Pfalz trifft auf Mosel: 2016 „Crazy Uwe“ Zack Zack Riesling

Crazy Uwe: Zack Zack Riesling aus 2016

(NM) Dem Drunkenmonday Headquarter wurde kürzlich ein Wein zugespielt, über den es sich definitiv lohnt, ihm einige Zeilen hier auf dem Blog zu widmen. „Zack Zack“ steht unverkennbar auf der Flasche. Das Frontetikett verrät noch die Rebsorte (Riesling) und „Crazy Uwe“. Ein Projekt Wein also. Die Nachforschungen begannen.

Im Keller

Tatsächlich steckt hinter dem Projekt „Zack Zack“ Wein Netzwerker und Veritable Urgestein Uwe „Crazy Uwe“ Warnecke. Und was für diesen Wein ein Aufwand betrieben wurde, ist dann doch schon ein wenig crazy. Uwe ließ zwei alte Mosel Fuder Fässer aus dem Keller von Nik Weis von dem Weingut St. Urbans-Hof in die Pfalz, genauer gesagt in den 250 Jahre alten Familien Keller des Weingutes Aloisiushof karren. Gefüllt wurde die Fässer mit Riesling Rebsaft aus der Pfälzer Lage Maikammerer Heiligenberg. Pfälzer Traubesaft trifft altes Mosel Fuder. Eine durchaus interessante Kombination. Weiterlesen

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Bromance – 2013 Chateau Ste Michelle Cold Creek Vineyard Cabernet Sauvignon

2013 Chateau Ste Michelle Cold Creek Cabernet Sauvignon

(NM) This blogpost is written in English. Why (?), you might ask. Because these words are dedicated to one of the great winemakers of the United States of America. And he is a American native speaker – obviously.

His name is Bob Bertheau. He is running as „Head Winemaker“ at Chateau Ste. Michelle in Woodinville, Washington State. We had our first „business meeting“ (although as a wine blogger, my business differenciates pretty much from his) at the ProWein 2017. For sure, I was well aware of the quality output at Chateau Ste. Michelle, but I did not expect such a cool dude as the mastermind behind the largest winery of the whole state of Washington. As a fun fact, Chateau St. Michelles Estate Riesling is by volume the largest Riesling brand in the world! Putting the amount of produced bottles next to the year-in year-out quality of this wine, this is pretty amazing. Speaking of amazing wines. Next to the Chateau Ste. Michelle classics, like the joint venture with Ernie Loosen Riesling „Eroica“, I also tasted Bobs latest outcomes: The Ethos Reserve Cabernet and Chardonnay, two stunning and very elegant wines and the Tenet Wines „The Pundit Syrah“, a crosser between old world and new world Syrah interpretation. These wines really caught my attention. Please check them out here. Weiterlesen

Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2017

2017 Weisswein des Jahres

(NM) Gut Ding will Weile haben, das wusste schon Voltaire Mitte des 18. Jahrhunderts. Das dieser Spruch sich auch durchaus positiv auf die Entwicklung und Trinkbarkeit von VDP.Großen Gewächsen auswirkt, darauf kamen viele Winzer in Reihen des Verbands der deutschen Prädikatsweingüter erst in den letzten 2 bis 3 Jahren. Ohne jetzt vollumfänglich auf das Thema „late release“ beim Großen Gewächs einzugehen, verweise ich auf einen sehr guten Artikel zu diesem Thema von unserem geschätzten Blogger Kollegen Christoph Raffelt auf seinem Blog „Originalverkorkt“.

Da wir aber schon Mitte Februar des Jahres 2018 schreiben, will der Weißwein des Jahres 2017 schleunigst enthüllt werden. Im Gegensatz zu dem Rotwein des Jahres 2017 war/ist mir sein weißes Pendant kein Unbekannter. Seit Jahren verfolge ich die Entwicklung des Weingutes und im speziellen auch die Entwicklung dieses Weines. Und vielleicht mag auch diese langjährige Beziehung zu diesem Wein, diese Faszination der Wandlung und Selbstfindung, der ausschlaggebende Grund dafür gewesen sein, dem Wein dieses Jahr die Krone des Weißwein des Jahres aufzusetzen. Kürzlich trank ich eine 2011er Version des Weines und war zu tiefst beeindruckt. Aber der aktuelle Jahrgang, und da bin ich mir ganz sicher, ist mit Abstand der stärkste und beeindruckendste Jahrgang dieses Weines. Vorhang auf!

Unser Weißwein des Jahres 2017 ist… Weiterlesen

Drunkenmonday Rotwein des Jahres 2017

2017 Drunkenmonday Rotwein des Jahres

(NM) Bevor hier der Drunkenmonday Rotwein des Jahres enthüllt wird, vielleicht ein paar Worte darüber, was ein Rotwein des Jahres haben muss, um die Krone aufgesetzt zu bekommen. Erst einmal sollte er getrunken und nicht nur auf einer Messe oder einem Event probiert werden. Damit fliegen all die großen Weine aus dem Rennen, welche dieses Jahr zum Beispiel auf der Veritable, der ProWein, dem Meininger Finest 100 oder auf unzähligen Hausmessen verschiedener Händler probiert wurden. Denn eine der wichtigsten Regeln ist: Überraschen muss er, ja sogar sprachlos machen und trotzdem das Hirn minutenlang mit Information fluten, um direkt seine Eindrücke in Form von Weinbeschreibungen notieren zu müssen. Und das auch beim zweiten und dritten Schluck. Dafür ist auf den Messen und Veranstaltungen meist zu wenig Zeit.

