Bitte keine Punkte. Trinkt doch einfach. 2012 Chateau Trocard Monrepos / Bordeaux

2012 Chateau Trocard Monrepos

(NM) Selbstreflexion. Diesen Post hätte ich mir vor 5 oder 6 Jahren selbst nicht zugetraut. Doch nun stehe ich hier (Sinnbildlich) und empfehle der Welt da draußen einen Rotwein aus dem Bordeaux. Einen welcher keine 13€ kostet und mich ziemlich geflasht hat. „Endlich“ mag der ein oder andere sagen, ist der Medenbach im Bordeaux angekommen. Es war zumindest kein steiniger Weg. Erst hat mich die Frucht der Neuen Welt in seinen Bann gezogen, dann das vielseitige Italien mit seinen schier unendlichen autochthonen Rebsorten. Und nun bin ich im Mutterland des Qualitätsweinbaus angekommen. Im größten zusammenhängendem Weinbaugebiet der Welt. Dem Bordeaux. Und hier ist „mein“ Wein daraus. Weiterlesen

Innerer Zwist, Zwiespalt und die Folgen: Die Rotweine des Jahres 2014!

2014 Rotweine des Jahres

(NM) Rückblickend war das Jahr 2014 ein … – ach lassen wir das. Es ging drunter und drüber, wir haben auf unzähligen Messen, Proben und Reisen unseren vinophilen Horizont erweitert, viel Wein ausgespuckt und wahrscheinlich auch genau so viel getrunken. Es wird, wie auch in 2013, einen Rotwein und einen Weißwein des Jahres 2014 bei Drunkenmonday geben. Die Weine können, müssen aber nicht zwingen in diesem Jahr hier schon vorgestellt worden sein, denn gerade die Weihnachtszeit bietet doch viel Gelegenheit für den ein oder anderen großen Wein zwischen Plätzchen, Gans und plus 8 Grad Celsius.

Dann doch zwei.

Für unseren Rotwein des Jahres 2014 gab es leider inneren Zwist und Zwiespalt. Zwei Weine standen an, diesen Titel einzuheimsen. Nach viel hin und her, Rücksprache mit der Gruppe und dem inneren Seelenfrieden haben es nun schlussendlich beide Weine auf Platz eins geschafft. Von außen und mit etwas Abstand betrachtet macht die Entscheidung aber durchaus Sinn. Denn beide Weine sind so Grundverschieden wie sie nur sein können. Der Eine aus dem Segment des „Luxus-Premium-Dicke-Hose“ Weines, voller Sinnlichkeit, Qualität und Wow-Effekt, der Andere leise, tief, irgendwo freakig und der Widerspruch in sich. Somit jetzt und hier die beiden Rotweine des Jahres 2014 bei Drunkenmonday: Weiterlesen

Die wunderbare Welt von La Louviere

la_louviere

(NM) Es gibt Weingüter auf diesem Planeten, die lassen mit ihren Weinen, ihrer Philosophie und ihrem künstlerichen Charme eine leichte Märchenhaftigkeit in so manchem Konsumenten aufkeimen. Natürlich ist dies alles nur Fiktion, aber man kann der Domaine La Louviere durchaus eingestehen, dass sie in ihrer Gesamtheit die Ernsthaftigkeit des Weinbusiness geschickt verdrängt. Von außen betrachtet ist das Konzept mehr als stimmig: Die Hierarchie eines Wolfsrudels, verknüpft mit Menschlichen Herrschaftsbedürfnissen, verpackt in zauberhaft etikettierten Weinflaschen. Das alles aus einem Weinbaugebiet ohne Prunk, Prestige und Vorschusslorbeeren, wo Winzerhandwerk noch vor Massenkompatibilität steht. Die wunderbare Welt von La Louviere: authentisch, klar strukturiert, hübsch anzusehen und ganz schnell ganz nah am Herzen gelegen – und das alles irgendwo aus dem Hinterland Südwest Frankreichs.

