Nachgefragt @ Drunkenmonday mit Hans-Peter Schwarzkopf

Hans Peter Schwarzkopf

(NM) Auf der diesjährigen Veritable im Pfälzer St. Martin, organisiert und ausgerichtet von Wein Netzwerker „Crazy“ Uwe Warnecke, hatte ich die große Ehre einen der ganz großen deutschen Kaufleute der Nachkriegsgeschichte zu interviewen: Hans-Peter Schwarzkopf (85) aus der gleichnamigen Shampoo Familie bzw. Dynastie. Doch was hat Herr Schwarzkopf auf einer Weinmesse wie der Veritable zu suchen? Ganz einfach: Hans Peter Schwarzkopf ist seit Ende des letzten Jahrtausends auf der Insel Mallorca unterwegs, um sich seinen Traum vom eigenen Weingut zu erfüllen. Mit Can Axartell ist dieser Traum 1997 in Erfüllung gegangen. Ab 1999 wurden eigene, von Anfang an Biologisch zertifizierte Reben primär von autochthonen mallorquinischen Rebsorten wie Premsal, Callet oder Manto Negro gepflanzt. Der erste Wein wurde erst 2013 auf den Markt gebracht. Aktuell werden ca. 60 Hektar biologisch bewirtschaftet und etwa 70.000 Flaschen jährlich gefüllt.

Bodega Can Axartell
Foto (c) Fernando Bosch – Photographer

Nachhaltiges arbeiten wird schon seit der Gründung von Can Axartell im Jahr 1997 groß geschrieben. Alle Weine werden ohne pumpen nach dem Gravitationsprinzip, der „Mètode Gravetat“ hergestellt. Die Trauben werden ausschließlich von Hand gelesen und bekommen die Zeit die sie brauchen im Keller bzw. auf der Flasche. Der Weiße „Blanco“ und der „Rosado“ kommen im Folgejahr auf den Markt, Rotweine wie der „Terrum“, „Ventum“, „the Artist“ oder der „Tinto Uno“ 3 oder sogar 4 Jahre später erst in den Verkauf. Die Lieblingstraube von Herrn Schwarzkopf ist übrigens der Pinot Noir. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, warum gerade diese Traube dem „Tinto Uno“ seinen feinen und eleganten Schliff gibt. Ich möchte mich noch einmal bei Herrn Schwarzkopf und dem Team von Can Axartell für die Möglichkeit des Interviews und die kostenlose Probe Flasche des „Tinto Uno“ recht herzlich bedanken.

Hier nun das Interview mit Hans Peter Schwarzkopf. Die Antworten von Hans Peter sind in fett.

1.) Trinkt mehr Weiterlesen

Anti-Palermo im Herzen Siziliens: Rosso del Conte Vertikale – 1979 bis 2016

Die Tenuta Regaleali

(NM) Historisch betrachtet hat Sizilien wenige wirkliche „Icon wines“, welche eine belegbare Qualität über 20 oder gar 30 Jahrgänge aufweisen können. Neben dem heutigen Protagonisten, dem „Rosso del Conte“ der Tenuta Regaleali fällt mir persönlich nur noch Donnafugatas „Mille e una note“, ein 1995 erstmals kreierter Blend aus Nero d’Avola, Petit Verdot und Syrah, und vielleicht noch den „Faro“ des Weingutes Palari, ein Blend der Rebsorten Nerello, Nocera und Acitana daneben ein. Dies ist mit Sicherheit der Tatsache geschuldet, dass Sizilien eine durchaus turbulente Entwicklung in Sachen eigenständiger Weinkultur in den letzten 30 bis 40 Jahren durchlebt hat. Somit ist es um so spannender den Rosso del Conte über 40 Jahre Flaschenreife sensorisch begleiten zu können. Diese Vertikal Probe im Keller der Tenuta Regaleali wird sich mit Sicherheit für immer als „once in a lifetime“ Ereignis fest in meinem Hirn verankern. Ein großes Dankeschön auf diesem Wege noch einmal an Tasca für die Einladung zu dieser einzigartigen Probe.

Die Tenuta Regaleali

Die Tenuta Regaleali – Stille und Ruhe im Herzen Siziliens

Die Tenuta Regaleali
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Save the date: Fritz Keller live / Veritable 2019

Fritz Keller & Sohn Friedrich
Foto (c) http://www.franz-keller.de

(NM) Liebe Freunde und Leser von Drunkenmonday,

Ich möchte euch gerne diesen Sommer zwei Termine ganz nahe an euer vinophiles Herz legen.

Es handelt sich einmal um den Sonntag den 30. Juni 2019, wo kein geringer als Fritz Keller vom Weingut Franz Keller im Saalbau in Neustadt an der Weinstrasse einen 2 Stündigen Vortrag über sein bewegtes Leben hält. Das Thema wird sein: „Durchgegoren – Vergangenheit und Zukunft“. Als aktueller Winzer des Jahres im GAULT&MILLAU 2019 und der Kollektion des Jahres im Falstaff 2019 würde man umgangssprachlich wohl sagen: Es läuft bei Fritz Keller. Der Vortrag beginnt um 14:30 Uhr und ist nach offizieller Anmeldung kostenlos.

