Kein Jahr wie das andere: 2006-2008 Meander Cabernet Sauvignon / Napa Valley

Bilderbuch Korken!

Das Napa Valley ist und bleibt unumstritten das kalifornische Vorzeige Weinanbaugebiet. Auch wenn in Sonoma oder Paso Robles das ein oder andere 100 Punkte Kult Weingut sprießt, nirgends ist die Prestige und Glam Dichte der Cabernet Sauvignon Edel-Schmieden so hoch wie in dem Valley entlang der Route 29 nördlich von San Francisco. Doch hat dieser Zauber natürlich einen unübersehbares Nachspiel: Die hohen Preise. In Deutschland sind gute Napa Cabernet Sauvignon unter 30€ kaum zu finden. Top Qualitäten unter 50€ sind ebenso rar wie schnell ausverkauft. Wer hier auf vinophile Entdecker-Tour gehen möchte, muss den dicken Geldbeutel mitbringen. Eine leider nicht zu ändernde Tatsache.

Meander Cabernet Sauvignon / Napa Valley

Von den gut 400+ Weingütern im Napa Valley gehört das Weingut Meander von Amy Aiken eher zu den kleineren Betrieben. Seit dem Jahr 2000 lebt Sie hier ihren persönlichen Traum der unabhängigen Winzerin. Zuvor war sie unter anderem bei Viader Vineyards und Oakville Ranch tätig. Zwei Weine produziert sie unter dem Namen Meander. Einen Meander Napa Valley Cabernet Sauvignon, ein Cuvée aus zwei Lagen aus Rutherford und St.Helena und den Cabernet Sauvignon „Morisoli Vineyard“ aus einer Einzellage im Distrikt Rutherford. Beide Weine bestehen zu 100% aus Cabernet Sauvignon. Von dem Napa Valley Cabernet gibt es jedes Jahr ca. 3600 Flaschen, der Einzellagen Wein kommt gerade einmal auf knapp 250. Im Napa spricht man hier von homöopathischen Dosen. Weiterlesen

Lost in singularity: 2006 Werlitsch Ex Vero III

2006_werlitsch_ex_vero_III

(NM+GE) Es gibt Wein Erlebnisse im Leben eines Wein-Verrückten, die bleiben einem nachhaltig in Erinnerung. Ob man das jetzt so geplant hat, oder nicht. Egal, denn es gibt Weine die fesseln auf einer Ebene, die über dem „das schmeckt jetzt aber unglaublich gut“ steht. In dem Moment, wo der Geschmack, die Textur und das Erscheinungsbild des Weines über Zunge, Gaumen und Nase im Gehirn Emotionsbrücken bauen, wird aus dem „einfachen“ Getränk Wein ein gefühlstransportierender Seelenverwandter. So einfache Aufgaben wie runterschlucken (oder im „Worst Case“ ausspucken) werden zu nahezu unüberwindbaren Barrikaden. Man fühlt sich so hingezogen zu dem Geschmack, besser, der Anmut des Weines, dass man ihn am liebsten nicht mehr los oder gehen lassen möchte. Nach dem unvermeidlichen leeren des Glases und letztendlich der Flasche tritt ein Gefühl der Sehnsucht ein. Nicht der Rausch ist das Objekt der Begierde, nein, dieses gemeinsame Miteinander, dem Zustand des perfekten vinophilen Moments wird nachgetrauert. Begleitet wird dies alles durch Reaktionen von ungläubigem Kopfschütteln, über Gänsehaut bis hin zu Honigpferd-artigen Lachmuskel-Konstellationen im Gesicht des Betroffenen. Wein berührt die Seele. Der 2006er Werlitsch Ex Vero III hat meine berührt. Tief und Nachhaltig. Weiterlesen

„Freie Weine“ aus Südtirol

Freier Wein aus Südtirol

Christoph Richter von wein-aus-suedtirol.eu zu Gast bei Drunkenmonday.

(JR) Südtirol ist ein Schmelztiegel der Kulturen und Gegensätze. Alpine und mediterrane Lebensart treffen hier aufeinander und führen gerade in Sachen Wein immer wieder zu interessanten Neuentdeckungen. Christoph Richter, engagierter Importeur aus Hersbruck, war an diesem Abend angetreten, uns die eher unbekannteren Weine der freien Weinbauern Südtirols vorzustellen. Sie bilden den Schwerpunkt seines Programms. Mehr hierzu sowie Bestellmöglichkeiten findet man auf seiner interessanten Webseite wein-aus-suedtirol.eu.

