Giessener Drunkenmonday Runde bahnte sich an. Die Klinken wurden poliert, die Haare gewaschen und die beste Hose aus dem Schrank gekramt. Es schickten sich zwei ausgesprochen talentierte Jungwinzer an, unsere ehrwürdige Weinrunde (bestehend aus Pädagogen, noch mehr Pädagogen, Psychologen, Informatikern, Bankern, Maschinenbauingenieuren, Weinhändlern und Kampfsport-Quereinsteigern) persönlich mit ihrer Anwesenheit zu beglücken. Und somit schossen Andreas Rings vom Weingut Rings und Jürgen Krebs vom Weingut Krebs im Passat „von der Muddi“ aus Pfälzer Freinsheim in das schöne funktionelle Giessen. Im Gepäck eine feine Auswahl des kürzlich vorgestellten 2012er Jahrgangs. Gespannt wie ein Flitzbogen fieberten wir diesem Abend entgegen. Und ganz nebenbei, es sollte nicht nur Wein-technisch ein ganz großer werden… Weiterlesen

Deutschlands schönste Weinmesse*: Veritable 13

Veritable 13 - Deutschlands schönste Weinmesse?

*O-Ton: August Kesseler

(NM) Gut, an der Überschrift kann man sich reiben. Darf man auch gerne. Gegenvorschläge für den Titel „schönste Weinmesse Deutschlands“ sind bitte im Kommentarfeld zu hinterlassen. Doch in meinen Augen ist die Weinmesse „Veritable“ die schönste Deutschlands. Letzte Woche Montag fand sie zum 3. Mal statt. Nun kann man sagen, ich persönlich war noch nicht auf allen deutschen Weinmessen. Und das ist auch durchaus richtig. Auf deutlich mehr Weinmessen wird aber August Kesseler gewesen sein, der mir genau diesen Satz persönlich direkt bei unserem Eintreffen auf der Messe – nach dem obligatorischen „Hallo & wie geht’s“ – entgegen warf. Doch gehen wir der Tatsache einmal auf den Grund. Was macht die Veritable zur schönsten Weinmesse Deutschlands? Weiterlesen

The „holy grail“ of German Riesling – oder einfach nur ein Abend bei Koehler-Ruprecht

Koehler-Ruprecht - Minimize to the Max

(NM) Das Kallstadter Weingut Koehler-Ruprecht gehört ohne Frage zu den renommiertesten deutschen Riesling Betrieben. Doch im Vergleich zu manchen ihrer Kollegen aus Rheinhessen, der Mosel, der Nahe oder aus dem Rheingau sind ihre trockenen Rieslinge aus dem Kallstadter Saumagen oft immer ultra puristische und kristallklare Primärfruchtverächter, welche so Zeitlos altern können, wie nur die wenigsten Vertreter ihrer Zunft. Auf Grund ihres unverkennbaren Stiles spiegeln diese Riesling-Individuen auf die extremste Art und Weise den Boden dieser kalkigen Lage und die Jahrgangstypizitäten wieder. Riesling dient hier eigentlich nur als Transponder für diesen radikalen Ansatz: Konsequenter Ausbau im großer Holzfass, keine Entsäuerung, Maischestandzeit von 1-2 Tagen, Spontanvergärung und keine Schönung und Filtration. Alle diese Methoden bringen extrem polarisierende Weine hervor. Die in den reifen Jahren bei den Jungweinen bestehende Primärfrucht wird zwar akzeptiert, aber wohl wissend des Entwicklungspotentials bzw. der Reife eher belächelt. Weiterlesen

Wenn Weinköniginnen Wein machen – bestes Beispiel: Lisa Bunn

Ex Weinkönigin Lisa Bunn

(NM) Weinköniginnen sind in der Regel hübsch anzuschauen. Sie wissen dazu viel über den Wein ihrer Region, seine Herstellung und die Kultur drum herum, sind also ehrenvolle Träger dieses Amtes. Doch wenn sie dazu noch selbst guten Wein produzieren, sind sie die Quadratur des Kreises für den männlichen Weinenthusiast.