Einmal in Neustadt und Umgebung angekommen, kann man auch direkt im Anschluss am Montag den 1. Juli 2019 die vielleicht schönste Weinmesse Deutschlands* – genannt Veritable – im idyllischen St. Martin besuchen. Ich habe in diesem Blog schon viele lobende Worte über diese Perle der deutschen Weinmessen verloren, somit bedarf es auch kaum mehr als euch die Rahmeninformationen der Veritable 19 mitzugeben. „Wein Enfant Terrible“ Uwe Warnecke hat es auch in 2019 wieder geschafft, die Messlatte noch ein wenig höher zu legen. Am Montag den 1. Juli 2019 ab 12 Uhr gibt es die besten Wein von über 100 national und international hochkarätigen Winzern für Fachbesucher, Gastro und Presse zu verkosten. Wie jedes Jahr brauche ich nicht zusätzliche zu erwähnen, dass die meisten Winzer persönlich ihre Weine ausschenken. Einige der Highlights in 2019 wären zum Beispiel Weine von Château Lafleur, Château Figeac, Château Cheval Blanc, Château Latour, Château Haut-Bailly und Ornellaia. Aber auch aus Deutschland und Österreich werden viele Spitzenwinzer wieder persönlich vor Ort sein und ihre großen Weine ausschenken. Für adäquate und ausreichende Verpflegung auf höchstem Niveau sorgt Ludwig Maurer und Otto-Gourmet. Die 49€ Eintritt für Veritable sind nach nötiger Online Registrierung direkt vor Ort oder auch online zu verrichten.

Alle Winzer, Anmeldung und weitere Informationen gibt es hier: www.veritable.de

Teaser gefällig? Hier sind ein paar Impressionen der letzten Jahre.

Sinnlicher Sangiovese: Chiara Condello

Chiara Condello

(NM) Fragt man versierte Weintrinker und -kenner nach der besten italienischen Region für die Sangiovese Traube, würden wohl 9.5 von 10 die Toskana nennen. Im Prinzip haben sie ja auch Recht. Die kräftigen und würzigen Vertreter aus dem Brunello Gebiet, die fruchtigen und intensiven Sangiovese aus der Maremma oder eben der Klassiker aus dem Chianti, die Rebsorte zeigt alleine in der Toskana ihr ganzes Potential. Naja, fast ihr ganzes Potential. Die Winzerin Chiara Condello kitzelt der Traube ausgerechnet in der Emilia-Romagna eine Seite hervor, welche ich singulär so noch nicht von der Rebsorte gesehen habe: den sinnlichen und feinen Sangiovese. Klingt spannend? Bitte weiterlesen. Weiterlesen

Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2018

Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2018

(NM) Mittlerweile gehört die „Meininger Finest 100“ zu den wenigen großen Händler unabhängigen Wein Events in Deutschland. Ein eben so aufregendes und qualitativ hochwertiges Portfolio an Spitzenweinen und Winzern hat vielleicht nur noch die Veritable in St. Martin zu bieten. Unseren Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2018 fanden wir jedenfalls in Mitten der Finest 100 im November 2018, an dem Stand des Weinhändlers Martin Kössler, der sich in diesem Jahr nur einem einzigen Weingut verschrieb und dessen Weine voller Enthusiasmus ausschenkte. Klaus Lage sang einmal „…und es hat zoom gemacht“. Genauso erging es mir bei diesem Wein hier. Unser Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2018 ist… Weiterlesen

Drunkenmonday Rotwein des Jahres 2018

Drunkenmonday Rotwein des Jahres 2018

(NM) In der Regel treffen wir die Kandidaten für unsere Weine des Jahres eher zufällig. Wein Nummer 37 auf Messe X oder das Mitbringsel eines Weinseligen Freundes beim Weinabend Y. Doch alle haben am Ende der Messe oder des Abends eines gemeinsam: Sie hinterlassen einen dauerhaften Eindruck, brennen sich mit ihrer Erscheinung und Aroma fest in unser Weingedächtnis und lösen emotionale Reaktionen wie Gänsehaut oder innere Glückseligkeit aus. Das mag für den ein oder anderen vielleicht befremdlich wirken, aber ist doch die persönliche Berührung der Seele für uns das höchste Kompliment, was wir Weinen zusprechen können. Unabhängig von Punktebewertungen, wo es schlussendlich nur um die „Qualität“ geht.

