Diven, Zeit und DAS FEST: 2015 Barth Riesling Große Gewächse

2015 Barth Riesling GGs

(NM) Wie man es macht, macht man es nicht richtig. So oder so ähnlich muss sich der ein oder andere VDP Winzer fühlen, wenn er im Herbst des Folgejahres seine Großen Gewächse auf den Markt bringt, und sich sein Großes Gewächs X aus Lage Y absolut bockig und geschmacklich zugenagelt gibt. Wenn dann auch noch das Wer-Ist-Wer der medial einflussreichsten Weinschreiber in Wiesbaden zur Vorab Großen Gewächs Probe zusammensitzt, und sein Schützling die Diva in sich entdeckt, braucht der geübte Verkoster viel Erfahrung und Weitblick, um die wahre Größe vieler solcher Gewächse zu erkennen. Leider drückt sich dieses Phänomen selten in vielen Punkten, sondern eher in vielen Fragezeichen aus. Suboptimale Startbedingungen.

Doch was tun?

Der Winzer zwickt in der Steckmühle. Große Weine brauchen bekanntlich Zeit um ihr volles Potential auszuschöpfen. Und wenn das Große Gewächs früh alles zeigt, geht ihm nach einigen Jahren im Keller oft die Puste aus. Was also tun um den richtigen Augenblick der jugendlichen Schönheit in Wort und Bild abgelichtet zu bekommen? Die Antwort ist für den Journalisten beglückend und für den Probeflaschen verschickenden Winzer eher ernüchternd: Einfach x-mal in dem Jahr nach der Veröffentlichung die Pullen aufreißen und hoffen, dass der richtige Verkoster zur richtigen Zeit die Karte mit den 90+x Punkten zückt.

Barth 2015 Riesling GGs

Nachdem mir im September des letzten Jahres Mark Barth – nach alter Tradition folgend – seine zwei aktuellen Riesling GGs des Jahrgangs 2015 zuschickte, konnte ich es kaum erwarten diese zu verkosten. Mit großer Neugier und Verlangen öffnete ich die beiden Weine nachdem sie ein paar Tage im Keller ruhten. Doch schnell stellte sich Ernüchterung ein. Vor mir standen zwei zickige Diven im Glas, die so gar nicht mit mir reden wollten. Da auch mit Dekantieren nichts zu holen war, gab es nur eine Lösung. Die ersten zickigen Eindrücke notieren, Korken drauf und ab in den Kühlschrank. Doch auch ein 4 tägiger Kuschelkurs mit Nachprobe half hier nichts. So konnte ich die Weine weder adäquat bewerten noch beschreiben. Die Zeit verging. Weiterlesen

Skandal? Unser Weißwein des Jahres 2016!

Weißwein des Jahres 2016

2016 ist schon wieder rum.
Rückwirkend betrachtet schossen wir wie mit Warp Antrieb durch das abgelaufene Jahr. Somit wird es also wieder Zeit sich den Highlights des Jahres zu widmen. Dieses Jahr gibt es neben dem Rot- und Weißwein des Jahres auch erstmals einen Schaumwein des Jahres 2016. Es gibt viel zu erzählen und damit wir keine Zeit verlieren, lassen wir gleich die erste Katze aus dem Sack: Unser Weißwein des Jahres ist… Weiterlesen

Hinter den Kulissen: „Riesling Schlösser and Friends“ / Ente, Wiesbaden

Die Ente in Wiesbaden

(NM) Genuss kommt von genießen. Das ist so richtig. Doch hinter jedem Genuss steckt auch eine Menge Arbeit. Meist hat der Genießende damit wenig am Hut. Er betritt das Restaurant seiner Wahl, genießt das exzellente Essen, großartige Weine und im besten Fall eine noch bessere Kombination aus beiden. Doch diese Symbiose zwischen Wein und Essen entsteht nicht aus Zufall. Ein ganzes Team von Menschen „arbeitet“ an dem vollkommenen Genuss anderer. Doch wie sieht diese Arbeit aus? Drunkenmonday hat einmal ein Blick hinter die Kulissen bzw. in die Vorbereitungen zum Genuss-Event „Riesling Schlösser and Friends“ im Sterne-Restaurant „Ente“ in Wiesbaden geworfen. Und da für diese Veranstaltung noch Karten verfügbar sind, dürfen wir euch heute erst recht den Mund wässrig machen.