Somit wird ein Wein des Jahres in der Regel zu Hause oder auf privaten Proben konsumiert. Wobei das Wort „konsumiert“ bei dem Rotwein des Jahres 2017 eigentlich durch „hinunter gestürzt“ ersetzt werden sollte. Denn dieser Wein überschlug sich förmlich mit Trinkfluss, regte über die Maßen zum nächsten Schluck an, wie es mir in dieser Form noch nie bei einem Rotwein untergekommen ist. Doch bei allem Drang die Kehle hinunterzufließen, faszinierte mich der Wein durch eine fast schon unerklärliche Kombination aus Leichtigkeit, Persistenz und Länge. Minimize to the max. Wenn Eleganz und Verspieltheit jede Form von Kraft und Druck spielend wettmachen, ohne dabei aber an Tiefe und Komplexität einzubüßen, kann das eigentlich nur eine rote Rebsorte auf dieser Welt leisten. Richtig, Pinot Noir.

Somit ist unser Drunkenmonday Rotwein des Jahres 2017… Weiterlesen

Wieso, weshalb, warum: Coravin?

Coravin Two Elite
(NM) Im November des letzten Jahres wurde mir die Ehre zu Teil, mich mit 30 weiteren „Wein 2.0“ Kollegen als offizieller Coravin Produkt Tester mit dem Gerät auszutoben und in der Online Welt darüber zu berichten. Wer mich und Drunkenmonday kennt, wird nun nicht überrascht sein, wenn ich nicht den 287. Bericht über „wie funktioniert Coravin eigentlich“ hier poste. Dazu gibt es hier ein nüchternes Video. Da muss man das Rad nicht neu erfinden.

Produkt Tester

Ein Tester testet. Das habe ich getan. Rauf und runter. Etliche Flaschen wurden aus dem privaten Weinkeller und dem einiger Freunde „angepiekst“ und mehr oder weniger geleert. Und ich kann mit Freude berichten, dass das Gerät perfekt funktionierte. Egal ab mit dünner „Vintage Nadel“ für ältere Weine/Korken (hier musste ein 1969er Carretta Barolo Cannubi dran glauben), dem „Dekantier Aufsatz“ für einen 2013 Glaetzer Amon-Ra Shiraz Jungspund oder einfach wahllos einen Wein aus dem Keller gegriffen, das Gerät enttäuschte nie. Kann man für 300€ Anschaffungspreis aber auch eigentlich erwarten. Weiterlesen

Quo Vadis Deutscher Cabernet Franc?!

Quo Vadis Deutscher Cabernet Franc?

(NM) Cabernet Franc gehört ohne Zweifel zu den großartigsten roten Rebsorten dieses Planeten. Einige meiner persönlich beeindruckendsten und emotionalsten Rotweinerlebnisse habe ich diese Rebsorte zu verdanken. Gerne erinnere ich mich an unsere Clos Rougeard Probe zurück, welche für mich den Cabernet Franc von der Loire mit an die Spitze meiner bescheidenen Weinwelt stellte. Doch nicht nur in Frankreich wird aus dieser Rebsorte großer Wein erzeugt. Weltweit betrachtet kommt mir hier Le Macchioles „Paleo“ oder Duemani aus der Toskana, Warwick und Holden Manz Cabernet Franc aus Südafrika oder das Kalifornische Kult Weingut Viader mit ihrem „Dare“ in den Sinn.

Oft nur Verschnittpartner

Doch reinsortig ist Cabernet Franc außerhalb der Loire recht selten anzutreffen. Oft wird er in einem klassischen Bordeaux Blend mit Cabernet Sauvignon oder Merlot verschnitten. Hier kommt ihm seine recht würzige, pfeffrige und an getrocknete Kräuter und grüne Paprika erinnernde Art zugute. Somit war es gar nicht so einfach, gerade aus Deutschland stammende reinsortige Cabernet Francs zu finden. Mit tatkräftiger Hilfe und dem geballten Fachwissen der Facebook Gruppe „Hauptsache Wein“ konnten wir doch letztendlich 20 reinsortige Deutsche Cabernet Franc von 17 Winzern der Probe anstellen.