Den Rotwein des Jahres 2018 fanden wir schon relativ früh im Jahr. Auf der ProWein 2018 in Düsseldorf, genauer gesagt in der Österreich Halle standen wir uns das erste Mal gegenüber. Dabei war uns dieser Wein vor dieser Messe gar nicht bekannt. Der Winzer und sein Schaffen dagegen sehr wohl. Jedes Jahr gehört der Besuch seines Standes und das Verkosten seiner Weine zu den Highlights der drei Messetage. Doch was da plötzlich fast dunkel schwarz in unser Glas floss, damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Die Reaktion war ungläubiges Kopfschütteln, Gänsehaut am Unterarm und die Gewissheit, diesem Wein in aller Ruhe nach der Messe einen ganzen Abend zu widmen. Und so taten wir das dann auch. Der Drunkenmonday Rotwein des Jahres 2018 ist… Weiterlesen

Südfrankreich in Mitten der Toskana: 2014 Monteverro Tinata

2014 Monteverro Tinata

(NM) Erdkunde, 6. Klasse: Was haben die Toskana und der Süden Frankreichs neben dem Weinbau gemeinsam? Richtig, es ist der 43. Breitengrand. Geographisch ist die Gemeinsamkeit somit definiert, doch im Weinbau liegen vermeintlich Welten zwischen den beiden Regionen. Südfrankreich wird im Rotweinbereich von Rebsorten wie Syrah, Grenache, Mouvedre und Carignan dominiert, in der Toskana gibt Sangiovese ganz klar den Ton an. An der Küste im kühleren Bolgheri gedeiht auch Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc ganz hervorragend. Doch wie schaut es mit einem klassischen Südfranzösischen Blend dort aus? Das Kultweingut Monteverro probiert dies dort seit dem Jahr 2008 mit dem Rhone Blend „Tinata“ aus. Ein betörender Mix aus Syrah und Grenache. Doch werden die hohen Ansprüche erfüllt? Wir gaben uns diesem Cuvée über mehrere Stunden hin. Hier ist nun das Ergebnis. Weiterlesen

La Borne – die Geschichte eines Ausnahmerieslings

2016 Wittmann La Borne Riesling Alte Reben

(NM) Gutswein – Ortswein – Erste Lage – Große Lage. Hier hört in der Regel der Klassifizierungsansatz des VDPs auf. Das Große Gewächs steht als trockene Idealvorvorstellung der Lagen und Rebsorten Interpretation an oberster Stelle. Doch was passiert, wenn eine kleine Parzelle einer Großen Lage irgendwie quer schießt, und dem eigentlichen GG nochmal einen darauf setzt? Es wird ein Versteigerungswein. Und was für einer!

A star was born(e)

Mit dem Jahrgang 2009 vinifizierte Philipp Wittmann eine einzelne Parzelle des Westhofener Morsteins erstmalig separat. Das Resultat begeisterte den Winzer sofort und der „La Borne“ war geboren. Da aber die Menge [bedingt durch die Größe] dieser am obersten Rand des Morsteins gelegenen Parzelle so gering, die Qualität aber so gut war, wurde kurzum die Entscheidung gefällt, diesen Wein als Versteigerungswein an der Bad Kreuznacher Weinversteigerung des VDP anzustellen. Eine neuer und rarer Ausnahmeriesling war wie aus dem Nichts geboren. Denn die Qualität überzeugte von Tag eins ab.

Nicht immer, aber immer besser

Doch schon 2010 gab es einen Knick in der Karriere des La Borne Rieslings. Weiterlesen

Chenin Blanc Schönheit: 2016 Domaine Bobinet „Les Gruches“

2016 Domain Bobinet Les Gruches

(NM) Oft sind es diese „Naturweine“, welche mich nach dem ersten Schluck förmlich dazu zwingen, einen Artikel über sie zu schreiben. Was es dann schlussendlich ist, warum ich wie von der Tarantel gestochen zum Laptop renne und diese Zeilen hier niederschreibe, ist leicht gesagt: Gänsehaut. Im Leben eines Weinverliebten probiert und trinkt man viele verschiedene Weine. Die meisten sind „lecker“, werden in geselligen Runden oder beim Essen konsumiert, gefallen mir und auch den Gästen und sind in der Regel auch schnell wieder vergessen. Und dann gibt solche wie den 2016er Chenin Blanc „Les Gruches“ von der Domain Bobinet, welche mir förmlich den Kopf verdrehen und mich nicht mehr loslassen. Weiterlesen

Pfalz trifft auf Mosel: 2016 „Crazy Uwe“ Zack Zack Riesling

Crazy Uwe: Zack Zack Riesling aus 2016

(NM) Dem Drunkenmonday Headquarter wurde kürzlich ein Wein zugespielt, über den es sich definitiv lohnt, ihm einige Zeilen hier auf dem Blog zu widmen. „Zack Zack“ steht unverkennbar auf der Flasche. Das Frontetikett verrät noch die Rebsorte (Riesling) und „Crazy Uwe“. Ein Projekt Wein also. Die Nachforschungen begannen.