„Wir mußten Künstler sein!“

Zum Einstieg gab es einen spannenden 2012 Weisser Burgunder von Andi Sölva. Weiterlesen

Domaine Faiveley – ein Blick in das Burgund

Zwei Mal Pinot Noir der Domaine Faiveley

(MF) Die Domaine Faiveley gehört mit über 120 Hektar Weinbergen zu den größten Familien geführten Betrieben im gesamten Burgund. Sie besitzen dutzende Parzellen in dutzenden Lagen, darunter 25 Hektar in Premier Cru und 10 Hektar in Grand Cru Lagen – verteilt kreuz und quer in der kompletten Appellation. Erschwerend kommt hinzu, dass die durchschnittliche Größe der Anteile pro Lage bei nur einem Hektar liegt. Somit produziert die Domaine Faiveley extrem viele Weine mit jeweils nur wenigen Flaschen pro Lage. Da wird die Ernte zur logistischen Meisterleistung. Ich konzentriere mich heute „nur“ auf zwei Weine aus dem Portfolio der Domaine. Beide wurden mir von wine-in-black.de zur Verfügung gestellt, wo die Weine zu stark reduzierten Preisen noch erhältlich sind. Weiterlesen

Pfälzer Terra Rossa: 2004-2011 Pfeffingen Riesling Weilberg GG Vertikale

Imposant: 2004 - 2011 Pfeffingen Weilberg Riesling  GG Vertikale
(NM) Wenn in der Weinszene von „roter Erde“ gesprochen wird, richtig sich der Fokus schnell auf den „Roten Hang“ in Nierstein / Rheinhessen. Eisenoxid verleiht hier der Erde seine rötliche Färbung. Neben großen Rieslingen wird dort seit neuestem in den wärmsten Teilen auch Rotwein, genauer gesagt Blaufränkisch angebaut. Das Weingut St. Antony hat sich für diese Strategie auch schon eine Schellte von Jancis Robinson MW eingefangen. Wie kann man in dieser legendären Riesling Bastion die heiligen Reben durch bäuerlichen Blaufränkisch ersetzen – fragte sich Frau Robinson MW. Doch das Zeug schmeckt wohl richtig gut und kassierte gleich einmal 87+ Punkte von wein-plus.de.

Die Lage: Ungsteiner Weilberg

Nun, genug Wein-Gossip. Auch in der Pfalz gibt es „rote Erde“ im Weinberg. Zwar nur in einer Lage, aber diese hat es in sich. Es ist das 1 Hektar großen Herzstückes des Ungsteiner Weilbergs – die Riesling Paradelage des VDP Weingutes Pfeffingen. Dieser spezielle Teil des Weilbergs besteht aus tonigem Lehm, dessen starke Rotfärbung auf durch hohe Gehalte an Hämatit (Fe2O3) verursacht wird. Aus diesem Herzstück werden die Trauben für das Pfeffingen Riesling Weilberg „Große Gewächs“ gewonnen. Unser heutiger Kandidat für eine eindrucksvolle Jahrgangsvertikale. Weiterlesen

199 Punkte = 2x perfekter Wein?

199 Punkte Wein...

(NM) Anlässlich meines Geburtstages (34, geht noch) vor ein paar Tagen, holte ich 2 Flaschen Wein aus meinem Keller, die man genau für diese Tage seiner Zeit eingekauft hat. Von zwei unterschiedlichen (nennen wir sie mal) global „Semi“-Einflussreichen Weinkritikern bekamen beide Weine zusammen 199 von maximal 199 Punkten. Doch wie passen die Bewertungen von Luca Maroni und Andres Proensa zu meinem aktuellen Geschmacksbild?

Luca Maroni und Andres Proensa gehören zu den so genannten „lokalen“ Weinkritikern. Luca schreibt über die Weine von Italien und Andres bringt jährlich den Weinführer „Guia Proensa – Die besten Weine Spaniens“ auf den Markt. Beide genießen in ihren Ländern hohes Ansehen und Respekt für die Arbeit um das Thema Wein. Doch hier hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Wenn es um die Vorlieben im Bezug auf die Stilistik der Weine geht, gehen beide nahezu den entgegengesetzten Weg. Luca Maroni favorisiert kräftige, dichte, fruchtbetonte und intensive Weine – ähnlich eines Robert Parker. Andres Proensa ist eher ein Freund des klassischen, eleganten und traditionellen Weinstiles. Somit treffen hier bewertungstechnisch zwei Geschmackwelten aufeinander. Weiterlesen