Die Liste der blind verkosteten Weine

2013 Philipp Kuhn Laumersheimer Cabernet Franc „Reserve“
2015 Weinhandel Kreis RouRou Rouge Cabernet Franc
2015 Zähringer Heitersheimer Maltersgarten Cabernet Franc
2012 Nico Espenschied Cabernet Franc
2012 Theo Minges Cabernet Franc
2011 Immengarten Hof Cabernet Franc
2009 Ziegler Gimmeldinger Schlössl Cabernet Franc
2014 Ziegler Gimmeldinger Schlössl Cabernet Franc
2012 Fritz Waßmer Cabernet Franc
2014 Kistenmacher Hengerer Cabernet Franc „Frederic“
2013 Weingut Bös Cabernet Franc RS
2015 Peth Wetz Cabernet Franc Grand Vintage (Fassprobe)
2015 Escher Cabernet Franc Goldreserve ***
2012 Manz Cabernet Franc Kranzberg ***
2013 Martin Waßmer Oelberg Cabernet Franc
2008 Gaul Cabernet Franc
2015 Gaul Cabernet Franc Reserve
2012 Weingut Stadt Klingenberg Cabernet Franc R
2014 Weingut Stadt Klingenberg Cabernet Franc R
2012 Knipser Cabernet Franc (Magnum)
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Ritt auf der Rasierklinge: Seckinger Pinot Rosé Brut Nature

Seckinger Pinot Brut Nature Sekt

(NM) So kurz vor Jahresende ist die ideale Zeit, um auf spannende und außergewöhnliche deutsche Schaumweine aufmerksam zu machen. Die letzten Sekte der Drunkenmonday Serie „Winzersekt auf der Überholspur“ befassten sich meist mit großen, erhabenen und majestätischen Deutschen Sekten. Heute drehen wir den Spieß einmal um, denn unser heutiger Kandidat spielt in der „Null Kompromisse“ Liga unten den Schaumweinen. Ich bitte euch erst die komplette Verkostungsnotiz zu lesen und sich dann zu entscheiden, ob ihr euch an das Ding hier herantraut. Ich darf vorstellen: Seckinger Pinot Rosé Brut Nature Weiterlesen

Die Seele der Champagne: 2007 Sapience – Benoit Marguet

2007 Marguet Sapience Champagner

(NM) Achtung Spoiler: Der oben beschriebene Wein wird erstmalig auf diesem Blog die 100 Punkte bekommen. Wer also das „Warum“ erfahren möchte, lese den Artikel bitte bis zum Schluss… Vor nicht allzu langer Zeit fand in einem nicht allzu entfernten Bundesland eine denkwürdige und (vor allem für mich) bewusstseinserweiternde Champagner Probe statt. Champagner „no limits“. Wir berichteten hier vorab darüber. Zusammengefasst suchten 16 Sommeliers und Weinschreiber in dieser einzigartigen Blindprobe unseren Ideal-, Bilderbuch- oder auch einfach ultimativen Champagner. Das Ergebnis war für mich persönlich schockierend, überraschend und doch so wunderbar wohltuend. Die Geschichte eines ganz normalen Nachmittags in München. Weiterlesen

Bitte keine Punkte. Trinkt doch einfach. 2012 Chateau Trocard Monrepos / Bordeaux

2012 Chateau Trocard Monrepos

(NM) Selbstreflexion. Diesen Post hätte ich mir vor 5 oder 6 Jahren selbst nicht zugetraut. Doch nun stehe ich hier (Sinnbildlich) und empfehle der Welt da draußen einen Rotwein aus dem Bordeaux. Einen welcher keine 13€ kostet und mich ziemlich geflasht hat. „Endlich“ mag der ein oder andere sagen, ist der Medenbach im Bordeaux angekommen. Es war zumindest kein steiniger Weg. Erst hat mich die Frucht der Neuen Welt in seinen Bann gezogen, dann das vielseitige Italien mit seinen schier unendlichen autochthonen Rebsorten. Und nun bin ich im Mutterland des Qualitätsweinbaus angekommen. Im größten zusammenhängendem Weinbaugebiet der Welt. Dem Bordeaux. Und hier ist „mein“ Wein daraus. Weiterlesen

Jeb Dunnuck verlässt den Wine Advocate – Implodiert das Parker Imperium?

Jeb Dunnuck leaves WA

(NM) Jeb Dunnuck verlässt den Wine Advocate. Er macht sich ähnlich wie Antonio Galloni oder James Suckling unter eigenem Namen Selbständig. Ist das nur ein weiterer Schritt in der Implosion des Parker Imperiums? Oder steckt die „Marke“ Parker das locker weg? Erfahren werden wir es wohl nicht. Aber das System in Frage stellen dürfen wir schon.

Schauen wir einmal 10 Jahre zurück. Neben Robert Parkers Wine Advocate sind es der Winespectator und Jancis Robinson, welche auf globaler Ebene die wichtigsten Wein Kritiker Stimmen abgeben. Auf Regionaler Ebene gibt es noch weitere wichtige Instanzen. Allen „the Burghound“ Meadows für das Burgund, Platter für Südafrika, Maroni für Italien, James Halliday für Australien und Penin und Proenza für Spanien, um nur ein paar zu nennen. Auch reine Print Magazine wie Decanter, Wine Enthusiast oder das Wine and Spirits Magazine mischen bei den Bewertungen kräftig mit. Doch die „big boys“ sind Robinson, Parker und der Winespectator. Und wie schaut es heute aus? Weiterlesen

