Wenn Rosso = Brunello = Burgund – Poggio di Sotto

Faszinierend: 2007 Poggio di Sotto Rosso di Montalcino

(NM) Händeringend suche ich nach einem Intro für diese Weinbeschreibung. Wie fängt man am besten an über einen Wein zu berichten, der einem auf Grund seines Charmes, seiner Qualität und Stilistik kaum Zeit zum schreiben lässt? Ich hänge wie paralysiert über dem Glas und rieche und rieche. Ich schaffe es kaum dieses abzusetzen und wenige Wörter zu schreiben. Dieser Wein fasziniert mich von Sekunde 1 an. Ab dem Moment wo ich ihn in mein Glas geschüttet habe und das erste Mal meine zentrale Gesichts-Sensorik in dieses gehalten habe, war es um mich geschehen. Was für ein Duft! Doch über welchen Wein rede ich denn hier wie in Trance? Weiterlesen

Quo vadis Amphore: 2010 Vigneti Trebbio / Toskana IGT

Sieht nicht nur gut aus: 2010 Vigneti Trebbio

(NM) In letzter Zeit häufen sich in der „Wein 2.0 Welt“ die Stimmen, die Nutzung von Ton-Amphoren sei nur ein großer Marketing Gag. Der Ausbau Wein in diesen historisch sehr bedeutsamen Gefäßen hätte keinerlei Auswirkung auf den Geschmack und somit würde hier mit Marketing-Voodoo versucht, den Konsumenten zu blenden. Dazu lässt diese besondere Behandlung den Preis des Getränkes schnell nach oben schießen. Quasi ein modernes Wein-Märchen auf dem Rücken der Kunden? Nun, ganz so kritisch sehe ich dies Persönlich nicht.

Wer schon einmal zum Beispiel den Amphoren Riesling von Peter Jakob Kühn oder die Weine von Elisabetta Foradori verkostet hat, weiß dass die Amphore mehr wie nur Edelstahl 2.0 sein kann. Weiterlesen

Ein Fiasco? 2011 Ruffino Chianti Superiore

Fiasco is back: 2011 Ruffino Chianti Superiore

(NM) Sind sie schockiert? Wurden bei ihnen gerade fiese Erinnerungen an den Toskana Trip Mitte der 80er Jahre wieder wach? Oder erinnert sie die oben abgebildete Flasche an einfallslose Deko Versuche im Restaurant „Italia“ um die Ecke? Ich kann sie aber beruhigen. Es ist alles halb so schlimm. Ehrlich.

Die große Toskanische Weinschmiede Ruffino hat sich in den letzten 40+ Jahren dem belehrten Weintrinker mit wohlklingenden Namen wie „Riserva Ducale Oro“ oder „Modus“ in das Geschmackszentrum eingebrannt. Dank einiger Jubelorgien bekannter Weinkritiker sind diese Weltweit in aller Munde. Dabei ist steht die Marke Ruffino für mittlerweile 130 Jahre Weinbautradition in der Toskana. Sie setzt sich aus 7 Estates zusammen, welche auf über 600 Hektar Wein anbauen und gehört somit zu den größten Produzenten von Chianti, Chianti Superiore und Chianti Classico.

Fiasco Relaunch – Fluch oder Segen? Weiterlesen

Sangiovese Classico: Felsinas „Fontalloro“ Vertikale

Fontalloro Vertikale

(NM) Ein Höhepunkt des Drunkenmonday’schen Pre-Weihnachtsverkostungskalenders war die mit viel Aufwand zusammen getragene Vertikal-Verkostung von Felsinas „Fontalloro“. Oft wird dieser IGT fälschlicherweise in die Ecke der Cabernet/Merlot-lastigen „Super Tuscans“ gesteckt. Doch Fontalloro war und ist immer ein Wein aus 100% Sangiovese. Der IGT (früher Vino da Tavola) Status liegt aber an der Tatsache, dass die Sangiovese-Trauben für den Wein aus drei unterschiedlichen Weinbergen stammen: dem Namensgebenden Fontalloro (oder auch Poggio al Sole) im Chianti Classico und Casalino und Arcidossino im Anbaugebiet Chianti Colli Senesi. Die nach Südwesten gerichteten Weinberge liegen im Schnitt ca. 400 Meter über dem Meeresspiegel. Zum Teil sind die Reben bis zu 50 Jahre alt. Der Wein reift nach der malolaktischen Gärung 18-20 Monate in Barriques und wird nach weiteren 8-12 Monaten Flaschenreife auf den Markt gebracht. Geöffnet wurde an diesem Abend Fontalloro aus den Jahren 1990, 1997, 2000, 2003, 2005 und 2007. Somit hatten wir eine großartige Möglichkeit die Lager- und Entwicklungsfähigkeit dieses Weines zu beobachten. Alle Weine außer dem 1990er und 1997er wurden 90 Minuten vor der Probe dekantiert.

Auf alten Pferden lernt man … Weiterlesen

Guter Kork, böser Kork, Plastik Kork

Plastik Kork funktioniert!(NM) Dem „Problemkind“ Naturkorken wurde gerade erst von unserem geschätzten Blogger-Kollege Dirk Würtz die Windeln gewechselt. Es ging hoch her, es wurde viel diskutiert, nicht nur zwischen den Zeilen kritisiert und Qualitäten in Frage gestellt. Doch diesem teilweise „stinkenden“ Thema werde ich mich heute nicht widmen. Vielmehr weckte der oft geschundene und geprügelte Plastikkorken meine volle Aufmerksamkeit.

