Raw Berlin Winefair 2016 – Isabelle Legeron in der Cordobar & das Programm fürs Wochenende

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Dieses Wochenende kommen die Ökos, die Biodynamiker, die NATURALiker, die RAWisten und die ORANGEisten der Winzer & Weinjünger in Berlin zusammen. Und viele Weinhändler & Gastronomen machen mit. Um einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, präsentierte die RAW Macherin Isabelle Legeron MW – übringes einzige weibliche französische Master of Wine – im Salon Krankl der Corbobar eine Auswahl Naturweine und erläuterte die Idee.

RAW Berlin Winefair 2016 - Isabelle Legeron & Willy Schlögel im Cordobar Salon Krankl
RAW Macherin Isabelle Legereon MW & Cordobar Wirt Willy Schlögl im Salon Krankl

Mit einer bunten Auswahl verschieden stark ausgeprägter Naturweine gab uns Isabelle Legeron Einblick in die stilistische Vielseitigkeit der Naturweine. Ein spannend-wilder Ritt auf dem Aromenhengst: Weiterlesen

Oh du schöner Naturwein: 2010 Yannick Pelletier l’engoulevent

Schöner Naturwein: 2010 Yannick Pelletier l'Engoulevent

(NM) Naturwein. Bei einigen meiner geschätzten Bloggerkollegen und Weinenthusiasten löst das Wort schon Grusel und geistige Geschmackskirmes aus. Sicher ist: Es gibt ganz furchtbare „Naturweine“, welche ohne Schwefel und dank vergötterter Biodynamik ziellos vor sich hin gären. Das Ergebnis ist oft ein Potpourri voller Fehltöne und das Gefühl, sich in mitten einer „Dirk Bach Gedächtnis Jungle Prüfung“ zu befinden. Doch es gibt auf der anderen Seite auch ganz ausgezeichnete Kandidaten dieser verrufenen Kaste. Weine, bei denen der Winzer mit kerngesundem Traubenmaterial ganz vorzügliche Tropfen keltert, ohne auf Schwefel, Schönung oder Filtration zurückzugreifen. Genauso ein Winzer ist Yannick Pelletier aus der AOC Saint Chinian im Languedoc. Ich verkostete den mittleren (oder auch Zweit-)Wein der Domaine Pelletier, den 2010er L’engoulevent.

Zauberwort: Balance!

Um bei Naturwein (französisch „Vin Vivants“) auf der sicheren, Jungle Prüfungs-freien Seite zu sein, kauf man solche Weine nur beim Spezialisten. Einer von ihnen ist Alex Zülch. Weiterlesen

Hardcore Naturwein aus Montefalco : 2004 Paolo Bea Rosso Riserva „Pipparello“

Wildes Zeug: 2004 Paolo Bea Rosso Riserva Pipparello

(NM) Bevor Sie / Ihr weiterlest: Achtung – das hier ist kein Wein für fruchtverwöhnte Gaumen! Es ist einer der puristischsten, traditionellsten und konsequentesten Natur-Weine Italiens. Hergestellt nach den Grundsätzen der Biodynamie, d.h. minimales und kein chemisches Eingreifen im Weinberg, keine Zusatz von Reinzuchthefen, keine Filtration, keine Schönung und minimaler Schwefeleinsatz. Dieser Wein schmeckt so, weil er von Natur aus so schmecken soll. Auf der Webseite des Weingutes Paolo Bea steht zum Beispiel unter den Punkt „Winemaker“ nur „Anybody“. Die Familie, die Natur, das Terroir – „Anybody“ eben. Dieser „Anybody“ bewirtschaftet 11 Hektar Reben der Region Montefalco in Umbrien. Bei dem Wein handelt sich um den 2004er Paolo Bea Rosso Riserva „Pipparello“.

Die Fakten sehen auf den ersten Blick noch sehr human aus: Der Wein besteht aus 60% Sangiovese, 25% Montepulciano d’Abruzzo und 15% Sagrantino aus der Einzellage „Pipparello“. Weiterlesen

Weinrallye #50: Naturwein-Riesling von Dr. Bürklin-Wolf

Pfälzer Naturwein: 2007 Dr. Bürklin-Wolf Riesling Fass 23(NM) Naturwein. Eigentlich ein definitionsfreier Begriff per Definition. Ich denke aber in einem sind wir uns einig: Reben sind Natur. Trauben sind Natur. Wenn diese so „naturnah“ wie möglich zu Wein verarbeitet werden, dann spricht man übergeordnet von Naturwein. Dies bedeutet sowohl im Weinberg auf Pestizide und Fungizide zu verzichten, den Fokus weg von mechanischer Bodenbearbeitung und Traubenernte zu legen und auch im Keller mit so wenigen Eingriffen wie nötig den Wein „sein Ding“ machen zu lassen. All diese Methoden der naturnahen Herstellung können nicht nur bei unsauberer Arbeit für unsere von Reinzuchthefen geprägten Gaumen teilweise schräge, merkwürdige und ungewöhnliche Aromatiken entwickeln. Für einige kritischen Zeitgenossen stellen sie ein Eldorado an Weinfehlern da. Mit an der Spitze dieser Bewegung tummeln dich die „Orange-Wines“, vornehmlich aus Nord-Ost Italien, Kroatien und Slowenien, welche wir hier und hier schon einmal etwas näher beleuchtet hatten.

Doch anlässlich der Weinrallye #50 „Naturwein“ widme ich mich einen deutschen Vertreter aus dieser Gattung. Es handelt sich um den 2007er Dr. Bürklin-Wolf Ruppertsberger Hoheburg P.C. Riesling „Fass 23“. Doch Dr. Bürklin-Wolf und Naturwein – wie passt das zusammen? Das „Fass 23“ – vinifiziert aus der Lage Ruppertsberger Hoheburg – beinhaltete in dem Jahrgang 2007 einen Riesling, welcher speziell nach den Vorstellungen der K&U Weinhalle hergestellt wurde. Dies bedeutete: Eine spezielle Parzelle der Lage wurde ausschließlich biodynamisch und mit dem Pferd bearbeitet. Im Keller wurde der Wein nur sich selbst überlassen. Ohne Vorklärung gehrte er spontan über 14 Monate im Halbstückfaß auf der Vollhefe. Nach dem er mikrobiologische Stabilität erreichte, wurde der Wein ohne Schönung oder Filtrierung in die Flasche gefüllt. Weinbereitung wie „früher“. Doch wie schmeckt „früher“?

Weinrallye #50
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Alles Orange? 2008 Roxanich „Ines u Bijelom“ Cuvée

2008 Roxanich Ines u Bilejom(NM) Getreu dem Motto „Riesling kann jeder“ widme ich mich heute wieder einem Wein-Kuriosum aus der Familie der Orange-Wines. Ein Wein der wieder so gar nicht in Schublade „Alltagswein“ passt. Die Rede ist von Mladen Roxanich neuester Weißwein-Cuvée, der 2008er Roxanich „Ines u Bijelom“. Übersetzt heißt „Ines u Bijelom“ „Ines in weiß“, ein Tribut an Mladens Frau Ines Roxanich. Der Wein ist ein Cuvée aus 7 weißen Rebsorten. Getreu dem Vorbild der südlichen Rhone mischt Roxanich hier fröhlich aus dem Weinberg. Die Rebsorten sind Pinot Blanc, Pinot Gris, Sauvignon Blanc, Tocai Friulano, Prosecco, Vermentino und Riesling. Zu dem wurde der Wein 100 Tage auf den Schalen vergoren/mazeriert und später 3 Jahre in unterschiedlich großen Fässern (70 HL, 55 HL und 38 HL) aus französicher Eiche ausgebaut. Danach ging es ohne Filtration und Schönung in die Flasche.

In der Nase habe ich ein wildes Aromenspiel Weiterlesen

Clai, Radikon, Princic und Roxanich: Faszination „Orange Wines“

Faszinations Orange Wines(NM) Faszination „Orange Wines“? Für die einen sind diese Weine ein offenes Buch der Wein(bereitungs)fehler, für andere ein Eldorado an Komplexität, Diversität und Individualität. Der Name bezieht sich auf die Farbe der Weine. Der Wein der etwas farbintensiveren Weißweintrauben (wie z.B. Malvasia) bekommt durch ihre teilweise Monate lange Maischegärung schon in ihrer Jugend eine zarte Orange Farbe. Dieses Verfahren wird in der Regal nur bei Rotweinen angewandt, um die Farbe und das Tannin aus den Schalen und Kernen zu gewinnen. Eine Maischegärung auf den Schalen wird bei „normalen“ Weißweinen möglichst vermieden. Und genau dort liegt der Streitpunkt. Durch die lange Maischegärung auf den Schalen entstehen für Weißweinverhältnisse außergewöhnliche Aromatiken, welche gerne auch als „Fehlton“ interpretiert werden. Hier scheiden sich ganz schnell die Geister. Gerade in Deutschland gibt es so gut wie keinen Markt für „Orange Wines“, in Österreich, Japan oder USA hingegen zählen diese Tropfen mit zu den gesuchtesten Überhaupt. Angebot und Nachfrage?

Generell sind „Orange Wines“ keine einfachen Trinkweine. Weiterlesen

Roxanich: Im Keller eines kroatischen Naturwein-Winzers

Roxanich

(JL) Mladen Rozanic ist gelernter Maschinebauingenieur, enorm erfolgreicher Geschäftsmann und seit mehreren Jahren Winzer. Seine Weine begeistern uns seit zwei Jahren und ich wollte mir auch während unseres Kroatien-Urlaubs die Gelegenheit nicht entgehen lassen, seine neuen Jahrgänge im Keller zu verkosten.

www.orange-wines.com schreibt über Roxanich:
„Roxanich ist komplett anders als der übliche internationale Mainstream. Die Weine sind eher unkommerziell. Keine internationale Machart ist spürbar, trotzdem sind sie in ihrer besonderen Art trinkfreudig und können jeden Tag aufs Neue konsumiert und entdeckt werden. Sie teilen sich mehr als nur ein paar Eigenschaften im Strom des “natürlichen” Weins. Eigentlich genau das Gegenteil was man von einem Weingut erwarten sollte, welches von einem industriell geprägtem Mensch geführt wird. Derartige Weine sucht man in vielen Vinotheken und Restaurants unseres Landes leider vergebens.“
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Kante, Zidarich, Radikon, Roxanich und Vodopivec: Krasse „Naturweine“ aus dem Friaul und Kroatien

… oder auch „Orange Wines“ ?!

Orange Wines

(JL) Eigentlich müsste ich mich schämen, den Bericht über diese „extreme“ Probe erst jetzt zu schreiben. Sie fand nämlich im letzten Sommer statt. Wie dem auch sei, jetzt ist die Zeit reif für einige Weine, die „extravaganter“ und „anders“ nicht hätten sein können. Neben dem doch recht langweiligen Namen „Naturweine“ haben wir immer wieder nach einem anderen und aussagekräftigeren Namen für diese speziellen Weine gesucht. Das Ergebnis: Orange Wines! Orangene Weine? Wie ist der denn drauf? – könnten jetzt einige denken. Aber je mehr ich den Namen verwende, desto treffender kommt er mir vor. Seit kurzer Zeit ist der Begriff „Orange Wines“ auch in Wikipedia zu finden. Hier meine Übersetzung in die Deutsche Sprache. Man möge mir den etwas rudimentären Übersetzungsstil verzeihen.

Oranger Wein, ist Wein aus weißen Rebsorten, bei dem die Schalen während der Mazeration ebenfalls Kontakt mit dem Traubensaft hatten. Typischerweise wird während der Weißweinproduktion der Traubensaft schnell abgepresst und von den Schalen getrennt. Die Schalen enthalten Farbpigmente, Phenole und Tannine, die in Weißweinen oft unerwünscht sind. Bei der Rotweinherstellung ist dies im Gegensatz erwünscht, da diese Stoffe den Weinen Farbe, Geschmack und Textur verleihen. Orange Weine haben ihren Namen von der leicht dunkleren orangen Färbung, welchen die Weißweine während der Kontaktzeit mit der Beerenhaut erhalten.
Man hat diese Art der Weinbereitung in heutiger Zeit nicht weiter verfolgt, da z.B. im Falle des Grauburgunders der Weißwein vom Rotwein nicht zu unterscheiden wäre. Grauburgunder hat eine leicht rötliche Schale und diese würde ein Grauburgunder wie ein Rosè aussehen lassen. Ursprünglich kommt die Methode die Weine auf diese Art herzustellen aus Georgien. In den letzen Jahren hat sich diese Art Weine zu keltern zunächst bei einigen Weinbauern aus Friaul – Julisch – Ventien etabliert. Ähnliche Produkte findet man in Slowenien, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Neuseeland und Kalifornien.
(Quelle: Wikipedia)

Doch nun zu den Weinen des Abends: Weiterlesen

Jura flasht Jury bei K&U: Stéphane Tissot schafft Weine mit Charakter

Stéphane Tissot auf der K&U Hausmesse(CLD) Charakterstark sind die Weine im Jura. Die Region zwischen Burgund und Schweiz hebt sich mit einem eigenwilligen Stil, manche mögen sagen exzentrisch, von den Gleichmachungstendenzen im Weinbau ab. Neben Vin Jaune, Vin de Paille und allerlei authochtonen Klonen hat das Jura aber noch mehr zu bieten: Wir betrachten die Rebsorten-(Aller)Weltstars Chardonnay und Pinot Noir – einzigartig interpretiert von Stéphane Tissot aus Montigny in der Appellation Arbois, am nordöstlichen Rand des Jura. Mit biodynamischen Anbau, Ertragsbeschränkungen und dem unbedingten Willen zum Terroir kreiert Tissot langsame Weine, die einen so schnell nicht loslassen wie er DrunkenMonday auf der K&U-Hausmesse kürzlich in Nürnberg mitteilte. Seine Weine waren die Entdeckung des Tages…

2006 Chardonnay ‚La Mailloche‘ Arbois 19,90 €
Weit entfernt vom fetten, breiten und holzgeschwängertem Einheitsbrei an Chardonnay liefert dieser Wein Knackigkeit und Frische in für Chardonnay ungeahnter Dimension. Weiterlesen

1964, 1990, 1992 – Gereifter Riesling auf dem Vormarsch

Reife Rieslinge(NM) Bei einem spontan einberufenem Tasting in unserer Küche nach einem langen Tag mit einer Menge spanischen Weinen probierten wir folgende Schätzchen:

1964 Ökonimierat Rebholz Siebeldinger Berg Riesling – Silvaner (Müller Thurgau) „Naturwein Durchgegoren“
1990 J.B. Becker Wallufer Walkenberg Riesling Spätlese
1992 Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach Rauenthaler Baiken Riesling Spätlese

Fangen wir einmal vorne an: Weiterlesen