Herzenswein, Hagel und Frost. Andreas Tscheppe und die grüne Libelle.

2013 Tscheppe Grüne Libelle

Dieser Artikel ist unser Beitrag zu aktuelle Weinrallye #101: Herzensweine. Gastgeber sind wir selbst, der Drunkenmonday Weinblog.

(NM) Der Arbeitsplatz eines Winzers bewegt sich in der Regel zwischen Weinberg, Weingut und Weinverkaufsveranstaltung. In durch Wände, Dächer, Türen und Toren räumlich getrennten Einhausungen kann er Temperatur und Luftfeuchtigkeit meist selbst bestimmen, ist also nicht auf Mutter Natur angewiesen. Sogar die Wunschwärme bzw. Kälte der Gärung im Stahltank kann bei guter Ausstattung der Gerätschaften mitgegeben werden. Draußen im Wingert sieht das für seine Trauben natürlich ganz anders aus.

Südsteiermark

Wünsch dir was.

Der beste Freund des Winzers ist ein gut gestimmter Petrus. Weiterlesen

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Deutscher Chardonnay? Ein Blindproben-Selbstversuch.

Deutscher Chardonnay - Wo stehen wir?

(NM) Beim Spätburgunder haben wir Deutschen „so von außen betrachtet“ ja schon einiges erreicht. Auch wenn Sieben Achtel der weltweiten Wein Freaks unseren „Schpahtburgunder“ nur vom hören-sagen oder der Dekanter Trophy kennen, darf man der deutschen Interpretation der Königin der Rotweinsorten einen gewissen Qualitätsruf und Anspruch nicht ausreden. Regelmäßig schicken wir mit Spätburgunder von der Ahr, aus Baden, Rheinhessen oder der Pfalz renommierte Premier und Grand Grus aus dem Burgund in Blindproben nach Hause. Doch um International die ganzen großen Schnitte zu machen, sind die Produktionen der großen Spätburgunder viel zu gering. Und selber saufen wir das Zeug ja auch noch recht gerne. Somit ist der deutsche Pinot Noir „so von außen betrachtet“ fast schon mit dem Yeti zu vergleichen – alle kennen ihn, doch noch keiner hat ihn gesehen.

Doch was macht eigentlich deutscher Chardonnay? Sind wir doch einmal ehrlich. Außer dem ständigen Vergleich mit seinem ideal Vorbild aus dem Burgund antreten zu müssen, hat deutscher Chardonnay stilistisch bzw. typizizätisch (neues Wort – geht auf mich) in etwa so viel Strahlkraft wie eine 4 Watt Stromspar-Funzel von Ikea. Und das ist sehr schade. Sicher, Riesling hat die Pole Position der Weißweinsorten in Deutschland auf ewig gebucht, doch ist auch der deutsche Chardonnay durchaus in der Lage sich seine Lorbeeren zu verdienen – und wir helfen ihm heute dabei. Weiterlesen

200 Prozent Riesling: 2013 Joern Riesling „Arancia“

Die dunkle Seele des Rieslings: 2013 Jörn Arancia Riesling

Lange habe ich versucht den 2013er Joern „Arancia“ Riesling in eine bereits existierende Schublade zu stecken. „Riesling Großes Gewächs“ – nein: Der Wein ist viel zu Lagen/Gebiets- untypisch. „Deutscher Landwein“ – um Gottes Willen: Das ist wohl die Schublade mit der geringsten Aussagekraft. „Riesling Orange Wine“ – auch schlecht: Entspricht zwar seiner Herstellungsmethode, aber unterstreicht nicht die Qualität, die dieser Riesling zu zeigen vermag. „Riesling Naturwein“ – ganz übel: Absolut verschrienes Genre, fehlinterpretiert und sowieso in der breiten Masse nicht verstanden. Was mache ich also mit diesem extremen Riesling? Ganz einfach: zeigen, erklären und erleben lassen. Was sollte man auch sonst mit einem Wein tun, welcher einem so unverfälscht auch die dunkle Seele seiner Rebsorte zeigt? Weiterlesen

Mehr als nur überfällig – unser Weißwein des Jahres 2015

2015 Weißwein des Jahres

(NM) Zweitausendfünfzehn ist vielleicht genau die Anzahl von Weinen die wir in 2015 verkostet haben. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall ist es ein Jahr, auf welches wir gerne zurückblicken. Viele große Weine haben uns ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, haben uns Gänsehaut Momente beschert und uns durch innere Glückseligkeit und vinophiler Vollkommenheit dankend zurücklehnen lassen. Doch ein Weißwein hat uns in 2015 dieses emotionsgeladene Programm mehr als nur einmal durchlaufen lassen. Unser Weißwein des Jahres 2015.

