Deutscher Chardonnay? Ein Blindproben-Selbstversuch.

Deutscher Chardonnay - Wo stehen wir?

(NM) Beim Spätburgunder haben wir Deutschen „so von außen betrachtet“ ja schon einiges erreicht. Auch wenn Sieben Achtel der weltweiten Wein Freaks unseren „Schpahtburgunder“ nur vom hören-sagen oder der Dekanter Trophy kennen, darf man der deutschen Interpretation der Königin der Rotweinsorten einen gewissen Qualitätsruf und Anspruch nicht ausreden. Regelmäßig schicken wir mit Spätburgunder von der Ahr, aus Baden, Rheinhessen oder der Pfalz renommierte Premier und Grand Grus aus dem Burgund in Blindproben nach Hause. Doch um International die ganzen großen Schnitte zu machen, sind die Produktionen der großen Spätburgunder viel zu gering. Und selber saufen wir das Zeug ja auch noch recht gerne. Somit ist der deutsche Pinot Noir „so von außen betrachtet“ fast schon mit dem Yeti zu vergleichen – alle kennen ihn, doch noch keiner hat ihn gesehen.

Doch was macht eigentlich deutscher Chardonnay? Sind wir doch einmal ehrlich. Außer dem ständigen Vergleich mit seinem ideal Vorbild aus dem Burgund antreten zu müssen, hat deutscher Chardonnay stilistisch bzw. typizizätisch (neues Wort – geht auf mich) in etwa so viel Strahlkraft wie eine 4 Watt Stromspar-Funzel von Ikea. Und das ist sehr schade. Sicher, Riesling hat die Pole Position der Weißweinsorten in Deutschland auf ewig gebucht, doch ist auch der deutsche Chardonnay durchaus in der Lage sich seine Lorbeeren zu verdienen – und wir helfen ihm heute dabei. Weiterlesen

Veritable 15 – Ringelpiez mit den Wein-Großmeistern

Veritable15

(NM) Jetzt wird sich der ein oder andere fragen, warum denn der Medenbach dieses Jahr schon wieder über die Veritable schreibt. Die Antwort hierauf ist einfach: Organisator und Wein-Netzwerker Uwe Warnecke schafft es in Kombination mit dem Team um Philipp Kiefer vom Weingut Aloisiushof jedes Jahr aufs Neue nicht nur die gesetzten Erwartungen zu erfüllen, sondern erhällt durch immer neue und hochklassige Weingüter die Spannung aufrecht und stellt somit den Menschlichen Entdeckertrieb mehr als zufrieden. So ging es zumindest mir und meinen Mitreisenden. Wenn das Pfälzer Hinterland zum Klinken putzen bei den Wein-Großmeistern einlädt – Veritable 15.

2013_Rings_Spätburgunder_Feldenberg

Große Namen auf der Liste der teilnehmenden Weingüter garantierten förmlich einen spektakulären vinolphilen Genuss. Weiterlesen

Save the date: Dirk Niepoort live / Veritable 2015

Save the date: Dirk Niepoort in Neustadt

(NM) Liebe Freunde und Leser von Drunkenmonday,

Ich möchte euch gerne diesen Sommer zwei Termine ganz nahe an euer vinophiles Herz legen.

Es handelt sich einmal um den Sonntag den 5. Juli 2015, wo kein geringer als Dirk Niepoort im Saalbau in Neustadt an der Weinstrasse eine 2 Stündigen Vortrag über sein bewegten Leben als Querdenker und Flying Winemaker hält. Ich denke Dirk hat in der Rolle des womöglich schillerndsten Weinmacher Portugals neben seriösem Wine Business rund um das Thema „Portugal und die alten Reben, Rebsorten und Portwein“ auch den einen oder anderen Schwank aus seinem umtriebigen Leben zu erzählen. Der Vortrag beginnt um 14:30 Uhr und ist offizieller Anmeldung kostenlos.

Einmal in Neustadt und Umgebung angekommen, kann man auch direkt im Anschluss am Montag den 6. Juli 2015 die vielleicht schönste Weinmesse Deutschlands* – genannt Veritable – im idyllischen St. Martin besuchen. Weiterlesen

Weinrallye #84: Lasst die Perlen tanzen ! – Das Resümee

Weinrallye deutscher sekt

Nachdem wir vor fast genau zwei jahren zum ersten eine Weinrallye ausrichten durften – Thema damals: “Sind 5€ die Grenze des guten Geschmacks?”, hatten wir trotz Wein-Messenmarathon (Prowein, Summa & VInitaly innerhalb von 11 Tagen) nun zur Weinrallye Nr 84 aufgerufen und mit Freude zum Perlentanz gebeten.

Auf geht’s zur Perlen Reise:

Der Kaquus Hausmannskost Blog führt uns mit einem Riesling Sekt an die Saar.