„Lecker Bordeaux“ trifft auf „nicht lecker Flaschenfehler“

Lecker Bordeaux(JR) Marc Colavincenzo aus der Weinrebe Gießen und der Berichterstatter hatten sich zur Aufgabe gemacht, den Bordeaux Skeptikern, allen voran Nico Medenbach(NM), unsere Begeisterung für Bordeaux etwas näher zu bringen. Man findet im größten Weinanbaugebiet der Welt naturgemäß sowohl Licht als auch Schatten, was Qualität und Preise angeht. Aber es gibt eben auch unendlich viel im vernünftigen Preisbereich zu entdecken, trotz der unwirklichen Preisvorstellungen der Premier Crus. Aber mal ehrlich, welcher Autokäufer würde sich über die Preise eines VW „Phaeton“ aufregen, wenn er einen „Polo“ zu kaufen gedenkt? Eben. Die von uns beiden ausgewählten neun Weine der Jahrgänge 2000, 2004, 2005 und 2006 sollten zeigen, dass man in Bordeaux auch für 10, 20 oder 40 Euro Ausgabepreis einen Wein finden kann, der sich zu kaufen lohnt und die Preisabsurditäten der Premier Crus vergessen lässt.

Doch leider haben uns zwei Kork- und ein Flaschenfehler (Böckser) an diesem Abend einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Der 2004 Chateau Poujeaux ist ein bezahlbarer Spitzenwein des Jahrgangs, der 2005 Chateau Cambon la Pelouse ein Drunkenmonday-Geheimtipp und der 2006 Lieutenant de Siglas (Sauternes) ein gelungener Zweitwein von Chateau Siglas-Ribaud. Alle drei Flaschen hatten böse, fiese Fehler und waren schlicht ungenießbar! 30% Ausfall sind bitter und mehr als ärgerlich. Ich plädiere erneut für ein EU-weites Korkverbot! Bei der Glühbirne hat es doch auch funktioniert.

Kommen wir nun zu dem angenehmen Teil des Abends, den verbliebenen sechs Bordeaux Weinen nebst den Einschätzungen, Reaktionen und Wertungen der Gießener Weingruppe. Konnte die zwangsweise zusammengeschrumpfte Auswahl dennoch Freunde wie Skeptiker überzeugen? Weiterlesen

Viel Schatten, wenig Licht: Pinot Noir World Tour in einer Blindprobe

Pinot Noir World Tour

(NM) Die Idee zu dieser Probe war schnell geboren: Eine Pinot Noir Probe mit Pinots aus Ländern, wo diese Rebsorte keine große Reputation hat. Somit suchten wir nach Pinots, welche nicht aus Frankreich, Deutschland, Neuseeland oder den USA kamen. Nach einigen Tagen intensiver Suche hatten wir 10 Pinot Noir aus folgenden Ländern für eine Probe zusammen: Schweiz, Österreich, Brasilien, Griechenland, Portugal, Italien (Südtirol), Chile, Australien, Argentinien und Kanada. Somit konnte das Abenteuer „Pinot Noir World Tour“ beginnen. Um die Probe insgesamt noch spannender zu machen, entschieden wir uns für eine Blindprobe der Weine. Niemand wusste welcher Wein aus welchem Land kam. Jeder der Probanden schrieb aber seinen Tipp unter seine Verköstigungsnotizen. Diese Länderzuweisungen erwiesen sich aber schwieriger als angenommen. Oder wie schmeckt noch einmal Pinot Noir aus Brasilien? Das Preislimit lag bei max. 20€ die Flasche.

Doch was uns im Laufe der Probe ins Glas kam, war teilweise grenzwertig. Des Öfteren wurden wir an diesem Abend als interessierte Weinfreunde mit der Tatsache konfrontiert, dass sich Pinot Noir nicht überall wohlfühlt. Die „Diva“ der Rebsorten zeigte uns einige Male die kalte Schulter. Auch der Umgang mit ihr im Weinkeller kann bei dem ein oder anderen Winzer nicht ladylike gewesen sein. Die Rache in Form von Fehltönen folgte auf dem Fuße. Eine „Cabernet Sauvignon World Tour“ Probe wäre wohl nicht ganz so Gaumenraubend ausgegangen. Wie dem auch sei, diese Weine wurden von uns getestet und wie folgt bewertet:

