Bitte keine Punkte. Trinkt doch einfach. 2012 Chateau Trocard Monrepos / Bordeaux

2012 Chateau Trocard Monrepos

(NM) Selbstreflexion. Diesen Post hätte ich mir vor 5 oder 6 Jahren selbst nicht zugetraut. Doch nun stehe ich hier (Sinnbildlich) und empfehle der Welt da draußen einen Rotwein aus dem Bordeaux. Einen welcher keine 13€ kostet und mich ziemlich geflasht hat. „Endlich“ mag der ein oder andere sagen, ist der Medenbach im Bordeaux angekommen. Es war zumindest kein steiniger Weg. Erst hat mich die Frucht der Neuen Welt in seinen Bann gezogen, dann das vielseitige Italien mit seinen schier unendlichen autochthonen Rebsorten. Und nun bin ich im Mutterland des Qualitätsweinbaus angekommen. Im größten zusammenhängendem Weinbaugebiet der Welt. Dem Bordeaux. Und hier ist „mein“ Wein daraus. Weiterlesen

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Diven, Zeit und DAS FEST: 2015 Barth Riesling Große Gewächse

2015 Barth Riesling GGs

(NM) Wie man es macht, macht man es nicht richtig. So oder so ähnlich muss sich der ein oder andere VDP Winzer fühlen, wenn er im Herbst des Folgejahres seine Großen Gewächse auf den Markt bringt, und sich sein Großes Gewächs X aus Lage Y absolut bockig und geschmacklich zugenagelt gibt. Wenn dann auch noch das Wer-Ist-Wer der medial einflussreichsten Weinschreiber in Wiesbaden zur Vorab Großen Gewächs Probe zusammensitzt, und sein Schützling die Diva in sich entdeckt, braucht der geübte Verkoster viel Erfahrung und Weitblick, um die wahre Größe vieler solcher Gewächse zu erkennen. Leider drückt sich dieses Phänomen selten in vielen Punkten, sondern eher in vielen Fragezeichen aus. Suboptimale Startbedingungen.

Doch was tun?

Der Winzer zwickt in der Steckmühle. Große Weine brauchen bekanntlich Zeit um ihr volles Potential auszuschöpfen. Und wenn das Große Gewächs früh alles zeigt, geht ihm nach einigen Jahren im Keller oft die Puste aus. Was also tun um den richtigen Augenblick der jugendlichen Schönheit in Wort und Bild abgelichtet zu bekommen? Die Antwort ist für den Journalisten beglückend und für den Probeflaschen verschickenden Winzer eher ernüchternd: Einfach x-mal in dem Jahr nach der Veröffentlichung die Pullen aufreißen und hoffen, dass der richtige Verkoster zur richtigen Zeit die Karte mit den 90+x Punkten zückt.

Barth 2015 Riesling GGs

Nachdem mir im September des letzten Jahres Mark Barth – nach alter Tradition folgend – seine zwei aktuellen Riesling GGs des Jahrgangs 2015 zuschickte, konnte ich es kaum erwarten diese zu verkosten. Mit großer Neugier und Verlangen öffnete ich die beiden Weine nachdem sie ein paar Tage im Keller ruhten. Doch schnell stellte sich Ernüchterung ein. Vor mir standen zwei zickige Diven im Glas, die so gar nicht mit mir reden wollten. Da auch mit Dekantieren nichts zu holen war, gab es nur eine Lösung. Die ersten zickigen Eindrücke notieren, Korken drauf und ab in den Kühlschrank. Doch auch ein 4 tägiger Kuschelkurs mit Nachprobe half hier nichts. So konnte ich die Weine weder adäquat bewerten noch beschreiben. Die Zeit verging. Weiterlesen

Unvereinbar vereint: Unser Rotwein des Jahres 2016

Rotwein des Jahres 2016!

So langsam muss ich mich ja schon beeilen, im Sommer 2017 interessiert der Rotwein des Vorjahres reichlich wenig. Dabei wurde er doch gerade vor ein paar Wochen erst entdeckt, bzw. streichelte mir mit seinem samtigen Schmirgelpapier über den Gaumen. In der letzte Woche des Jahre 2016, bei einem kleinen kurz-nach-Weihnachten Umtrunk mit „musst du unbedingt mal probieren“ Empfehlungen war es um mich geschehen. Nach 2 Schluck dieses Elixieres und dem darauf folgenden ungläubigen Kopfschütteln schoss es mir wie ein Geistesblitz in mein noch recht klar denkendes Hirn: Dieser Rotwein vereint am Gaumen fast Unvereinbares und kann somit nur der Rotwein des Jahres werden. Und hier stehen wir jetzt. Unser Rotwein des Jahres 2016 ist demnach… Weiterlesen

Mineralitäten: Champagner des Jahres 2016!