Der ultimative Champagner wird gesucht: „No Limit Champagne“ Blindverkostung

Champagner "No Limit"

(NM) Mal angenommen 16 Deutsche Top Sommeliers, Wein Journalisten und Blogger werden gefragt, ihren Lieblings Champagner (preislich „no limit“) in einer Blindprobe gegeneinander antreten zu lassen. Diese 16 Wein Nasen bewerten und verkosten dann in einem K.O. System alle Schaumweine in 2er Flights. Der „Bessere“ kommt weiter, der „Schlechtere“ fliegt raus. Wunschdenken? Nein, denn genau das passiert am 6. Mai 2017 zwischen 13 und 16 Uhr in der Grapes Weinbar in München. „Champagner No Limit“ heißt das Ganze. Ausgeführt auf dem neutralen Boden der Grapes Weinbar. Und am Ende wird wohl der ultimative der ultimativen Champagner gekrönt.

Dort mit aufzulaufen ist eine große Ehre für mich, denn ich darf den Drunkenmonday Weinblog würdig vertreten. Welchen Champagner ich ausgewählt habe, wird natürlich nicht verraten. Hier die Infos zu dem Event im Detail:

“No Limit Champagne“ – Blindverkostung

Grapes Wine Bar in München am 6. Mai 2017 – 13 bis 16 Uhr

Der Live-Stream auf Facebook startet um 12:30h mit der Vorstellung der einzelnen Champagner durch die teilnehmenden Sommeliers und Journalisten, die zu diesem Zeitpunkt ihre Smartphones abgeben müssen. Hier ist der Link dazu.

16 Champagner
16 Top Sommeliers und Journalisten (keine Händler)
1 Moderator (Stefan Grabler/Grapes Weinbar)


Die Teilnehmer:
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Diven, Zeit und DAS FEST: 2015 Barth Riesling Große Gewächse

2015 Barth Riesling GGs

(NM) Wie man es macht, macht man es nicht richtig. So oder so ähnlich muss sich der ein oder andere VDP Winzer fühlen, wenn er im Herbst des Folgejahres seine Großen Gewächse auf den Markt bringt, und sich sein Großes Gewächs X aus Lage Y absolut bockig und geschmacklich zugenagelt gibt. Wenn dann auch noch das Wer-Ist-Wer der medial einflussreichsten Weinschreiber in Wiesbaden zur Vorab Großen Gewächs Probe zusammensitzt, und sein Schützling die Diva in sich entdeckt, braucht der geübte Verkoster viel Erfahrung und Weitblick, um die wahre Größe vieler solcher Gewächse zu erkennen. Leider drückt sich dieses Phänomen selten in vielen Punkten, sondern eher in vielen Fragezeichen aus. Suboptimale Startbedingungen.

Doch was tun?

Der Winzer zwickt in der Steckmühle. Große Weine brauchen bekanntlich Zeit um ihr volles Potential auszuschöpfen. Und wenn das Große Gewächs früh alles zeigt, geht ihm nach einigen Jahren im Keller oft die Puste aus. Was also tun um den richtigen Augenblick der jugendlichen Schönheit in Wort und Bild abgelichtet zu bekommen? Die Antwort ist für den Journalisten beglückend und für den Probeflaschen verschickenden Winzer eher ernüchternd: Einfach x-mal in dem Jahr nach der Veröffentlichung die Pullen aufreißen und hoffen, dass der richtige Verkoster zur richtigen Zeit die Karte mit den 90+x Punkten zückt.

Barth 2015 Riesling GGs

Nachdem mir im September des letzten Jahres Mark Barth – nach alter Tradition folgend – seine zwei aktuellen Riesling GGs des Jahrgangs 2015 zuschickte, konnte ich es kaum erwarten diese zu verkosten. Mit großer Neugier und Verlangen öffnete ich die beiden Weine nachdem sie ein paar Tage im Keller ruhten. Doch schnell stellte sich Ernüchterung ein. Vor mir standen zwei zickige Diven im Glas, die so gar nicht mit mir reden wollten. Da auch mit Dekantieren nichts zu holen war, gab es nur eine Lösung. Die ersten zickigen Eindrücke notieren, Korken drauf und ab in den Kühlschrank. Doch auch ein 4 tägiger Kuschelkurs mit Nachprobe half hier nichts. So konnte ich die Weine weder adäquat bewerten noch beschreiben. Die Zeit verging. Weiterlesen

Unvereinbar vereint: Unser Rotwein des Jahres 2016

Rotwein des Jahres 2016!

So langsam muss ich mich ja schon beeilen, im Sommer 2017 interessiert der Rotwein des Vorjahres reichlich wenig. Dabei wurde er doch gerade vor ein paar Wochen erst entdeckt, bzw. streichelte mir mit seinem samtigen Schmirgelpapier über den Gaumen. In der letzte Woche des Jahre 2016, bei einem kleinen kurz-nach-Weihnachten Umtrunk mit „musst du unbedingt mal probieren“ Empfehlungen war es um mich geschehen. Nach 2 Schluck dieses Elixieres und dem darauf folgenden ungläubigen Kopfschütteln schoss es mir wie ein Geistesblitz in mein noch recht klar denkendes Hirn: Dieser Rotwein vereint am Gaumen fast Unvereinbares und kann somit nur der Rotwein des Jahres werden. Und hier stehen wir jetzt. Unser Rotwein des Jahres 2016 ist demnach… Weiterlesen

Mineralitäten: Champagner des Jahres 2016!

