1983-2011: Quo Vadis Charta Riesling?

1983 Weil Riesling Charta

(NM) Wie es um den aktuellen, im Handel befindlichen Charta Riesling steht, zeigte der erste Teil unserer kleinen Rheingauer Charta Serie. Unter großartiger Mithilfe von Mark Barth vom Wein und Sektgut Barth und dem Rheingauer VDP ist es uns gelungen, 16 reife Charta Rieslinge aus den Jahren 2011-1983 an einem Abend an einem Tisch zu versammeln. Herausgekommen ist eine wohl einmalige Retrospektive zurück auf 30 Jahre Rheingauer Charta Riesling und eine einzigartige Gelegenheit das Reife und Alterungsvermögen dieses Riesling Typus genauer unter die Lupe zu nehmen. Quo vadis Charta Riesling? Hier die Antwort. Weiterlesen

Kult-Shiraz aus Australien: Blindprobe Grange, Hill of Grace, Knipser, Ziereisen und Konsorten

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(NM) Es war einer dieser Proben welche man so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Der passionierte Wein-Netzwerker Uwe Warnecke hatte zur großen Shiraz Probe geladen. Das „Beste“ aus Australien vs. einige Piraten aus der alten Welt. In Uwes Anschreiben lockten so glorreiche Namen wie Henschke’s Hill of Grace, Penfold‘s Grange, Glaetzer Amon Ra, Clarendon Hills Astralis, Torbreck’s Run Rig und viele mehr. Allesamt mit etwas Reife auf dem Buckel. Von 1991 bis 2005 war da alles vertreten. Was für eine Möglichkeit hier gleich zwei offene Fragen mit einer Probe zu beantworten: Sind die großen Shiraz aus Australien wirklich alle die überreifen und fetten Frucht-Monster für die sie alle halten und – viel wichtiger vielleicht noch – wie reifen diese Weine? Es sollte ein Denkwürdiger Abend werden, soviel vorab, vor allem auch auf Grund der in das Feld gestreuten Piraten-Shiraz aus der alten Welt.

Um die Probe so authentisch wie möglich wiederzugeben, beschreibe ich hier jeden einzelnen der 9 Flights mit meinen kurzgefassten Notizen und Bewertung. Jeweils drei Weine wurden pro Flight vorher von Uwe thematisch zusammengestellt (in Summe also 27 Weine). Alles wurde blind ausgeschenkt! Die Reihenfolge der Weine stellte sich später als exzellent heraus, obwohl dies bei so vielen kräftigen Rotweinen immer eine Herausforderung für alle Sinne ist. Mein finales Ranking aller Wein gibt es am Ende des Artikels. Here we go. Weiterlesen

Zwischen zwei Welten – Quinta de Covela

Die Weine von Quinta de Covela

(NM) Die geographische Lage der Quinta de Covela ist schon ein absoluter Glückfall. Hoch oben über dem rechten Ufer des Douro Flusses liegt sie direkt an der Grenze zweier portugiesischer Weinbauregionen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Da ist auf der einen Seite das Vinho Verde. Grüne, fruchtbare und mediterran anmutende Landschaften, voller lebendiger und blühender Vegetation. Auf der anderen Seite, nur wenige Kilometer entfernt, schießen die schroffen und kargen Schiefer- und Graphit-Terrassen am Ufer des Douro Flusses empor und bilden bizarr-schöne Bilderbuch Landschaften. Genau zwischen diesen Welten liegt nun die Quinta de Covela. Sie kann für ihre Weine auf das Beste beider Regionen zurückgreifen: Die Frische des Vinho Verde und die heißen Graphit-Böden des Douro Tales. Weiterlesen

The „holy grail“ of German Riesling – oder einfach nur ein Abend bei Koehler-Ruprecht