Der Rheingau gehört mit Sicherheit als Mitteldeutsche Schlemmerzentrale ganz weit nach vorne in Sachen außergewöhnliche Ess- und Trinkkultur. Ein Highlight im späten Herbst sind die „Glorreichen Rheingau Tage“. Ein Highlight dieser Veranstaltungsserie rund um dem Rheingauer Wein und speziell dem Riesling ist das Event „Riesling Schlösser and Friends“, welches diese Jahr am 10. November im Sterne Restaurant „Ente“ in Wiesbaden stattfindet. Die Riesling Schlösser Schloss Vollrads und Schloss Johannisberg laden jedes Jahr ein weiteres befreundetes Weingut ein, welche genauso wie sie selbst zu 100% Riesling anbaut. Für das Jahr 2016 wurde mit dem Moselaner VDP Weingut Reichsgraf von Kesselstadt ein mehr als ebenbürtiger Partner für das 5. Gänge Menu umfassende Gala Dinner gefunden. Sternekoch Michael Kammermeier wird ein sensationelles Menu abliefern, soviel sei vorne weg verraten. Doch woher wissen wir das? Das Stichwort lautet: Testessen.

Riesling Schlösser and Friends Weiterlesen

Jörn Goziewski – Riesling Magic

Jörn Riesling Rheingau

(NM) Es gibt Winzer und es gibt Winzer. Die einen produzieren Jahr ein Jahr aus bodenständige Weine, beglücken mit konstanten Qualitäten die Kundschaft und sind in Sachen Evolution und Revolution eher konservativ unterwegs. „Wir machen das schon immer so“. Zu Recht. Der Kunde kauft. Alles gut. Und dann gibt es Winzer wie Jörn Goziewski. Ja genau, der Jörn Goziewski. Jörns Weine hatten wir schon einige Male hier auf dem Blog vorgestellt. Jörn kann man gut und gerne als das komplette Gegenteil des „das Weingut ist seit 1792 in Familienbesitzt – der Wein schmeckt immer gleich“ Winzers bezeichnen. Wenn man glaubt, er hat das Thema Riesling auf die Spitze getrieben, setzt er im nächsten Jahr noch einen drauf. Seine Heimat ist der Rheingau, seine Hommage an ihn der Riesling und seine Markenzeichen ist sein Mut die Sachen einmal etwas anders anzugehen.

Jörn Goziewski

Umtriebiger Teufelskerl

Nachdem Jörns Ära bei dem Weingut Ankermühle 2013 zu Ende ging, machte sich der umtriebige Riesling Virtuose mit der Marke „Jörn Wein“ selbständig. Auf 1,4 Hektar gepachtetem Mutterboden, selbstredend im Rheingau rund um Geisenheim und Rüdesheim ansässig, produziert er je nach Ertrag zwischen 3000 und 4000 Flaschen Wein pro Jahr. Das der aktuelle 2015er Jahrgang zum Teil noch in den Fässern auf der Hefe schlummert, kann durchaus als Markenzeichen bezeichnet werden. Denn Jörn macht langsamen, Natur bezogenen Wein. Der forcierte Ansatz „im Herbst ernten, pressen, Hefe drauf, vergären, in die Flasche und beim Kunden bis Januar“ lässt Jörn kalt. Frisch und knackig in rauen Mengen machen Andere. Weiterlesen

Günther Jauch bei Nachgefragt @ drunkenmonday.de

Günther Jauch Nachgefragt @ Drunknenmonday.de

(NM) Ich muss gestehen, es war eines der entspanntesten Interviews meiner „Karriere“ als Weinblogger. Es wurde viel gelacht und geschmunzelt, aber auch reflektierend nach interessanten und amüsanten Antworten gesucht. Mein Gegenüber und Interview Partner war Günther Jauch. Ja, der Günther Jauch. Seit vielen Jahrzehnten bekannt aus Funk und Fernsehen ist genau dieser Herr Jauch mit dem Erwerb des Weingutes von Othegraven an der Saar anno 2010 als Weingutsbesitzer vielen Weintrinkern in bester Erinnerung. Das letzteres nicht nur als strategischer Schachzug rund um die Marke und Person Günther Jauch zu werten ist, wurde in unserem Gespräch schnell klar. Seine Passion für das Kulturgetränk Wein war nicht zu übersehen. Dabei hat gerade die Stilistik des feinen, mineralischen und restsüßen Saar Riesling Kabinetts es ihm und seiner Frau sehr angetan. Praktischerweise sind diese Weine auch eine der Stärken des Weingutes von Othegraven – dem großartigen Kellermeister und Geschäftsführer Andreas Barth sei Dank.

Die Historie des heutigen Weingutes von Othegraven geht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Weiterlesen

Die Mosel bekommt Verstärkung: Dirk verlässt Niepoort!

