Deutschlands bester Cabernet Sauvignon

2009 Aloisiushof Ambrosia Cabernet Sauvignon "Bestes Fass" R

… oder auch das beste „Beste Fass“.

(NM) 2009 war Philipp Kiefer vom Weingut Aloiusiushof ein glücklicher Winzer. Sein Cabernet Sauvignon aus der Lage Maikammer Heiligenberg ergab insgesamt 4 Fässer der „besten Fass“ Qualität. 3 Fässer wurden „normal“ 18 Monate im Barrique ausgebaut und kamen danach unter der Ambrosia Serie in den Handel. Die 2008er Version dieses Weines belegte Anfang 2011 den zweiten Platz unserer deutschen Cabernet Sauvignon Blindprobe. Das Vierte aus 2009 war ein ganz Besonderes. Hier wurde ein Fass von dem Küfer Francois Frères aus St. Romain verwendet. Francois Frères gehört zu den besten Küfern der Welt und beliefert unter anderem die Domaine de la Romanée Conti oder Armand Rousseau. Dieser Cabernet Sauvignon „Reserve“ reifte für ganze 24 Monate in diesem Fass und verbrachte ein weiteres Jahr auf der Flasche. Er ist jetzt erst ab Weingut für den Verkauf freigegeben. Hier nun die Verkostungsnotizen des in meinen Augen bis Dato besten Deutschen Cabernet Sauvignon: Weiterlesen

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Weinrallye 54: Deutscher Spätburgunder vom Kalkstein. Ein Vergleich.

Der gute alte Kalkstein.

(NM) Der Wein-Reich.Blog läutet zur nächsten Weinrallye. Das Thema der Weinrallye #54 ist so simple wie komplex: Region im Glas. Gemeint sind damit die regionalen Fingerabdrücke einer Rebsorte/des Bodentypus etc. (Zauberwort „Terroir“) bzw. deren geschmacklichen Kennzeichen. Ich habe zur dieser Thematik einen prägnanten Gesteins- bzw. Bodentyp ausgesucht und geschaut, ob dieser im Spätburgunder aus deutschen Landen richtig zur Geltung kommt: der Kalkstein.

Weinrallye #54: Region im Glas

Ganz trocken gesagt ist Kalkstein der Überbegriff verschiedener Sedimentgesteine, welche überwiegend aus dem chemischen Stoff Calciumcarbonat (CaCO3) in Form der Mineralien Calcit und Aragonit bestehen. Da Kalkstein ein äußerst variables Gestein ist, widmet sich die Geologie sogar mit einer eigenen Fachrichtung, der Karbonatsedimentologie, der Entstehung und den Eigenschaften dieser Sedimentgesteingruppe. Kommt ein hoher Prozentsatz von Tonmineralen hinzu, bezeichnet man ihn als Mergel. Im Weinbau spielt der Kalkstein eine große Rolle. Auf ihm gedeihen mit die größten Weine dieser Welt. Zum Beispiel ist ein Großteil der Champagne von diesem Gestein durchzogen. Generell sind Burgundersorten sowie Chardonnay und Riesling optimale Trägerrebsorten um die Besonderheiten dieser Bodenformation geschmacklich in die Flasche zu bekommen. Richtig ausgebaut erkennt nicht nur der geschulte Gaumen je nach Rebsorte zum Beispiel eine leicht an Kreide erinnernde Aromatik. Zudem liefert Kalkstein in der Regel keine fetten und breiten Weine, eher karge, kühle und frische Eindrücke dominieren am Gaumen.

Da Hoam.

In Deutschland findet man das Wort Kalkstein häufig auf den Etiketten Pfälzer oder Rheinhessischer Weine wieder. Und genau von dort kommen auch meine beiden heutigen „Kontrahenten“. Zum einen handelt es sich um den 2009er Spätburgunder „Kalkstein“ von dem Rheinhessischen Aufsteigerweingut (zugegeben – blödes Wort) Winzerhof Thörle! Die beiden Brüder Christoph und Johannes Thörle schockten vor kurzem die gesamte Weinwelt, als ihr 2008er Spätburgunder Hölle bei einer von von Tim Atkin MW organisierten weltweiten Pinot Noir Verkostung den 3. Platz belegte! Tschörmen Spätburgunder beats teure Burgunder Grand Crus. The wine world has changed.