Lisa Bunn könnte man(n) diesen Zusatz definitiv mit auf die Visitenkarte drucken. Im Jahr 2008/2009 war sie Rheinhessens Weinkönigin. Seit 2011 hat sie im elterlichen Betrieb, dem Weingut Bunn, Margarethenhof, im Keller die Hosen an und ist dort für die Weinbereitung zuständig. Das 10ha Weingut wohnt in Nierstein und ist seit drei Generationen im Besitz der Familie Bunn. Neben Lagen in Dienheim und Guntersblum, besitzen sie auch Anteile in den „Roten Hang Lagen“ Oelberg und Hipping, sowie der Niersteiner GG Lage Orbel. Der Rebsorten Spiegel ist klassisch bunt: Neben den Weißwein Sorten Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Müller-Thurgau, Silvaner, Gewürztraminer, Huxelrebe und Scheurebe werden auch Dornfelder, Spätburgunder, St. Laurent und Merlot angebaut. Qualitativ werden die Weine in Vergnügen (-> Gutsweine), Genuss (-> Ortsweine) und Erlebnis (-> Lagenweine) eingeteilt. Die Spitze bilden die 3 Lagen Rieslinge aus Hipping, Orbel und Oelberg.

Lisa schickte mir drei Rieslinge aus ihrem Sortiment. Die da wären: Weiterlesen

Mit den Wurstagenten auf dem Medienmarkt – oder GG-Schorle aus dem 0.5l Dubbe-Glas

Schwindelig? Wurtstmarkt 2012.

(NM) Ich mag eigentlich keine großen Volksfeste. Das falsche Laut, teuer, viel Brüll, Schrei, Tob und Kotz plus schlechte Musik bedeuten für mich sehr wenig Spaß. Dennoch machte ich mich auf, um erstmalig das größte Weinfest der Welt zu erkunden: den Bad Dürkheimer Wurstmarkt. Der Grund? Die in Derkem (Pfälzer-Deutsch für Bad Dürkheim) ansässigen Medienagenten hatten zum Weinblogger Treffen gerufen. Und bei solchen angenehmen Zeitgenossen sagt man gerne zu. Denn neben Schorle-Exzessen auf dem Markt wurde vorher in den heiligen Hallen der Agenten hochspannendes aus den Tanks und Fässern einiger Dürkheimer Winzer verkostet. Inklusive deren Anwesenheit. Für gute und lange Gespräche war also gesorgt!

Das LineUp das Bad Dürkheimer Wein-Runde

Die Medienagenten sind in der Deutschen Weinwelt schon lange keine Unbekannten mehr. Weiterlesen

Mit Liebe im Detail – Veritable 12

Veritable 12 - Liebe im Detail

(NM) Im letzten Artikel erzählte ich kurz über Weinevents wie z.B. der ProWein in Düsseldorf. Hektisch geht es dort zu. Das Angebot ist riesig. Man möchte eigentlich viel mehr probieren wie die Verfassung, das Hirn und der Zeitplan es zulässt. Einigermaßen frustriert rennt man durch die Hallen, winkt den bekannten Winzern kurz zu und verspricht am Nachmittag vorbeizukommen. Schafft man dies, wird den Weinen nur kurz Aufmerksamkeit geschenkt. Die „Südpfalz-Probe“ mit Billy Wagner wartet nicht. Weiter geht es mit sportlichem Schritt.

Wohlfühlen inklusive: Veritable 12Das genaue Gegenteil zu solchen Monster-Events im vinophilen Gewand war letzten Montag die Weinmesse Veritable 12 im Pfälzer Weingut Aloisiushof. Schon die Anfahrt in das sonnig-mediterrane St. Martin ließ im Gegensatz zum grauen Messeschleier fast schon Urlaubsfeeling aufkeimen. Hat man in den winzigen Gassen des Süd-Pfälzer Hinterlandes endlich das Weingut Aloisiushof inklusive einen Parkplatz gefunden, begrüßt einem das sehr entspannte und aufmerksame Empfangskomitee mit persönlichem Namensschild und Weinführer. Beim durchblättern des Letzteren fallen einem sofort die „großen Namen“ der internationalen Weinszene auf. Dank der großartigen Kontakte des Organisators Uwe Warnecke stehen so leuchtenden Namen wie J.J. Prüm, Domain Trimbach, Weiterlesen

Wenn der Winzer 2 mal klingelt: Hausbesuch vom Weingut J. Bettenheimer

Rheinhessiche Pinot Entdeckung: 2009 Bettenheimer Spätburgunder Täuscherspfad

(NM) Es kommt nicht oft vor das Winzer persönlich ihre Weine der Drunkenmonday Runde im beschaulichen Gießen vorstellen. Doch einer von Ihnen war der ausgesprochen sympathische Jens Bettenheimer von dem Weingut J. Bettenheimer aus dem unterschätzten Ingelheim in Rheinhessen. Es wurde ein Abend voller spannender, lustiger und interessanter Geschichten aus dem Winzer-Alltag, inklusive der wirklich schönen Weinen des Weingutes. Ich denke der Weg nach Gießen hat sich für beide Seiten gelohnt – wir für unseren Teil nehmen eine Menge Informationen „von der anderen Seite“ des Business mit.