10. Platz Weiterlesen

Ran an den Stoff – 100 % Cabernet Franc

Cabernet Franc(JR) Der würzig-fruchtige Cabernet Franc gehört aufgrund seiner klimatischen Genügsamkeit zu den am weitesten verbreiteten Rebsorten weltweit. Nah verwandt mit dem Cabernet Sauvignon findet er aber überwiegend als Verschnittsorte Verwendung. Er trumpft überall dort auf, wo der Cabernet Sauvignon, zum Beispiel durch kühles Klima, nicht immer richtig ausreift: Etwa in Saint-Emilion und Pomerol. Hier trägt er in guten Jahren viel zum Cuvée des Cabernet Sauvignon und Merlot bei. Cheval Blanc und Ausone weisen dann Cabernet Franc-Anteile von bis zu 60% auf und gehören zur qualitativen Spitze ihrer Region. Auch Freunde italienischer Weine werden der Sorte schon begegnet sein: Der Mischsatz aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc feiert in Südtirol, im Trentino oder als Super-Toskaner „Solaia“ große Erfolge.

Dennoch steht Cabernet Franc quasi als “Underdog“ im ewigen Schatten des deutlich bekannteren Cabernet Sauvignon. Reinsortig in trinkbaren Qualitäten findet man ihn daher eher selten. Eine große Ausnahme bildet u.a. die Loire. Hier stehen Saumur, Chinon oder auch Bourgueil für exzellenten 100%igen Cabernet Franc Genuß. Weiterlesen

Gute Presse, wenig Hype: vier dicke Dinger aus Italiens unterschätzten Regionen

Vier dicke Italiener(NM) Italien bringt Jahr für Jahr ohne Zweifel mit die größten und angesehensten Weine der Welt auf den Markt. „Supertuscans“ Blends wie Ornellaia, Masseto oder Sassicaia klingen und schwingen genauso in den Ohren großer Weinliebhaber wie Barbaresci von Angelo Gaja, große Baroli von Bruno Giacosa, Vietti und Roberto Voerzio oder mächtige Amarone von Allegrini und co. Doch abseits der bekannten und ruhmreichen Regionen hat Italien noch weitaus mehr an Spitzenweinen zu bieten. Drunkenmonday nahm vier „Top-Weine“ mit guter Presse aus vier der eher unterschätzen Regionen Italiens einmal genauer unter die Lupe. Die Teilnehmer waren:

2004 Argiolas „Turriga“ Isola dei Nuraghi IGT / Sadinien
2006 Di Majo Norante „Don Luigi“ Riserva / Molise
2007 Azienda Agricola „Montevetrano“ Colli di Salerno IGT / Kampanien
2008 Oasi Degli Angeli „Kurni“ IGT / Marken
Weiterlesen

Alemannisches Weinprojekt aus Baden: Zalwander

Weinrallye #47 - Wein aus Alemannia

(NM) Passend zur Weinrallye #47 standen 6 Rote von dem Weingut Zalwander (allemannisch für „zu zweit“) auf dem Probentisch. Kennengelernt haben wir das sympathische Weinprojekt von Odin Bauer, seines Zeichens Kellermeister bei dem Badener Traditionsweingut „Freiherr von Gleichenstein“ und Elmar Lehmann auf dem Pinot Day von „Sport und Wein“ Beauftragten und Drunkenmonday Mitglied Jochen Leeder. Odin und Elmar betrieben das Weingut Zalwander nun schon seit 2002 und bewirtschaften auf nur 1,3 ha. Spätburgunder, Lemberger und etwa 10% Grauburgunder. Die Weine werden mit geringem technischen Aufwand auf klassische Weise bereitet und in kleinen Holzfässern ungeschminkt und ohne Filtration auf Flaschen gezogen. So entstehen sehr eigenständige und ungeschönte Weine. Wir verkosteten 4 von Zalwanders Spätburgundern und 2 Lemberger.

Zalwander SpätburgunderDer erste Flight bestand aus Zalwanders „einfachem“ Spätburgunder aus den Jahren 2006, 2007 und 2008. Alle drei Weine zeigten sich komplett unterschiedlich. Weiterlesen

Öküzgözü? Oder auch: Weine aus der Türkei – Weingut Kayra

Kayra Weine aus der Türkei(NM) Kennen sie Öküzgözü? Nein? Macht nichts. Wir kannten die Rebsorte bis zur ProWein 2011 auch nicht. Öküzgözü ist eine von bis zu 1000 autochthonen Rebsorten aus der Türkei. Genauer gesagt eine der wichtigsten roten Rebsorten der Provinz Elazığ in Zentralanatolien. Doch bevor wir uns hier den Weinen des Weingutes Kayra widmen, ein paar „Fun Facts“ über den Türkischen Weinbau: Die Türkei besitzt die 4. größte Weinbaufläche der Welt, aber davon werden nur 3-5% letztendlich zu Wein ausgebaut. Der große Rest wird für die Rosinen-Produktion verwendet. Schon in der Antike galt anatolischer Wein als qualitativ hochwertig und wurde zu hohen Preisen gehandelt. Erst mit der Errichtung eines laizistischen Staates durch Atatürk (um 1929) wurde der Weinbau wieder in größerem Stil möglich. In der Türkei selbst wird eher Weißwein konsumiert, der größte Teil des Rotwein wird dagegen exportiert.