Wein Nummer zwei des heutigen Vergleiches kommt von einem mir und generell Drunkenmonday sehr vertrauten und geschätzten Weingut aus der Pfalz. Wir haben schon oft über die Qualitäten des Wollmesheimer Weingutes Pfirmann berichtet. Der hier verkostete 2009er Pfirmann Spätburgunder Kalkgestein zeigte schon in unserer „Deutsche Spätburgunder bis 10€“ Blindprobe Teil 3 eine gute Performance und schnitt sehr ordentlich ab. Mal sehen wie er sich heute im Kalksteinvergleich schlägt. Weiterlesen

Flüssiges Wein-Wort-Spiel: „That’s Neiss“ in Rot und Weiss

Das ist aber Neiss...(NM) Für mich ist die ProWein jedes Jahr wie ein riesiger Regenwald, in dem man auf den kleinen und versteckten Pfaden ganz ausgezeichnet seltene und einzigartige Weine entdecken kann. In diesem Falle schlug ich mich durch die „Deutschland Halle“ abseits der VDP-Gänge. Am Stand des Pfälzer Weingutes Neiss bin ich (neben den großartigen anderen Weinen des Weingutes u.a dem Syrah!) auf ein Weinkonzept gestoßen, welches mich auf Grund seiner puristischen Klarheit direkt angesprochen hat. Basierend auf dem Wortspiel „That’s Neiss“ hat Axel Neiss zwei Weine erschaffen, die mit bewusst modernen und schlichten Design das Thema Wein entkrampfen wollen, ohne dabei aber auf Qualität, Kreativität und Trinkspaß zu verzichten. Da klingt natürlich erst mal recht simple. Doch die richtige Balance zwischen dem trendigen Party-Sauf-Wein und gut trinkbaren Weinqualitäten für die gemäßigte Wein-Runde zu finden, ist nicht ganz ohne. Diesen Kultur-Spagat schaffen beide Weine aber mit Leichtigkeit. Weiterlesen

Was so alles in der Pfalz wächst …

Say no!(NM) Die Pfalz gehört unumstritten zu den „buntesten“ Weinregionen Deutschlands. „Bunt“ im Bezug auf die Rebsortenvielfallt. Nirgendwo anderes in Deutschland herrschen klimatisch so breit gefächerte Bedingungen, um eine solche Bandbreite an Rebsorten erfolgreich anzubauen. Mit Sicherheit spielt hier auch der Entdeckertrieb so manchen Winzers eine große Rolle. Anstelle von traditionellen Rebsorten wie Riesling, Spätburgunder oder Silvaner wird das ein oder andere Experiment im Weinberg gewagt. Sogar Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc oder Sauvignon Blanc wurde (nicht nur) in der Pfalz bereits „eingedeutscht“ und sind keine Seltenheit mehr. Unser Fokus liegt aber heute auf einigen Weinen, welche man so gar nicht in Deutschland vermuten würde : Grüner Veltliner und Tempranillo. Weiterlesen

Viel Pinot für wenig Geld: 2009 Pfirmann Spätburgunder Mütterle

2009_Pfirmann_Spätburgunder Mütterle(NM) Knapp, aber wirklich nur knapp streift dieser Spätburgunder die Qualifikation für unsere 10€ Deutsche Pinot Blind Probe. Aus diesem Grund widme ich mich dem guten Tropfen heute ganz fokussiert, in Ruhe und ohne störende Nebenbuhler. Gute 11€ ruft das Weingut Pfirmann aus Landau-Wollmesheim für ihren „Top-Pinot“ auf. Doch gerade für die Diva unter den Rebsorten wird oft zu viel Geld für magere Qualität aufgerufen. Doch ganz anders der 2009er Spätburgunder Mütterle vom Pfälzer Weingut Pfirmann. Aus französischen 777 Spätburgunder Klonen in der Lage Wollmesheim Mütterle gelesen, reift der Wein 12 Monate in französischer Eiche.