Schon im Mai 2015, auf der VDP Mainzer Weinbörse gab es das erste Kennenlernen. Schnell wurde klar, dass hier der beteiligte Winzer durch seine jahrelange konsequente Herangehensweise und der Entscheidung, seinen Wein später wie die meisten seiner Mitstreiter auf den Markt zu bringen auszahlen sollte. Somit ging unser Weißwein des Jahres 2015 schon im Mai als einziger 5 von 5 Sterne Wein in die Aufzeichnung der VDP Weinbörse ein. Im August gab es dann ein zweites, Fulminates Wiedersehen. Während einer 80 Weine umfassenden Monster-Probe auf dem Weingut von Wilhelm Weil brachte der sonst sehr scheue Winzer mit klaren und gefassten Worten die lautstark diskutierende Gruppe zurück auf den Pfad des nötigen Respektes, um seinen Wein, der als nächster in der Probe stand, diesen zu ermöglichen. Das anschließende Schweigen im Saal war Ausdruck genug, um diesen wahrlich großen Wein zu huldigen.

Meine Nackenhaare machten auf jeden Fall eine Laola.

Dann im September brachten wir den Wein auf die große Bühne. In einer denkwürdigen und komplexen 50 Personen Wein-Veranstaltung ging der Wein mit mehr als nur einem „WoW“ als klarer Favorit der Angereisten Riesling Fans mit stolzer Brust und erhobenem Haupt von der Bühne. Doch die finale Entscheidung, diesen Wein als Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2015 zu küren, fiel im Dezember, als wir in einer kleinen aber feinen Weinrunde den Segen des anwesenden Drunkenmonday Teams einholten und auch dem letzten Unwissenden dieses Meisterstücks der Rheingauer Riesling Kunst einschenkten. Unser Weißwein des Jahres 2015 ist: Weiterlesen

Schöne alte neue Weinwelt

Cool climat: 2013 Alpha Domus Barnstormer Syrah

(NM) Noch vor zehn oder mehr Jahren, als die alte Welt noch die alten Welt, und die neue Welt die neue Welt war, hatte es der versierte Frucht-Konzentrat-Trinker ausgesprochen leicht. Die molligen, kräftigen und warmen Rotweine kamen alle samt aus Australien, Neuseeland, Chile oder Kalifornien. Kurz auf das Herkunftsland geschaut und selbstsicher wurde die Flasche „Shiraz“, „Malbec“ oder „Cabernet Sauvignon“ aus dem Regal gegriffen. Mit den erworbenen 15,8% Alkohol (abgerundet auf 14,5%) konnte die Fruchtbombe ohne Angst vor zu viel Säure oder austrocknendem Tannin zünden.

Zwischen den Welten

Spätestens in 2015 sieht die neue Welt/alte Welt Nummer schon ganz anders aus. Auf einmal steht anstelle von Shiraz „Syrah“ auf dem Label und deklariert einen neuen Welt-Wein mit alten Welt Attitüden. Jetzt muss der Frucht-Konzentrat-Trinker schon zwei Mal hinschauen, um nicht zufällig mit Säure, Frische und moderatem Holzeinsatz überrascht zu werden. Ich persönlich sehe aber genau in dieser entstehenden Schnittmenge der beiden – salopp gesagt – Wein Stile ein neues, großes und unglaublich spannendes Weinentdeckungsfeld mit vielen Unbekannten und Überraschungen. Sicher wird jetzt der ein oder andere Winzer mit Gamay aus Lodi oder Cabernet Franc aus dem Barossa Weinbautechnisch ins Klo greifen, aber sind es vielmehr die geänderten An- und Ausbaumethoden (frühere Lese, weniger neues Holz, wilde Hefen) die einen einst molligen Shiraz zum würzigen und animierenden Syrah werden lassen, ohne aber auf die reife „neue Welt Frucht“ verzichten zu müssen. Und wie es der Zufall so will, darf ich euch heute zwei solcher „zwischen den Welten“ Vertreter vorstellen. Weiterlesen