Im Keller

Tatsächlich steckt hinter dem Projekt „Zack Zack“ Wein Netzwerker und Veritable Urgestein Uwe „Crazy Uwe“ Warnecke. Und was für diesen Wein ein Aufwand betrieben wurde, ist dann doch schon ein wenig crazy. Uwe ließ zwei alte Mosel Fuder Fässer aus dem Keller von Nik Weis von dem Weingut St. Urbans-Hof in die Pfalz, genauer gesagt in den 250 Jahre alten Familien Keller des Weingutes Aloisiushof karren. Gefüllt wurde die Fässer mit Riesling Rebsaft aus der Pfälzer Lage Maikammerer Heiligenberg. Pfälzer Traubesaft trifft altes Mosel Fuder. Eine durchaus interessante Kombination. Weiterlesen

Bromance – 2013 Chateau Ste Michelle Cold Creek Vineyard Cabernet Sauvignon

2013 Chateau Ste Michelle Cold Creek Cabernet Sauvignon

(NM) This blogpost is written in English. Why (?), you might ask. Because these words are dedicated to one of the great winemakers of the United States of America. And he is a American native speaker – obviously.

His name is Bob Bertheau. He is running as „Head Winemaker“ at Chateau Ste. Michelle in Woodinville, Washington State. We had our first „business meeting“ (although as a wine blogger, my business differenciates pretty much from his) at the ProWein 2017. For sure, I was well aware of the quality output at Chateau Ste. Michelle, but I did not expect such a cool dude as the mastermind behind the largest winery of the whole state of Washington. As a fun fact, Chateau St. Michelles Estate Riesling is by volume the largest Riesling brand in the world! Putting the amount of produced bottles next to the year-in year-out quality of this wine, this is pretty amazing. Speaking of amazing wines. Next to the Chateau Ste. Michelle classics, like the joint venture with Ernie Loosen Riesling „Eroica“, I also tasted Bobs latest outcomes: The Ethos Reserve Cabernet and Chardonnay, two stunning and very elegant wines and the Tenet Wines „The Pundit Syrah“, a crosser between old world and new world Syrah interpretation. These wines really caught my attention. Please check them out here. Weiterlesen

Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2017

2017 Weisswein des Jahres

(NM) Gut Ding will Weile haben, das wusste schon Voltaire Mitte des 18. Jahrhunderts. Das dieser Spruch sich auch durchaus positiv auf die Entwicklung und Trinkbarkeit von VDP.Großen Gewächsen auswirkt, darauf kamen viele Winzer in Reihen des Verbands der deutschen Prädikatsweingüter erst in den letzten 2 bis 3 Jahren. Ohne jetzt vollumfänglich auf das Thema „late release“ beim Großen Gewächs einzugehen, verweise ich auf einen sehr guten Artikel zu diesem Thema von unserem geschätzten Blogger Kollegen Christoph Raffelt auf seinem Blog „Originalverkorkt“.

Da wir aber schon Mitte Februar des Jahres 2018 schreiben, will der Weißwein des Jahres 2017 schleunigst enthüllt werden. Im Gegensatz zu dem Rotwein des Jahres 2017 war/ist mir sein weißes Pendant kein Unbekannter. Seit Jahren verfolge ich die Entwicklung des Weingutes und im speziellen auch die Entwicklung dieses Weines. Und vielleicht mag auch diese langjährige Beziehung zu diesem Wein, diese Faszination der Wandlung und Selbstfindung, der ausschlaggebende Grund dafür gewesen sein, dem Wein dieses Jahr die Krone des Weißwein des Jahres aufzusetzen. Kürzlich trank ich eine 2011er Version des Weines und war zu tiefst beeindruckt. Aber der aktuelle Jahrgang, und da bin ich mir ganz sicher, ist mit Abstand der stärkste und beeindruckendste Jahrgang dieses Weines. Vorhang auf!

Unser Weißwein des Jahres 2017 ist… Weiterlesen

Drunkenmonday Rotwein des Jahres 2017

2017 Drunkenmonday Rotwein des Jahres

(NM) Bevor hier der Drunkenmonday Rotwein des Jahres enthüllt wird, vielleicht ein paar Worte darüber, was ein Rotwein des Jahres haben muss, um die Krone aufgesetzt zu bekommen. Erst einmal sollte er getrunken und nicht nur auf einer Messe oder einem Event probiert werden. Damit fliegen all die großen Weine aus dem Rennen, welche dieses Jahr zum Beispiel auf der Veritable, der ProWein, dem Meininger Finest 100 oder auf unzähligen Hausmessen verschiedener Händler probiert wurden. Denn eine der wichtigsten Regeln ist: Überraschen muss er, ja sogar sprachlos machen und trotzdem das Hirn minutenlang mit Information fluten, um direkt seine Eindrücke in Form von Weinbeschreibungen notieren zu müssen. Und das auch beim zweiten und dritten Schluck. Dafür ist auf den Messen und Veranstaltungen meist zu wenig Zeit.