Dirk Niepoort & Philipp Kettern - FIO

Die zwei FIO Köpfe: Dirk van der Niepoort & Philipp Kettern

(NM+PT) Ok Freunde, festhalten: Dirk van der Niepoort verlässt eines der Kultweingüter Portugals, sein Familienweingut Niepoort und gründet zusammen mit Philipp Kettern das Projekt FIO an der Mittelmosel, wie Philipp Kettern telefonisch bestätigt. Dirks Sohn Daniel (24) wird auch involviert sein.

Das Weingut Niepoort aus Vila Nova de Gaia, die Quinta de Nápoles und Quinta do Carril werden weiterhin von Dirks Mutter Ingrid Niepoort und Schwester Verena weitergeführt. Auch Dirks Erstwohnsitz wird weiterhin in Porto bleiben, aber sein vinophiler Fokus wird sich von nun an auf den Mosel Riesling richten.

FIO, der verbindene Faden

FIO bedeutet „Faden“ auf portugiesisch. Seit 2012 verbindet ein besonderer Faden Dirk van der Niepoort und Philipp Kettern miteinander: In diesem Jahr schufen sie erstmalig den Mosel Riesling namens FIO als Gemeinschaftsprojekt. Spontan vergoren, zwei Jahre ohne Weiterlesen

200 Prozent Riesling: 2013 Joern Riesling „Arancia“

Die dunkle Seele des Rieslings: 2013 Jörn Arancia Riesling

Lange habe ich versucht den 2013er Joern „Arancia“ Riesling in eine bereits existierende Schublade zu stecken. „Riesling Großes Gewächs“ – nein: Der Wein ist viel zu Lagen/Gebiets- untypisch. „Deutscher Landwein“ – um Gottes Willen: Das ist wohl die Schublade mit der geringsten Aussagekraft. „Riesling Orange Wine“ – auch schlecht: Entspricht zwar seiner Herstellungsmethode, aber unterstreicht nicht die Qualität, die dieser Riesling zu zeigen vermag. „Riesling Naturwein“ – ganz übel: Absolut verschrienes Genre, fehlinterpretiert und sowieso in der breiten Masse nicht verstanden. Was mache ich also mit diesem extremen Riesling? Ganz einfach: zeigen, erklären und erleben lassen. Was sollte man auch sonst mit einem Wein tun, welcher einem so unverfälscht auch die dunkle Seele seiner Rebsorte zeigt? Weiterlesen

Rheingau reloaded: Die 2014 Barth Riesling GG’s

Trio Infernale: 2014 Barth Riesling GGs

Bei der unüberschaubaren Weinauswahl auf dem deutschen Markt fällt es mir wirklich schwer, gewisse, mir „interessante“ Weine über einen Jahrgang hinaus zu verfolgen. Zu groß sind die Auswahl und der Reiz an dem Neuen und Unbekannten. Zudem lässt die schiere Informations-Überflutung auf Facebook, Twitter und co. uns stündlich vergessen, was wir letztes oder gar vorletztes Jahr richtig gut fanden. Man reitet auf der Welle schier unendlicher Auswahl durch das Meer des Weines. Doch sollten wir aber durchaus öfter zurück zu dem Bekannten und Vertrauten gehen und die Entwicklung im Mikrokosmos Weingut mit offenen Augen zu verfolgen. Denn dort kann sich über nur wenige Jahre ganz erstaunliches abspielen. Bestens belegbar an den Großen Gewächsen des Wein- und Sektgutes Barth. Weiterlesen

Veritable 15 – Ringelpiez mit den Wein-Großmeistern

Veritable15

(NM) Jetzt wird sich der ein oder andere fragen, warum denn der Medenbach dieses Jahr schon wieder über die Veritable schreibt. Die Antwort hierauf ist einfach: Organisator und Wein-Netzwerker Uwe Warnecke schafft es in Kombination mit dem Team um Philipp Kiefer vom Weingut Aloisiushof jedes Jahr aufs Neue nicht nur die gesetzten Erwartungen zu erfüllen, sondern erhällt durch immer neue und hochklassige Weingüter die Spannung aufrecht und stellt somit den Menschlichen Entdeckertrieb mehr als zufrieden. So ging es zumindest mir und meinen Mitreisenden. Wenn das Pfälzer Hinterland zum Klinken putzen bei den Wein-Großmeistern einlädt – Veritable 15.