Und auch Thomas von weinverkostungen.de zog es in das Saartal: In einer Ode an die Saar präsentiert er einen Riesling Sekt „traditionelle Flaschengärung im altklassischen Stil“ aus dem Weingut meiner Geisenheim Komilitonin Christiane Wagner.

Boris vom sparkling-online machte sich auf nach Baden und präsentiert eine Cuvee aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier.

Susanne vom Hundertachtziggrad Blog haben wir (wieder) vor eine Herrausforderung gestellt: Sie weiht uns in ihr schwieriges Verhältnis zu deutschem Sekt ein. Es mußte erst ein \pi\ no (sprich: „Pinot“) her, um sie Gefallen finden zu lassen.

Der Sammlerfreak.ch geht in der Pfalz ins Volle: „Ein Sekt macht Champagner Konkurrenz

Mein Wein – Meine Musik reist in den Rheingau und zeigt uns mit“Reisling Sekt, schön trocken!„.

Ebenfalls in meine Rheinaguer Heimat führt uns Edelste-Weine.de haben und präsentieren den Riesling Sekt „Herrlichkeit“

Uns hat es gleich zu einem Sekt-Doppel Pfalz & Rheinhessen animiert. Stichwort: „Deutscher Sekt auf der Überholspur“.

Dein Weinrallye #84 Artikel ist hier nicht aufgelistet? Oder du kennst eine der hier noch fehlt? Dann bitte einfach einen Kommentar mit dem Link hinterlassen und ergänzen die Auflistung.

Fünf JAHRE Drunkenmonday Weinblog 5/5: Ihr, wir und alle anderen.

Drunkenmonday in Persona: Paul (links) und Nico (rechts)

(NM+PT) Ende November 2014 gab es seit längerer Zeit wieder einmal eine 3 Tägige Vereinigung der beiden Drunkenmonday Sektoren Berlin (Paul) und Giessen (Nico) in Berlin. Die Abende wurde gewinnbringend genutzt um selbstredend gute Weine zu probieren, angesagte Lokationen zu besuchen und in geselligen Runden unsere Leidenschaft zu zelebrieren: guter Wein. Weiterlesen

Winzersekt auf der Überholspur: Aloisiushof Pinot Brut Nature

Deutscher Winzersekt auf der Überholspur!

(NM) Weiter geht es mit der „Winzersekt auf der Überholspur“ Serie. Nach zwei Sekten von Braunewell aus Rheinhessen geht es nun wieder zurück in die Pfalz. Diesmal überraschte uns Phillip Kiefer vom Weingut Aloisiushof mit seinem Pinot Brut Nature Sekt. Das Philipp ein begnadeter Allround-Winzer ist, wurde mir spätestens nach dem verkosten meines bis heute besten Cabernet Sauvignon aus Deutschland bewusst. Neben seinem Händchen für den richtigen Holzeinsatz (man probiere seinen Chardonnay „Ambrosia“!), vinifiziert er auch exzellent das Terroir rund um St. Martin mit Hilfe von Riesling und Co. in die Flasche. Mit seinem Top-Sekt, dem Aloisiushof Pinot Brut Nature zeigt er nun auch seine ausgezeichnete Expertise im Sekt-Bereich. Und diese hat mich und meine Drunkenmonday Mittrinkerschaft wirklich überrascht. Weiterlesen

Stifte raus, aufschreiben: 2012 Bietighöfer Sauvignon Blanc GR

2012_bietighoefer_SB_GR

(NM) Sauvignon Blanc. Längst in der Deutschen Weinwelt angekommen, tut es sich diese Rebsorte besonders schwer, in Deutschland qualitative Spitzen zu erreichen. Nur einige wenige Winzer trauen sich den nächsten logischen Schritt – weg vom „fruchtigen Sommerwein“ aus dem Stahltank und hin zu dem komplexen, tiefgründigen und mit Reifepotential versehenen Spitzengewächsen – einzuschlagen. Stilistisch suchen wir auch immer noch unseren eigenen „deutschen“ Sauvignon Blanc Stiefel, gelegen irgendwo zwischen Typ Stachelbeer-Mango-Maracuja aus Neuseeland und Gras-Paprika-Brennesel-Feuerstein von der Loire. Zwischen all diesen Selbstfindungs-Weinen darf ich euch heute einen der besten deutschen Sauvignon Blanc vorstellen, den ich bis dato im Glas hatte: 2012 Bietighöfer Sauvignon Blanc GR Weiterlesen

70 gute Gründe in die Pfalz zu fahren: Veritable 14

veritable14

(GE) Dies ist mein dritter Bericht der Weinmesse Veritable. Nach der letztjährigen Krönung zur „Deutschlands schönster Weinmesse“ bleibt mir nach oben hin nur wenig Luft, die (erneute) diesjährige Steigerung in Worte zu fassen. Nun, vielleicht sind Worte auch gar nicht das richtige Medium hier, um dieses erlebte „noch eins mehr“ zu beschreiben. Da die Veritable nun mal eine Weinmesse ist, lassen wir einfach den Wein sprechen, um dieser Superlative ein Gesicht zu geben.