Apropos Hinterland: die AOC Malepère liegt im westlichen Languedoc, Südlich der Stadt Carcassonne. Dort residiert die Domaine La Louviere. Laut Wikipedia umfasst die Region etwa 620 Hektar Rebfläche verteilt auf 39 Gemeinden. Seit 2007 dürfen die Rot- und Roseweine der Region unter der Herkunftsbezeichnung Appellation d’Origine Contrôlée (kurz AOC) verkauft werden. Die Weißweine laufen weiter unter Côtes de la Malepère. Die zugelassenen roten Rebsorten für dieses Gebiet sind Merlot (mind. 50%), Cabernet Franc und Malbec. Weißweine werden nicht durch die AOC reguliert, doch wird primär Chardonnay, Sauvignon Blanc, Viognier, Chenin Blanc und Mauzac in der Region angebaut. Obwohl das Gebiet zwar geographisch zu dem Languedoc gehört, geht es dort deutlich rauer, windiger, kühler und kantiger im Vergleich zu den Küstenregionen zu. Ganz deutlich schlägt sich dies in den extrem langen Reifeperioden nieder. Wenn Ende Oktober/Anfang November an der Küste schon Jungweinfest gefeiert wird, kann in Malepere noch die eine oder andere Parzelle Malbec gelesen werden. In den Ausläufern der Pyrenäen liegen die Weinberge bis zu 700 Meter hoch und beinhalten extrem diverse Bodenformationen, was der Grund dafür ist, warum das Einzellagen-Prinzip hier absolut keinen Sinn macht.

Ich möchte euch 5 Weine des Weingutes La Louviere heute hier vorstellen. Zweimal Weiß und dreimal Rot. Den ausgezeichneten Schaumweinen der Domaine, den „Crémant de Limoux“, werde ich mich in einem separaten Artikel noch einmal widmen. Vorhang auf für die wunderbare Welt von La Louviere.

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Locker machen: Vergleichbarkeit von Weinen.

Vergleichbarkeit von Weinen

(NM) Heute gibt es ein kniffeliges Thema. Eines, welches mir schon lange im Kopf herumschwirrt und regelmäßig in Wein 2.0 zu Diskussionen führt. Es geht um die Vergleichbarkeit von Weinen, bezogen auf ihre Qualität in Verbindung mit den persönlichen Vorlieben. Denn irgendwie kennen wir doch alle die Situation: Ein geselliger Abend, größere Runde, mehrere Flaschen Wein werden aufgemacht, es wird blind verkostet. Keiner kennt alle Weine auf dem Tisch. Die ersten Vermutungen werden ausgesprochen, die Weine in Kategorien gepackt. Persönliche Vorlieben bestimmen, von welchem Wein nachgeschenkt wird, welcher einem persönlich also besser schmeckt. Unterbewusst werden die Weine in unserem Kopf verglichen. „Wein A hat eine super klare Frucht, reifes Tannin, ein wenig Kräuter und Röstaromen, eine tolle Säure – den mag ich den ganzen Abend trinken. Wein B und C sind mir hingegen viel zu üppig und fett. Ihnen fehlt es an Struktur. Sie wirken plump und langweilig – haben aber mit Sicherheit viele Parker Punkte. Nicht meins….“ So oder so ähnlich läuft es doch in unseren Köpfen ab. Und was machen wir? Wir vergleichen die Weine. Für uns. Nach unserem Geschmack. Und siehe da: Wein A, kühler Blaufränkisch aus dem Burgendland gefällt mir viel besser wie Wein B und C, einem Primitivo aus Apulien und einem modernen Syrah aus der Toskana. Doch die Gruppe am Tisch ist sich nicht ganz so einig…

Doch darf man diese Weine auf Grund ihrer unterschiedlichen Rebsorten, Regionen, Macharten und Jahrgängen qualitativ vergleichen? Zwei unterschiedliche Thesen hierzu fasse ich hier nun einmal zusammen: Weiterlesen

Frankreich oder Brasilien – hauptsache Bordeaux! 2004 Miolo Lote 43 Reserva

2004 Miolo Lote 43 Reserva(NM) Ich bin ehrlich. Ich bin kein großer Freund Bordelaiser Gewächse. In meinen Augen bezahlt man in den meisten Fällen einfach zu viel Geld für die gebotene Weinqualität. Doch auf einmal kommt ein brasilianischer Rotwein daher und erinnert mich genau an das, was ich oft vergebens in Bordeaux suche: Würze, Körper, Frucht und Überzeugung!

Mit dem Wein ist es manchmal schon ulkig. Da kauft man sich vor fast 4 Jahren eine Flasche brasilianischen Rotwein. Der „beste“ Rotwein Brasiliens soll er sein. Sehr „alte Welt“ im Stil. Soso, ab in den Keller zu den anderen super interessanten und abgefahrenen Einzelflaschen. Es sind diese Art von Weine, die man im Eifer und Gefecht erwirbt, um sie später geschickt in Blindproben zum Thema X als Pirat einzuschleusen. Doch diese Blindproben finden nie statt. So dümpelte der „beste Rotwein Brasiliens“ mehrere Jahre in meinem Keller herum. Bis zum heutigen Tag.