2016 Champagner des Jahres

Wie es der Zufall so wollte, verkostete ich den Champagner des Jahres 2016 auf der Veranstaltung des Jahres 2016. Da wir dafür aber keine offizielle Kategorie haben, darf ich nun in diesem Artikel auf die schiere Größe und Ausnahmestellung dieser Veranstaltung freundlich aber distinkt hinweisen. Der Meininger Verlag lud im November 2016 in Saalbau zu Neustadt an der Weinstraße zu der vielleicht singulär beeindrucktesten deutschen Weinfachveranstaltung neben privat organisierten Proben ein: Der Meininger Finest 100. Der Ansatz ist so einfach wie ehrfurchteinflößend. Lade zu den vielleicht besten 100 Weingütern dieser Erde viel zu wenige Sommeliers, Weinhändler und Presse Fuzzies ein und überfordere den überwältigten Gast mit zu viel gutem Wein. „Once in a lifetime“ für 7 Leben. Wahrlich ein Luxusproblem.

Top of the Tops – in allen Belangen

Meine Kritik ist bescheiden: Bei dem gebotenen LineUp hätte sich noch Chateau Petrus oder das ein oder andere „First Growth“ aus dem Bordeaux gut gemacht. Rein der Vollständigkeit halber. Denn sonst war aus fast allen hochkarätigen Weinregionen die Creme de la Creme zum Verkosten angetreten, inkl. Domain de la Romanée Conti, Giacomo Conterno, Ponsot, J.J. Prüm und aus der Champagner alles was groß und teuer ist. Wo wir wieder beim eigentlichen Thema des Artikels wären: Der Champagner des Jahres 2016. Dieser ist tatsächlich ein Champagner, genauer gesagt ein ganzes Champagner Haus. Dieses schaffte es auf der Meininger Finest 100 lockerst monumentale Häuser wie Krug, Bollinger (inkl. R.D. 2002), Jacquesson, Eric Rodez oder Roederer ganz links liegen zu lassen. Zudem glänzten sie mit für mich persönlich noch nie dagewesenen Schaumweinqualitäten. Für mich waren die Weine die perfekte Interpretation des Thema Champagner. Somit ist der Champagner des Jahres 2016 (stellvertretend für das Sortiment, Philosophie, Anspruch und Qualität des Hauses)… Weiterlesen

Skandal? Unser Weißwein des Jahres 2016!

Weißwein des Jahres 2016

2016 ist schon wieder rum.
Rückwirkend betrachtet schossen wir wie mit Warp Antrieb durch das abgelaufene Jahr. Somit wird es also wieder Zeit sich den Highlights des Jahres zu widmen. Dieses Jahr gibt es neben dem Rot- und Weißwein des Jahres auch erstmals einen Schaumwein des Jahres 2016. Es gibt viel zu erzählen und damit wir keine Zeit verlieren, lassen wir gleich die erste Katze aus dem Sack: Unser Weißwein des Jahres ist… Weiterlesen

Bordeaux und Biodynamie: 2010 Chateau Fougas Maldoror Organic Premium

2010_chateau_fougas_organic

Die Jahrgänge 2009 und 2010 gehen definitiv als Jahrgänge der Superlativen in die Geschichte des Bordeaux ein. Noch nie gab es so viele 95-99 Punkte von Parker, Suckling, Winespectator und co. Ebenfalls noch nie wurde so häufig die perfekte 100 Punkte Karte gezogen. Doch neben den hohen Bewertungen fiel eine weitere wichtige Konstante durch extrem hohe Werte auf: der Alkohol. In klassischen Jahrgängen liegt der Alkohol Prozentsatz quer durch das Bordeaux zwischen 12,5% und 13,5% Alkohol. Jeder Wein mit 14% oder mehr fällt deutlich auf. Doch 2009 und 2010 konnte man froh sein „nur“ 14% Alkohol in seinem hoch bewerteten Wein zu finden. Die Realität sah wie folgt aus: Einige St.Emilion-Weingüter erzeugten 2010 Weine mit über 16 Prozent Alkohol. Dies war mit Sicherheit des schneller reifenden Merlots zu verdanken, welcher gerade im St. Emilion überwiegend angebaut wird. Doch selbst Weine wie Haut-Brion und La Mission Haut-Brion brachten es auf über 15 Prozent Alkohol. Weine mit weniger als 14 % musste man suchen. So etwas hat man im Bordeaux bis dato noch nicht gesehen.

Bordeaux und Biodynamie

In solchen Ausnahmejahren wie 2010 sind Weine wie der 2010er Château Fougas Maldoror Organic Premium dagegen eher selten zu finden. Sein Alkoholgehalt beträgt gerade einmal 13% – und das bei voll ausgereiftem Traubenmaterial. Doch wie geht so etwas? Eine mögliche Antwort lautet: Biodynamie. Weiterlesen

Wenn Wein die Seele füttert: 2011 Houillon-Overnoy Chardonnay Arbois Pupillin

2011 Houillon-Overnoy Chardonnay

(NM) Im Englischen gibt es mitunter ganz wunderbare Sprüche und Floskeln, welche ins Deutsche übersetzt einfach nur merkwürdig klingen. „This wine feeds my soul“ – „dieser Wein füttert meine Seele“ klingt im Englischen nach „Balsam für die Seele“, im Deutschen nach Magenknurren im parapsychischen Unterhaus. In der Weinwelt finden sich aber durchaus Weine, die genau dieses Balsam für die Seele sind und diese auch mit dem füttern, was ihr vielleicht bedingt durch Stress oder Trauer abhandengekommen ist. Wein als Stimmungspendel in Richtung Heiterkeit und innerer Zufriedenheit. Und voila, hier ist einer dieser Gattung, zumindest für mich. 2011 Houillon-Overnoy Chardonnay Arbois Pupillin aus dem Jura.