Koehler-Ruprecht - Minimize to the Max

(NM) Das Kallstadter Weingut Koehler-Ruprecht gehört ohne Frage zu den renommiertesten deutschen Riesling Betrieben. Doch im Vergleich zu manchen ihrer Kollegen aus Rheinhessen, der Mosel, der Nahe oder aus dem Rheingau sind ihre trockenen Rieslinge aus dem Kallstadter Saumagen oft immer ultra puristische und kristallklare Primärfruchtverächter, welche so Zeitlos altern können, wie nur die wenigsten Vertreter ihrer Zunft. Auf Grund ihres unverkennbaren Stiles spiegeln diese Riesling-Individuen auf die extremste Art und Weise den Boden dieser kalkigen Lage und die Jahrgangstypizitäten wieder. Riesling dient hier eigentlich nur als Transponder für diesen radikalen Ansatz: Konsequenter Ausbau im großer Holzfass, keine Entsäuerung, Maischestandzeit von 1-2 Tagen, Spontanvergärung und keine Schönung und Filtration. Alle diese Methoden bringen extrem polarisierende Weine hervor. Die in den reifen Jahren bei den Jungweinen bestehende Primärfrucht wird zwar akzeptiert, aber wohl wissend des Entwicklungspotentials bzw. der Reife eher belächelt. Weiterlesen

Pfälzer Terra Rossa: 2004-2011 Pfeffingen Riesling Weilberg GG Vertikale

Imposant: 2004 - 2011 Pfeffingen Weilberg Riesling  GG Vertikale
(NM) Wenn in der Weinszene von „roter Erde“ gesprochen wird, richtig sich der Fokus schnell auf den „Roten Hang“ in Nierstein / Rheinhessen. Eisenoxid verleiht hier der Erde seine rötliche Färbung. Neben großen Rieslingen wird dort seit neuestem in den wärmsten Teilen auch Rotwein, genauer gesagt Blaufränkisch angebaut. Das Weingut St. Antony hat sich für diese Strategie auch schon eine Schellte von Jancis Robinson MW eingefangen. Wie kann man in dieser legendären Riesling Bastion die heiligen Reben durch bäuerlichen Blaufränkisch ersetzen – fragte sich Frau Robinson MW. Doch das Zeug schmeckt wohl richtig gut und kassierte gleich einmal 87+ Punkte von wein-plus.de.

Die Lage: Ungsteiner Weilberg

Nun, genug Wein-Gossip. Auch in der Pfalz gibt es „rote Erde“ im Weinberg. Zwar nur in einer Lage, aber diese hat es in sich. Es ist das 1 Hektar großen Herzstückes des Ungsteiner Weilbergs – die Riesling Paradelage des VDP Weingutes Pfeffingen. Dieser spezielle Teil des Weilbergs besteht aus tonigem Lehm, dessen starke Rotfärbung auf durch hohe Gehalte an Hämatit (Fe2O3) verursacht wird. Aus diesem Herzstück werden die Trauben für das Pfeffingen Riesling Weilberg „Große Gewächs“ gewonnen. Unser heutiger Kandidat für eine eindrucksvolle Jahrgangsvertikale. Weiterlesen

Hardcore Naturwein aus Montefalco : 2004 Paolo Bea Rosso Riserva „Pipparello“

Wildes Zeug: 2004 Paolo Bea Rosso Riserva Pipparello

(NM) Bevor Sie / Ihr weiterlest: Achtung – das hier ist kein Wein für fruchtverwöhnte Gaumen! Es ist einer der puristischsten, traditionellsten und konsequentesten Natur-Weine Italiens. Hergestellt nach den Grundsätzen der Biodynamie, d.h. minimales und kein chemisches Eingreifen im Weinberg, keine Zusatz von Reinzuchthefen, keine Filtration, keine Schönung und minimaler Schwefeleinsatz. Dieser Wein schmeckt so, weil er von Natur aus so schmecken soll. Auf der Webseite des Weingutes Paolo Bea steht zum Beispiel unter den Punkt „Winemaker“ nur „Anybody“. Die Familie, die Natur, das Terroir – „Anybody“ eben. Dieser „Anybody“ bewirtschaftet 11 Hektar Reben der Region Montefalco in Umbrien. Bei dem Wein handelt sich um den 2004er Paolo Bea Rosso Riserva „Pipparello“.

