Wenn Wein die Seele füttert: 2011 Houillon-Overnoy Chardonnay Arbois Pupillin

2011 Houillon-Overnoy Chardonnay

(NM) Im Englischen gibt es mitunter ganz wunderbare Sprüche und Floskeln, welche ins Deutsche übersetzt einfach nur merkwürdig klingen. „This wine feeds my soul“ – „dieser Wein füttert meine Seele“ klingt im Englischen nach „Balsam für die Seele“, im Deutschen nach Magenknurren im parapsychischen Unterhaus. In der Weinwelt finden sich aber durchaus Weine, die genau dieses Balsam für die Seele sind und diese auch mit dem füttern, was ihr vielleicht bedingt durch Stress oder Trauer abhandengekommen ist. Wein als Stimmungspendel in Richtung Heiterkeit und innerer Zufriedenheit. Und voila, hier ist einer dieser Gattung, zumindest für mich. 2011 Houillon-Overnoy Chardonnay Arbois Pupillin aus dem Jura.

Maison Pierre Overnoy ist bzw. war sowas wie der stille Großmeister des „Vin Naturel“ im Jura bzw. vielleicht neben dem Zappelphilipp Nicolas Joly auch in ganz Frankreich. Als Pierre 1968 von Papa Overnoy die 2,6 Hektar Weinberge in Pupillin – in der Nähe des Dorfes Arbois – übernahm, führe er den Betrieb dort „traditionell“ weiter. Keine Fungizide, Pestizide oder Herbizide, nur Kupfer und Schwefel wurden verwendet. Und davon so wenig wie nötig. Am besten gar kein Schwefel. Während sein Bruder den Obst und Gemüse Teil des Väterlichen Erbes weiterführte, setzte Pierre damals in 1968 unbewusst einen Meilenstein der alternativen Weinbereitung. Weiterlesen

Erdverbundenheit – Dominique Léandre-Chevalier (DLC)

33.333 Reben pro Hektar

(NM) In vielerlei Hinsicht ist ein Winzer auch nur ein Landwirt, welcher seine Früchte ca. 60-80 cm über der Erde jedes Jahr auf neue von hölzernen Rebstöcken erntet. In wie weit er dabei mit der Natur Synergien schafft, d.h. durch geschickte Eingriffe sie in ihrem Handeln unterstützt und ohne chemische und bio-chemischen Helferlein ihr freien Lauf lässt, obliegt einzig und alleine dem Winzer. Auf der anderen Seite gibt es auch eine ganze Menge an vornehmlich Trauben-Landwirten, die nur die Mengen Optimierung im Sinn haben und potentielle Risiken auf Seiten der Natur durch exzessiven Düngen und dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zu minimieren versuchen. Schlussendlich hat der Weintrinker als solches die Wahl, was ihm sein Weingenuss wert ist. Das der naturnahe und unterstützende Ansatz hier oft nicht der günstigere ist, brauche ich wohl nicht extra zu betonen.

33.333 Reben pro Hektar

Reb-Tuning

Mit Dominique Leandre-Chevalier und seinem Chateau Le Queyroux hat die Gattung der naturnahen und qualitätsverrückten Hexenmeister des Weinbaus vermutlich seinen Vorsitzenden gefunden. Weiterlesen

Tänzelnde Präzision aus dem Beaujolais: Julien Sunier

2013_Julien_Sunier

Achtung! Hier werden gleich drei Weine aus dem Beaujolais vorgestellt. Moment, Beaujolais? Ist das nicht diese Region im Burgund, die uns jährlich mit dieser „Nouveau“ Kampagne deutlich zeigt, um welche Region man als interessierter Qualitätsweintrinker einen großen Bogen machen sollte? Doch wenn Sie jetzt noch hier fleißig am Lesen sind, haben Sie sich folgenden Information redlich verdient: Es gibt auch richtig feinen Wein aus dem Beaujolais! Und Julien Sunier zeigt uns eindrucksvoll, wie dieser schmeckt. Weiterlesen

Die wunderbare Welt von La Louviere

la_louviere

(NM) Es gibt Weingüter auf diesem Planeten, die lassen mit ihren Weinen, ihrer Philosophie und ihrem künstlerichen Charme eine leichte Märchenhaftigkeit in so manchem Konsumenten aufkeimen. Natürlich ist dies alles nur Fiktion, aber man kann der Domaine La Louviere durchaus eingestehen, dass sie in ihrer Gesamtheit die Ernsthaftigkeit des Weinbusiness geschickt verdrängt. Von außen betrachtet ist das Konzept mehr als stimmig: Die Hierarchie eines Wolfsrudels, verknüpft mit Menschlichen Herrschaftsbedürfnissen, verpackt in zauberhaft etikettierten Weinflaschen. