Hardcore Naturwein aus Montefalco : 2004 Paolo Bea Rosso Riserva „Pipparello“

Wildes Zeug: 2004 Paolo Bea Rosso Riserva Pipparello

(NM) Bevor Sie / Ihr weiterlest: Achtung – das hier ist kein Wein für fruchtverwöhnte Gaumen! Es ist einer der puristischsten, traditionellsten und konsequentesten Natur-Weine Italiens. Hergestellt nach den Grundsätzen der Biodynamie, d.h. minimales und kein chemisches Eingreifen im Weinberg, keine Zusatz von Reinzuchthefen, keine Filtration, keine Schönung und minimaler Schwefeleinsatz. Dieser Wein schmeckt so, weil er von Natur aus so schmecken soll. Auf der Webseite des Weingutes Paolo Bea steht zum Beispiel unter den Punkt „Winemaker“ nur „Anybody“. Die Familie, die Natur, das Terroir – „Anybody“ eben. Dieser „Anybody“ bewirtschaftet 11 Hektar Reben der Region Montefalco in Umbrien. Bei dem Wein handelt sich um den 2004er Paolo Bea Rosso Riserva „Pipparello“.

Die Fakten sehen auf den ersten Blick noch sehr human aus: Der Wein besteht aus 60% Sangiovese, 25% Montepulciano d’Abruzzo und 15% Sagrantino aus der Einzellage „Pipparello“. Weiterlesen

Slow Wine aus Apulien: Primitivo „14“ von der Cantine Polvanera

2009 Polvanera Primitivo 14

(NM) Vorneweg und für alle Skeptiker: Primitivo ist gleich Zinfandel. 1999 konnte Carole Meredith, Professorin für Önologie an der Universität in Davis, dies auf DNA-Ebene zweifelsfrei feststellen. Soviel dazu. Doch eigentlich hab ich diese breiten, alkoholischen und strukturlosen Primitivos (Primitivi?) aus dem Süd-Osten Italiens ziemlich satt. Viel zu oft wird hier mit Überreife und Überholzung ein Rotwein geschaffen, der zwar in der Ein-Schluck-Kategorie oftmals punktet, von dem aber das zweite Glas in untrinkbare Fernen schweift. Eindimensionale Frucht-Exzesse, marmeladig und zu viel Alkohol. Liebe Winzer, gibt es nicht schon genug seelenlose, Frucht-gepimpte Einheitsweine da draußen? Bewegt sich Apulien auf den Pfaden des einspurigen Barossa Shiraz? Braucht man das? Geht das nicht auch anders? Weiterlesen