Tänzelnde Präzision aus dem Beaujolais: Julien Sunier

2013_Julien_Sunier

Achtung! Hier werden gleich drei Weine aus dem Beaujolais vorgestellt. Moment, Beaujolais? Ist das nicht diese Region im Burgund, die uns jährlich mit dieser „Nouveau“ Kampagne deutlich zeigt, um welche Region man als interessierter Qualitätsweintrinker einen großen Bogen machen sollte? Doch wenn Sie jetzt noch hier fleißig am Lesen sind, haben Sie sich folgenden Information redlich verdient: Es gibt auch richtig feinen Wein aus dem Beaujolais! Und Julien Sunier zeigt uns eindrucksvoll, wie dieser schmeckt. Weiterlesen

Nachhaltigkeit, Eleganz und subtile Weltklasse: Ata Rangi / Neuseeland

2012 Ata Rangi Pinot Noir

(NM) Neuseelands Landschaften eignen sich nicht nur für perfekt inszenierte „Herr der Ringe“ Verfilmungen, sondern geben auch divenhaften Rebsorten wie dem Pinot Noir ein wunderbares Zuhause. Über eine nachhaltig bezaubernde Begegnung mit dieser Rebsorte aus meisterhafter Winzer-Hand mag ich nun berichten.

Ata Rangi ist nicht eines dieser „klassischen“ Neuseeländischen Weingüter, die primär Sauvignon Blanc in seiner ganzen Beliebigkeit produzieren und „nebenbei“ noch Chardonnay und Pinot Noir anbieten, um das Sortiment zu vervollständigen. Sie gehen den komplett umgekehrten Weg: Fokussiert wird sich auf Pinot Noir und Chardonnay, ihr Sauvignon Blanc komplettiert das Auftreten nach außen. Auf ca. 48 Hektar kultiviert Ata Rangi zu 100% nachhaltigen Wein. Neben der IS0 14001 Zertifizierung für ihr Weinbergs Management, welches seit über 30 Jahren nach biologischen Methoden durchgeführt wird, ist das Weingut auch Gründungsmitglied der „Sustainable Winegrowing of New Zealand“ Organisation. Somit haben also ihre Weinberge seit über 30 Jahren keine Herbizide oder Insektizide mehr gesehen. Nicht nur für Neuseeland ist dies eine extrem lange Zeit. Weiterlesen

Die Leichtigkeit des Seins: 2013 Alexander Laible Spätburgunder *** „Alte Reben“

2013 Alexander Laible Spätburgunder *** Alte Reben

(NM) Alexander Laible ist sowas wie der Senkrechtstarter des badischen Weinbaus der letzten 5 Jahre. Seit der „Entdeckung des Jahres 2009“ im Gault Millau hagelt es Lobeshymnen aus der Fachpresse. Egal ob Feinschmecker, Vinum, Weinwisser oder Weinwelt, Nominierungen und Auszeichnungen geben sich die Klinke in die Hand. Dabei sind es nicht einmal immer die Burgundersorten, mit denen Alexander Laible für Aufsehen sorgt. Quer durch das Sortiment, von Riesling über Chardonnay bis Spätburgunder lobt ihn die Presse. BSDS – Baden sucht den Superstar – und hat ihn womöglich schon gefunden.

Familiensache.

Dabei war 2007 „erst“ sein erster Jahrgang im eigenen Weingut in Durbach. Der Bruder Andreas übernahm das Weinguts-Erbe von Papa Laible und Alexander gründete mit den Reben seines Großcousin Eugen Schlindwein sein eigenes Gut. Zudem konnte auch genau dieser Großcousin für den Außenbetrieb angeworben werden. Der Grundstein war gelegt und einem Senkrecht Start ab „day one“ stand nichts mehr im Wege. „Sein Beruf ist seine Berufung“ erzählt Alexander gerne. Der folgende Spätburgunder kann dies nur unterstreichen. Weiterlesen