Somit wird ein Wein des Jahres in der Regel zu Hause oder auf privaten Proben konsumiert. Wobei das Wort „konsumiert“ bei dem Rotwein des Jahres 2017 eigentlich durch „hinunter gestürzt“ ersetzt werden sollte. Denn dieser Wein überschlug sich förmlich mit Trinkfluss, regte über die Maßen zum nächsten Schluck an, wie es mir in dieser Form noch nie bei einem Rotwein untergekommen ist. Doch bei allem Drang die Kehle hinunterzufließen, faszinierte mich der Wein durch eine fast schon unerklärliche Kombination aus Leichtigkeit, Persistenz und Länge. Minimize to the max. Wenn Eleganz und Verspieltheit jede Form von Kraft und Druck spielend wettmachen, ohne dabei aber an Tiefe und Komplexität einzubüßen, kann das eigentlich nur eine rote Rebsorte auf dieser Welt leisten. Richtig, Pinot Noir.

Somit ist unser Drunkenmonday Rotwein des Jahres 2017… Weiterlesen

Wieso, weshalb, warum: Coravin?

Coravin Two Elite
(NM) Im November des letzten Jahres wurde mir die Ehre zu Teil, mich mit 30 weiteren „Wein 2.0“ Kollegen als offizieller Coravin Produkt Tester mit dem Gerät auszutoben und in der Online Welt darüber zu berichten. Wer mich und Drunkenmonday kennt, wird nun nicht überrascht sein, wenn ich nicht den 287. Bericht über „wie funktioniert Coravin eigentlich“ hier poste. Dazu gibt es hier ein nüchternes Video. Da muss man das Rad nicht neu erfinden.

Produkt Tester

Ein Tester testet. Das habe ich getan. Rauf und runter. Etliche Flaschen wurden aus dem privaten Weinkeller und dem einiger Freunde „angepiekst“ und mehr oder weniger geleert. Und ich kann mit Freude berichten, dass das Gerät perfekt funktionierte. Egal ab mit dünner „Vintage Nadel“ für ältere Weine/Korken (hier musste ein 1969er Carretta Barolo Cannubi dran glauben), dem „Dekantier Aufsatz“ für einen 2013 Glaetzer Amon-Ra Shiraz Jungspund oder einfach wahllos einen Wein aus dem Keller gegriffen, das Gerät enttäuschte nie. Kann man für 300€ Anschaffungspreis aber auch eigentlich erwarten. Weiterlesen

Quo Vadis Deutscher Cabernet Franc?!

Quo Vadis Deutscher Cabernet Franc?

(NM) Cabernet Franc gehört ohne Zweifel zu den großartigsten roten Rebsorten dieses Planeten. Einige meiner persönlich beeindruckendsten und emotionalsten Rotweinerlebnisse habe ich diese Rebsorte zu verdanken. Gerne erinnere ich mich an unsere Clos Rougeard Probe zurück, welche für mich den Cabernet Franc von der Loire mit an die Spitze meiner bescheidenen Weinwelt stellte. Doch nicht nur in Frankreich wird aus dieser Rebsorte großer Wein erzeugt. Weltweit betrachtet kommt mir hier Le Macchioles „Paleo“ oder Duemani aus der Toskana, Warwick und Holden Manz Cabernet Franc aus Südafrika oder das Kalifornische Kult Weingut Viader mit ihrem „Dare“ in den Sinn.

Oft nur Verschnittpartner

Doch reinsortig ist Cabernet Franc außerhalb der Loire recht selten anzutreffen. Oft wird er in einem klassischen Bordeaux Blend mit Cabernet Sauvignon oder Merlot verschnitten. Hier kommt ihm seine recht würzige, pfeffrige und an getrocknete Kräuter und grüne Paprika erinnernde Art zugute. Somit war es gar nicht so einfach, gerade aus Deutschland stammende reinsortige Cabernet Francs zu finden. Mit tatkräftiger Hilfe und dem geballten Fachwissen der Facebook Gruppe „Hauptsache Wein“ konnten wir doch letztendlich 20 reinsortige Deutsche Cabernet Franc von 17 Winzern der Probe anstellen.

Die Liste der blind verkosteten Weine

2013 Philipp Kuhn Laumersheimer Cabernet Franc „Reserve“
2015 Weinhandel Kreis RouRou Rouge Cabernet Franc
2015 Zähringer Heitersheimer Maltersgarten Cabernet Franc
2012 Nico Espenschied Cabernet Franc
2012 Theo Minges Cabernet Franc
2011 Immengarten Hof Cabernet Franc
2009 Ziegler Gimmeldinger Schlössl Cabernet Franc
2014 Ziegler Gimmeldinger Schlössl Cabernet Franc
2012 Fritz Waßmer Cabernet Franc
2014 Kistenmacher Hengerer Cabernet Franc „Frederic“
2013 Weingut Bös Cabernet Franc RS
2015 Peth Wetz Cabernet Franc Grand Vintage (Fassprobe)
2015 Escher Cabernet Franc Goldreserve ***
2012 Manz Cabernet Franc Kranzberg ***
2013 Martin Waßmer Oelberg Cabernet Franc
2008 Gaul Cabernet Franc
2015 Gaul Cabernet Franc Reserve
2012 Weingut Stadt Klingenberg Cabernet Franc R
2014 Weingut Stadt Klingenberg Cabernet Franc R
2012 Knipser Cabernet Franc (Magnum)
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Ritt auf der Rasierklinge: Seckinger Pinot Rosé Brut Nature