2013_Rings_Spätburgunder_Feldenberg

Große Namen auf der Liste der teilnehmenden Weingüter garantierten förmlich einen spektakulären vinolphilen Genuss. Weiterlesen

Ankermühle – Rheingau 2.0

Ankermuehle Riesling Hölle und Hase

Jörn Goziewski ist Kopf, Herz, Genie und Wahnsinn hinter den Weinen des Rheingauer Weingutes Ankermühle. Wer Jörn persönlich kennenlernt, dem eröffnet sich sein Winzer-Talent wohl erst beim Verkosten seiner einzigartigen und mutigen Weine. Er ist kein Mann der lauten und großen Worte, versteckt sich gern hinter frechen T-Shirt-Slogans und wirft dennoch den ein oder anderen klassischen Riesling-Ansatz über den Haufen um klassische Rieslinge zu machen. Ein Widerspruch in sich? Ganz und gar nicht. Weiterlesen

Unvergessliche Sternstunden mit Markus Molitor

…dem inoffiziellen deutschen Meister im Wein-5-Kampf.

Sternstunde mit Markus Molitor

Gutes Timing unsererseits. Seit vorletzter Woche rummelt es gewaltig um das Weingut Markus Molitor aus Bernkastel-Wehlen. Nicht weniger als 3x hat Robert Parker Stephan Reinhardt für den Wine Advocat die magischen 100 Punkte für 3 *** Auslesen aus dem Hause Molitor vergeben. Dazu etliche weitere 98/97/96 Punkte für Weine aus der 2013er Kollektion des umtriebigen Mannes von der Mittelmosel. So etwas gab es im Deutschland weit noch nie.

Leider beinhaltet unsere Probe keine der 3 100 Punkte *** Auslesen aus 2013, dafür aber ein Äquivalent aus 2012. Doch bevor wir im Detail auf die genialen Weine des Hauses eingehen, muss man einfach noch einige Wort über die Person, das Weingut und „the Brain“ Markus Molitor verlieren. Nüchtern und von außen betrachtet ist Markus Molitor schichtweg wahnsinnig. Mit welcher Leidenschaft, Passion und welchem Qualitätsanspruch er jedes Jahr bis zu 65 verschiedene Weine aus 14 Lagen der Mosel und Saar (!) vinifiziert, grenzt schon an vinophilen Wahnsinn und unterstreicht damit die Ausnahmestellung dieses Weingutes. Zu dem kann man die Aussage „inoffizieller deutscher Meister im Wein-5-Kampf“ durchaus für bare Münze nehmen: In allen 5 „Kategorien“ die Markus Molitor bedient (trockener Riesling, feinherber Riesling, fruchtsüßer Riesling, Spätburgunder und Weißburgunder) holte er in verschiedenen deutschen Wein-Wettbewerben den ersten Platz. Auch das sollte ihm niemand so schnell nachmachen.

Markus kann nicht nur Riesling!

Auf den klassischen und unaufgeregten Etiketten des Weingutes findet man an Hand der Anzahl der Sterne (*) eine Steigerung der Qualität bei Steigerung der Anzahl der Sterne wieder. Beim Riesling indiziert zusätzlich noch die Kapselfarbe die Geschmacksrichtung des Weines: Weiß steht für Trocken, Grün-Grau für Feinherb und Gold für Fruchtsüß. Auf halbtrocken wird dankender Weiße gänzlich verzichtet. Unsere Sternstunden bestanden aus den folgenden Weinen: Weiterlesen

#Winewichteln: Mosel – Süßer die Gläser nie klangen…

(PT) Unser Winewichteln lernt laufen: Mit Freude sehen wir, wie aus der winewichteln facebook Gruppe heraus Weinfreunde bei lokalen Verkostungen persönlich zusammen kommen, die Leidenschaft Wein teilen und dabei auch neue Freundschaften entstehen – was kann man sich denn Schöneres wünschen?

winewichteln header #winewichteln

Solche Weinrunden sind nun bereits in verschiedenen Städten wie Hamburg, München, Köln, Berlin (juhuu diesen Samstag!) und auch an der wunderschönen Mosel enstanden.

Gerne veröffentlichen wir hier den Gastbeitrag von Katharina Okfen über das Treffen an der Mosel:

Süßer die Gläser nie klangen…
…als bei der 1. offiziellen WineWichteln-Verkostung an der Mosel

O Du Fröhliche!
Voller Spannung, Vorfreude, Neugier und Ungeduld saß ich kurz vor Weihnachten wieder wie ein kleines Mädchen vor dem Überraschungs-Ei, das in Form eines Weinpakets aus Berlin den Weg an die Mosel gefunden hatte. Neben einem netten Weihnachtsbrief war darin ein französischer Weißwein enthalten – und weiter stieg die Spannung, die Vorfreude, Neugier und Ungeduld auf die Verkostung meines Geschenks. Weihnachten stellte eigentlich Anlass genug dar, den Wein in großer Familienrunde zum Essen zu servieren, allerdings war die Menü- und Weinauswahl bereits durchgeplant und so musste das Vorhaben wegen eines sonst drohenden Nervenzusammenbruchs seitens der Köchin wieder verworfen werden.