Bring Zeit mit: 3x 2013 Barth Riesling GG

2013_barth_riesling_gg

(NM) Traditionell um diese Jahreszeit kloppen sich die Deutschen Weinschreiber und Weinkritiker aus allen Lagern wieder primär um ein Thema: Die Großen Gewächse (GG’s) aus dem Vorjahr. Neben Jahrgangsvergleichen (schmeckt wie 2004 mit dem Schmelz von 2007 und der Säure aus 2010) und revidierten Jahrgangsprognosen (nach 4 Wochen auf der Flasche erinnert er mich doch mehr an 2008 mit dem Druck aus 2009) gleicht die Krönung der besten GG’s einer Suche nach dem heiligen Gral. Traditionalisten feiern die Würze und Tiefe der Rieslinge aus dem Roten Hang, Puristen das Schiefer-Spiel der Mosel und Spontan-Gär-Jünger den Funk und Staub einiger Weingüter der Nahe-Fraktion. Bewertet wird bunt zwischen End-Achtzig und Mitte-Neunzig Punkten. Fokussiert wird sich auf die Lagentypizität und des Winzers Händchen. Doch in wie weit beeinflusst das persönliche Geschmacksideal die schmeckbare Qualität? Zusammengefasst: Es geht drunter und drüber im Bewertungs-Jungle rund um das Thema Große Gewächse. Doch wer nimmt sich wirklich Zeit, diese komplexen Weine in ihrer Jungendlichkeit im Detail zu analysieren?

Wir. Ziehen wir mal wieder die Bremse und schauen uns die drei Riesling GG’s vom Weingut Barth aus dem Rheingau (wieder)einmal etwas genauer an. Mir persönlich gefällt der Stil des Weingutes über die Jahre betrachtet sehr gut. Mark Barth und sein Schwiegervater Norbert schaffen es eine klare und nachvollziehbare Lagen-Typizität herauszuarbeiten und dabei die persönliche Handschrift den Weinen mit auf den Weg zu geben. Rückblickend betrachtet findet sich ein roter Faden in den Wein Charakteristika der einzelnen drei Großen Gewächse wieder. Doch das Weinjahr 2013 war alles andere als einfach. Schaffen es die beiden auch dieses Jahr, die Lagen in ihrem Auftrag sprechen zu lassen? Schauen wir einmal nach. Weiterlesen

Sommer, Sonne, Draußen, Warm, Schön, Herrlich -> Riesling

2013 Franzen "der Sommer war sehr groß" Riesling

(NM) Mit dem Riesling „Der Sommer war sehr groß“ vinifizieren Angelina und Kilian Franzen (mittlerweile sind sie nicht nur mit dem Bremmer Calmont, sondern auch miteinander verheiratet) jedes Jahr neben dem Riesling „von den Terrassen“ von Mathias Knebel einen meiner „bis 12€“ Lieblings Rieslinge der Mosel. Nach dem sich der Hochsommer glücklicherweise ein wenig aus Deutschland zurückgezogen hat, lässt es sich auch wieder in der Sonne mit einem frischen Glas Riesling auf Terrasse, Balkon oder Garten aushalten. Und genau dort liegt auch das Einzugsgebiet dieses Weines: Draußen! Da aktuell ja an jeder Ecke wieder mit dem perfekten Sommer-Wein geworben wird, werfe ich heute einmal den 2013er Franzen Riesling „Der Sommer war sehr groß“ als den ultimativen „Draußen-Wein“ ins Rennen. Warum? Weil er es ist! Weiterlesen

Fünf JAHRE Drunkenmonday Weinblog 3/5: Die 10 beliebtesten Artikel!

Happy Birtthday! 5 Jahre Drunkenmonday Weinblog!

(NM+PT) Die 5 Jahre Drunkenmonday-Feier-Beitrags-Serie geht weiter! Sage und schreibe 475 Artikel wurden in den letzten Jahren auf Drunkenmonday veröffentlicht. Zum 5 Jährigen Blogjubiläum haben wir einmal die Report-Fee gefragt, welche unserer Artikel die meist gelesenen in dieser Zeit waren.

Hier nun die 10 beliebtesten Artikel seit dem Bestehen des Drunkenmonday Weinblogs: Weiterlesen