2016 Champagner des Jahres

Wie es der Zufall so wollte, verkostete ich den Champagner des Jahres 2016 auf der Veranstaltung des Jahres 2016. Da wir dafür aber keine offizielle Kategorie haben, darf ich nun in diesem Artikel auf die schiere Größe und Ausnahmestellung dieser Veranstaltung freundlich aber distinkt hinweisen. Der Meininger Verlag lud im November 2016 in Saalbau zu Neustadt an der Weinstraße zu der vielleicht singulär beeindrucktesten deutschen Weinfachveranstaltung neben privat organisierten Proben ein: Der Meininger Finest 100. Der Ansatz ist so einfach wie ehrfurchteinflößend. Lade zu den vielleicht besten 100 Weingütern dieser Erde viel zu wenige Sommeliers, Weinhändler und Presse Fuzzies ein und überfordere den überwältigten Gast mit zu viel gutem Wein. „Once in a lifetime“ für 7 Leben. Wahrlich ein Luxusproblem.

Top of the Tops – in allen Belangen

Meine Kritik ist bescheiden: Bei dem gebotenen LineUp hätte sich noch Chateau Petrus oder das ein oder andere „First Growth“ aus dem Bordeaux gut gemacht. Rein der Vollständigkeit halber. Denn sonst war aus fast allen hochkarätigen Weinregionen die Creme de la Creme zum Verkosten angetreten, inkl. Domain de la Romanée Conti, Giacomo Conterno, Ponsot, J.J. Prüm und aus der Champagner alles was groß und teuer ist. Wo wir wieder beim eigentlichen Thema des Artikels wären: Der Champagner des Jahres 2016. Dieser ist tatsächlich ein Champagner, genauer gesagt ein ganzes Champagner Haus. Dieses schaffte es auf der Meininger Finest 100 lockerst monumentale Häuser wie Krug, Bollinger (inkl. R.D. 2002), Jacquesson, Eric Rodez oder Roederer ganz links liegen zu lassen. Zudem glänzten sie mit für mich persönlich noch nie dagewesenen Schaumweinqualitäten. Für mich waren die Weine die perfekte Interpretation des Thema Champagner. Somit ist der Champagner des Jahres 2016 (stellvertretend für das Sortiment, Philosophie, Anspruch und Qualität des Hauses)… Weiterlesen

Skandal? Unser Weißwein des Jahres 2016!

Weißwein des Jahres 2016

2016 ist schon wieder rum.
Rückwirkend betrachtet schossen wir wie mit Warp Antrieb durch das abgelaufene Jahr. Somit wird es also wieder Zeit sich den Highlights des Jahres zu widmen. Dieses Jahr gibt es neben dem Rot- und Weißwein des Jahres auch erstmals einen Schaumwein des Jahres 2016. Es gibt viel zu erzählen und damit wir keine Zeit verlieren, lassen wir gleich die erste Katze aus dem Sack: Unser Weißwein des Jahres ist… Weiterlesen

Bordeaux und Biodynamie: 2010 Chateau Fougas Maldoror Organic Premium

2010_chateau_fougas_organic

Die Jahrgänge 2009 und 2010 gehen definitiv als Jahrgänge der Superlativen in die Geschichte des Bordeaux ein. Noch nie gab es so viele 95-99 Punkte von Parker, Suckling, Winespectator und co. Ebenfalls noch nie wurde so häufig die perfekte 100 Punkte Karte gezogen. Doch neben den hohen Bewertungen fiel eine weitere wichtige Konstante durch extrem hohe Werte auf: der Alkohol. In klassischen Jahrgängen liegt der Alkohol Prozentsatz quer durch das Bordeaux zwischen 12,5% und 13,5% Alkohol. Jeder Wein mit 14% oder mehr fällt deutlich auf. Doch 2009 und 2010 konnte man froh sein „nur“ 14% Alkohol in seinem hoch bewerteten Wein zu finden. Die Realität sah wie folgt aus: Einige St.Emilion-Weingüter erzeugten 2010 Weine mit über 16 Prozent Alkohol. Dies war mit Sicherheit des schneller reifenden Merlots zu verdanken, welcher gerade im St. Emilion überwiegend angebaut wird. Doch selbst Weine wie Haut-Brion und La Mission Haut-Brion brachten es auf über 15 Prozent Alkohol. Weine mit weniger als 14 % musste man suchen. So etwas hat man im Bordeaux bis dato noch nicht gesehen.