Doch nun zu den Weinen des Weinguts Kayra. Als einer der „Geheimtipps“ auf der ProWein gehandelt, kamen wir nicht drum herum, diese nach der Messe noch einmal nachzuverkosten. Folgendes wurde geöffnet: Weiterlesen

Basierend auf dem 2006er Brunello Hype: Punkte, Kritiker und der ganze Rest des Business

James Suckling mag die 2006er Brunello's sehr!(NM) Wahrlich wahre Worte von Daniel Posner von der „Grapes The Wine Company“ / New York über den 2006er Jahrgang in Montalcino, die Macht der Kritiker und viel zu hohe Punkte. Der ganz normale Wahnsinn eines Weinverkäufers eben.

Many of you have requested to see our list of 2006 Brunello di Montalcino that we have to offer…we may have to put it up on the website pretty soon. For now, here is a list of CONFIRMED quantities and wines that we can offer. In the end, you have come to know Grapes as a source of outstanding wines, at even better prices. That will not change with 2006 Brunello. Please be patient. We are working everyday, to get 2006 Brunellos confirmed, but at reasonable prices. I think you will be happy with our first dip.

You will note that we are using one man’s ratings…for now, James Suckling. I know, who is James Suckling? James was the Bordeaux and Italian wine critic for the Wine Spectator magazine for the past 30 years. He recently left, to start his own website. It puts us wine retailers, producers, importers, wholesalers, and wine consumers in an interesting pickle. Do you trust James Suckling? Weiterlesen

Rossignol-Trapet – Top Burgunder zu „bezahlbaren“ Preisen

Rossignol Trapet 1er Crus(OW) DM trifft sich in wechselnder Besetzung mal bei dem, mal bei dem. Gastgeber zu sein hat hier seine Vor- und Nachteile. Nachteile sind: Essen und Wasser besorgen, Spülen, Bude putzen, die Nachbarn nach einem Gelage zu Wochenanfang beruhigen und die Gattin davon überzeugen, dass alles ja nicht so schlimm ist.
Vorteile: es bleiben immer mehr Anbruchflaschen übrig, als mitgenommen werden. So hat man auch den Rest der Woche noch das ein oder andere Glas zum nachverkosten., was ja auch sehr schön ist.
Bei dieser Probe war leider alles anders. Außer dem Korkschmecker wurde alles brav ausgetrunken oder mitgenommen und gespuckt wurde wenig, womit schon fast alles über die Qualität der Weine gesagt ist.

Etwas ernsthafter betrachtet finden wir, dass die Preise für die Rossignol-Trapet Weine für deutsche Pinot Fans und Fans deutschen Pinots wirklich nachvollziehbar sind. Vom einfachen Bourgogne über die 1er Cru bis hin zum Grand Cru bewegen sich die Weine in einem Preisbereich, wie man ihn von deutschen Spitzenerzeugern wie Kesseler, Fürst oder Stodden auch kennt und akzeptiert. Weiterlesen

Guter Bordeaux aus schlechtem Hause: Chateau Malmaison 2006

Chateau Malmaison Bordeaux 2006

(CLD) Warum jemand sein Schlösschen übersetzt „schlechtes Haus“ nennt, sei dahingestellt. Am Wein wird´s definitiv nicht liegen, soviel sei vorweggenommen.

Es ist Samstag abend auf der Couch: Mangels reifem Bordeaux in Griffweite nehme ich den eigentlich viel zu jungen Chateau Malmaison 2006 zur Hand und unterziehe den Wein aus Moulis-en-Médoc einer Reifeprüfung. Chateau Malmaison wurde 1973 von dem umtriebigen Baron Edmond de Rothschild akquiriert und seine 24 Hektar völlig auf Vordermann gebracht, zumeist durch Neupflanzungen. Seit einigen Jahren gilt es als Geheimtipp für preisbewusste Bordeaux-Liebhaber, nicht das einzige Chateau in Moulis mit diesem Ruf.