Die Fakten sehen auf den ersten Blick noch sehr human aus: Der Wein besteht aus 60% Sangiovese, 25% Montepulciano d’Abruzzo und 15% Sagrantino aus der Einzellage „Pipparello“. Weiterlesen

Kräftemessen auf hohem Niveau: Bordeaux vs. europäische Klassiker bis 35€

Bordeaux vs. europäische Klassiker bis 35€

(JR) Die Meinungen bezüglich der Weine aus dem Bordeaux sind in unserer Weinrunde geteilt. Neben langjährigen Fans wie Marc Colavincenzo oder meiner Wenigkeit stehen Skeptiker – allen voran Nico Medenbach (NM) – welche die Weine im internationalen Vergleich für schlicht zu teuer halten. Super Thema für eine Montagsprobe der besonderen Art. Preisobergrenze war 35.-€ pro Flasche. Da sollte sich inner- und außerhalb von Bordeaux etwas „Anständiges“ finden lassen, was sich differenziert vergleichen lässt. Zwei Rotweine aus dem etwas schwächeren aber jetzt gut trinkbaren Bordeaux Jahr 2004 stehen sieben Herausforderern im Ring gegenüber.

2004 Chateau Cantemerle (Bordeaux)
2004 Chateau Poujeaux (Bordeaux)
2002 Cantina di Santadi „Terre Brune“ (Sardinien)
2004 Clos de la Belle (Rhone)
2004 Clos Rougeard Saumur-Champigny „Les Poyeux“ (Loire)
2004 Dei Vino Nobile di Montepulciano „Bossona“ Riserva (Toskana)
2007 Parusso Barolo (Piemont)
2005 Roxanich Merlot (Istrien)
2005 Chateau de Pibarnon (Bandol)

Die Spielregeln: Wie üblich wurden alle Weine blind in zufälliger Reihenfolge verkostet. Es herrschte zudem „Redeverbot“ in Bezug auf die Weine, um eine gegenseitige Beeinflussung auszuschließen. Jeder Teilnehmer erstellte während der Probe sein individuelles Ranking von Platz eins bis neun. Am Ende wurden die Einzelbewertungen aufsummiert und zusammen mit dem Gesamtergebnis besprochen. Die Summen der Einzelplatzierungen sind zur besseren Orientierung mit angegeben. Die ganze Verkostung habe ich nach den Regeln des Faustkampfes beschrieben. It´s Showtime! Weiterlesen

„Lecker Bordeaux“ trifft auf „nicht lecker Flaschenfehler“

Lecker Bordeaux(JR) Marc Colavincenzo aus der Weinrebe Gießen und der Berichterstatter hatten sich zur Aufgabe gemacht, den Bordeaux Skeptikern, allen voran Nico Medenbach(NM), unsere Begeisterung für Bordeaux etwas näher zu bringen. Man findet im größten Weinanbaugebiet der Welt naturgemäß sowohl Licht als auch Schatten, was Qualität und Preise angeht. Aber es gibt eben auch unendlich viel im vernünftigen Preisbereich zu entdecken, trotz der unwirklichen Preisvorstellungen der Premier Crus. Aber mal ehrlich, welcher Autokäufer würde sich über die Preise eines VW „Phaeton“ aufregen, wenn er einen „Polo“ zu kaufen gedenkt? Eben. Die von uns beiden ausgewählten neun Weine der Jahrgänge 2000, 2004, 2005 und 2006 sollten zeigen, dass man in Bordeaux auch für 10, 20 oder 40 Euro Ausgabepreis einen Wein finden kann, der sich zu kaufen lohnt und die Preisabsurditäten der Premier Crus vergessen lässt.

Doch leider haben uns zwei Kork- und ein Flaschenfehler (Böckser) an diesem Abend einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Der 2004 Chateau Poujeaux ist ein bezahlbarer Spitzenwein des Jahrgangs, der 2005 Chateau Cambon la Pelouse ein Drunkenmonday-Geheimtipp und der 2006 Lieutenant de Siglas (Sauternes) ein gelungener Zweitwein von Chateau Siglas-Ribaud. Alle drei Flaschen hatten böse, fiese Fehler und waren schlicht ungenießbar! 30% Ausfall sind bitter und mehr als ärgerlich. Ich plädiere erneut für ein EU-weites Korkverbot! Bei der Glühbirne hat es doch auch funktioniert.