Bordeaux und Biodynamie

In solchen Ausnahmejahren wie 2010 sind Weine wie der 2010er Château Fougas Maldoror Organic Premium dagegen eher selten zu finden. Sein Alkoholgehalt beträgt gerade einmal 13% – und das bei voll ausgereiftem Traubenmaterial. Doch wie geht so etwas? Eine mögliche Antwort lautet: Biodynamie. Weiterlesen

Wenn Wein die Seele füttert: 2011 Houillon-Overnoy Chardonnay Arbois Pupillin

2011 Houillon-Overnoy Chardonnay

(NM) Im Englischen gibt es mitunter ganz wunderbare Sprüche und Floskeln, welche ins Deutsche übersetzt einfach nur merkwürdig klingen. „This wine feeds my soul“ – „dieser Wein füttert meine Seele“ klingt im Englischen nach „Balsam für die Seele“, im Deutschen nach Magenknurren im parapsychischen Unterhaus. In der Weinwelt finden sich aber durchaus Weine, die genau dieses Balsam für die Seele sind und diese auch mit dem füttern, was ihr vielleicht bedingt durch Stress oder Trauer abhandengekommen ist. Wein als Stimmungspendel in Richtung Heiterkeit und innerer Zufriedenheit. Und voila, hier ist einer dieser Gattung, zumindest für mich. 2011 Houillon-Overnoy Chardonnay Arbois Pupillin aus dem Jura.

Maison Pierre Overnoy ist bzw. war sowas wie der stille Großmeister des „Vin Naturel“ im Jura bzw. vielleicht neben dem Zappelphilipp Nicolas Joly auch in ganz Frankreich. Als Pierre 1968 von Papa Overnoy die 2,6 Hektar Weinberge in Pupillin – in der Nähe des Dorfes Arbois – übernahm, führe er den Betrieb dort „traditionell“ weiter. Keine Fungizide, Pestizide oder Herbizide, nur Kupfer und Schwefel wurden verwendet. Und davon so wenig wie nötig. Am besten gar kein Schwefel. Während sein Bruder den Obst und Gemüse Teil des Väterlichen Erbes weiterführte, setzte Pierre damals in 1968 unbewusst einen Meilenstein der alternativen Weinbereitung. Weiterlesen

Hinter den Kulissen: „Riesling Schlösser and Friends“ / Ente, Wiesbaden

Die Ente in Wiesbaden

(NM) Genuss kommt von genießen. Das ist so richtig. Doch hinter jedem Genuss steckt auch eine Menge Arbeit. Meist hat der Genießende damit wenig am Hut. Er betritt das Restaurant seiner Wahl, genießt das exzellente Essen, großartige Weine und im besten Fall eine noch bessere Kombination aus beiden. Doch diese Symbiose zwischen Wein und Essen entsteht nicht aus Zufall. Ein ganzes Team von Menschen „arbeitet“ an dem vollkommenen Genuss anderer. Doch wie sieht diese Arbeit aus? Drunkenmonday hat einmal ein Blick hinter die Kulissen bzw. in die Vorbereitungen zum Genuss-Event „Riesling Schlösser and Friends“ im Sterne-Restaurant „Ente“ in Wiesbaden geworfen. Und da für diese Veranstaltung noch Karten verfügbar sind, dürfen wir euch heute erst recht den Mund wässrig machen.

Der Rheingau gehört mit Sicherheit als Mitteldeutsche Schlemmerzentrale ganz weit nach vorne in Sachen außergewöhnliche Ess- und Trinkkultur. Ein Highlight im späten Herbst sind die „Glorreichen Rheingau Tage“. Ein Highlight dieser Veranstaltungsserie rund um dem Rheingauer Wein und speziell dem Riesling ist das Event „Riesling Schlösser and Friends“, welches diese Jahr am 10. November im Sterne Restaurant „Ente“ in Wiesbaden stattfindet. Die Riesling Schlösser Schloss Vollrads und Schloss Johannisberg laden jedes Jahr ein weiteres befreundetes Weingut ein, welche genauso wie sie selbst zu 100% Riesling anbaut. Für das Jahr 2016 wurde mit dem Moselaner VDP Weingut Reichsgraf von Kesselstadt ein mehr als ebenbürtiger Partner für das 5. Gänge Menu umfassende Gala Dinner gefunden. Sternekoch Michael Kammermeier wird ein sensationelles Menu abliefern, soviel sei vorne weg verraten. Doch woher wissen wir das? Das Stichwort lautet: Testessen.

Riesling Schlösser and Friends Weiterlesen

Jörn Goziewski – Riesling Magic

Jörn Riesling Rheingau

(NM) Es gibt Winzer und es gibt Winzer. Die einen produzieren Jahr ein Jahr aus bodenständige Weine, beglücken mit konstanten Qualitäten die Kundschaft und sind in Sachen Evolution und Revolution eher konservativ unterwegs. „Wir machen das schon immer so“. Zu Recht. Der Kunde kauft. Alles gut. Und dann gibt es Winzer wie Jörn Goziewski. Ja genau, der Jörn Goziewski. Jörns Weine hatten wir schon einige Male hier auf dem Blog vorgestellt. Jörn kann man gut und gerne als das komplette Gegenteil des „das Weingut ist seit 1792 in Familienbesitzt – der Wein schmeckt immer gleich“ Winzers bezeichnen. Wenn man glaubt, er hat das Thema Riesling auf die Spitze getrieben, setzt er im nächsten Jahr noch einen drauf. Seine Heimat ist der Rheingau, seine Hommage an ihn der Riesling und seine Markenzeichen ist sein Mut die Sachen einmal etwas anders anzugehen.