(Fast) alles beim alten.

Immerhin gab es einige Konstanten zu den letzten beiden Jahren. Das Wetter war genauso herrlich wie in 2012 und 2013 und die Organisation durch Uwe „ich kenn sie alle“ Warnecke und Philip „mi casa es su casa“ Kiefer ist nicht mehr besser zu machen. 70 Weingüter waren anwesend, dazu Sonnenschein im idyllischen Weingut Aloisiushof in St. Martin direkt am Pfälzer Wald. Ein Shuttle-Service brachte die Besucher direkt vom Parkplatz zum Weingut. Die Gäste hatten 2-Probier-Gläser zur Auswahl (Zalto und Schott-Zwiesel) und es gab den ganzen Tag sehr schmackhafte kleine Häppchen und bestes Mineralwasser. Illy nebst eigenem Barista lieferte feine Espresso und Kaffee-Variationen. Durch die persönliche Anwesenheit vieler Winzerpersönlichkeiten und Unmengen an Blogger-Kollegen, Online Wein Aktivisten und eifrigen Fachhändlern ging der Smaltalk zwischen Spucknapf und Probiertisch nicht aus. Gekrönt wurde das alles durch freien Eintritt für Fachbesucher aus Gastro, Handel und Presse. Das ist so nicht mehr zu toppen – dachte ich zumindest noch letztes Jahr. Weiterlesen

Andächtiges Schweigen: Jülg Pinot Noir

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(NM) Flaggschiff, Icon-Wein, Grand Reserve – wie sie alle heißen – die Top-Weine vieler (auch Deutscher) Winzer haben in der Regel eines gemeinsam: das meiste Holz, den dichtesten Körper, die konzentrierteste Frucht – sprich den meisten „bang for the buck“. Denn wir wissen ja alle: je hochwertiger ein Wein, umso mehr muss es im Esszimmer rappeln. So predigen es zumindest Wein-Konzentrations-Gurus wie Robert Parker oder Michel Rolland. Dass darunter natürlich auch schwer greifbare Wein-Qualitäten wie Eleganz, Finesse oder Leichtigkeit leiden, ist klar. Doch gerade beim Thema Spätburgunder / Pinot Noir ist weniger „Bang for the buck“ bekanntlich mehr.

Genau diesen erfreulichen Ansatz fährt auch das Weingut Jülg aus dem Südpfälzischen Schweigen. Quasi-Nachtbar Fritz Becker zeigt schon seit geraumer Zeit, dass aus diesem Fleckchen Deutschland ganz beachtliche Spätburgunder kommen können. Der Kellermeister des Weingutes Jülg – Johannes Jülg – machte über Stationen wie Theo Minges, Weegmüller, Keller, Stodden und Clemens Busch nun zuletzt auch halt im Burgund auf der Domaine des Lambrays. Und so abgedroschen diese Phrase auch klingen mag, die drei von mir verkosteten Spätburgunder von Johannes sind so burgundisch Deutsch, wie es ein Spätburgunder aus unseren Landen nur werden kann. Was das im Detail bedeutet? Lest und überzeugt euch selbst! Weiterlesen

Save the date: 6/7 Juli – Angelo Gaja & die Veritable 14

Angelo Gaja spricht in der Pfalz (c) Gaja

(NM) Zwei Termine die der Wein-affine Fachbesucher im kommenden Sommer auf keinen Fall verpassen sollte! Am 6 und 7. Juli 2014 bekommt das beschauliche Pfälzer Hinterland gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Besuch vom Barbaresco Großmeister Angelo Gaja! Kostenfrei aber Anmeldepflichtig spricht er am Sonntag den 6. Juli im Saalbau in Neustadt/Weinstraße. Hier der Pressetext vom Veranstalter Uwe Warnecke:

Angelo Gaja – Kultwinzer aus Italien – wird am Sonntag, den 6. Juli von 14.30 bis 16.30 Uhr im Saalbau in Neustadt/Weinstraße einen Fachvortrag halten. Gaja ist einer der weltweit angesehensten Barolo- und Barbaresco – Produzenten. Er hat in Alba, Montpellier und Turin Weinbau und Wirtschaft studiert und trat 1961 mit gut 20 Jahren in das Familienunternehmen ein. In Neustadt spricht er über die Philosophie seines Hauses und die Situation des italienischen Weinbaus. Als Dolmetscher wird Willi Klinger – Geschäftsführer der ÖWM – fungieren.