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Lasst uns froh und munter sein…
Neugier und Ungeduld vertrieben auch schnell den Gedanken, den Wein bis Ostern, Pfingsten oder einem anderen kommenden Feiertag zu horten. Ich startete also einen Rundruf im WineWichteln-Freundeskreis aus Maring-Noviand (im kleinen Moselort gab es tatsächlich 4 Teilnehmer!) und schlug einen gemeinsamen, gemütlichen Verkostungsabend der Wichtel-Weine bei mir zu Hause vor. Dabei kam die Idee auf, die ganze Aktion über mein Wohnzimmer hinaus auszuweiten und nicht nur Wichtel aus unserem Heimatort, sondern von der ganzen Mosel einzuladen.

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Ihr Kinderlein kommet…
Gesagt, getan – #WineWichteln: Ihr Moselaner kommet, oh kommet doch all! Die Spannung stieg: würde sich überhaupt jemand beteiligen wollen? Die Vorfreude siegte: die Resonanz auf den Post war überwältigend. Sie überstieg bei Weitem die verfügbaren Sitzmöglichkeiten in meinem Wohnzimmer. Schnell wurde eine wunderschöne Location gefunden, die sich bereit erklärte, uns Wichtel aufzunehmen und kulinarisch zu verwöhnen: das Restaurant Weiterlesen

Fünf JAHRE Drunkenmonday Weinblog 5/5: Ihr, wir und alle anderen.

Drunkenmonday in Persona: Paul (links) und Nico (rechts)

(NM+PT) Ende November 2014 gab es seit längerer Zeit wieder einmal eine 3 Tägige Vereinigung der beiden Drunkenmonday Sektoren Berlin (Paul) und Giessen (Nico) in Berlin. Die Abende wurde gewinnbringend genutzt um selbstredend gute Weine zu probieren, angesagte Lokationen zu besuchen und in geselligen Runden unsere Leidenschaft zu zelebrieren: guter Wein. Weiterlesen

Bring Zeit mit: 3x 2013 Barth Riesling GG

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(NM) Traditionell um diese Jahreszeit kloppen sich die Deutschen Weinschreiber und Weinkritiker aus allen Lagern wieder primär um ein Thema: Die Großen Gewächse (GG’s) aus dem Vorjahr. Neben Jahrgangsvergleichen (schmeckt wie 2004 mit dem Schmelz von 2007 und der Säure aus 2010) und revidierten Jahrgangsprognosen (nach 4 Wochen auf der Flasche erinnert er mich doch mehr an 2008 mit dem Druck aus 2009) gleicht die Krönung der besten GG’s einer Suche nach dem heiligen Gral. Traditionalisten feiern die Würze und Tiefe der Rieslinge aus dem Roten Hang, Puristen das Schiefer-Spiel der Mosel und Spontan-Gär-Jünger den Funk und Staub einiger Weingüter der Nahe-Fraktion. Bewertet wird bunt zwischen End-Achtzig und Mitte-Neunzig Punkten. Fokussiert wird sich auf die Lagentypizität und des Winzers Händchen. Doch in wie weit beeinflusst das persönliche Geschmacksideal die schmeckbare Qualität? Zusammengefasst: Es geht drunter und drüber im Bewertungs-Jungle rund um das Thema Große Gewächse. Doch wer nimmt sich wirklich Zeit, diese komplexen Weine in ihrer Jungendlichkeit im Detail zu analysieren?

Wir. Ziehen wir mal wieder die Bremse und schauen uns die drei Riesling GG’s vom Weingut Barth aus dem Rheingau (wieder)einmal etwas genauer an. Mir persönlich gefällt der Stil des Weingutes über die Jahre betrachtet sehr gut. Mark Barth und sein Schwiegervater Norbert schaffen es eine klare und nachvollziehbare Lagen-Typizität herauszuarbeiten und dabei die persönliche Handschrift den Weinen mit auf den Weg zu geben. Rückblickend betrachtet findet sich ein roter Faden in den Wein Charakteristika der einzelnen drei Großen Gewächse wieder. Doch das Weinjahr 2013 war alles andere als einfach. Schaffen es die beiden auch dieses Jahr, die Lagen in ihrem Auftrag sprechen zu lassen? Schauen wir einmal nach. Weiterlesen