Jens Bettenheimer studierte klassisch im ehrwürdigen Geisenheim die hohe Kunst der Traubenbereitung. Nach seinem Abschluss und 8 Monaten im Bioweingut Fromm Winery in Neuseeland eröffnet er seit nunmehr 5 Jahren neue Qualitätsoffensiven im elterlichen Weingut im Rheinhessischen Ingelheim. Auf 12 Hektar Rebfläche werden neben den klassischen Rebsorten wie Spätburgunder, Frühburgunder, Silvaner, Riesling und Grauburgunder auch ganz ausgezeichneter Chardonnay vinifiziert. Seit 2009 wird im Weingut Bettenheimer die Klassifizierung nach Gutsweine, Ortsweine und Lagenweine umgesetzt. Nur die restüßen Weine bekommen die klassischen Prädikate mit auf das Label. Sehr vorbildlich in meinen Augen! Sowohl im Eichelmann als auch im Gault Millau werde 2 Trauben bzw. 2 Sterne vergeben. Hier ist man sich einig. Jens hatte für die Probe eine relativ große Auswahl an Weine dabei. Ich beziehe mich hier jetzt einmal auf die Highlights des Abends und picke somit die Rosinen aus dem durchweg sehr guten und homogenen Sortiment. Weiterlesen

Großer Riesling von der Terrassenmosel – Weingut Knebel

Winninger Röttgen(NM) Das Weingut Knebel aus Winningen an der Terrassenmosel besuchte Drunkenmonday das erste Mal im verschneiten Januar in 2010. Vor Ort zeigte uns Matthias Knebel damals seine Rieslinge aus dem Jahrgang 2008. Um 9.30 Uhr morgens probierten wir das gesamte Sortiment bis hoch zur sensationellen Beerenauslese aus dem Winninger Uhlen. Schöner konnte man einen Tag nicht starten. Doch heute werfen nur einen kleinen Blick auf den Jahrgang 2008 des Weinguts Knebel. Unsere heutige Probe besteht primär aus Rieslingen des Jahrgangs 2010. Welche großartige Tropfen Matthias und seine Mutter Beate Knebel dort in die Flasche bekommen hat – dazu später mehr.

Das Weingut Knebel gibt es in seiner heutigen Form seit 1990. Auf 7ha Steillagen bewirtschaftet Matthias Knebel zusammen mit seiner Mutter Beate bis auf etwas Weißburgunder ausschließlich Riesling. Das Wort „Respekt“ steht ganz weit vorne im Umgang mit dem Wein. Respekt gegenüber dem Weinberg, den Reben, der Traube und letztendlich dem Wein. Durch möglichst geringe Eingriffe in der Weinbereitung und nahe am Naturweingedanken werden die Eigenheiten jeden Jahrgangs nahezu 1:1 durch die Traube in die Flasche gebracht. Durch die Gärung mit Hefen aus Weinberg und Keller und den Verzicht auf Entsäuerung und Schönungsmittel, entstehen jedes Jahr faszinierende Weine, welche Ausdrucksstark den Jahrgang und die Lage repräsentieren. Weiterlesen

Winzerhof Stahl – das etwas andere Franken

Winzerhof Stahl(NM) Wein aus Franken? Klar, kenne ich: In Bocksbeutel gepresste Silvanerexzesse. Weinromantik direkt am Main. Doch wenn man sich der Heimat des Winzerhofs Stahl nähert, sieht man kein Main und schon gar keine Reben. Ich muss ehrlich gestehen, die mit Kopfsteinen gepflasterte Hauptstraße des Ortes Simmershofen, welche man passieren muss um in Auernhofen zu den Stahls zu kommen, erinnerte mich eher an Milchkannenromantik wie an Weinromantik. Keine Reben weit und breit. Doch das lässt mich nicht abschrecken. Gut gelaunt und entspannt treffe ich Christian Stahl auf dem Weingut. Nur die Zeit wäre etwas knapp, da in 30 Minuten 200 Gäste einer Hochzeitsgesellschaft kommen werden, welche im Winzerhof Stahl und dem anhängenden Restaurant ordentlich feiern möchten. Gutes Timing für einen Spontanbesuch, Herr Medenbach. Weiterlesen