Auch im Glas geht es leicht in Richtung Frankreich. Weiterlesen

Fünf Winzer – ein Wein: 2008 Südpfalz Connextion Gräfenhauser Spätburgunder

2008 Südpfalz Connexion Gräfenhauser Spätburgunder(NM) Zu Beginn zitiere ich hier gerne den Text auf der Webseite der
Südpfalz Connexion:
„Ja, wir sind jung. Es macht uns Spaß, neue Ansätze zu verfolgen, mit Mut und Leidenschaft Innovationen umzusetzen. Jeder von uns schärft in der Gruppe seine Individualität, denn gerade das Gemeinsame schafft Raum für den Einzelnen. Wir hinterfragen uns, unterstützen uns, kritisieren, motivieren und helfen uns gegenseitig. Aus fünf Richtungen bewegen wir uns auf ein Ziel zu: absolute Qualität. Herzstück der Südpfalz Connexion ist ein gemeinsam erzeugter Wein – der Gräfenhauser Edelburgunder.“

1999 lernten sich die fünf Winzer der heutigen Südpfalz Connection auf den Weintagen in Landau kennen. Sven Leiner, Boris Kranz, Peter Siener, Volker Gies und Klaus Scheu war schnell klar, dass sie nur zusammen ein ganz besonderes Projekt stemmen können. Sie entschieden sich die große Weinbauhistorie und Weinbautradition in und um Gräfenhausen wieder aufleben zu lassen. 2000 qm Rebfläche wurden einem Waldstück am Rande von Gräfenhausen abgerungen und mit Pinot Klonen direkt aus dem Burgund bepflanzt. Durch die Pacht der Nachbarparzelle mit rund 40 Jahre alten Pinot Reben vergrößerten Sie die Fläche auf 0,4 Hektar. Somit war die Grundlage für ein außergewöhnliches Weinprojekt geschaffen: Der Gräfenhauser Edelburgunder.

„Ein Schluck in die Zukunft von gestern“. Weiterlesen

Deutscher Pinot bis 10€ – Top oder Flop?

16x Pinot Noir bis 10€ aus Deutschland(JR) Der Handel lebt von Lügen und Illusionen. Überzeugende Spätburgunder aus deutschen Landen im unteren Preissegment zu finden, bleibt trotz aller Werbeversprechen eine Herausforderung. Diese anspruchsvolle Traubensorte mit ihrer dünnen Schale stellt hohe Ansprüche an die Winzer. Was geht da bis ca. 10.- € die Flasche? Oder sollte man als Weinliebhaber ganz die Finger davon lassen und lieber was „ordentliches“ kaufen? Wieder diese Fragen. Ein Abend, zehn Weinkenner und 16 verschiedene Weine brachten Antworten und manche Überraschung.

Um objektiv zu bleiben, wurden alle Weine blind in zufälliger Reihenfolge verkostet. Jeder Teilnehmer erstellte während der Probe sein individuelles Ranking von Platz 1 bis 16. Es herrschte zudem „Redeverbot“ in Bezug auf die Weine, um eine gegenseitige Beeinflussung auszuschließen. Am Ende wurden die Einzelbewertungen aufsummiert und zusammen mit dem Gesamtergebnis besprochen. Die Summen der Einzelplatzierungen sind in Klammern angegeben. Zehn mal Platz 1 würde also die Traumbewertung (10), zehn mal Platz 16 die Rote Laterne (160) ergeben.

Top Five

Platz 1: Weiterlesen

Gerade im Glas: 2006 Friedrich Becker Cuvée Guillaume

113000043_00(NM) Es gibt schon eigenartige Cuvées. Cabernet Sauvignon, Merlot, Dornfelder und Schwarzriesling, alles zusammen in einem Wein vereint lächelt mich hier gerade an. Und irgendwie mag ich das auch. Friedrich Becker geht hier einmal andere Wege. Manch einer würde das „mutig“ nennen, ich nenne das einfach mal „können“. Trotz des etwas merkwürdig klingenden Cuvée macht der einen wirklich guten und runden Eindruck. Die Nase riecht irgendwie nach grünem Apfel und Zimt(?), aber im Mund entfaltet sich eine runde und weiche Frucht. Der Wein wirkt balanciert und harmonisch, ohne störendes Holz oder Vanille. Es fehlt ihm leider etwas an Körper – deswegen „nur“ 87 Punkte heute von mir. Traut euch und probiert mal die Kiste. Die 11€ sind gut investiert.

Weingut Friedrich Becker
Friedrich Becker Cuvée Guillaume 2006

Ein weites Feld: Cabernet Sauvignon!

(NM) Nach Sonntag kommt Montag und unsere aktive Weingruppe traf sich wie zu erwarten bei mir (Nico) um ein großes und spannendes Feld zu betreten: Cabernet Sauvignon! Es wurde im Vorfeld keine weiteren Einschränkungen gemacht, somit war die Auswahl kunterbund um den Erdball verteilt:

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