Sommer, Sonne, Draußen, Warm, Schön, Herrlich -> Riesling

2013 Franzen "der Sommer war sehr groß" Riesling

(NM) Mit dem Riesling „Der Sommer war sehr groß“ vinifizieren Angelina und Kilian Franzen (mittlerweile sind sie nicht nur mit dem Bremmer Calmont, sondern auch miteinander verheiratet) jedes Jahr neben dem Riesling „von den Terrassen“ von Mathias Knebel einen meiner „bis 12€“ Lieblings Rieslinge der Mosel. Nach dem sich der Hochsommer glücklicherweise ein wenig aus Deutschland zurückgezogen hat, lässt es sich auch wieder in der Sonne mit einem frischen Glas Riesling auf Terrasse, Balkon oder Garten aushalten. Und genau dort liegt auch das Einzugsgebiet dieses Weines: Draußen! Da aktuell ja an jeder Ecke wieder mit dem perfekten Sommer-Wein geworben wird, werfe ich heute einmal den 2013er Franzen Riesling „Der Sommer war sehr groß“ als den ultimativen „Draußen-Wein“ ins Rennen. Warum? Weil er es ist! Weiterlesen

Fünf JAHRE Drunkenmonday Weinblog 4/5: Unsere 5 emotionalsten Wein „Momente“

Fünf JAHRE Drunkenmonday Weinblog 4/5: Die spannendsten Drunkenmonday Momente

(NM+PT) Viel haben wir in den letzten 5 Jahren des Wein-bloggens erlebt, erfahren und er“trunken“. Heute möchten wir euch die 5 emotionalsten und intensivsten Momente dieser Zeit etwas näher bringen. Die Auslöser dafür sind in jedem der 5 Fälle selbstverständlich die besonderen Weine, doch möchten wir den Winzer-Persönlichkeiten hinter diesen mit dem Artikel den Dank und die Anerkennung zollen, die sie mehr als verdienen. Hier nun unsere 5 emotionalsten Wein-Momente, basierend auf Ehrfurcht, Staunen oder einfach nur ungefilterter vinophiler Glückseligkeit. Viel Spaß! Weiterlesen

Weingut Stachel – sehr viel Schaumwein fürs Geld!

Viel Bubbles für kleines Geld: 2012 Stacheln Sekte

(NM) Ich gebe ehrlich zu, dass wir uns in der Vergangenheit auf nur wenigen Beiträgen dem Thema Preis/Leistung hier auf dem Blog gewidmet haben. Gerade im Schaumwein Bereich gab es neben grandiosen, aber doch recht hoch gepreisten Champagnern wenig zu berichten. Dieser Zustand ändert sich heute, denn ich habe im Pfälzer Hinterland zwei sensationelle deutsche Winzer Sekte aufgetan. Beide vinifiziert von dem Weingut Stachel in Maikammer.

Die ganz große Bühne des Deutschen Weines hat das Familienweingut Stachel aus dem beschaulichen Maikammer erst einmal betreten. Im Jahr 2012 gewannen sie dem 2010er Stachel Syrah aus dem Maikammer Heiligenberg den Deutschen Rotweinpreis in der Kategorie Internationale Sorten. Und dies zu Recht. Ich konnte den leider auch schon ausverkauften Nachfolgejahrgang dieses Weines kürzlich auf dem Weingut verkosten: Einer „der“ großen Deutschen Rotweine, keine Frage. Im Rahmen der Verkostung mit „Junior“ Matthias Stachel probierte ich auch unter anderem die Sekte des Weingutes und stieß auf zwei Weine ganz exzellente Vertreter ihres Faches. Dazu für die gebotene Qualität (noch) fast unverschämt günstig ausgepreist. Weiterlesen