Maison Pierre Overnoy ist bzw. war sowas wie der stille Großmeister des „Vin Naturel“ im Jura bzw. vielleicht neben dem Zappelphilipp Nicolas Joly auch in ganz Frankreich. Als Pierre 1968 von Papa Overnoy die 2,6 Hektar Weinberge in Pupillin – in der Nähe des Dorfes Arbois – übernahm, führe er den Betrieb dort „traditionell“ weiter. Keine Fungizide, Pestizide oder Herbizide, nur Kupfer und Schwefel wurden verwendet. Und davon so wenig wie nötig. Am besten gar kein Schwefel. Während sein Bruder den Obst und Gemüse Teil des Väterlichen Erbes weiterführte, setzte Pierre damals in 1968 unbewusst einen Meilenstein der alternativen Weinbereitung. Weiterlesen

Jörn Goziewski – Riesling Magic

Jörn Riesling Rheingau

(NM) Es gibt Winzer und es gibt Winzer. Die einen produzieren Jahr ein Jahr aus bodenständige Weine, beglücken mit konstanten Qualitäten die Kundschaft und sind in Sachen Evolution und Revolution eher konservativ unterwegs. „Wir machen das schon immer so“. Zu Recht. Der Kunde kauft. Alles gut. Und dann gibt es Winzer wie Jörn Goziewski. Ja genau, der Jörn Goziewski. Jörns Weine hatten wir schon einige Male hier auf dem Blog vorgestellt. Jörn kann man gut und gerne als das komplette Gegenteil des „das Weingut ist seit 1792 in Familienbesitzt – der Wein schmeckt immer gleich“ Winzers bezeichnen. Wenn man glaubt, er hat das Thema Riesling auf die Spitze getrieben, setzt er im nächsten Jahr noch einen drauf. Seine Heimat ist der Rheingau, seine Hommage an ihn der Riesling und seine Markenzeichen ist sein Mut die Sachen einmal etwas anders anzugehen.

Jörn Goziewski

Umtriebiger Teufelskerl

Nachdem Jörns Ära bei dem Weingut Ankermühle 2013 zu Ende ging, machte sich der umtriebige Riesling Virtuose mit der Marke „Jörn Wein“ selbständig. Auf 1,4 Hektar gepachtetem Mutterboden, selbstredend im Rheingau rund um Geisenheim und Rüdesheim ansässig, produziert er je nach Ertrag zwischen 3000 und 4000 Flaschen Wein pro Jahr. Das der aktuelle 2015er Jahrgang zum Teil noch in den Fässern auf der Hefe schlummert, kann durchaus als Markenzeichen bezeichnet werden. Denn Jörn macht langsamen, Natur bezogenen Wein. Der forcierte Ansatz „im Herbst ernten, pressen, Hefe drauf, vergären, in die Flasche und beim Kunden bis Januar“ lässt Jörn kalt. Frisch und knackig in rauen Mengen machen Andere. Weiterlesen

Herzenswein, Hagel und Frost. Andreas Tscheppe und die grüne Libelle.

2013 Tscheppe Grüne Libelle

Dieser Artikel ist unser Beitrag zu aktuelle Weinrallye #101: Herzensweine. Gastgeber sind wir selbst, der Drunkenmonday Weinblog.

(NM) Der Arbeitsplatz eines Winzers bewegt sich in der Regel zwischen Weinberg, Weingut und Weinverkaufsveranstaltung. In durch Wände, Dächer, Türen und Toren räumlich getrennten Einhausungen kann er Temperatur und Luftfeuchtigkeit meist selbst bestimmen, ist also nicht auf Mutter Natur angewiesen. Sogar die Wunschwärme bzw. Kälte der Gärung im Stahltank kann bei guter Ausstattung der Gerätschaften mitgegeben werden. Draußen im Wingert sieht das für seine Trauben natürlich ganz anders aus.

Südsteiermark

Wünsch dir was.

Der beste Freund des Winzers ist ein gut gestimmter Petrus. Weiterlesen

Trinkt mehr Champagner: Charles Dufour „Bulles de Comptoir #4“

Dufour #4 Champagne

(NM) Champagner! „Gibt es was zu feiern?“ Nö. „Warum denn dann Champagner?“ … Seid ihr es auch leid euch immer rechtfertigen zu müssen, wenn euer Verlangen nach einem Schäumer aus der Champagne schreit? Mir geht es zumindest so. Und was tue ich dagegen? Einfach mehr Champagner aufmachen und mit Freunden teilen. Grundlos. Mittwochsabends. Freunde einladen, Flasche öffnen und anstoßen. Anderen Menschen seine Wertschätzung ihnen gegenüber mitzuteilen. Denn dafür eignet sich dieses Getränk ganz hervorragend. Das geht natürlich auch verbal, aber Champagner schafft dies wortlos. Also: trinkt mehr Champagner – einfach nur so.