Kommen wir nun zu dem angenehmen Teil des Abends, den verbliebenen sechs Bordeaux Weinen nebst den Einschätzungen, Reaktionen und Wertungen der Gießener Weingruppe. Konnte die zwangsweise zusammengeschrumpfte Auswahl dennoch Freunde wie Skeptiker überzeugen? Weiterlesen

Frankreich oder Brasilien – hauptsache Bordeaux! 2004 Miolo Lote 43 Reserva

2004 Miolo Lote 43 Reserva(NM) Ich bin ehrlich. Ich bin kein großer Freund Bordelaiser Gewächse. In meinen Augen bezahlt man in den meisten Fällen einfach zu viel Geld für die gebotene Weinqualität. Doch auf einmal kommt ein brasilianischer Rotwein daher und erinnert mich genau an das, was ich oft vergebens in Bordeaux suche: Würze, Körper, Frucht und Überzeugung!

Mit dem Wein ist es manchmal schon ulkig. Da kauft man sich vor fast 4 Jahren eine Flasche brasilianischen Rotwein. Der „beste“ Rotwein Brasiliens soll er sein. Sehr „alte Welt“ im Stil. Soso, ab in den Keller zu den anderen super interessanten und abgefahrenen Einzelflaschen. Es sind diese Art von Weine, die man im Eifer und Gefecht erwirbt, um sie später geschickt in Blindproben zum Thema X als Pirat einzuschleusen. Doch diese Blindproben finden nie statt. So dümpelte der „beste Rotwein Brasiliens“ mehrere Jahre in meinem Keller herum. Bis zum heutigen Tag.

Ganz ehrlich: jetzt könnte ich mir in den Po beißen nicht auf diese ominöse Blindprobe gewartet zu haben. Weiterlesen

Clai, Radikon, Princic und Roxanich: Faszination „Orange Wines“

Faszinations Orange Wines(NM) Faszination „Orange Wines“? Für die einen sind diese Weine ein offenes Buch der Wein(bereitungs)fehler, für andere ein Eldorado an Komplexität, Diversität und Individualität. Der Name bezieht sich auf die Farbe der Weine. Der Wein der etwas farbintensiveren Weißweintrauben (wie z.B. Malvasia) bekommt durch ihre teilweise Monate lange Maischegärung schon in ihrer Jugend eine zarte Orange Farbe. Dieses Verfahren wird in der Regal nur bei Rotweinen angewandt, um die Farbe und das Tannin aus den Schalen und Kernen zu gewinnen. Eine Maischegärung auf den Schalen wird bei „normalen“ Weißweinen möglichst vermieden. Und genau dort liegt der Streitpunkt. Durch die lange Maischegärung auf den Schalen entstehen für Weißweinverhältnisse außergewöhnliche Aromatiken, welche gerne auch als „Fehlton“ interpretiert werden. Hier scheiden sich ganz schnell die Geister. Gerade in Deutschland gibt es so gut wie keinen Markt für „Orange Wines“, in Österreich, Japan oder USA hingegen zählen diese Tropfen mit zu den gesuchtesten Überhaupt. Angebot und Nachfrage?

Generell sind „Orange Wines“ keine einfachen Trinkweine. Weiterlesen

Ran an den Stoff – 100 % Cabernet Franc

Cabernet Franc(JR) Der würzig-fruchtige Cabernet Franc gehört aufgrund seiner klimatischen Genügsamkeit zu den am weitesten verbreiteten Rebsorten weltweit. Nah verwandt mit dem Cabernet Sauvignon findet er aber überwiegend als Verschnittsorte Verwendung. Er trumpft überall dort auf, wo der Cabernet Sauvignon, zum Beispiel durch kühles Klima, nicht immer richtig ausreift: Etwa in Saint-Emilion und Pomerol. Hier trägt er in guten Jahren viel zum Cuvée des Cabernet Sauvignon und Merlot bei. Cheval Blanc und Ausone weisen dann Cabernet Franc-Anteile von bis zu 60% auf und gehören zur qualitativen Spitze ihrer Region. Auch Freunde italienischer Weine werden der Sorte schon begegnet sein: Der Mischsatz aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc feiert in Südtirol, im Trentino oder als Super-Toskaner „Solaia“ große Erfolge.