Neulich öffnete ich von einem meiner Lieblingsweingüter der Toskana „Avignonesi“ einen 1999er Avignonesi „Rosso di Toscana“. Ich gebe zu, dass dieser Rosso nicht gerade das Ende der Qualitätsspitze des Hauses markiert. Der Blend aus Sangiovese, Cabernet Sauvignon und Merlot rangiert eher in den Einstiegsqualitäten des Traditionsweingutes aus Montepulciano. Der aktuelle Jahrgang liegt in dem 13-15€ Bereich. Umso mehr wunderte mich die Tatsache, dass nach dem öffnen mich ein lupenreiner Plastikkorken anlächelte. Weiterlesen

Langer Name, großer Wein: 2004 Ciacci Piccolomini d’Aragona Brunello di Montalcino Riserva Santa Caterina D’Oro „Vigna di Pianrosso“

2004 Ciacci Piccolomini d'Aragona Brunello di Montalcino Riserva Santa Caterina D'Oro Vigna di Pianrosso(NM) Nicht nur deutsche Weine können mit Namen wie „2002 Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach Schönberger Herrnwingert Riesling Kabinett trocken Goldkapsel Primus Erstes Gewächs vom Sandkalkmuffel Barrique feinherb“ (der Name des Weins ist frei erfunden) punkten, nein, auch in Italien ist es möglich drei oder mehr Zeilen auf einem Weinetikett mit dem Namen des Wein auszufüllen. Dieser Wein nennt sich 2004 Ciacci Piccolomini d’Aragona Brunello di Montalcino Riserva Santa Caterina D’Oro „Vigna di Pianrosso“. Ein Brunello di Montalcino also, aus dem großartigen Jahr 2004, in Riserva Qualität aus der Einzellage „Vigna di Pianrosso“, produziert von dem Weingut Ciacci Piccolomini d’Aragona und ausgezeichnet mit der „Santa Caterina D’Oro“. Diese spezielle Auszeichnung der Stadt Siena wird Betrieben/Produkten verliehen, die den Anspruch und Geist der Stadt Siena wiederspiegeln. Ein Brunello di Montalcino Riserva wird nur in überdurchschnittlich guten Jahren produziert und darf erst 6 Jahre nach der Lese auf den Markt kommen, wovon er 4 Jahre im Holzfass verweilt.

Soweit so gut, doch was erwartet uns hier Glas? Zu Beginn: Der Wein ist ultra jung (quasi weißer als weiß), aber jetzt schon ultra komplex. Weiterlesen

Harmonie im Glas: 1990 Felsina „Fontalloro“

1990 Fontalloro(NM) Wieder so ein Ebay Kauf. Unter 20€ für zwei Faschen des 1990er Toskana Klassikers „Fontalloro“ von Feslina. Kann das was sein? Schauen wir mal nach:

100% Sangiovese. Die Farbe lässt hoffen, dunkelroter Kern mit leichtem hellbraunem Rand. Wunderbar entwickelte Nase mit reifen Früchten im Rumtopf, links gerittener Damensattel und ein paar erdige Noten. Fantastisch! Schon der Duft ist großes Nasenkino! Am Gaumen dann absolute Harmonie. Auf den Punkt gereift gehen die fast schon süß wirkenden Fruchtnoten eine grandiose Harmonie mit den ledrigen/erdigen Noten ein und lassen das ganze „Konglomerat“ ungemein komplett und vollständig erscheinen. Absolut überwältigend! Die Krönung des ganzen dann im Abgang: Da schiebt eine feine Säure das ganze Gebilde noch einmal über eine Minute über den Gaumen und fordert den Konsumenten gerade zu dem nächsten Schluck. WOW! Jetzt stellt sich mir nur die Frage: Grandiose Flasche oder grandioser Wein? Die zweite Flasche wird dieses Geheimnis wohl lüften.

Vielseitige Toskana – mehr als nur Sangiovese und co.

Toskana Probe(NM) Eine mehr als perfekte Lokation für unsere reguläre Montagsprobe zum Thema Toskana bot uns die Weinrebe im Herzen von Giessen. Gastgeber war diesmal der Besitzer der Weinrebe Marc Colavincenzo.

Die Probe gestalltete sich durch das recht „offene“ Thema „Toskana“ sehr spannend, denn jeder Verkoster schaute in seinen Keller und packte seine Interpretation zu diesem Thema ein. Also standen neben internationalen Blends auch einige Klassiker aus den bekannten Regionen der Toskana auf dem Tisch. Ein buntes Feld:Weine der Toskana Probe Weiterlesen

Gerade im Glas: 2005 Marchesi Mazzei Serrata di Belguardo Maremma IGT

09522106_p1(NM) Warum ich im Moment so auf Italienische Weine stehe, zeigt mir auch der Serrata di Belguardo von Marchesi Mazzei ganz deutlich: Hier gibts einfach verdammt viel „ehrlichen“ Wein fürs Geld. Für gute 11€ strömt mir ein großartiger Duft von Amarena Kirschen, Brombeeren und eine feine Würze entgegen. Der Cuveé aus Sangiovese und Alicante zeigt auch am Gaumen eine tolle Tiefe und Komplexität. Feine rote Früchte unterlegt von einer leichten Würze, gut eingedundenes Holz und spürbare, aber weiche Tanine machen den Wein sogar direkt aus der Flasche zu einem Vergnügen. Potential für die nächsten 4-6 Jahre ist hier auf jeden Fall vorhanden. 89-90 Punkte heute von mir!