Die Flasche wird kurzerhand geköpft und nach kurzer Sauerstoff-Frischzellenkur direkt ins Glas geleitet. Erste Überraschung: Weiterlesen

Fight um den Monzinger Halenberg: Emrich-Schönleber Vs. Schäfer-Fröhlich in der Riesling-Große-Gewächse-Klasse

2004-2008 Emrich-Schönleber Halenberg GG Vertikale„Nun rühmte die Gesellschaft einen in ihrer Gegend wachsenden Wein, den ‚Monzinger‘ genannt. Er soll sich leicht und angenehm wegtrinken, aber doch, ehe man sich versieht, zu Kopfe steigen. Er war zu schön empfohlen, als dass wir nicht gewünscht hätten, ihn zu kosten und uns an ihm zu prüfen.“

J. W. Goethe

(CLD) Goethes Wort in unseren Mund: DrunkenMonday widmet sich mit dem gerade 7,7 Hektar großen Monzinger Halenberg der Filet-Lage der Riesling-Hochburg Nahe, die sich die Ausnahme-Weingüter Emrich Schönleber und Schäfer-Fröhlich teilen. Das Riesling Große Gewächs Monzinger Halenberg von beiden VDP-Winzern ist jedes Jahr einer der begehrtesten Weine Deutschlands. Wir sind in der glücklichen Lage,  fünf aufeinander folgende Jahrgänge als historische Doppelvertikale zelebrieren zu können. Unsere Frage lautet: Kann Tim Fröhlich, DER Aufsteiger der Nahe, dem Altmeister Werner Schönleber den Schneid abkaufen? Weiterlesen

Weinrallye #41: Ein Sandwich-Wein von der Loire

2006 Boa le Rouge(NM) Die Weinrallye #41 befasst sich mit sogenannten „Sandwich-Weinen“, solche die sich zwischen jungendlicher Frische und reifen Tertiäraromatiken tummeln – sprich zwischen 2 und 5 Jahren alt sind.

Gesagt getan, da hab ich doch was im Keller. Spontan sprang mich dieses Weiß-Rote gestreifte Label an. Monochromes Woodstock kam mir in den Kopf. Auf dem Label stand dann „Boa le rouge – Touraine – Gamay Vieilles Vignes“. Kein Jahrgang?! Moment, ein Gamay von der Loire von „alten Reben“? Interessante Combo. Die Webseite des Weinladens wo ich dieses interessantes Stück erworben hatte, öffnete dann die Türen für die Weinrallye: Jahrgang 2006. Weiterlesen

Marzemino, Gardasee, Rotwein, Bahnhof?

2006 Ca dei Frati RonchedoneWer in der obigen Überschrift für sich eine in sich schlüssige Logikkette findet, arbeitet auf ähnlichem Level wie ich. Ein kräftiger Rotwein von dem Südufer des Gardasees, hergestellt aus der Marzemino Traube. Absolutes Neuland für mich. Mit dem Kauf (und dem Öffnen) des 2006er Ronchedone des Weinguts Ca dei Frati wurde meine Neugierde gestillt. Der Ronchedone ist der „Top Rotwein“ des Hauses Ca dei Frati. Die Hauptrebsorte der Cuvée „Marzemino“ wird in (primär) Norditalien auf 863 Hektar kultiviert, komisch das ich diese Rebsorte noch nie auf dem Schirm bzw. bewusst im Glas hatte. Sogar Lorenzo Da Ponte und Wolfgang Amadeus Mozart haben in der Oper Don Giovanni dem Marzemino-Wein mit dem Ausruf „Versa il vino! Eccellente Marzemino!“ schon früh zum Ruhm und Ehre verholfen. Schau an, Mozart der alte Weinlackei.

Doch nun mehr zu diesem Wein. Weiterlesen

Weinrallye #40: Autochthones aus Kroatien: Teran von Roxanich

2005  Roxanich Teran(NM) Es gibt sie noch. Die etwas anderen Weine dieser Welt. Fern ab vom Cabernet und Merlot Einheitsbrei vs. Weltweinglobalisierung erfrischen uns Winzer und Weingüter mit dem Stolz ihrer Region: den autochthonen Rebsorten. Passend zur Weinrallye #40 kredenzte uns Drunkenmonday Mitglied Jochen Leeder zwei außergewöhnliche Weine aus Kroatien.
Das Weingut Roxanich ist so etwas wie der „rising Star“ des Landes. Erst 2005 kam ihr erster Wein auf den Markt. Seit dem schocken sie in regelmäßigen Abständen bei Verkostungen, Wettbewerben oder Blindproben die Juroren. Auf schweren und unbelasteten eisenhaltigen Kalkböden wächst um Porec in Istrien ihr sehr eigener Wein. Die autochthone Rebsorte Teran (im italienischen Friaul auch unter Refosco bekannt) wird von Roxanich gleich in zwei Variationen angeboten, beide konnten wir verkosten. Weiterlesen