August Kesseler bei Nachgefragt @drunkenmonday.de

August Kesseler

(NM) Mittwoch ist wieder Zeit für Nachgefragt@drunkenmonday.de. Heute mit einem der „Kult Winzer“ Deutschlands: August Kesseler! Eigentlich braucht man über diesen Mann nicht viele Worte verlieren, denn seine Weine sprechen eine ganz deutliche Sprache. Seit Anfang der 80er Jahren vinifiziert August Kessler in Assmannshausen aus den großen Lagen des Rheingaus mit die größten Rieslinge und Spätburgunder die diese Region, wenn nicht so gar ganz Deutschland je gesehen hat. Seine Rieslinge aus dem Rüdesheimer Berg und rund um Lorch und Lorchhausen sind mit die feinsten und elegantesten Vertreter ihrer Art. Dazu ganz leise, mit Präzision und Spiel, dennoch im Bereich des Großen Gewächs Druckvoll und Lang. Fast schon spielerisch schafft er es Gegensätze getragen von dem Terroir seiner Lagen in die Flasche zu bekommen. Mit den Spätburgundern aus dem Assmannhäuser Höllenberg oder dem Rüdesheimer Berg Schlossberg stehen Jahr für Jahr (sollte es die Witterung zulassen) mit die besten Vertreter dieser Gattung aus Deutschland auf den Weinkarten der großen Restaurants rund um die Welt. August Kesseler war zudem Deutschland weit mit einer der ersten Winzer, welcher Mitte der 80er Jahre den Barrique Ausbau in Verbindung mit Spätburgunder „erforschte“ und hier zusammen mit z.B. Bernhard Huber große Pionierarbeit leistete.

Wir sind sehr stolz euch heute und hier die Antworten von August Kesseler bei Nachgefragt @drunkenmonday.de präsentieren zu dürfen. Die Regel sind wie immer klar: Unsere Fragen in normaler Schrift, die Antworten von August in fett.

1.) Trinkt mehr Weiterlesen

Obsession by Sven Klundt

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(NM) Als Obsession (auch „Besessenheit“) wird Umgangssprachlich eine Leidenschaft oder ein (zu) intensiv betriebenes Hobby bezeichnet. Sven Klundts Obsessionen sind die Rebsorten Weißer Burgunder, Pinot Noir und Riesling. Im Jahr 2009 übernahm Sven das Ruder des elterlichen Weingutes in Landau-Mörzheim und legt seitdem qualitativ die Messlatte kontinuierlich höher. Sein 2012er Kastanienbusch Riesling sprengte mit Platz 7 von 33 Teilnehmern so einige VDP Großen Gewächse beim 2013er Berliner Riesling Cup vom Tisch. Dabei konnte der 12€-Wein blind mit deutlich teureren Riesling GGs locker mithalten. Seit dem ist Sven Klundt einer der Geheimtipps der Deutschen Wein 2.0 Szene. Sein Kastanienbusch Riesling war selbstredend in Nanosekunden nach Veröffentlichung der Ergebnisse ausverkauft. Ich beschäftige mich heute mit der „mittleren“ Qualitätslinie des Weingutes Sven Klundt, genauer gesagt mit seiner Obsession für durchaus konsequente Weine. Weiterlesen

Riesling aus Italien? DrunkenFranken traut sich

DrunkenFranken hat es wieder getan. Diesmal trauten sich unsere Franken in bisher unbekannte Gefilde: Den heiligen Gral das Weißweins, Riesling – allerdings weder von der Mosel, noch vom Rhein, auch nicht von der Donau. Nein. Südtirol musste es sein. Ob das gut geht?

Südtiroler Weinlandschaft

(CR) Riesling aus Südtirol? „Gibt’s den da?“, fragen sich vermutlich einige. „Muss das sein?“ denkt sicher manch einer. Die Antworten: „Ja“ und „Berechtigte Frage, aber warum eigentlich nicht?“. Auf der nur etwa 5.000 ha großen Weinanbaufläche Südtirols wachsen tatsächlich mehr als 20 Rebsorten. Ob diese Vielfalt sinnvoll ist, müssen am Ende die Winzer und die Weintrinker beurteilen. Wirklich große Weine können aber nur in bestimmten Lagen und aus für diese passenden Rebsorten erzeugt werden. Für mehr als 20 Rebsorten gibt es in Südtirol vermutlich nicht die passenden Lagen, um große Weine zu erzeugen.

Riesling macht in Südtirol nur etwas mehr als ein Prozent der Anbaufläche aus. Angebaut wird er vor allem im Eisacktal und im Vinschgau. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kam die Rebsorte in die Region, die damals noch Weiterlesen

Retro Riesling: 1896 Carl Loewen

2012 Carl Loewen 1896 Riesling

(NM) Im Jahr 2012 entschlossen sich Karl Josef und Christopher Loewen, die Denker und Macher hinter dem Weingut Carl Loewen, ein ganz besonderes und außergewöhnliches Riesling-Projekt zu starten. Basierend auf ihren 1896 gepflanzten Riesling Reben im Maximin Herrenberg keimte die Idee, einen Riesling wie in der Zeit der Reb-Bepflanzung gegen Ende des 19. Jahrhunderts herum zu vinifizieren. Eine alte Korb-Presse aus den 60ern wurde gekauft und sich über die Weinbereitung zu dieser Zeit schlau gemacht. Christopher Loewen, zu Zeit noch in Geisenheim an der FH, übernahm die Umsetzung des Projektes. Für das gesamte Weingut begann eine aufregende Zeit. Weiterlesen