Und damit man im Supermarkt an der Kasse nicht immer sich von der Lebensmittelfachangestellten die Vitrine aufschließen lassen muss, um an den Moet Chandon, Veuve Clicquot oder Heidsieck dran zu kommen, bestellt man sich im Internet einfach mal Winzer Champagner. Denn der ist in der Regel nicht nur günstiger wie die Kollegen mit den großen Namen, sondern auch oft viel spannender. Und einen dieser Winzer Champagner möchten wir euch hier und heute ganz besonders ans Herz legen: Charles Dufour „Bulles de Comptoir #4“ Weiterlesen

Boden und Zeit. Marc Tempé.

Marc Tempe Magic!

(NM) Es gibt durchaus ganze Weinbauregionen auf dieser unseren Welt, mit denen ich Wein-Stilistisch nicht klar komme. Sicher darf man ganze Gebiete mit hunderten von Winzern, etlichen Rebsorten und den unterschiedlichsten Bodenbeschaffenheiten nicht über einen Kamm scheren. Doch meine persönlich Erfahrung und der Wille die Weine des Elsass zu entdecken war bis zu dieser Probe recht dünn und schwach. Vieles was mir aus diesem Fleckchen Wein Welt bis dato in das Glas kam war mir persönlich zu süß, zu mächtig oder zu Alkohol dominiert. Im schlimmsten Fall alles 3 zusammen. Somit ließ ich Elsass den Elsässern und schaute mich weiter um. Bis, ja bis auf einmal ein Winzer namens Marc Tempé meine Wege kreuzte und ich aus dem Schwärmen nicht mehr raus kam. Hier nun die Geschichte dazu.

Mit nur 8 Hektar zählt Marc Tempé sicher zu den kleineren Winzern im Elsass. Doch diese Fläche sitzt in rund 30 eigenständigen Parzellen in den Gemeinden St. Hippolyte, Hunawihr, Zellenberg, Riquewihr, Sigolsheim und Kientzheim. Solch eine Lagenvernarrtheit findet man selten. Markus Molitor an der Mosel kommt mir da vielleicht noch in den Sinn. 1993 übernahm Marc das Weingut von seinen Eltern. 1996 wurde schon auf Biodynamie umgestellt. Für ihn ist das Biosiegel auch kein Marketing Gag, sondern tiefste Überzeugung. Marc vertraut seiner peniblen Lese und Selektionierung derartig, dass er beim Abpressen und der Maischestandzeit keinen Schwefel hinzufügt. Im großen Fuder Fass findet dann die Vergärung statt. Zwischen 18 und 24 Monate liegt der Wein anschließend auf der Hefe. Den ersten Schwefel verwendet er nur im letzten Schritt bei der Abfüllung. Ein absolut puristischer Ansatz.

100/100 Weiterlesen

Deutscher Chardonnay? Ein Blindproben-Selbstversuch.

Deutscher Chardonnay - Wo stehen wir?

(NM) Beim Spätburgunder haben wir Deutschen „so von außen betrachtet“ ja schon einiges erreicht. Auch wenn Sieben Achtel der weltweiten Wein Freaks unseren „Schpahtburgunder“ nur vom hören-sagen oder der Dekanter Trophy kennen, darf man der deutschen Interpretation der Königin der Rotweinsorten einen gewissen Qualitätsruf und Anspruch nicht ausreden. Regelmäßig schicken wir mit Spätburgunder von der Ahr, aus Baden, Rheinhessen oder der Pfalz renommierte Premier und Grand Grus aus dem Burgund in Blindproben nach Hause. Doch um International die ganzen großen Schnitte zu machen, sind die Produktionen der großen Spätburgunder viel zu gering. Und selber saufen wir das Zeug ja auch noch recht gerne. Somit ist der deutsche Pinot Noir „so von außen betrachtet“ fast schon mit dem Yeti zu vergleichen – alle kennen ihn, doch noch keiner hat ihn gesehen.

Doch was macht eigentlich deutscher Chardonnay? Sind wir doch einmal ehrlich. Außer dem ständigen Vergleich mit seinem ideal Vorbild aus dem Burgund antreten zu müssen, hat deutscher Chardonnay stilistisch bzw. typizizätisch (neues Wort – geht auf mich) in etwa so viel Strahlkraft wie eine 4 Watt Stromspar-Funzel von Ikea. Und das ist sehr schade. Sicher, Riesling hat die Pole Position der Weißweinsorten in Deutschland auf ewig gebucht, doch ist auch der deutsche Chardonnay durchaus in der Lage sich seine Lorbeeren zu verdienen – und wir helfen ihm heute dabei. Weiterlesen