Dennoch steht Cabernet Franc quasi als “Underdog“ im ewigen Schatten des deutlich bekannteren Cabernet Sauvignon. Reinsortig in trinkbaren Qualitäten findet man ihn daher eher selten. Eine große Ausnahme bildet u.a. die Loire. Hier stehen Saumur, Chinon oder auch Bourgueil für exzellenten 100%igen Cabernet Franc Genuß. Weiterlesen

Gute Presse, wenig Hype: vier dicke Dinger aus Italiens unterschätzten Regionen

Vier dicke Italiener(NM) Italien bringt Jahr für Jahr ohne Zweifel mit die größten und angesehensten Weine der Welt auf den Markt. „Supertuscans“ Blends wie Ornellaia, Masseto oder Sassicaia klingen und schwingen genauso in den Ohren großer Weinliebhaber wie Barbaresci von Angelo Gaja, große Baroli von Bruno Giacosa, Vietti und Roberto Voerzio oder mächtige Amarone von Allegrini und co. Doch abseits der bekannten und ruhmreichen Regionen hat Italien noch weitaus mehr an Spitzenweinen zu bieten. Drunkenmonday nahm vier „Top-Weine“ mit guter Presse aus vier der eher unterschätzen Regionen Italiens einmal genauer unter die Lupe. Die Teilnehmer waren:

2004 Argiolas „Turriga“ Isola dei Nuraghi IGT / Sadinien
2006 Di Majo Norante „Don Luigi“ Riserva / Molise
2007 Azienda Agricola „Montevetrano“ Colli di Salerno IGT / Kampanien
2008 Oasi Degli Angeli „Kurni“ IGT / Marken
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How much „R“ can you take? Pinot Noir von Bernd Philippi

Philippi Pinot Noirs(NM) Angetriggert durch einen schönen Artikel über Bernd Philippis „Tafelwein“ Pinot Noirs auf Captain Cork, entdeckte ich beim stöbern in meinem deutschen Lieblings Online-Wein-Shop „Behringer und Sohn“ eine grandiose Auswahl an genau diesen Weinen. Der Mannheimer Weinhändler Ralf Behringer ist bekannt für sein außerordentliches Pfalz-Sortiment. Gerade die Weine von Bernd Philippi sind bei ihm auch noch in älteren Jahrgängen zu erwerben. Folgende Auswahl schaffte es dann auf den Probentisch von Drunkenmonday:

2003 Philippi Pinot Noir „R“
2003 Philippi Pinot Noir „RR“
2004 Philippi Pinot Noir Barrique
2004 Philippi Pinot Noir „R“
2004 Philippi Pinot Noir „RR“
2005 Philippi Pinot Noir Barrique
2005 Philippi Pinot Noir „R“

Bei Bernd Philippi dürfen Tafelweine gerne auch einmal etwas Weiterlesen

Kante, Zidarich, Radikon, Roxanich und Vodopivec: Krasse „Naturweine“ aus dem Friaul und Kroatien

… oder auch „Orange Wines“ ?!

Orange Wines

(JL) Eigentlich müsste ich mich schämen, den Bericht über diese „extreme“ Probe erst jetzt zu schreiben. Sie fand nämlich im letzten Sommer statt. Wie dem auch sei, jetzt ist die Zeit reif für einige Weine, die „extravaganter“ und „anders“ nicht hätten sein können. Neben dem doch recht langweiligen Namen „Naturweine“ haben wir immer wieder nach einem anderen und aussagekräftigeren Namen für diese speziellen Weine gesucht. Das Ergebnis: Orange Wines! Orangene Weine? Wie ist der denn drauf? – könnten jetzt einige denken. Aber je mehr ich den Namen verwende, desto treffender kommt er mir vor. Seit kurzer Zeit ist der Begriff „Orange Wines“ auch in Wikipedia zu finden. Hier meine Übersetzung in die Deutsche Sprache. Man möge mir den etwas rudimentären Übersetzungsstil verzeihen.