Westhofen calling: Katharina Wechsler

Darf ich vorstellen: Katharina Wechsler

(NM) Würde man sich nur die Bewertungspunkte der beiden in diesem Artikel beschriebenen Weine anschauen, müsste man Katharina Wechsler in einem Atemzug mit den Rheinhessischen Superstars Philipp Wittmann (Weingut Wittmann) – Winzer des Jahres 2014 im Gault Millau -, Klaus Peter Keller (Weingut Keller), Daniel Wagner (Wagner-Stempel) oder Johannes Hasselbach (Weingut Gunderloch) nennen. Doch neben ihrem zauberhaften weiblichen Charme lässt eine Tatsache Katharina aus der Liste der genannten Winzer herausstechen: Sie macht den Job des „Winzers“ erst seit 2010. Ihr erster Jahrgang war der 2011er. Zuvor wurde in Berlin der Traum der Weltentdeckung und Selbstfindung gelebt. Stichwort: Medien. Doch plötzlich war die Krise da und es hieß: Zurück zu Papa und Mama – Wein machen. Der Fassweinverkauf wurde auf Flaschenfüllung umgebürstet. Weiterlesen

Im Wandel der Zeit: 2012 Schloss Vollrads Riesling Schlossberg GG

Goldkapselschrauber: 2012 Schloss Vollrads Riesling Schossberg GG

(NM) Wie schon in meinem Artikel über die oft verschwindend geringen Worte mancher Weinschreiber über das Thema „Großes Gewächs“ erwähnt, stelle ich euch heute das nächste GG im Detail vor. Es kommt von einem sehr traditionsbehafteten Rheingauer Betrieb, welcher in den vergangen Jahren konstant durch gute bis sehr gute Qualitäten, aber mit wenig Mut, Eigenständigkeit und Wiedererkennung geglänzt hat: das Schloss Vollrads. Für mich war das seit dem Jahr 1211 (!) nachweißlich Weinhandel treibende Gut im Herzen des Rheingaus immer eine solide Bank wenn es um das Thema Riesling geht. Stand Vollrads auf der Weinkarte, konnte ich davon ausgehen, einen guten und unkomplizierten Riesling auf hohem Niveau zu bekommen. Nicht mehr und nicht weniger. Ab dem Jahr 2011 weht aber im Hause Vollrads für den einen oder anderen Wein ein etwas anderes Lüftchen durch den imposanten Schlosskeller. Weiterlesen

Träubchen wechsel dich…

Wurzelwerk und Winzers Beitrag: Mehr als nur Trauben tauschen...

(NM) Eines der spannendsten Wein „Projekte“ der letzten Jahre wurde vor kurzem in dem Berliner Restaurant „Weinbar Rutz“ vorgestellt.

Die Frage:
Was passiert wenn drei begnadete Riesling Winzer ihre Trauben aus ihren besten Lagen tauschen, und jeder jeden Wein separat im Keller ausbaut?

Terroir ad absurdum?

Alles über dieses revolutionäre Projekt könnt ihr hier nachlesen: Weiterlesen

Hausbesuch Teil2: Ein Abend mit Jürgen Krebs und Andreas Rings

Jürgen Krebs zu Besuch bei Drunkenmonday

(NM) Im Teil 2 des Berichtes über den Besuch des Freinsheimer Beachvolleyball Duos Jürgen Krebs und Andreas Rings bei der Gießener Drunkenmonday Runde, dreht sich alles um das vinophile Schaffen des Jürgen Krebs. In dem gleichnamigen Weingut Krebs bekam Jürgen schon relativ früh von seinem Vater die Verantwortung über das Rotwein-Sortiment. Doch welche Folgen dieser Schritt haben sollte, konnte wirklich niemand erahnen. Wie schon in Teil 1 erwähnt, schaffte es in 2010 das bis dato überregional recht unbekannte Freinsheimer Weingut Krebs mit dem Gewinn des deutschen Rotwein Preises – in der Königsklasse Spätburgunder – den Sprung auf die große Bühne der deutschen Weinbaus. Über Nacht war der Gewinner-Wein, der 2007er Spätburgunder Musikantenbuckel (damals noch für 15€ auf der Karte!) restlos ausverkauft. Auch der 2008er erlag dem gleichen Schicksal. Mittlerweile hat sich der Rummel um diesen Wein doch etwas gelegt. Der 2011er Spätburgunder Musikantenbuckel ist glücklicherweise noch ab Weingut zu haben. Weiterlesen