Jörn Goziewski

Umtriebiger Teufelskerl

Nachdem Jörns Ära bei dem Weingut Ankermühle 2013 zu Ende ging, machte sich der umtriebige Riesling Virtuose mit der Marke „Jörn Wein“ selbständig. Auf 1,4 Hektar gepachtetem Mutterboden, selbstredend im Rheingau rund um Geisenheim und Rüdesheim ansässig, produziert er je nach Ertrag zwischen 3000 und 4000 Flaschen Wein pro Jahr. Das der aktuelle 2015er Jahrgang zum Teil noch in den Fässern auf der Hefe schlummert, kann durchaus als Markenzeichen bezeichnet werden. Denn Jörn macht langsamen, Natur bezogenen Wein. Der forcierte Ansatz „im Herbst ernten, pressen, Hefe drauf, vergären, in die Flasche und beim Kunden bis Januar“ lässt Jörn kalt. Frisch und knackig in rauen Mengen machen Andere. Weiterlesen

Herzenswein, Hagel und Frost. Andreas Tscheppe und die grüne Libelle.

2013 Tscheppe Grüne Libelle

Dieser Artikel ist unser Beitrag zu aktuelle Weinrallye #101: Herzensweine. Gastgeber sind wir selbst, der Drunkenmonday Weinblog.

(NM) Der Arbeitsplatz eines Winzers bewegt sich in der Regel zwischen Weinberg, Weingut und Weinverkaufsveranstaltung. In durch Wände, Dächer, Türen und Toren räumlich getrennten Einhausungen kann er Temperatur und Luftfeuchtigkeit meist selbst bestimmen, ist also nicht auf Mutter Natur angewiesen. Sogar die Wunschwärme bzw. Kälte der Gärung im Stahltank kann bei guter Ausstattung der Gerätschaften mitgegeben werden. Draußen im Wingert sieht das für seine Trauben natürlich ganz anders aus.

Südsteiermark

Wünsch dir was.

Der beste Freund des Winzers ist ein gut gestimmter Petrus. Weiterlesen

Trinkt mehr Champagner: Charles Dufour „Bulles de Comptoir #4“

Dufour #4 Champagne

(NM) Champagner! „Gibt es was zu feiern?“ Nö. „Warum denn dann Champagner?“ … Seid ihr es auch leid euch immer rechtfertigen zu müssen, wenn euer Verlangen nach einem Schäumer aus der Champagne schreit? Mir geht es zumindest so. Und was tue ich dagegen? Einfach mehr Champagner aufmachen und mit Freunden teilen. Grundlos. Mittwochsabends. Freunde einladen, Flasche öffnen und anstoßen. Anderen Menschen seine Wertschätzung ihnen gegenüber mitzuteilen. Denn dafür eignet sich dieses Getränk ganz hervorragend. Das geht natürlich auch verbal, aber Champagner schafft dies wortlos. Also: trinkt mehr Champagner – einfach nur so.

Und damit man im Supermarkt an der Kasse nicht immer sich von der Lebensmittelfachangestellten die Vitrine aufschließen lassen muss, um an den Moet Chandon, Veuve Clicquot oder Heidsieck dran zu kommen, bestellt man sich im Internet einfach mal Winzer Champagner. Denn der ist in der Regel nicht nur günstiger wie die Kollegen mit den großen Namen, sondern auch oft viel spannender. Und einen dieser Winzer Champagner möchten wir euch hier und heute ganz besonders ans Herz legen: Charles Dufour „Bulles de Comptoir #4“ Weiterlesen

Günther Jauch bei Nachgefragt @ drunkenmonday.de

Günther Jauch Nachgefragt @ Drunknenmonday.de

(NM) Ich muss gestehen, es war eines der entspanntesten Interviews meiner „Karriere“ als Weinblogger. Es wurde viel gelacht und geschmunzelt, aber auch reflektierend nach interessanten und amüsanten Antworten gesucht. Mein Gegenüber und Interview Partner war Günther Jauch. Ja, der Günther Jauch. Seit vielen Jahrzehnten bekannt aus Funk und Fernsehen ist genau dieser Herr Jauch mit dem Erwerb des Weingutes von Othegraven an der Saar anno 2010 als Weingutsbesitzer vielen Weintrinkern in bester Erinnerung. Das letzteres nicht nur als strategischer Schachzug rund um die Marke und Person Günther Jauch zu werten ist, wurde in unserem Gespräch schnell klar. Seine Passion für das Kulturgetränk Wein war nicht zu übersehen. Dabei hat gerade die Stilistik des feinen, mineralischen und restsüßen Saar Riesling Kabinetts es ihm und seiner Frau sehr angetan. Praktischerweise sind diese Weine auch eine der Stärken des Weingutes von Othegraven – dem großartigen Kellermeister und Geschäftsführer Andreas Barth sei Dank.