Seckinger Pinot Brut Nature Sekt

(NM) So kurz vor Jahresende ist die ideale Zeit, um auf spannende und außergewöhnliche deutsche Schaumweine aufmerksam zu machen. Die letzten Sekte der Drunkenmonday Serie „Winzersekt auf der Überholspur“ befassten sich meist mit großen, erhabenen und majestätischen Deutschen Sekten. Heute drehen wir den Spieß einmal um, denn unser heutiger Kandidat spielt in der „Null Kompromisse“ Liga unten den Schaumweinen. Ich bitte euch erst die komplette Verkostungsnotiz zu lesen und sich dann zu entscheiden, ob ihr euch an das Ding hier herantraut. Ich darf vorstellen: Seckinger Pinot Rosé Brut Nature Weiterlesen

Die Seele der Champagne: 2007 Sapience – Benoit Marguet

2007 Marguet Sapience Champagner

(NM) Achtung Spoiler: Der oben beschriebene Wein wird erstmalig auf diesem Blog die 100 Punkte bekommen. Wer also das „Warum“ erfahren möchte, lese den Artikel bitte bis zum Schluss… Vor nicht allzu langer Zeit fand in einem nicht allzu entfernten Bundesland eine denkwürdige und (vor allem für mich) bewusstseinserweiternde Champagner Probe statt. Champagner „no limits“. Wir berichteten hier vorab darüber. Zusammengefasst suchten 16 Sommeliers und Weinschreiber in dieser einzigartigen Blindprobe unseren Ideal-, Bilderbuch- oder auch einfach ultimativen Champagner. Das Ergebnis war für mich persönlich schockierend, überraschend und doch so wunderbar wohltuend. Die Geschichte eines ganz normalen Nachmittags in München. Weiterlesen

Bitte keine Punkte. Trinkt doch einfach. 2012 Chateau Trocard Monrepos / Bordeaux

2012 Chateau Trocard Monrepos

(NM) Selbstreflexion. Diesen Post hätte ich mir vor 5 oder 6 Jahren selbst nicht zugetraut. Doch nun stehe ich hier (Sinnbildlich) und empfehle der Welt da draußen einen Rotwein aus dem Bordeaux. Einen welcher keine 13€ kostet und mich ziemlich geflasht hat. „Endlich“ mag der ein oder andere sagen, ist der Medenbach im Bordeaux angekommen. Es war zumindest kein steiniger Weg. Erst hat mich die Frucht der Neuen Welt in seinen Bann gezogen, dann das vielseitige Italien mit seinen schier unendlichen autochthonen Rebsorten. Und nun bin ich im Mutterland des Qualitätsweinbaus angekommen. Im größten zusammenhängendem Weinbaugebiet der Welt. Dem Bordeaux. Und hier ist „mein“ Wein daraus. Weiterlesen

Jeb Dunnuck verlässt den Wine Advocate – Implodiert das Parker Imperium?

Jeb Dunnuck leaves WA

(NM) Jeb Dunnuck verlässt den Wine Advocate. Er macht sich ähnlich wie Antonio Galloni oder James Suckling unter eigenem Namen Selbständig. Ist das nur ein weiterer Schritt in der Implosion des Parker Imperiums? Oder steckt die „Marke“ Parker das locker weg? Erfahren werden wir es wohl nicht. Aber das System in Frage stellen dürfen wir schon.

Schauen wir einmal 10 Jahre zurück. Neben Robert Parkers Wine Advocate sind es der Winespectator und Jancis Robinson, welche auf globaler Ebene die wichtigsten Wein Kritiker Stimmen abgeben. Auf Regionaler Ebene gibt es noch weitere wichtige Instanzen. Allen „the Burghound“ Meadows für das Burgund, Platter für Südafrika, Maroni für Italien, James Halliday für Australien und Penin und Proenza für Spanien, um nur ein paar zu nennen. Auch reine Print Magazine wie Decanter, Wine Enthusiast oder das Wine and Spirits Magazine mischen bei den Bewertungen kräftig mit. Doch die „big boys“ sind Robinson, Parker und der Winespectator. Und wie schaut es heute aus? Weiterlesen

Der ultimative Champagner wird gesucht: „No Limit Champagne“ Blindverkostung

Champagner "No Limit"

(NM) Mal angenommen 16 Deutsche Top Sommeliers, Wein Journalisten und Blogger werden gefragt, ihren Lieblings Champagner (preislich „no limit“) in einer Blindprobe gegeneinander antreten zu lassen. Diese 16 Wein Nasen bewerten und verkosten dann in einem K.O. System alle Schaumweine in 2er Flights. Der „Bessere“ kommt weiter, der „Schlechtere“ fliegt raus. Wunschdenken? Nein, denn genau das passiert am 6. Mai 2017 zwischen 13 und 16 Uhr in der Grapes Weinbar in München. „Champagner No Limit“ heißt das Ganze. Ausgeführt auf dem neutralen Boden der Grapes Weinbar. Und am Ende wird wohl der ultimative der ultimativen Champagner gekrönt.