200 Prozent Riesling: 2013 Joern Riesling „Arancia“

Die dunkle Seele des Rieslings: 2013 Jörn Arancia Riesling

Lange habe ich versucht den 2013er Joern „Arancia“ Riesling in eine bereits existierende Schublade zu stecken. „Riesling Großes Gewächs“ – nein: Der Wein ist viel zu Lagen/Gebiets- untypisch. „Deutscher Landwein“ – um Gottes Willen: Das ist wohl die Schublade mit der geringsten Aussagekraft. „Riesling Orange Wine“ – auch schlecht: Entspricht zwar seiner Herstellungsmethode, aber unterstreicht nicht die Qualität, die dieser Riesling zu zeigen vermag. „Riesling Naturwein“ – ganz übel: Absolut verschrienes Genre, fehlinterpretiert und sowieso in der breiten Masse nicht verstanden. Was mache ich also mit diesem extremen Riesling? Ganz einfach: zeigen, erklären und erleben lassen. Was sollte man auch sonst mit einem Wein tun, welcher einem so unverfälscht auch die dunkle Seele seiner Rebsorte zeigt? Weiterlesen

Viel mehr als die Summe der Einzelteile: Drunkenmonday Rotwein des Jahres 2015!

The winner is? Unser Rotwein des Jahres 2015.

(NM) Unser Rotwein des Jahres 2015 schaffte es – ähnlich wie der Weißwein des Jahres 2015 – sich gleich durch mehrere beeindruckende, glanzvolle, überzeugende und unvergessliche Auftritte seinen Platz an der Sonne zu sichern.

Die Geschichte hierzu ist schnell erzählt.

Jedes Jahr rufen wir Drunkenmonday „intern“ zu einem Treffen der besonderen Art auf. „Die beste Flasche“ könnte man das Thema dieses Abends kurz und knapp zusammenfassen. Jeder bringt eine Flasche großen Wein mit. Nicht mehr und nicht weniger. Dank der Konstellation und den Vorlieben unserer Gruppe kommt es dabei zu einer kunterbunten Mischung an sensationellen Tropfen. Der Rotwein des Jahres 2015 konnte sich an diesem Abend, trotz großer Konkurrenz aus dem Bordeaux, Burgund, der Toskana und co. ohne Mühen unangefochten an die Spitze des Feldes setzen. Seine nahezu perfekte Art den „kompletten“ Rotwein widerzuspiegeln, brachte uns alle nahe an den Rand der Verzweiflung. Solch eine überwältigende und gleichzeitig balancierte Interpretation eines Weines aus dieser Region hatte keiner von uns bis dato im Glas gehabt. Perfektes, seidiges Mundgefühl, maximal Konzentration von Frucht, Würze und Herkunft, ohne auch nur im Ansatz zu überfordern oder aufdringlich zu wirken. Ein wahres Meisterwerk, geschaffen durch sensibles Winzerhandwerk und eine einzigartige Herkunft. Unser Rotwein des Jahres ist: Weiterlesen

Rheingau reloaded: Die 2014 Barth Riesling GG’s

Trio Infernale: 2014 Barth Riesling GGs

Bei der unüberschaubaren Weinauswahl auf dem deutschen Markt fällt es mir wirklich schwer, gewisse, mir „interessante“ Weine über einen Jahrgang hinaus zu verfolgen. Zu groß sind die Auswahl und der Reiz an dem Neuen und Unbekannten. Zudem lässt die schiere Informations-Überflutung auf Facebook, Twitter und co. uns stündlich vergessen, was wir letztes oder gar vorletztes Jahr richtig gut fanden. Man reitet auf der Welle schier unendlicher Auswahl durch das Meer des Weines. Doch sollten wir aber durchaus öfter zurück zu dem Bekannten und Vertrauten gehen und die Entwicklung im Mikrokosmos Weingut mit offenen Augen zu verfolgen. Denn dort kann sich über nur wenige Jahre ganz erstaunliches abspielen. Bestens belegbar an den Großen Gewächsen des Wein- und Sektgutes Barth. Weiterlesen

Mehr als nur überfällig – unser Weißwein des Jahres 2015

2015 Weißwein des Jahres

(NM) Zweitausendfünfzehn ist vielleicht genau die Anzahl von Weinen die wir in 2015 verkostet haben. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall ist es ein Jahr, auf welches wir gerne zurückblicken. Viele große Weine haben uns ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, haben uns Gänsehaut Momente beschert und uns durch innere Glückseligkeit und vinophiler Vollkommenheit dankend zurücklehnen lassen. Doch ein Weißwein hat uns in 2015 dieses emotionsgeladene Programm mehr als nur einmal durchlaufen lassen. Unser Weißwein des Jahres 2015.