Jura flasht Jury bei K&U: Stéphane Tissot schafft Weine mit Charakter

Stéphane Tissot auf der K&U Hausmesse(CLD) Charakterstark sind die Weine im Jura. Die Region zwischen Burgund und Schweiz hebt sich mit einem eigenwilligen Stil, manche mögen sagen exzentrisch, von den Gleichmachungstendenzen im Weinbau ab. Neben Vin Jaune, Vin de Paille und allerlei authochtonen Klonen hat das Jura aber noch mehr zu bieten: Wir betrachten die Rebsorten-(Aller)Weltstars Chardonnay und Pinot Noir – einzigartig interpretiert von Stéphane Tissot aus Montigny in der Appellation Arbois, am nordöstlichen Rand des Jura. Mit biodynamischen Anbau, Ertragsbeschränkungen und dem unbedingten Willen zum Terroir kreiert Tissot langsame Weine, die einen so schnell nicht loslassen wie er DrunkenMonday auf der K&U-Hausmesse kürzlich in Nürnberg mitteilte. Seine Weine waren die Entdeckung des Tages…

2006 Chardonnay ‚La Mailloche‘ Arbois 19,90 €
Weit entfernt vom fetten, breiten und holzgeschwängertem Einheitsbrei an Chardonnay liefert dieser Wein Knackigkeit und Frische in für Chardonnay ungeahnter Dimension. Weiterlesen

Malbec & Torrontés – Argentiniens ganzer Stolz im Fokus

Einer der besten Weine des Abends: Escorihuela Don(CLD) Auf nach Mendoza und Co.: Mit Gasttrinkerin Ana aus Argentinien hatten wir uns ordentlich externen Sachverstand für eine gustatorische Reise nach Argentinien ins Boot geholt. Und es war ein Erlebnis: 2 Weiße, 1 Roter im Rosé-Deckmantel und 8 rote Schwergewichte erforderten volle Konzentration bei der Reisegruppe. Bitte folgen Sie dem Schirm und unserer Route:

Escorihuela Chukker 1 Torrontés 2009 – 12,50 € bei Vinosargentinos.de
Goldgelbe Farbe; ausdrucksstarke und sehr aromatische Nase mit Karamelltönen, leicht kühlend, Eucalyptus, etwas Kaktus, am Gaumen recht hoher Alkohol spürbar, Zitrusfrucht, gute Länge – alles in allem ein argentinischer Torrontés moderner Prägung.

Laborum Torrontés 2009 – 12,99 € bei Argentinienweine.de
Sogar noch dunkler in der Farbe, fast amberfarben; erinnert von der Nase her im ersten Augenblick an Gewürztraminer, extrem blumig, Litchi, der Wein springt einem fast in die Nase; dann im Mund voll, aber leicht ins Seifige gehend, hocharomatisch – laut Ana ist das der traditionelle Torrontés-Stil Argentiniens. Weiterlesen

Riesling to the roots: 2001-2008 P.J. Kühn Doosberg „3 Trauben“ Vertikale

P.J. Kühn Doosberg Vertikale(NM/OW) Es gibt Winzer, und es gibt Winzer. Die einen gehen brav ihrem Job nach, produzieren Wein, verkaufen Wein, fallen nicht auf, stören keinen, der Wein schmeckt, mal mehr, mal weniger. Dann gibt es Winzer wie Peter Jakob Kühn, die konsequent den Weg der Biodynamie gehen, mit allen Ecken, Kanten, Gefahren, Risiken und Vorurteilen. Das dieser Weg nicht immer allen gefällt, ja sogar einen Winzer wie Peter Jakob Kühn zu einer „streitbaren“ Person macht, lässt ihn in meinen Augen nur noch sympathischer erscheinen. Wenn dann dieser sympathischer Winzer einem noch eine „once in a lifetime“ Vertikale des „3 Trauben“ Rieslings (manchmal auch als Erstes Gewächs zugelassen) seiner Paradelage Doosberg zur Verfügung stellt, kann einem schon mal etwas weichknieig werden. Danke Peter für diese Erfahrungsreiche Probe!