Ganz ehrlich: jetzt könnte ich mir in den Po beißen nicht auf diese ominöse Blindprobe gewartet zu haben. Weiterlesen

Wie Originel – REWE Wein goes BIO

Originel Wein von Barton und Guestier

(JR) Bioware wird zunehmend auch von Supermärkten und Discountern verkauft. Doch Skepsis ist angebracht. Das BIO Siegel der EU hat durch gezielte Lobby Arbeit der Food Industrie mit den Idealen der Biobewegung nicht mehr allzu viel zu tun. Alles kann und darf sich BIO nennen, auch wenn nur ein Teil des Produktes biologisch erzeugt wurde. Ökologisch produzierte Lebensmittel dürfen laut EU Verordnung zudem bis zu 0,9 % gentechnisch veränderte Organismen enthalten. Synthetische Pestizide? Auch kein Problem für das BIO Label.

Ganz übel kann es den „biologisch“ erzeugten Weintrauben nach der Lese dank moderner Kellertechnik ergehen. Hier ist – trotz BIO – buchstäblich alles erlaubt: Mostkonzentration, Kaltvergärung, Schwefel bis der Arzt kommt, genetisch veränderte High-Tech-Hefen – you name it. Weiterlesen

Guter Bordeaux aus schlechtem Hause: Chateau Malmaison 2006

Chateau Malmaison Bordeaux 2006

(CLD) Warum jemand sein Schlösschen übersetzt „schlechtes Haus“ nennt, sei dahingestellt. Am Wein wird´s definitiv nicht liegen, soviel sei vorweggenommen.

Es ist Samstag abend auf der Couch: Mangels reifem Bordeaux in Griffweite nehme ich den eigentlich viel zu jungen Chateau Malmaison 2006 zur Hand und unterziehe den Wein aus Moulis-en-Médoc einer Reifeprüfung. Chateau Malmaison wurde 1973 von dem umtriebigen Baron Edmond de Rothschild akquiriert und seine 24 Hektar völlig auf Vordermann gebracht, zumeist durch Neupflanzungen. Seit einigen Jahren gilt es als Geheimtipp für preisbewusste Bordeaux-Liebhaber, nicht das einzige Chateau in Moulis mit diesem Ruf.

Die Flasche wird kurzerhand geköpft und nach kurzer Sauerstoff-Frischzellenkur direkt ins Glas geleitet. Erste Überraschung: Weiterlesen

Gitarre zum Wein? Wines that Rock!

Wines that rock(NM) Nach „Wein, Weib und Gesang“ gibts es nun die längst überfällige Weiterentwicklung „Wein und Musik“, genauer gesagt das Projekt der Mendocino Wine Co. „Wines that rock„. Grundlage hierfür sind 3 legendäre Musik-Alben, dessen „Spirit“ durch drei Weine quasi verflüssigt ins Glas gebracht werden soll. Genauer gesagt handelt es sich um das Rolling Stones Best of Album „Forty Licks“ (präsentiert durch einen Merlot), Pink Floyd’s „The Dark Side of the Moon“ (vinisiert durch Cabernet Sauvignon) und den Spirit von „Woodstock“ (Chardonnay).

Schon alleine die Labels der Flaschen zaubern jedem Musikliebhaber ein Lächeln auf die Lippen. Weiterlesen

Zu Besuch bei Weingut Philipp Kuhn

Weingut Philipp Kuhn (NM+MF) Wenn man schon mal in Laumersheim ist, bietet sich die Gelegenheit perfekterweise an, einmal bei dem Weingut Philipp Kuhn vorbeizuschauen. Wer mit der Deutschen Wein bzw Rotweinszene bereits etwas kollidiert ist, wird um den Namen Kuhn nicht herumgekommen sein.

Etliche Siege bzw Top 3 Platzierungen bei diversen großen Rotwein-Wettbewerben mit der vollen Bandbreite seines unglaublich breiten Angebots an Rebsorten reinen Weinen und Cuveés, machen das Weingut Kuhn zu einem sehr spannenden „Allrounder“ Weingut. Erstaunlicher Weise waren alle Weine die ich probiert habe (egal ob Liter Riesling, Viognier oder Merlot) von großartiger Qualität, gerade bezogen auf den Preis.  Folgendes habe ich probiert: Weiterlesen