Querbeet durchs Parkett – VDP Mainzer Weinbörse 2012

Mein Favorit bei den Spätburgundern... Am letzten Wochenende im April treffen sich jedes Jahr (fast alle) VDP Betriebe in den Mainzer Rheingoldhallen zur Mainzer Weinbörse. Da zur ProWein im März die meisten Weine des aktuellen Jahrgangs noch am gähren sind bzw. nicht gefüllt waren, zeigen die Betriebe in Mainz deutlich fertigeren Traubensaft. Von QbA bis TBA und von Pinot Medelaine bis Sauvignon Blanc Auslese wurde alles gezeigt, was die Lager der Betriebe im Moment füllt. Da die Großen Gewächse aus 2011 natürlich noch nicht der Öffentlichkeit gezeigt werden dürfen, brachte der ein oder andere Betrieb ein GG aus den Jahren 2008 bis 2010 mit.

Bei der Masse an Betrieben und Weinen war es für mich in den wenigen Stunden nicht möglich, einen kompletten Überblick über die VDP Qualitäten des Jahrgangs 2011 zu bekommen. Jahrgangsprognosen, beste Kollektionen und wilde Statements sollen andere ausrufen. Ich habe im Großen und Ganzen versucht, meine Wissenslücken neben den Superstar-Rebsorten Riesling und Spätburgunder zu stopfen. Deswegen gibt es hier und heute sozusagen ein „Best of“ der 2011er Mainzer Weinbörse inklusive Empfehlungen und Kuriositäten meinerseits. Weiterlesen

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Weinrallye #49 : Guter Müller – schlechter Müller

1,99€ Müller-Thurgau aus dem Lidl(NM) Es ist wieder Weinrallye! Nachdem es um diese Institution der deutschen Weinblogger-Szene gegen Ende 2011 sehr ruhig geworden ist, ruft Cucina-Casalinga zur Neuauflage der Weinrallye im März 2012 auf. Das Thema ist so simpel wie komplex: Müller-Thurgau. Nun, obwohl Müller-Thurgau im Lebensmitteleinzelhandel omnipräsent ist, tut sich die Rebsorte im qualitativ anspruchsvollen Fachhandel äußerst schwer. Für die heutige Weinrallye hab ich mich somit für zwei Extreme aus beiden Handel-Lagern entschieden. Den Lebensmitteleinzelhandel vertritt ein 1,99€ Liter Müller-Thurgau Qualitätswein Trocken. Die Trauben kommen aus Rheinhessen und dem Fabel-Jahrgang 2011. Abgefüllt wurde das Ganze von der Peter Mertes KG für den Discounter Lidl. Ehrlich gesagt traue ich mich an solche Weine normalerweise so gut wie gar nicht ran. 1,99€ für ein Liter Wein inklusive Flasche, Label, Transport, Gewinnspannen, etc. – da bleibt bei den Spritpreisen für den Vollernter momentan nicht mehr viel für den Trauben-Landwirt übrig. Der Fachhandel Müller-Thurgau kommt von dem Winzerhof Stahl. Genauer gesagt ist es der 2010er Winzerhof Stahl Müller-Thurgau „Hasennest“. Christian Stahl ist weit über die Grenzen seiner Tauber-Fränkischen Heimat für seine Müller-Thurgau Interpretationen bekannt. Hier hatte ich schon einmal über den sympathischen Franken berichtet. Weiterlesen

Aristokratische Eleganz: 2007 Fürst Frühburgunder Centgrafenberg

2007 Fürst Frühburgunder Centgrafenberg(NM) Die Weine von Paul Fürst gehören schon seit eh und je zu meinen Lieblingen aus Deutschland. Gerade die Rotweine zeigen mir immer wieder, wie nah Deutscher Pinot an Burgund liegen kann. Diese Weine werfen mit Eleganz und Finesse nur so um sich. Bei der Inventarisierung meines Weinkellers Anfang des Jahres fiel mir – wie es der Zufall so will – eine verloren geglaubte Flasche 2007 Fürst Frühburgunder Centgrafenberg in die Hand. Da ich ja offiziell (laut Cellartracker) nicht im Besitz dieser Flasche war, sprach nichts gegen ein baldiges öffnen.

Das Weingut Rudolf Fürst liegt im beschaulichen Bürgstadt, im westlichsten Teil Frankens zwischen Spessart und Odenwald. Weinbau wird von der Familie Fürst nachweislich seit 1638 betrieben. Nach dem Paul und Monika Fürst 1979 die neuen Gutsgebäude in mitten des Centgrafenberg errichteten, ging es mit der Qualität der Weine schlagartig steil Berg auf. Einen nicht geringen Teil des Erfolges kann man mit Sicherheit dem „Hausberg“ des Weinguts zuschreiben: dem Centgrafenberg. Weiterlesen