Oranger Wein, ist Wein aus weißen Rebsorten, bei dem die Schalen während der Mazeration ebenfalls Kontakt mit dem Traubensaft hatten. Typischerweise wird während der Weißweinproduktion der Traubensaft schnell abgepresst und von den Schalen getrennt. Die Schalen enthalten Farbpigmente, Phenole und Tannine, die in Weißweinen oft unerwünscht sind. Bei der Rotweinherstellung ist dies im Gegensatz erwünscht, da diese Stoffe den Weinen Farbe, Geschmack und Textur verleihen. Orange Weine haben ihren Namen von der leicht dunkleren orangen Färbung, welchen die Weißweine während der Kontaktzeit mit der Beerenhaut erhalten.
Man hat diese Art der Weinbereitung in heutiger Zeit nicht weiter verfolgt, da z.B. im Falle des Grauburgunders der Weißwein vom Rotwein nicht zu unterscheiden wäre. Grauburgunder hat eine leicht rötliche Schale und diese würde ein Grauburgunder wie ein Rosè aussehen lassen. Ursprünglich kommt die Methode die Weine auf diese Art herzustellen aus Georgien. In den letzen Jahren hat sich diese Art Weine zu keltern zunächst bei einigen Weinbauern aus Friaul – Julisch – Ventien etabliert. Ähnliche Produkte findet man in Slowenien, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Neuseeland und Kalifornien.
(Quelle: Wikipedia)

Doch nun zu den Weinen des Abends: Weiterlesen

Fight um den Monzinger Halenberg: Emrich-Schönleber Vs. Schäfer-Fröhlich in der Riesling-Große-Gewächse-Klasse

2004-2008 Emrich-Schönleber Halenberg GG Vertikale„Nun rühmte die Gesellschaft einen in ihrer Gegend wachsenden Wein, den ‚Monzinger‘ genannt. Er soll sich leicht und angenehm wegtrinken, aber doch, ehe man sich versieht, zu Kopfe steigen. Er war zu schön empfohlen, als dass wir nicht gewünscht hätten, ihn zu kosten und uns an ihm zu prüfen.“

J. W. Goethe

(CLD) Goethes Wort in unseren Mund: DrunkenMonday widmet sich mit dem gerade 7,7 Hektar großen Monzinger Halenberg der Filet-Lage der Riesling-Hochburg Nahe, die sich die Ausnahme-Weingüter Emrich Schönleber und Schäfer-Fröhlich teilen. Das Riesling Große Gewächs Monzinger Halenberg von beiden VDP-Winzern ist jedes Jahr einer der begehrtesten Weine Deutschlands. Wir sind in der glücklichen Lage,  fünf aufeinander folgende Jahrgänge als historische Doppelvertikale zelebrieren zu können. Unsere Frage lautet: Kann Tim Fröhlich, DER Aufsteiger der Nahe, dem Altmeister Werner Schönleber den Schneid abkaufen? Weiterlesen

Russian River Valley: 2004 Rochioli Estate Pinot Noir

2004 Rochioli Estate Pinot Noir(NM) Das Russian River Valley im Sonoma Country gehört zu den fähigsten Gebieten für „cool climate*“ Trauben wie den Pinot Noir in ganz Kalifornien. Joe Rochioli gehört zu den fähigsten Winzern für diese anspruchsvolle Rebsorte an der gesamten Westküste der USA. Dazu war 2004 noch eines der besten Jahre im Sonoma Country. Auf dem Papier also ein „no_brainer“. Doch ob der Wein die hohen Erwartungen erfüllen kann?

Der 2004 Rochioli „Estate“ Pinot Noir ist eine Komposition aus Trauben von mehreren verschiedenen „Vineyards“ des Weinguts (der Begriff „Weinberg“ war mir bei den doch recht flachen Lanschaften eher unangebracht). Neben diesem Wein produziert Rochioli noch 5 weitere Einzellagen Pinots, einen Chardonnay und einen Sauvignon Blanc. Die Nase zeigt gut dosierten „Neue Welt“ Sunshine: Weiterlesen

Langer Name, großer Wein: 2004 Ciacci Piccolomini d’Aragona Brunello di Montalcino Riserva Santa Caterina D’Oro „Vigna di Pianrosso“