Die Historie des heutigen Weingutes von Othegraven geht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Weiterlesen

Award, Award, wir haben ein Award!

Da isser! Der Lieblings Award!

(NM) Jedes mal wenn ich neue Artikel auf meinem Lieblings Weinblog lese, freue ich mir ein Schnitzel in dem Bauch. Denn Felix Bodmann und sein Weinblog „der Schnutentunker“ geben mir in Sachen Wein 2.0 eine innere Zufriedenheit und Bestätigung, welche mich persönlich immer wieder antreibt, hier in Sachen Wein weiter zu missionieren. Und dann das: Felix vergibt Drunkenmonday einen „Liebster Award“. Ein Award. Für Drunkenmonday. Toll!

Der Liebster Award ist dafür ausgelegt die „guten alten Blogger Zeiten“ wieder etwas zurück in die Realität von 2016 zu holen. „Damals“ wurde zum Beispiel fleißiger Blogübergreifend verlinkt, kommentiert und ausgetauscht. Wir waren das A-Team der virtuellen Weinszene, gejagt von den großen alten Recken der Weinaufsicht. Wir erlaubten uns Punkte zu veröffentlichen, ohne vorher Wein im Wert eines Einfamilienhauses gesoffen zuhaben. Wein-Meinungs-Revoluzzer. Hach, schön wars.

Der Liebster Award!

Doch nun genug der nostalgischen Gedanken. Hier die Regeln für den Liebster Award: Weiterlesen

Boden und Zeit. Marc Tempé.

Marc Tempe Magic!

(NM) Es gibt durchaus ganze Weinbauregionen auf dieser unseren Welt, mit denen ich Wein-Stilistisch nicht klar komme. Sicher darf man ganze Gebiete mit hunderten von Winzern, etlichen Rebsorten und den unterschiedlichsten Bodenbeschaffenheiten nicht über einen Kamm scheren. Doch meine persönlich Erfahrung und der Wille die Weine des Elsass zu entdecken war bis zu dieser Probe recht dünn und schwach. Vieles was mir aus diesem Fleckchen Wein Welt bis dato in das Glas kam war mir persönlich zu süß, zu mächtig oder zu Alkohol dominiert. Im schlimmsten Fall alles 3 zusammen. Somit ließ ich Elsass den Elsässern und schaute mich weiter um. Bis, ja bis auf einmal ein Winzer namens Marc Tempé meine Wege kreuzte und ich aus dem Schwärmen nicht mehr raus kam. Hier nun die Geschichte dazu.

Mit nur 8 Hektar zählt Marc Tempé sicher zu den kleineren Winzern im Elsass. Doch diese Fläche sitzt in rund 30 eigenständigen Parzellen in den Gemeinden St. Hippolyte, Hunawihr, Zellenberg, Riquewihr, Sigolsheim und Kientzheim. Solch eine Lagenvernarrtheit findet man selten. Markus Molitor an der Mosel kommt mir da vielleicht noch in den Sinn. 1993 übernahm Marc das Weingut von seinen Eltern. 1996 wurde schon auf Biodynamie umgestellt. Für ihn ist das Biosiegel auch kein Marketing Gag, sondern tiefste Überzeugung. Marc vertraut seiner peniblen Lese und Selektionierung derartig, dass er beim Abpressen und der Maischestandzeit keinen Schwefel hinzufügt. Im großen Fuder Fass findet dann die Vergärung statt. Zwischen 18 und 24 Monate liegt der Wein anschließend auf der Hefe. Den ersten Schwefel verwendet er nur im letzten Schritt bei der Abfüllung. Ein absolut puristischer Ansatz.

100/100 Weiterlesen

Die Mosel bekommt Verstärkung: Dirk verlässt Niepoort!

Dirk Niepoort & Philipp Kettern - FIO

Die zwei FIO Köpfe: Dirk van der Niepoort & Philipp Kettern

(NM+PT) Ok Freunde, festhalten: Dirk van der Niepoort verlässt eines der Kultweingüter Portugals, sein Familienweingut Niepoort und gründet zusammen mit Philipp Kettern das Projekt FIO an der Mittelmosel, wie Philipp Kettern telefonisch bestätigt. Dirks Sohn Daniel (24) wird auch involviert sein.

Das Weingut Niepoort aus Vila Nova de Gaia, die Quinta de Nápoles und Quinta do Carril werden weiterhin von Dirks Mutter Ingrid Niepoort und Schwester Verena weitergeführt. Auch Dirks Erstwohnsitz wird weiterhin in Porto bleiben, aber sein vinophiler Fokus wird sich von nun an auf den Mosel Riesling richten.

FIO, der verbindene Faden

FIO bedeutet „Faden“ auf portugiesisch. Seit 2012 verbindet ein besonderer Faden Dirk van der Niepoort und Philipp Kettern miteinander: In diesem Jahr schufen sie erstmalig den Mosel Riesling namens FIO als Gemeinschaftsprojekt. Spontan vergoren, zwei Jahre ohne Weiterlesen