Schon im Mai 2015, auf der VDP Mainzer Weinbörse gab es das erste Kennenlernen. Schnell wurde klar, dass hier der beteiligte Winzer durch seine jahrelange konsequente Herangehensweise und der Entscheidung, seinen Wein später wie die meisten seiner Mitstreiter auf den Markt zu bringen auszahlen sollte. Somit ging unser Weißwein des Jahres 2015 schon im Mai als einziger 5 von 5 Sterne Wein in die Aufzeichnung der VDP Weinbörse ein. Im August gab es dann ein zweites, Fulminates Wiedersehen. Während einer 80 Weine umfassenden Monster-Probe auf dem Weingut von Wilhelm Weil brachte der sonst sehr scheue Winzer mit klaren und gefassten Worten die lautstark diskutierende Gruppe zurück auf den Pfad des nötigen Respektes, um seinen Wein, der als nächster in der Probe stand, diesen zu ermöglichen. Das anschließende Schweigen im Saal war Ausdruck genug, um diesen wahrlich großen Wein zu huldigen.

Meine Nackenhaare machten auf jeden Fall eine Laola.

Dann im September brachten wir den Wein auf die große Bühne. In einer denkwürdigen und komplexen 50 Personen Wein-Veranstaltung ging der Wein mit mehr als nur einem „WoW“ als klarer Favorit der Angereisten Riesling Fans mit stolzer Brust und erhobenem Haupt von der Bühne. Doch die finale Entscheidung, diesen Wein als Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2015 zu küren, fiel im Dezember, als wir in einer kleinen aber feinen Weinrunde den Segen des anwesenden Drunkenmonday Teams einholten und auch dem letzten Unwissenden dieses Meisterstücks der Rheingauer Riesling Kunst einschenkten. Unser Weißwein des Jahres 2015 ist: Weiterlesen

Schöne alte neue Weinwelt

Cool climat: 2013 Alpha Domus Barnstormer Syrah

(NM) Noch vor zehn oder mehr Jahren, als die alte Welt noch die alten Welt, und die neue Welt die neue Welt war, hatte es der versierte Frucht-Konzentrat-Trinker ausgesprochen leicht. Die molligen, kräftigen und warmen Rotweine kamen alle samt aus Australien, Neuseeland, Chile oder Kalifornien. Kurz auf das Herkunftsland geschaut und selbstsicher wurde die Flasche „Shiraz“, „Malbec“ oder „Cabernet Sauvignon“ aus dem Regal gegriffen. Mit den erworbenen 15,8% Alkohol (abgerundet auf 14,5%) konnte die Fruchtbombe ohne Angst vor zu viel Säure oder austrocknendem Tannin zünden.

Zwischen den Welten

Spätestens in 2015 sieht die neue Welt/alte Welt Nummer schon ganz anders aus. Auf einmal steht anstelle von Shiraz „Syrah“ auf dem Label und deklariert einen neuen Welt-Wein mit alten Welt Attitüden. Jetzt muss der Frucht-Konzentrat-Trinker schon zwei Mal hinschauen, um nicht zufällig mit Säure, Frische und moderatem Holzeinsatz überrascht zu werden. Ich persönlich sehe aber genau in dieser entstehenden Schnittmenge der beiden – salopp gesagt – Wein Stile ein neues, großes und unglaublich spannendes Weinentdeckungsfeld mit vielen Unbekannten und Überraschungen. Sicher wird jetzt der ein oder andere Winzer mit Gamay aus Lodi oder Cabernet Franc aus dem Barossa Weinbautechnisch ins Klo greifen, aber sind es vielmehr die geänderten An- und Ausbaumethoden (frühere Lese, weniger neues Holz, wilde Hefen) die einen einst molligen Shiraz zum würzigen und animierenden Syrah werden lassen, ohne aber auf die reife „neue Welt Frucht“ verzichten zu müssen. Und wie es der Zufall so will, darf ich euch heute zwei solcher „zwischen den Welten“ Vertreter vorstellen. Weiterlesen

Erdverbundenheit – Dominique Léandre-Chevalier (DLC)

33.333 Reben pro Hektar

(NM) In vielerlei Hinsicht ist ein Winzer auch nur ein Landwirt, welcher seine Früchte ca. 60-80 cm über der Erde jedes Jahr auf neue von hölzernen Rebstöcken erntet. In wie weit er dabei mit der Natur Synergien schafft, d.h. durch geschickte Eingriffe sie in ihrem Handeln unterstützt und ohne chemische und bio-chemischen Helferlein ihr freien Lauf lässt, obliegt einzig und alleine dem Winzer. Auf der anderen Seite gibt es auch eine ganze Menge an vornehmlich Trauben-Landwirten, die nur die Mengen Optimierung im Sinn haben und potentielle Risiken auf Seiten der Natur durch exzessiven Düngen und dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zu minimieren versuchen. Schlussendlich hat der Weintrinker als solches die Wahl, was ihm sein Weingenuss wert ist. Das der naturnahe und unterstützende Ansatz hier oft nicht der günstigere ist, brauche ich wohl nicht extra zu betonen.