Dort mit aufzulaufen ist eine große Ehre für mich, denn ich darf den Drunkenmonday Weinblog würdig vertreten. Welchen Champagner ich ausgewählt habe, wird natürlich nicht verraten. Hier die Infos zu dem Event im Detail:

“No Limit Champagne“ – Blindverkostung

Grapes Wine Bar in München am 6. Mai 2017 – 13 bis 16 Uhr

Der Live-Stream auf Facebook startet um 12:30h mit der Vorstellung der einzelnen Champagner durch die teilnehmenden Sommeliers und Journalisten, die zu diesem Zeitpunkt ihre Smartphones abgeben müssen. Hier ist der Link dazu.

16 Champagner
16 Top Sommeliers und Journalisten (keine Händler)
1 Moderator (Stefan Grabler/Grapes Weinbar)


Die Teilnehmer:
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Diven, Zeit und DAS FEST: 2015 Barth Riesling Große Gewächse

2015 Barth Riesling GGs

(NM) Wie man es macht, macht man es nicht richtig. So oder so ähnlich muss sich der ein oder andere VDP Winzer fühlen, wenn er im Herbst des Folgejahres seine Großen Gewächse auf den Markt bringt, und sich sein Großes Gewächs X aus Lage Y absolut bockig und geschmacklich zugenagelt gibt. Wenn dann auch noch das Wer-Ist-Wer der medial einflussreichsten Weinschreiber in Wiesbaden zur Vorab Großen Gewächs Probe zusammensitzt, und sein Schützling die Diva in sich entdeckt, braucht der geübte Verkoster viel Erfahrung und Weitblick, um die wahre Größe vieler solcher Gewächse zu erkennen. Leider drückt sich dieses Phänomen selten in vielen Punkten, sondern eher in vielen Fragezeichen aus. Suboptimale Startbedingungen.

Doch was tun?

Der Winzer zwickt in der Steckmühle. Große Weine brauchen bekanntlich Zeit um ihr volles Potential auszuschöpfen. Und wenn das Große Gewächs früh alles zeigt, geht ihm nach einigen Jahren im Keller oft die Puste aus. Was also tun um den richtigen Augenblick der jugendlichen Schönheit in Wort und Bild abgelichtet zu bekommen? Die Antwort ist für den Journalisten beglückend und für den Probeflaschen verschickenden Winzer eher ernüchternd: Einfach x-mal in dem Jahr nach der Veröffentlichung die Pullen aufreißen und hoffen, dass der richtige Verkoster zur richtigen Zeit die Karte mit den 90+x Punkten zückt.

Barth 2015 Riesling GGs

Nachdem mir im September des letzten Jahres Mark Barth – nach alter Tradition folgend – seine zwei aktuellen Riesling GGs des Jahrgangs 2015 zuschickte, konnte ich es kaum erwarten diese zu verkosten. Mit großer Neugier und Verlangen öffnete ich die beiden Weine nachdem sie ein paar Tage im Keller ruhten. Doch schnell stellte sich Ernüchterung ein. Vor mir standen zwei zickige Diven im Glas, die so gar nicht mit mir reden wollten. Da auch mit Dekantieren nichts zu holen war, gab es nur eine Lösung. Die ersten zickigen Eindrücke notieren, Korken drauf und ab in den Kühlschrank. Doch auch ein 4 tägiger Kuschelkurs mit Nachprobe half hier nichts. So konnte ich die Weine weder adäquat bewerten noch beschreiben. Die Zeit verging. Weiterlesen

Unvereinbar vereint: Unser Rotwein des Jahres 2016

Rotwein des Jahres 2016!

So langsam muss ich mich ja schon beeilen, im Sommer 2017 interessiert der Rotwein des Vorjahres reichlich wenig. Dabei wurde er doch gerade vor ein paar Wochen erst entdeckt, bzw. streichelte mir mit seinem samtigen Schmirgelpapier über den Gaumen. In der letzte Woche des Jahre 2016, bei einem kleinen kurz-nach-Weihnachten Umtrunk mit „musst du unbedingt mal probieren“ Empfehlungen war es um mich geschehen. Nach 2 Schluck dieses Elixieres und dem darauf folgenden ungläubigen Kopfschütteln schoss es mir wie ein Geistesblitz in mein noch recht klar denkendes Hirn: Dieser Rotwein vereint am Gaumen fast Unvereinbares und kann somit nur der Rotwein des Jahres werden. Und hier stehen wir jetzt. Unser Rotwein des Jahres 2016 ist demnach… Weiterlesen

Mineralitäten: Champagner des Jahres 2016!