Nachgefragt @drunkenmonday.de: 13 Fragen/Aussagen an, von und mit Paul Weltner

Paul Weltner Nachgefragt @drunkenmonday

(NM/PT) Der Franke liebt seinen Silvaner in Bocksbeuteln. Das so etwas auch verdammt gut schmecken kann, beweist der charismatische Paul Weltner auf beeindruckende Weise. Seine Weine bringen Klarheit ins Glas. Sie sind keine seifig-belanglose Silvaner-Einheitsware, sondern puristisch-kalkige Silvaner von eleganter Finesse und süchtig machendem Trinkvergnügen. Ein gesuchter (und meistens viel zu schnell ausverkaufter) Geheimtipp von Paul Weltners Sympathisanten sind seine uneingeholten Scheureben und sein unwiderstehlicher Sauvignon Blanc. Mit diesem kompromisslosen Weinstil hat er das Weingut Weltner in die erste Liga der fränkischen Spitzenweingüter geführt. Seine Weine haben sich außerdem zu Lieblingen deutscher Spitzengastronomen entwickelt. Wir sind sehr stolz Paul Weltner bei „Nachgefragt @ Drunkenmonday“ im Boot zu haben.

Die Regeln sind klar: Wir fragten – Paul antwortete in fett:

1) Trinkt mehr

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Winzerhof Stahl – das etwas andere Franken

Winzerhof Stahl(NM) Wein aus Franken? Klar, kenne ich: In Bocksbeutel gepresste Silvanerexzesse. Weinromantik direkt am Main. Doch wenn man sich der Heimat des Winzerhofs Stahl nähert, sieht man kein Main und schon gar keine Reben. Ich muss ehrlich gestehen, die mit Kopfsteinen gepflasterte Hauptstraße des Ortes Simmershofen, welche man passieren muss um in Auernhofen zu den Stahls zu kommen, erinnerte mich eher an Milchkannenromantik wie an Weinromantik. Keine Reben weit und breit. Doch das lässt mich nicht abschrecken. Gut gelaunt und entspannt treffe ich Christian Stahl auf dem Weingut. Nur die Zeit wäre etwas knapp, da in 30 Minuten 200 Gäste einer Hochzeitsgesellschaft kommen werden, welche im Winzerhof Stahl und dem anhängenden Restaurant ordentlich feiern möchten. Gutes Timing für einen Spontanbesuch, Herr Medenbach. Weiterlesen

Quo vadis Großes Gewächs? (via six-to-nine)

pivu’s erste Eindrücke der 2009er Grossen Gewächse:

Quo vadis Großes Gewächs? Der Traubenadler feiert Geburtstag, immerhin 100 Jahre wird er alt. Zeit also, Bilanz zu ziehen, und was bietet sich dafür mehr an als eine Leistungsschau des Aushängeschilds des VDP, der "Großen Gewächse" aus dem mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Jahrgang 2009. Diese wurden im Rahmen der Vorpremiere letzte Woche in bekannt professioneller Manier präsentiert. Der VDP selbst spricht von einem überragenden Jahrgang mit optimalen Reifeverlauf, s … Read More

via six-to-nine

Wirklich trinkbar? Müller-Thurgau – Rivaner Verkostung

Winzerhof Stahl(PT) Wie die Zeit vergeht…. Anfang Juni kam der Giessener Weinkreis zusammen, um die für eher „beliebige“ Leichtweine bekannte Rebsorte Müller Thurgau, genauer unter die Lupe, bzw. auf die Zunge zu nehmen.

Zu den Weinen, zum Warm werden gab es einen feinen Franciacorta:
Castel Faglis Franciacorta

Daraufhin konnte das müller’sche Vergnügen beginnen: Weiterlesen

Historie der Weingruppengemeinschaft „Drunken Monday“

Was bisher geschah:

Alles fing mit einer banalen Idee an – eine WeinGrundInteressenGemeinschaft im Giessener Raum zu gründen, sich in regelmäßigen Abständen zu treffen und dann an Hand von mitteldetalierten Themenauswahlen Wein zu verköstigen.

Gesagt, getan. Igendeiner hat dann wohl das Wort „Spätburgunder“ in den Raum geworfen und folgendes kam dann beim ersten Treffen in der Casa de la Steinberg bei rum:

2007 Dom. Assmannshausen-Staatsweingtr. Klostr Eberbach Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Spätlese trocken
2004 Rudolf Fürst Centgrafenberg Frühburgunder
2004 Weingut Ökonomierat Rebholz Spätburgunder Spätlese trocken
2007 Planeta Cerasuolo di Vittoria
2001 Duijn Spätburgunder
2004 Martin Wassmer Spätburgunder Schlatter -SW-
2005 Weingut Zehnthof Theo Luckert Sulzfelder Maustal Spätburgunder ***
2006 Newton Johnson Pinot Noir
2004 Bouchard Finlayson Pinot Noir Galpin Peak

+ ein paar Ausreißer:

2001 Gunderloch Nackenheim Rothenberg Riesling Auslese
1992 Querbach Hallgartener Schönhell Riesling Auslese
1999 Château Rieussec

Da das mit dem Treffen soweit so gut geklappt hatte, ging es dann auch gleich weiter zum Thema Languedoc:

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