33.333 Reben pro Hektar

Reb-Tuning

Mit Dominique Leandre-Chevalier und seinem Chateau Le Queyroux hat die Gattung der naturnahen und qualitätsverrückten Hexenmeister des Weinbaus vermutlich seinen Vorsitzenden gefunden. Weiterlesen

Grill-Glück in Flaschen: 2011 HowZit Shiraz

Flüssiges Testosteron: 2011 HowZit Shiraz

(NM) Zum Glück (!) bietet der Rheingau aktuell noch keine optimalen klimatischen Bedingungen, um die Shiraz Traube zur Vollreife zu bringen. Was also tun, wenn 2 Rheingauer Winzer die Lust verspüren einen „deftigen“ Männer-Grill-Kumpel-Fleisch Wein aus genau dieser Rebe zu vinifizieren? Logo, sie rufen ihre Buddys in Südafrika an. Denn dort wächst ganz ausgezeichneter Wein für genau diese Zwecke. Und ehe man sich versieht war die Idee für den „HowZit“ Shiraz geboren: Flüssiges Testosteron für umtriebige Männer Abende an der Männer-Domain Nummer 1: dem Grill. Weiterlesen

Ankermühle – Rheingau 2.0

Ankermuehle Riesling Hölle und Hase

Jörn Goziewski ist Kopf, Herz, Genie und Wahnsinn hinter den Weinen des Rheingauer Weingutes Ankermühle. Wer Jörn persönlich kennenlernt, dem eröffnet sich sein Winzer-Talent wohl erst beim Verkosten seiner einzigartigen und mutigen Weine. Er ist kein Mann der lauten und großen Worte, versteckt sich gern hinter frechen T-Shirt-Slogans und wirft dennoch den ein oder anderen klassischen Riesling-Ansatz über den Haufen um klassische Rieslinge zu machen. Ein Widerspruch in sich? Ganz und gar nicht. Weiterlesen

Tänzelnde Präzision aus dem Beaujolais: Julien Sunier

2013_Julien_Sunier

Achtung! Hier werden gleich drei Weine aus dem Beaujolais vorgestellt. Moment, Beaujolais? Ist das nicht diese Region im Burgund, die uns jährlich mit dieser „Nouveau“ Kampagne deutlich zeigt, um welche Region man als interessierter Qualitätsweintrinker einen großen Bogen machen sollte? Doch wenn Sie jetzt noch hier fleißig am Lesen sind, haben Sie sich folgenden Information redlich verdient: Es gibt auch richtig feinen Wein aus dem Beaujolais! Und Julien Sunier zeigt uns eindrucksvoll, wie dieser schmeckt. Weiterlesen

Nachhaltigkeit, Eleganz und subtile Weltklasse: Ata Rangi / Neuseeland

2012 Ata Rangi Pinot Noir

(NM) Neuseelands Landschaften eignen sich nicht nur für perfekt inszenierte „Herr der Ringe“ Verfilmungen, sondern geben auch divenhaften Rebsorten wie dem Pinot Noir ein wunderbares Zuhause. Über eine nachhaltig bezaubernde Begegnung mit dieser Rebsorte aus meisterhafter Winzer-Hand mag ich nun berichten.

Ata Rangi ist nicht eines dieser „klassischen“ Neuseeländischen Weingüter, die primär Sauvignon Blanc in seiner ganzen Beliebigkeit produzieren und „nebenbei“ noch Chardonnay und Pinot Noir anbieten, um das Sortiment zu vervollständigen. Sie gehen den komplett umgekehrten Weg: Fokussiert wird sich auf Pinot Noir und Chardonnay, ihr Sauvignon Blanc komplettiert das Auftreten nach außen. Auf ca. 48 Hektar kultiviert Ata Rangi zu 100% nachhaltigen Wein. Neben der IS0 14001 Zertifizierung für ihr Weinbergs Management, welches seit über 30 Jahren nach biologischen Methoden durchgeführt wird, ist das Weingut auch Gründungsmitglied der „Sustainable Winegrowing of New Zealand“ Organisation. Somit haben also ihre Weinberge seit über 30 Jahren keine Herbizide oder Insektizide mehr gesehen. Nicht nur für Neuseeland ist dies eine extrem lange Zeit. Weiterlesen

Weinrallye #84: Lasst die Perlen tanzen ! – Das Resümee

Weinrallye deutscher sekt

Nachdem wir vor fast genau zwei jahren zum ersten eine Weinrallye ausrichten durften – Thema damals: “Sind 5€ die Grenze des guten Geschmacks?”, hatten wir trotz Wein-Messenmarathon (Prowein, Summa & VInitaly innerhalb von 11 Tagen) nun zur Weinrallye Nr 84 aufgerufen und mit Freude zum Perlentanz gebeten.

Auf geht’s zur Perlen Reise:

Der Kaquus Hausmannskost Blog führt uns mit einem Riesling Sekt an die Saar.

Und auch Thomas von weinverkostungen.de zog es in das Saartal: In einer Ode an die Saar präsentiert er einen Riesling Sekt „traditionelle Flaschengärung im altklassischen Stil“ aus dem Weingut meiner Geisenheim Komilitonin Christiane Wagner.

Boris vom sparkling-online machte sich auf nach Baden und präsentiert eine Cuvee aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier.

Susanne vom Hundertachtziggrad Blog haben wir (wieder) vor eine Herrausforderung gestellt: Sie weiht uns in ihr schwieriges Verhältnis zu deutschem Sekt ein. Es mußte erst ein \pi\ no (sprich: „Pinot“) her, um sie Gefallen finden zu lassen.