Roxanich: Im Keller eines kroatischen Naturwein-Winzers

Roxanich

(JL) Mladen Rozanic ist gelernter Maschinebauingenieur, enorm erfolgreicher Geschäftsmann und seit mehreren Jahren Winzer. Seine Weine begeistern uns seit zwei Jahren und ich wollte mir auch während unseres Kroatien-Urlaubs die Gelegenheit nicht entgehen lassen, seine neuen Jahrgänge im Keller zu verkosten.

www.orange-wines.com schreibt über Roxanich:
„Roxanich ist komplett anders als der übliche internationale Mainstream. Die Weine sind eher unkommerziell. Keine internationale Machart ist spürbar, trotzdem sind sie in ihrer besonderen Art trinkfreudig und können jeden Tag aufs Neue konsumiert und entdeckt werden. Sie teilen sich mehr als nur ein paar Eigenschaften im Strom des “natürlichen” Weins. Eigentlich genau das Gegenteil was man von einem Weingut erwarten sollte, welches von einem industriell geprägtem Mensch geführt wird. Derartige Weine sucht man in vielen Vinotheken und Restaurants unseres Landes leider vergebens.“
Weiterlesen

August Kesseler im Gespräch mit Drunkenmonday

Drunkenmonday bei August Kesseler

(JR) August Kesseler gehört zu den erfolgreichsten Winzern Deutschlands und hat es geschafft, durch kontinuierliche Leistung auf höchstem Niveau einen Kultstatus zu erreichen. Seine selbstbewusste Preispolitik hinterlässt vielleicht bei manchem Weinliebhaber ein dickes Fragezeichen auf der Stirn: Für Drunkenmonday jedoch zählen die Kesseler’schen Spätburgunder aus den letzten Jahren zu dem Größten, was in Deutschland je aus dieser Rebsorte gemacht wurde. Sie sind aus unserer Sicht deshalb – auch im internationalen Vergleich – ihren „Preis wert“. Wir möchten August Kesseler an dieser Stelle ein dickes Lob dafür aussprechen, dass er dem Spätburgunder aus dem Rheingau immer die Treue gehalten hat und viele einsame Jahre sein einziger ernstzunehmender Repräsentant war. Das Gespräch nebst Verkostung der Kesseler´schen Pinots fand Anfang Mai im Sonnen durchfluteten Verkostungsraum des Weinguts statt. Weiterlesen

Abenteuer Riesling: 2005 Peter Jakob Kühn Amphore

… oder auch : „There is a party in my mouth, but I don’t konw who is invited.“

2005 P.J. Kühn Riesling Amphore(NM) Es gibt Riesling für jeden Anlass: als Aperitif, zum Spargel, zum Käse, für die Terrasse, als Absacker, zum „Refreshen“ oder zum Beeindrucken. Doch Peter Jakob Kühns 2005er Riesling „Amphore“ will so gar nicht in die eben genannten Kategorien passen. Es ist eher ein Riesling zum Entdecken, Verwirren, Überraschen und sogar Zweifeln und Täuschen.

Lange Zeit stellte ich mir die Frage: Wann (und vor allem mit wem!) macht man so eine Flasche Wein auf? Nach einem Besuch im Rheingau und einem Kurzbesuch bei Peter Jakob im Weingut in Oestrich schien die  leicht dezimierte Reisegruppe an diesem Abend perfekt. Gestärkt und ermutigt durch einige Tipps von Angela Kühn (große Gläser / 11° Weintemperatur / Zeit lassen) gingen wir nun das Abenteuer Rheingauer Amphoren Riesling an. Was nun folgt ist einer Weinbeschreibung der etwas anderen Art. Folgende Aromen, Geschmäcker und Gerüche sind durchweg in der Gruppe bestätigt worden und entstanden über einen Zeitraum von ca. 60 Minuten: Weiterlesen

Kaiserstuhltour Part 3: Holger Koch und Marcel Deiss

BaumelHier nun der dritte Teil der Kaiserstuhltour unseres Baden-Sprachrohrs Jochen Leeder.