2016 Champagner des Jahres

Wie es der Zufall so wollte, verkostete ich den Champagner des Jahres 2016 auf der Veranstaltung des Jahres 2016. Da wir dafür aber keine offizielle Kategorie haben, darf ich nun in diesem Artikel auf die schiere Größe und Ausnahmestellung dieser Veranstaltung freundlich aber distinkt hinweisen. Der Meininger Verlag lud im November 2016 in Saalbau zu Neustadt an der Weinstraße zu der vielleicht singulär beeindrucktesten deutschen Weinfachveranstaltung neben privat organisierten Proben ein: Der Meininger Finest 100. Der Ansatz ist so einfach wie ehrfurchteinflößend. Lade zu den vielleicht besten 100 Weingütern dieser Erde viel zu wenige Sommeliers, Weinhändler und Presse Fuzzies ein und überfordere den überwältigten Gast mit zu viel gutem Wein. „Once in a lifetime“ für 7 Leben. Wahrlich ein Luxusproblem.

Top of the Tops – in allen Belangen

Meine Kritik ist bescheiden: Bei dem gebotenen LineUp hätte sich noch Chateau Petrus oder das ein oder andere „First Growth“ aus dem Bordeaux gut gemacht. Rein der Vollständigkeit halber. Denn sonst war aus fast allen hochkarätigen Weinregionen die Creme de la Creme zum Verkosten angetreten, inkl. Domain de la Romanée Conti, Giacomo Conterno, Ponsot, J.J. Prüm und aus der Champagner alles was groß und teuer ist. Wo wir wieder beim eigentlichen Thema des Artikels wären: Der Champagner des Jahres 2016. Dieser ist tatsächlich ein Champagner, genauer gesagt ein ganzes Champagner Haus. Dieses schaffte es auf der Meininger Finest 100 lockerst monumentale Häuser wie Krug, Bollinger (inkl. R.D. 2002), Jacquesson, Eric Rodez oder Roederer ganz links liegen zu lassen. Zudem glänzten sie mit für mich persönlich noch nie dagewesenen Schaumweinqualitäten. Für mich waren die Weine die perfekte Interpretation des Thema Champagner. Somit ist der Champagner des Jahres 2016 (stellvertretend für das Sortiment, Philosophie, Anspruch und Qualität des Hauses)… Weiterlesen

Skandal? Unser Weißwein des Jahres 2016!

Weißwein des Jahres 2016

2016 ist schon wieder rum.
Rückwirkend betrachtet schossen wir wie mit Warp Antrieb durch das abgelaufene Jahr. Somit wird es also wieder Zeit sich den Highlights des Jahres zu widmen. Dieses Jahr gibt es neben dem Rot- und Weißwein des Jahres auch erstmals einen Schaumwein des Jahres 2016. Es gibt viel zu erzählen und damit wir keine Zeit verlieren, lassen wir gleich die erste Katze aus dem Sack: Unser Weißwein des Jahres ist… Weiterlesen

Bordeaux und Biodynamie: 2010 Chateau Fougas Maldoror Organic Premium

2010_chateau_fougas_organic

Die Jahrgänge 2009 und 2010 gehen definitiv als Jahrgänge der Superlativen in die Geschichte des Bordeaux ein. Noch nie gab es so viele 95-99 Punkte von Parker, Suckling, Winespectator und co. Ebenfalls noch nie wurde so häufig die perfekte 100 Punkte Karte gezogen. Doch neben den hohen Bewertungen fiel eine weitere wichtige Konstante durch extrem hohe Werte auf: der Alkohol. In klassischen Jahrgängen liegt der Alkohol Prozentsatz quer durch das Bordeaux zwischen 12,5% und 13,5% Alkohol. Jeder Wein mit 14% oder mehr fällt deutlich auf. Doch 2009 und 2010 konnte man froh sein „nur“ 14% Alkohol in seinem hoch bewerteten Wein zu finden. Die Realität sah wie folgt aus: Einige St.Emilion-Weingüter erzeugten 2010 Weine mit über 16 Prozent Alkohol. Dies war mit Sicherheit des schneller reifenden Merlots zu verdanken, welcher gerade im St. Emilion überwiegend angebaut wird. Doch selbst Weine wie Haut-Brion und La Mission Haut-Brion brachten es auf über 15 Prozent Alkohol. Weine mit weniger als 14 % musste man suchen. So etwas hat man im Bordeaux bis dato noch nicht gesehen.

Bordeaux und Biodynamie

In solchen Ausnahmejahren wie 2010 sind Weine wie der 2010er Château Fougas Maldoror Organic Premium dagegen eher selten zu finden. Sein Alkoholgehalt beträgt gerade einmal 13% – und das bei voll ausgereiftem Traubenmaterial. Doch wie geht so etwas? Eine mögliche Antwort lautet: Biodynamie. Weiterlesen