Der Sammlerfreak.ch geht in der Pfalz ins Volle: „Ein Sekt macht Champagner Konkurrenz

Mein Wein – Meine Musik reist in den Rheingau und zeigt uns mit“Reisling Sekt, schön trocken!„.

Ebenfalls in meine Rheinaguer Heimat führt uns Edelste-Weine.de haben und präsentieren den Riesling Sekt „Herrlichkeit“

Uns hat es gleich zu einem Sekt-Doppel Pfalz & Rheinhessen animiert. Stichwort: „Deutscher Sekt auf der Überholspur“.

Dein Weinrallye #84 Artikel ist hier nicht aufgelistet? Oder du kennst eine der hier noch fehlt? Dann bitte einfach einen Kommentar mit dem Link hinterlassen und ergänzen die Auflistung.

Weinrallye 84: Deutscher Sekt auf der Überholspur – Jülg/Weinreich

Deutsche Sekte auf der Überholspur: Jülg & Weinreich

(NM) Als Ausrichter der Weinrallye 84 „Deutscher Sekt“ lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, unsere Klein-Serie „Winzersekt auf der Überholspur“ unter dem Weinrallye-Motto wieder in das Rampenlicht zu rücken. In dem heutigen Beitrag stellen wir euch gleich 2 ungewöhnliche Deutsche Sekte vor. Beide Sekte stammen von Deutschen Winzern, die in der Vergangenheit nicht primär für ihre Sekte Ruhm und Ehre aus Funk und Fernsehen entgegengelobt bekommen haben: Weingut Jülg aus Schweigen in der Südpfalz und Weingut Weinreich aus Bechtheim in Rheinhessen.

Weinrallye#84 deutscher Sekt

Auf dem ersten Blick ähneln sich beide Sekte: 2012 Weinreicht Pinot Brut Nature und Jülg Blanc de Noir Réserve Extra Brut. Beide bestehen aus Spätburgunder und Schwarzriesling, beide wurden nach der Methode Champenoise (d.h. der zweiten Gärung in der Flasche) ausgebaut und beide haben für Schaumwein-Verhältnisse extrem wenig Zucker. Doch geschmacklich, stilistisch und sensorisch liegen Welten zwischen den beiden qualitativ hochwertigen Schaumweinen. Sie besetzen fast schon oppositionelle Lager. „Was denn nun?“ darf zu Recht gefragt werden. Hier nun die Auflösung. Weiterlesen

Unvergessliche Sternstunden mit Markus Molitor

…dem inoffiziellen deutschen Meister im Wein-5-Kampf.

Sternstunde mit Markus Molitor

Gutes Timing unsererseits. Seit vorletzter Woche rummelt es gewaltig um das Weingut Markus Molitor aus Bernkastel-Wehlen. Nicht weniger als 3x hat Robert Parker Stephan Reinhardt für den Wine Advocat die magischen 100 Punkte für 3 *** Auslesen aus dem Hause Molitor vergeben. Dazu etliche weitere 98/97/96 Punkte für Weine aus der 2013er Kollektion des umtriebigen Mannes von der Mittelmosel. So etwas gab es im Deutschland weit noch nie.

Leider beinhaltet unsere Probe keine der 3 100 Punkte *** Auslesen aus 2013, dafür aber ein Äquivalent aus 2012. Doch bevor wir im Detail auf die genialen Weine des Hauses eingehen, muss man einfach noch einige Wort über die Person, das Weingut und „the Brain“ Markus Molitor verlieren. Nüchtern und von außen betrachtet ist Markus Molitor schichtweg wahnsinnig. Mit welcher Leidenschaft, Passion und welchem Qualitätsanspruch er jedes Jahr bis zu 65 verschiedene Weine aus 14 Lagen der Mosel und Saar (!) vinifiziert, grenzt schon an vinophilen Wahnsinn und unterstreicht damit die Ausnahmestellung dieses Weingutes. Zu dem kann man die Aussage „inoffizieller deutscher Meister im Wein-5-Kampf“ durchaus für bare Münze nehmen: In allen 5 „Kategorien“ die Markus Molitor bedient (trockener Riesling, feinherber Riesling, fruchtsüßer Riesling, Spätburgunder und Weißburgunder) holte er in verschiedenen deutschen Wein-Wettbewerben den ersten Platz. Auch das sollte ihm niemand so schnell nachmachen.

Markus kann nicht nur Riesling!

Auf den klassischen und unaufgeregten Etiketten des Weingutes findet man an Hand der Anzahl der Sterne (*) eine Steigerung der Qualität bei Steigerung der Anzahl der Sterne wieder. Beim Riesling indiziert zusätzlich noch die Kapselfarbe die Geschmacksrichtung des Weines: Weiß steht für Trocken, Grün-Grau für Feinherb und Gold für Fruchtsüß. Auf halbtrocken wird dankender Weiße gänzlich verzichtet. Unsere Sternstunden bestanden aus den folgenden Weinen: Weiterlesen