Lassen Sie sich die seltene Gelegenheit nicht entgehen Signor Gaja persönlich zu erleben! Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei. Bitte melden Sie sich lediglich unter dem folgenden Link zu dem Fachvortrag an:

http://www.pfalz.de/pfalz/akkreditierung

Veritable 14 - Deutschlands schönste Weinmesse?

Am darauf folgenden Tag (Montag der 7.Juli) wird Signor Gaja auch mit seinen Weinen auf meiner Lieblings-Weinmesse „Veritable“ im Pfälzer St. Martin vertreten sein. Auch hier ist der Eintritt kostenfrei und Fachbesucher können sich unter http://veritable.info/ registrieren und sich von dem sensationellen Winzer-Lineup überzeugen lassen. Neben Gaja werden dieses Jahr auch internationale Größen wie Chateau Montalena, F.X, Pichler, Sassicaia und Vinedo Chadwick das erste Mal dabei sein. Dieses Event sollte man auf keinen Fall verpassen!

Rückblicke auf die letzten zwei Veritable Messen findet ihr hier:
Mit Liebe im Detail – Veritable 12
Deutschlands schönste Weinmesse*: Veritable 13

Fünf JAHRE Drunkenmonday Weinblog 4/5: Unsere 5 emotionalsten Wein „Momente“

Fünf JAHRE Drunkenmonday Weinblog 4/5: Die spannendsten Drunkenmonday Momente

(NM+PT) Viel haben wir in den letzten 5 Jahren des Wein-bloggens erlebt, erfahren und er“trunken“. Heute möchten wir euch die 5 emotionalsten und intensivsten Momente dieser Zeit etwas näher bringen. Die Auslöser dafür sind in jedem der 5 Fälle selbstverständlich die besonderen Weine, doch möchten wir den Winzer-Persönlichkeiten hinter diesen mit dem Artikel den Dank und die Anerkennung zollen, die sie mehr als verdienen. Hier nun unsere 5 emotionalsten Wein-Momente, basierend auf Ehrfurcht, Staunen oder einfach nur ungefilterter vinophiler Glückseligkeit. Viel Spaß! Weiterlesen

Weingut Stachel – sehr viel Schaumwein fürs Geld!

Viel Bubbles für kleines Geld: 2012 Stacheln Sekte

(NM) Ich gebe ehrlich zu, dass wir uns in der Vergangenheit auf nur wenigen Beiträgen dem Thema Preis/Leistung hier auf dem Blog gewidmet haben. Gerade im Schaumwein Bereich gab es neben grandiosen, aber doch recht hoch gepreisten Champagnern wenig zu berichten. Dieser Zustand ändert sich heute, denn ich habe im Pfälzer Hinterland zwei sensationelle deutsche Winzer Sekte aufgetan. Beide vinifiziert von dem Weingut Stachel in Maikammer.

Die ganz große Bühne des Deutschen Weines hat das Familienweingut Stachel aus dem beschaulichen Maikammer erst einmal betreten. Im Jahr 2012 gewannen sie dem 2010er Stachel Syrah aus dem Maikammer Heiligenberg den Deutschen Rotweinpreis in der Kategorie Internationale Sorten. Und dies zu Recht. Ich konnte den leider auch schon ausverkauften Nachfolgejahrgang dieses Weines kürzlich auf dem Weingut verkosten: Einer „der“ großen Deutschen Rotweine, keine Frage. Im Rahmen der Verkostung mit „Junior“ Matthias Stachel probierte ich auch unter anderem die Sekte des Weingutes und stieß auf zwei Weine ganz exzellente Vertreter ihres Faches. Dazu für die gebotene Qualität (noch) fast unverschämt günstig ausgepreist. Weiterlesen

Obsession by Sven Klundt

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(NM) Als Obsession (auch „Besessenheit“) wird Umgangssprachlich eine Leidenschaft oder ein (zu) intensiv betriebenes Hobby bezeichnet. Sven Klundts Obsessionen sind die Rebsorten Weißer Burgunder, Pinot Noir und Riesling. Im Jahr 2009 übernahm Sven das Ruder des elterlichen Weingutes in Landau-Mörzheim und legt seitdem qualitativ die Messlatte kontinuierlich höher. Sein 2012er Kastanienbusch Riesling sprengte mit Platz 7 von 33 Teilnehmern so einige VDP Großen Gewächse beim 2013er Berliner Riesling Cup vom Tisch. Dabei konnte der 12€-Wein blind mit deutlich teureren Riesling GGs locker mithalten. Seit dem ist Sven Klundt einer der Geheimtipps der Deutschen Wein 2.0 Szene. Sein Kastanienbusch Riesling war selbstredend in Nanosekunden nach Veröffentlichung der Ergebnisse ausverkauft. Ich beschäftige mich heute mit der „mittleren“ Qualitätslinie des Weingutes Sven Klundt, genauer gesagt mit seiner Obsession für durchaus konsequente Weine. Weiterlesen

Locker machen: Vergleichbarkeit von Weinen.