Die Familie Kühn besitzt etwa 4 ha Rebfläche im Oestricher Doosberg. Weiterlesen

Das Beste aus zwei Welten: Johner spricht Pinot Noir

Weingut Johner
(JL) Vor nicht allzu langer Zeit fand eine denkwürdige Pinot Probe mit Weinen aus dem Weingut Johner statt. Wir waren alle sehr gespannt, denn Patrick (Johner) hatte uns exklusiv für diese Verkostung Fassproben seiner 07er und 08er Pinots zukommen lassen. Besonders gespannt durfte man auf die 07er sein, war doch der Jahrgang 2006 als eher durchschnittlich bewertet worden. In einem Vorgespräch verriet uns Patrick, dass im Jahr 2007 die Trauben bewusst nicht zur Vollreife gebracht wurden, um länger lagerfähig zu sein und um ein stabileres Tanningerüst zu bekommen. In Burgund sind solche Vorgehensweisen unter anderem auch üblich, welches jedoch nur in guten Jahrgängen funktioniert. Die Rotfruchtigkeit geht dadurch etwas zugunsten von Würz- und Kräuternoten verloren. Wir waren alle sehr gespannt. Verkostet wurden nun folgende Weine:

2007 Spätburgunder Kaiserstuhl
Der Spätburgunder Kaiserstuhl stellt den Einstieg in die umfangreiche
Palette der Johner Pinots dar. Weiterlesen

Ich wollte Weinblogger sein… (via Der Schnutentunker)

(PT) WordPress wird sozialer (-> im Sinne vom ach so oft gebrauchten „Social Media“ Begriff – als ob das Netz nicht von sich aus auf sozialer Interaktion beruhen würde…):

Endlich gibt es auch eine „reblog“ Funktion und da ich eben noch einen empfehlenswerten „Geburtstagsbeitrag“ zum Thema Weinblogger vom Schnutentunker gelesen habe, möchte ich euch diesen nicht vorenthalten, voila:

…als ich mich heute vor einem Jahr ziemlich spontan bei WordPress anmeldete und ein Blog mit dem Namen ‚Der Schnutentunker‘ einrichtete. Ideen hatte ich einige und irgendwie war die Diskussion der Rebsorten, die mich am meisten interessieren, im Deutschen Teil des Internets erlahmt. Warum also nicht meine Gedanken und Notizen in einem eigenen Blog präsentieren? 365 Tage und gut 120 Beiträge später hat sich das Bild ein bisschen gewandelt. Ein ric … Read More

via Der Schnutentunker

Gerade im Glas: 2006 Four Vines „Anarchy“ /Paso Robles, CA

Four Vines Anarchy(NM+MF) Wie „böse“ diese Weinwelt doch sein kann. Dieser Wein will keine Gefangenen machen, Geisel nehmen, oder dein bester Freund sein. Dieser Wein will zeigen was er hat, Anarchy am Gaumen, im Auge und im Kopf. Wer die Weine bzw die Leute hinter den Weinen von Four Wines kennt, wird verstehen warum der Wein genauso ist wie er ist. Die Weine heißen „Anarchy“, „Heretic“, „Monarchy“, „The Sophisticate“, „Naked“ usw. Hier will nicht brav kalifornischer Wein gemacht werden, hier wird Aufgefallen was das Zeug hält, ein wenig „dagegen“ ist auch mit im Spiel. Wein-Rebellen aus Paso Robles, dem aufstrebenden Spielplatz der jungen Wilden in der kalifornischen Weinszene.

Doch nun zu dem Wein: Ein Rhone Blend, der keiner ist. 32% Syrah, 32% Zinfandel (an Stelle von Grenache) und 36% Mouvedre werden hier ge“blended“. Unkonventionell könnte man sagen. In der Nase ganz klar „neue Welt“: Rumtop, Aachener Pflümli, Amarenakirschen, Brombeere, Zedernholz und eine feine holzige Würze. Einmal als Wunderbaum ins Auto bitte! Am Gaumen dann voll & saftig, präsente, aber reife Tanine, viel Frucht und Wumms, aber nicht fake oder aufgesetzt. Tolles röstiges/pfeffriges Finale. Die 15% Alkohol werden recht gut, aber leider nicht optimal eingebunden, was dem Wein an sich aber doch recht gut steht.

Wer hier mittrinkt, muss wissen worauf er sich einläßt. Definitiv nichts für klassische Bordeaux-Heads – mir aber egal – mir schmeckts!

http://www.fourvines.com
Zu beziehen bei Kössler & Ulbricht