2004 Ciacci Piccolomini d'Aragona Brunello di Montalcino Riserva Santa Caterina D'Oro Vigna di Pianrosso(NM) Nicht nur deutsche Weine können mit Namen wie „2002 Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach Schönberger Herrnwingert Riesling Kabinett trocken Goldkapsel Primus Erstes Gewächs vom Sandkalkmuffel Barrique feinherb“ (der Name des Weins ist frei erfunden) punkten, nein, auch in Italien ist es möglich drei oder mehr Zeilen auf einem Weinetikett mit dem Namen des Wein auszufüllen. Dieser Wein nennt sich 2004 Ciacci Piccolomini d’Aragona Brunello di Montalcino Riserva Santa Caterina D’Oro „Vigna di Pianrosso“. Ein Brunello di Montalcino also, aus dem großartigen Jahr 2004, in Riserva Qualität aus der Einzellage „Vigna di Pianrosso“, produziert von dem Weingut Ciacci Piccolomini d’Aragona und ausgezeichnet mit der „Santa Caterina D’Oro“. Diese spezielle Auszeichnung der Stadt Siena wird Betrieben/Produkten verliehen, die den Anspruch und Geist der Stadt Siena wiederspiegeln. Ein Brunello di Montalcino Riserva wird nur in überdurchschnittlich guten Jahren produziert und darf erst 6 Jahre nach der Lese auf den Markt kommen, wovon er 4 Jahre im Holzfass verweilt.

Soweit so gut, doch was erwartet uns hier Glas? Zu Beginn: Der Wein ist ultra jung (quasi weißer als weiß), aber jetzt schon ultra komplex. Weiterlesen

Riesling to the roots: 2001-2008 P.J. Kühn Doosberg „3 Trauben“ Vertikale

P.J. Kühn Doosberg Vertikale(NM/OW) Es gibt Winzer, und es gibt Winzer. Die einen gehen brav ihrem Job nach, produzieren Wein, verkaufen Wein, fallen nicht auf, stören keinen, der Wein schmeckt, mal mehr, mal weniger. Dann gibt es Winzer wie Peter Jakob Kühn, die konsequent den Weg der Biodynamie gehen, mit allen Ecken, Kanten, Gefahren, Risiken und Vorurteilen. Das dieser Weg nicht immer allen gefällt, ja sogar einen Winzer wie Peter Jakob Kühn zu einer „streitbaren“ Person macht, lässt ihn in meinen Augen nur noch sympathischer erscheinen. Wenn dann dieser sympathischer Winzer einem noch eine „once in a lifetime“ Vertikale des „3 Trauben“ Rieslings (manchmal auch als Erstes Gewächs zugelassen) seiner Paradelage Doosberg zur Verfügung stellt, kann einem schon mal etwas weichknieig werden. Danke Peter für diese Erfahrungsreiche Probe!

Die Familie Kühn besitzt etwa 4 ha Rebfläche im Oestricher Doosberg. Weiterlesen

Typisch Deutsche (?) Weine …

Deutscher Wein(NM) So kurz vor der „Soccer World Championship“ und in mitten von „wir sind Lena“ wollte ich den typsich deutschen Wein einmal von einer anderen Perspektive zeigen. Da kam mir der Besuch eines amerikanischen Bekannten ganz recht, ihm einmal das Bild des typisch deutschen süßen Rieslings und dünnen Rotweins aus dem Kopf zu waschen. Dieses ist mir mit den unten beschriebenen Weinen bestens gelungen: Weiterlesen

Gerade im Glas: 2004 Schloßgut Hohenbeilstein Schloßwengert Riesling „GG“

(NM) Gerade aufgemacht : 2004 Schloßgut Hohenbeilstein Schloßwengert Riesling S „Großes Gewächs“ aus Württemberg. Wunderbares gold-gelb im Glas. Die Nase zeigt Noten von leichter Firne, mit darunter liegenden frischer Zitronen und Pfirsichen. Auch im Mund zeigt sich ein mittlerer Reifeton, zusammen mit einer noch recht deutlichen Säure und den in der Nase auftretenden Zitrone/Limette und Pfirsich Noten. Der Abgang ist mittel lang (~30 Sek.) und erinnert an Zitronen-Caramel, wenn es denn sowas jemals geben wird. Gut gemacht, aber irgendwie doch ein wenig unharmonisch und „langweilig“. Ich glaube viel besser wird das auch nicht mehr. Von mir heute 87-88 Punkte.