Vergleichbarkeit von Weinen

(NM) Heute gibt es ein kniffeliges Thema. Eines, welches mir schon lange im Kopf herumschwirrt und regelmäßig in Wein 2.0 zu Diskussionen führt. Es geht um die Vergleichbarkeit von Weinen, bezogen auf ihre Qualität in Verbindung mit den persönlichen Vorlieben. Denn irgendwie kennen wir doch alle die Situation: Ein geselliger Abend, größere Runde, mehrere Flaschen Wein werden aufgemacht, es wird blind verkostet. Keiner kennt alle Weine auf dem Tisch. Die ersten Vermutungen werden ausgesprochen, die Weine in Kategorien gepackt. Persönliche Vorlieben bestimmen, von welchem Wein nachgeschenkt wird, welcher einem persönlich also besser schmeckt. Unterbewusst werden die Weine in unserem Kopf verglichen. „Wein A hat eine super klare Frucht, reifes Tannin, ein wenig Kräuter und Röstaromen, eine tolle Säure – den mag ich den ganzen Abend trinken. Wein B und C sind mir hingegen viel zu üppig und fett. Ihnen fehlt es an Struktur. Sie wirken plump und langweilig – haben aber mit Sicherheit viele Parker Punkte. Nicht meins….“ So oder so ähnlich läuft es doch in unseren Köpfen ab. Und was machen wir? Wir vergleichen die Weine. Für uns. Nach unserem Geschmack. Und siehe da: Wein A, kühler Blaufränkisch aus dem Burgendland gefällt mir viel besser wie Wein B und C, einem Primitivo aus Apulien und einem modernen Syrah aus der Toskana. Doch die Gruppe am Tisch ist sich nicht ganz so einig…

Doch darf man diese Weine auf Grund ihrer unterschiedlichen Rebsorten, Regionen, Macharten und Jahrgängen qualitativ vergleichen? Zwei unterschiedliche Thesen hierzu fasse ich hier nun einmal zusammen: Weiterlesen

Hausbesuch Teil2: Ein Abend mit Jürgen Krebs und Andreas Rings

Jürgen Krebs zu Besuch bei Drunkenmonday

(NM) Im Teil 2 des Berichtes über den Besuch des Freinsheimer Beachvolleyball Duos Jürgen Krebs und Andreas Rings bei der Gießener Drunkenmonday Runde, dreht sich alles um das vinophile Schaffen des Jürgen Krebs. In dem gleichnamigen Weingut Krebs bekam Jürgen schon relativ früh von seinem Vater die Verantwortung über das Rotwein-Sortiment. Doch welche Folgen dieser Schritt haben sollte, konnte wirklich niemand erahnen. Wie schon in Teil 1 erwähnt, schaffte es in 2010 das bis dato überregional recht unbekannte Freinsheimer Weingut Krebs mit dem Gewinn des deutschen Rotwein Preises – in der Königsklasse Spätburgunder – den Sprung auf die große Bühne der deutschen Weinbaus. Über Nacht war der Gewinner-Wein, der 2007er Spätburgunder Musikantenbuckel (damals noch für 15€ auf der Karte!) restlos ausverkauft. Auch der 2008er erlag dem gleichen Schicksal. Mittlerweile hat sich der Rummel um diesen Wein doch etwas gelegt. Der 2011er Spätburgunder Musikantenbuckel ist glücklicherweise noch ab Weingut zu haben. Weiterlesen

Hausbesuch Teil1: Ein Abend mit Jürgen Krebs und Andreas Rings

Fröhliches Beisammensein...

Teil 1: die Weine von Weingut Rings!

(NM) Hoher Besuch der Giessener Drunkenmonday Runde bahnte sich an. Die Klinken wurden poliert, die Haare gewaschen und die beste Hose aus dem Schrank gekramt. Es schickten sich zwei ausgesprochen talentierte Jungwinzer an, unsere ehrwürdige Weinrunde (bestehend aus Pädagogen, noch mehr Pädagogen, Psychologen, Informatikern, Bankern, Maschinenbauingenieuren, Weinhändlern und Kampfsport-Quereinsteigern) persönlich mit ihrer Anwesenheit zu beglücken. Und somit schossen Andreas Rings vom Weingut Rings und Jürgen Krebs vom Weingut Krebs im Passat „von der Muddi“ aus Pfälzer Freinsheim in das schöne funktionelle Giessen. Im Gepäck eine feine Auswahl des kürzlich vorgestellten 2012er Jahrgangs. Gespannt wie ein Flitzbogen fieberten wir diesem Abend entgegen. Und ganz nebenbei, es sollte nicht nur Wein-technisch ein ganz großer werden… Weiterlesen