(JL) Für den letzten Teil der Tour hatte ich mir noch zwei Weingüter herausgesucht, die ähnliche Philosophien vertreten. Part One war das Weingut Holger Koch in Bickensohl einem kleinen Ort mitten im Kaiserstuhl. Koch übernahm das elterliche Weingut vor mehr als zehn Jahren und vollzog einen extremen Wandel in der Art Kaiserstühler Weine zu machen. First of all entfernte er zwei drittel der alten Freiburger Klone und ersetzte diese durch Klone aus dem Burgund. Diese setzte er nicht wie üblich auf die fetten Vulkanverwitterungsböden sondern auf deutlich kargere Bodenschichten. Ziel des Ganzen sollen kleine Pflanzen mit möglichst kleinen Beeren sein, die von Haus aus geringe Erträge liefern. Holger Koch nennt dies natürliche Ertragsreduzierung. Er ist kein Freund der Rebteilung oder Ausdünnung. Im Keller wird ebenfalls völlig ungeschmickt gearbeitet. Er setzt auf Spontangärung und füllt unfiltriert ab. Am Gaumen präsentieren sich die Weine extrem verschlossen und schlank und man muss Zeit mitbringen, um nach einigen Jahren Flaschenlagerung das wahre Gesicht dieser Burgunder zu erleben. Das Koch mit dieser Art auf dem richtigen Weg zu sein scheint zeigen seine Verkaufszahlen: Er ist quasi ausverkauft. Umso schöner fand ich die Tatasche, das Holger Koch dennoch bereit war den Pinot Day mit einigen Flaschen seines aktuellen Jahrganges zu unterstützen. Weiterlesen

Kaiserstuhltour Part 2: Weingut von Gleichenstein und Johner

Zalwander Spätburgunder(PT) Hier folgt der zweite Bericht vom Kaiserstuhl – unser Drunkenmondayianer Jochen berichtet direkt, unfiltriert und „ungeschönt“:

„Nachdem es gestern bei Johner’s etwas später wurde, haben wir etwas länger geruht, schliesslich hatten wir heute ein grössere Tour auf dem Rad vor. Patrick hat sich viel Zeit genommen und uns wirklich fast alle Fässer probieren lassen und da kam so mancher Weiterlesen

Kaiserstuhltour Part 1: Bercher, Johner & Zalwander

kaiserstuhl(PT) Unser drunkenmondayianer Jochen is gerade am Kaiserstuhl unterwegs. Seinen Reisebericht dürfen wir euch nicht vorenthalten:

„Hallo Jungs folgende Weingüter haben wir besucht. Bercher, Johner und Zalwander.

Berchers Weine waren von stählernen Brillianz mit knackiger Säurestruktur und dezentem Holzeinsatz. Besonders der Chardonnay 07 gefiel mir sehr gut er war etwas cremiger als die 09er weissen Burgunder. Dieser Wein kann es locker mit vielen Chablis der Oberklasse aufnehmen. Das Grosse Gewächs vom Feuerberg 08 erinnerte mich stark an Weiterlesen

Big Bottles sind zum trinken da: Das „Grand Cru Weinrestaurant“ in Frankfurt Sachsenhausen

Grand Cru Weinrestaurant(NM) Jeder kennt das Problem: Der Italiener/Grieche/Schnitzelhaus um die Ecke glänzt mit einem „Rotwein Trocken“ Eintrag in seiner Speisekarten unter dem Punkt „Wein“. Wenn wir alle Glück haben, weiß der Kellner auch noch Rebsorte und/oder Land des edlen Tropfens. Genau den entgegen gesetzten Weg geht das Grand Cru Weinrestaurant in Frankfurt am Main. Hier findet man auf der sich ständig im Wandel befindlichen Weinkarte rund 300 Positionen, viele davon aus Deutschland. U.a. Weine von Huber, Peter Jakob Kühn, Dönnhoff, Fendel, Spreitzer, Philipp Kuhn, Knipser, Künstler, Duijn, Jean Stodden und Leitz kann man dort finden. Neben den „festen Positionen“ auf der Karte, sind auch regelmäßig viele wechselnde offene Weine Glasweise zu erwerben. Nicht selten kommen diese auch aus Großflaschen, sprich Magnum, Doppel-Magnum oder größer. Ich wurde persönlich vor kurzem mit einem Glas Riesling Brut von Bassermann-Jordan aus der Magnum begrüßt. Und das an einem Dienstagabend. Sehr nett. Weiterlesen