Anti-Pinot-Grigio: Grauer Burgunder von Emil Bauer

Dicke Empfehlung: 2012 Emil Bauer Grauburgunder Sonnebgerg

(NM) Grauer Burgunder ist normalerweise keine Rebsorte, von der mich ein Wein so mir-nichts-dir-nichts aus den Socken haut. Schon gar nicht aus dem Preissegment, in dem sich meine heutige „Entdeckung“ so aufhält. Oft wirken die Weine aus dieser Rebsorte entweder schwerfällig, plump und alkohol-stark, da ihnen die Säure für den entsprechenden Schwung und Rasse fehlt, oder sie sind auf uniform „Pinot Grigio“ gestylt – heißt langweilig, leicht, nichts-sagend und uninteressant. Unauffälliger Weinkonsum, ohne Ecken und Kanten. Das „Bud Light“ unter den Weinen. Wenig Geschmack = wenig Grund sich zu beschweren. Ich sehe schon die Tankwagen-Kolonne von Süd nach Nord durch die Alpen donnern, um später in Magnum Flaschen beim „Italiener um die Ecke“ ausgeschenkt zu werden. Nein danke, dann nehme ich lieber ein Bier. Auch gerne zur Pizza. Weiterlesen

Deutschlands schönste Weinmesse*: Veritable 13

Veritable 13 - Deutschlands schönste Weinmesse?

*O-Ton: August Kesseler

(NM) Gut, an der Überschrift kann man sich reiben. Darf man auch gerne. Gegenvorschläge für den Titel „schönste Weinmesse Deutschlands“ sind bitte im Kommentarfeld zu hinterlassen. Doch in meinen Augen ist die Weinmesse „Veritable“ die schönste Deutschlands. Letzte Woche Montag fand sie zum 3. Mal statt. Nun kann man sagen, ich persönlich war noch nicht auf allen deutschen Weinmessen. Und das ist auch durchaus richtig. Auf deutlich mehr Weinmessen wird aber August Kesseler gewesen sein, der mir genau diesen Satz persönlich direkt bei unserem Eintreffen auf der Messe – nach dem obligatorischen „Hallo & wie geht’s“ – entgegen warf. Doch gehen wir der Tatsache einmal auf den Grund. Was macht die Veritable zur schönsten Weinmesse Deutschlands? Weiterlesen

Ein Hieb vom Kalkriff: Hanewald-Schwerdt Sauvignon Blanc

Hanewald Schwerdt Sauvignon Blanc  "Kalkriff"

(NM) Jedes Mal wenn ich Stephan Schwerdt vom Bad Dürkheimer Weingut Hanewald-Schwerdt treffe, reißt mich seine Passion und sein Enthusiasmus zum Thema Wein geradezu mit. Der studierte Geisenheimer ist sozusagen das kommunikative und repräsentative Aushängeschild des Weingutes. Auf der diesjährigen Präsentation des Barrique Forum Pfalz, wo auch Hanewald-Schwerdt Mitglied sind, konnte ich mich mit genügend Zeit und Muße fast durch das gesamte Sortiment probieren. Und was soll ich sagen: Ich war schwer beeindruckt. Durch das ganze Sortiment zeichnete sich klare Linie von fokussierten, klaren, Lagen- und Sortentypischen Weinen ab, alles ohne viel Schnickschnack und Zauberei. Und das zu teilweise sensationellen Preisen für die gebotenen Qualitäten. Stephan schickte mir danach ein paar Probe-Flaschen vorbei, damit ich hier im Detail meine Highlights des Weingutes vorstellen kann. Den Anfang machen die beiden Sauvignon Blanc „Kalkriff“ aus den Jahren 2011 und 2012. Weiterlesen

Boudier & Koeller in: Die neue Pfälzer Leichtigkeit

2012 Boudier & Koeller -  die neue Pfälzer Leichtigkeit

(NM) „Deutscher Wein“ steht hinten auf dem hübschen Etikett. Vorne, unter dem klangvollen Namen „Boudier & Koeller“, so etwas wie „Coming Out“ oder „Mathilde von Tuszien“. Was hat das nur alles zu bedeuten? Drunkenmonday klärt auf.

Mal wieder haben die Medienagenten ihren Fuß in der Tür. In letzter Zeit fällt mir schon beängstigend häufig auf, dass immer wenn mir ein Label angenehm ins Auge strahlt, die Designer-Burschen aus Bad Dürkheim daran herumdesignt haben. Dazu schmeckt der Wein auch fast immer ganz vorzüglich. Und daran wird sich auch heute nichts ändern. Hübsch verspieltes Label kombiniert mit wunderbaren Weinen. Diese kommen von den Traditions-freien „Senkrechtstartern“ der Nordpfalz: Boudier & Koeller.

Die Story hinter diesem „neuen“ Weingut klingt eigentlich wie ein alter Hut: Zwei Männer im besten Alter haben die Nase voll von ihren gutbezahlten Jobs und machen ein Weingut auf. Soweit so gut. Nur was Dr. Robert Boudier und Elmar Koeller von den meisten ihrer Vorgänger unterscheidet ist eins: Mut zum Selbstversuch. Denn die beiden legen im Weingut selbst Hand an – zu 100%. Nach dem das Pfarrhause 2007 im idyllischen Stetten (Nordpfalz) gekauft und auf Hochglanz poliert wurde, widmete man sich ab 2010 dem Weinmachen. Der erste Jahrgang war 2011. Ab April 2013 wurde mit der Verpflichtung von Jan Gross (ehemals Herr der Reben bei dem Pfälzer Weingut Karl Schaefer) der nächste Turbo gezündet. Eine kleine Auswahl aus dem Jahr 2012 stelle ich nun heute euch vor. Vorhang auf. Weiterlesen

33 (!) Monate im Barrique : 2008 Wegner Pinot Noir R

2008 Wegner Pinot Noir R

(NM) Im März dieses Jahres besuchte ich zum ersten Mal die Präsentation der Großen Weine des Barrique Forum Pfalz. Diese Vereinigung von Pfälzer Weingüter verfolgt in erster Linie die Idee, individuelle Rotweine von internationalem Format im „inspirierendem Austausch“ in den Pfälzer Weinbergen zu schaffen. 29 Betriebe sind aktuell Mitglied des Barrique Forum Pfalz. Abseits der bekannten VDP Betriebe gab es hier beste Möglichkeiten, sich ein Bild über Entwicklungen in den restlichen Pfälzer Wein-Qualitätsschmieden zu machen. Neben mir sehr vertrauen Betrieben wie Rings, Krebs oder auch Hanewald-Schwerdt, machte ich die ein oder andere sehr interessante Entdeckung. Neben den großartig feinen Spätburgundern vom Weingut Jülg fiel mir ein Betrieb besonders positiv auf: das Weingut Wegner aus Bad Dürkheim.

Barrique Forum Pfalz

Auf knappen 10 Hektar bewirtschaftet das Weingut Wegner zu 57% Weißwein und 43% Rotwein. Doch Joachim Wegner geht in vielerlei Hinsicht einen etwas anderen Weg. Weiterlesen

Weinrallye #61: Deutscher Syrah vs. reifer High-End Shiraz

Australien trifft auf Syrah Nachwuchs aus Deutschland

(NM) Da wir die letzte Weinrallye auf Grund von Reiseaktivitäten verpasst haben, spielt Drunkenmonday bei der aktuellen Weinrallye #61 wieder mit. Das Thema der Nummer 61 ist: Syrah / Shiraz – ein global Player. Noch vor 3 oder 4 Jahren wäre ich in meinen Keller gelaufen, hätte ohne groß zu überlegen einen der damals 30 – 40 verschiedene Australischen Shiraz herausgesucht und verkostet. Doch die Zeiten ändern sich. Heute sagt mir CellarTracker, ich habe noch ganze 3 Shiraz aus Australien in meinem persönlichen Lager. Genauer gesagt sind es ein 2005er „Dead Arm“ Shiraz von d’Arenberg, ein 2006er Amon-Ra Shiraz von Ben Glaetzer und ein 2006er Peter Lehmann „The 1885“ Shiraz. Alle drei werden dort auch noch einige Zeit verbringen, da ich ganz ehrlich die primärfruchtige, dichte und mollige Stilistik irgendwie leid bin. Zeit heilt ja bekanntlich einige Wunden und somit hoffe ich in 5-8 Jahren drei schöne gereifte Shiraz trinken zu können, die ihren marmeladigen Babyspeck abgelegt haben. Ich werde berichten.