Sekt_Evolution aus dem Rheingau: Barth’s „Primus“

2007 Barth "Primus"(NM) Wer wagt, gewinnt. Dieser doch recht abgedroschene Spruch findet in einer frischen Idee des Weinguts Barth aus Hattenheim im schönen Rheingau aber seine volle Entfaltung. Man nehme ein schon klassifiziertes Erstes Gewächs, versektet dies in limitierten und handbeschrifteten Magnumflaschen und versteigere ein Teil davon auf der VDP Versteigerung im Kloster Eberbach. Geniale Idee, genial umgesetzt.

Die Familie Barth hat sich schon lange der Versektung einem Teil ihrer Weine intensiv hingegeben. 40% der Menge Ihrer Trauben wandern heuer in die Sektherstellung. Insgesamt 7 (mit dem Primus acht) verschiedene Sekte findet man auf der Karte des Weinguts. Alle samt nach traditioneller Flaschengärung hergestellt, mindestens 24 Monate auf der Hefe (der „Ultra“ gerne auch 36 Monate oder mehr), läuft jede Flasche Sekt bis zu 60 mal durch fachkundige „Rüttel“-Hände. Ein riesiger Aufwand. Weiterlesen

Zu Besuch: Weingut Heymann-Löwenstein

Oder: ein „Querdenker“ packt aus.

im Keller von Heymann Löwenstein(NM/PT) Mit Joggingschuhen und Bademantel, äh „Freigeist-Mantel“ bewaffnet empfing uns ein sichtlich entspannter Reinhard Löwenstein. Ohne große Umwege ging es direkt in den beeindruckenden Keller.

Hier wechselte das Thema schnell von den „klassischen“ Weingesprächen hin zu weitergedachten Entwicklungen, wilden Hefen, Feng Shui, energetischen Teilchen und weiteren bewusstseinsverändernden Attributen. Die Konklusion jedoch bestand darin, dass die Dinge doch oft sehr pragmatischer Natur seien. Daher hat sich Reinhard im Winter 2009/2010 zu einem recht simplen Schritt entschieden, damit die gärenden Moste/Weine nicht in die „Winterstarre“ fallen: Der Keller wird mit einer Heizung gewärmt.

Sicher könnte man 3 Blogbeiträge über dieses Weingut schreiben, Weiterlesen

Zu Besuch: Weingut Martin Müllen – Traben Trarbach

Weingut Martin MüllenWeingut Martin Müllen – Traben Trarbach
Oder die Korbpresse und Chantalle Schmidt

(OW) Das 1991 gegründete Weingut Martin Müllen war auf unserer Moseltour das dritte Ziel an diesem Tag. Wir waren auf Martin Müllens Weine mehr als gespannt, hatten wir doch bisher viel gutes über das Weingut gehört und gelesen aber noch keinen Tropfen der müllenschen Produktion getrunken!

Nach der Probe bei Knebel und der sehr ausgiebigen und enorm erhellenden Probe beim Weingut Heymann-Löwenstein, trafen wir mit einer knackigen Verspätung von fast 2 ½ Stunden beim Weingut ein. Hier noch mal ein großer Dank an Frau Müllen, dass sie uns überhaupt noch reingelassen hat. Susanne Müllen hat uns dann auch nicht im Unklaren darüber gelassen, was sie von solchen Verspätungen hält… Wir haben es geschluckt und mit dem 2008er Kröver Steffensberg Riesling Kabinett ordentlich nachgespült. Und danach wurde es ein richtig netter Abend. Weiterlesen

Zu Besuch auf dem Weingut : K.J. Thul / Thörnich, Mosel

Weingut K.J. Thul(NM) Als finale Anlaufstelle unserer Mosel Tour fiehlen wir gegen 23 Uhr Abends auf dem Weingut K.J. Thul im verschneiten Thörnich ein. Da dieses Weingut auch über eine sehr nette Ferien-Pension verfügt, hatten wir neben leckeren Weinen auch alle Mann/Frau ein kuscheliges Bett nach einem spannden & anstrengenden Tag zur Verfügung gestellt bekommen.
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