Weinrallye #61 - Syrah / Shiraz - ein globaler Player

Also suchte ich weiter in meinem virtuellen Weinkeller. Bei dem Stichwort „Syrah“ vielen mir dann gleich zwei Weine sofort ins Auge. Es waren zwei deutsche Syrah. Genauer gesagt zwei Pfälzer Syrah von zwei mir sehr geschätzten Weingütern. Somit steht meine Auswahl für die heutige Weinrallye #61 fest: 2005 Rings Syrah und 2009 Neiss Syrah. Moment, ich lüge. Meine Gäste brachten zu dem kleinen Syrah Umtrunk noch etwas aus ihren Kellern mit. Somit erweitere sich das Ensemble um zwei reife, sehr hoch bewertet Shiraz aus Australien: 1999 Langmeil Barossa Shiraz „the Freedom“ und 1993 Wynns Shiraz „Michael“. Somit wurde die ursprünglich innerdeutsche Paarung zu einem Vergleich auf internationalen Top Niveau. Weiterlesen

The „holy grail“ of German Riesling – oder einfach nur ein Abend bei Koehler-Ruprecht

Koehler-Ruprecht - Minimize to the Max

(NM) Das Kallstadter Weingut Koehler-Ruprecht gehört ohne Frage zu den renommiertesten deutschen Riesling Betrieben. Doch im Vergleich zu manchen ihrer Kollegen aus Rheinhessen, der Mosel, der Nahe oder aus dem Rheingau sind ihre trockenen Rieslinge aus dem Kallstadter Saumagen oft immer ultra puristische und kristallklare Primärfruchtverächter, welche so Zeitlos altern können, wie nur die wenigsten Vertreter ihrer Zunft. Auf Grund ihres unverkennbaren Stiles spiegeln diese Riesling-Individuen auf die extremste Art und Weise den Boden dieser kalkigen Lage und die Jahrgangstypizitäten wieder. Riesling dient hier eigentlich nur als Transponder für diesen radikalen Ansatz: Konsequenter Ausbau im großer Holzfass, keine Entsäuerung, Maischestandzeit von 1-2 Tagen, Spontanvergärung und keine Schönung und Filtration. Alle diese Methoden bringen extrem polarisierende Weine hervor. Die in den reifen Jahren bei den Jungweinen bestehende Primärfrucht wird zwar akzeptiert, aber wohl wissend des Entwicklungspotentials bzw. der Reife eher belächelt. Weiterlesen

Weinrallye #57 : Scheurebe vs. Kühlschrank

Hatte keine Wahl: 2011 Pfeffingen Scheurebe

(NM) Die Franzosen machen es vor: Wein kommt zu fast jedem Essen auf den Tisch. Er ist Teil des Essens, Teil der Mahlzeit. Die Deutschen tuen sich da schwer. Wir trinken ihn in der Regel nur zu besonderen Anlässen zum Essen: Weihnachten, Sylvester, Geburtstags-Dinner oder wenn dem Nachbar imponiert werden muss. Dann aber wird auf Nummer-Sicher gegangen. Rotwein zum Fleisch, Weißwein zum Fisch oder Salat, Schampus als Aperitif und Süßwein zum Dessert. Klassisch, x-fach erprobt und ja kein Risiko eingehen. Der typische Deutsche eben. Zur Weinrallye Nummer 57 – „Foodpairing“ (Deutsch: Essenspaarung) stürze ich mich in das geschmacklich Unbekannte. Mein Ansatz: Ein Wein – ein Kühlschrank – alles wird kombiniert. Das verspricht Gaumen-Kirmes. Weiterlesen

Pfälzer Terra Rossa: 2004-2011 Pfeffingen Riesling Weilberg GG Vertikale

Imposant: 2004 - 2011 Pfeffingen Weilberg Riesling  GG Vertikale
(NM) Wenn in der Weinszene von „roter Erde“ gesprochen wird, richtig sich der Fokus schnell auf den „Roten Hang“ in Nierstein / Rheinhessen. Eisenoxid verleiht hier der Erde seine rötliche Färbung. Neben großen Rieslingen wird dort seit neuestem in den wärmsten Teilen auch Rotwein, genauer gesagt Blaufränkisch angebaut. Das Weingut St. Antony hat sich für diese Strategie auch schon eine Schellte von Jancis Robinson MW eingefangen. Wie kann man in dieser legendären Riesling Bastion die heiligen Reben durch bäuerlichen Blaufränkisch ersetzen – fragte sich Frau Robinson MW. Doch das Zeug schmeckt wohl richtig gut und kassierte gleich einmal 87+ Punkte von wein-plus.de.

Die Lage: Ungsteiner Weilberg

Nun, genug Wein-Gossip. Auch in der Pfalz gibt es „rote Erde“ im Weinberg. Zwar nur in einer Lage, aber diese hat es in sich. Es ist das 1 Hektar großen Herzstückes des Ungsteiner Weilbergs – die Riesling Paradelage des VDP Weingutes Pfeffingen. Dieser spezielle Teil des Weilbergs besteht aus tonigem Lehm, dessen starke Rotfärbung auf durch hohe Gehalte an Hämatit (Fe2O3) verursacht wird. Aus diesem Herzstück werden die Trauben für das Pfeffingen Riesling Weilberg „Große Gewächs“ gewonnen. Unser heutiger Kandidat für eine eindrucksvolle Jahrgangsvertikale. Weiterlesen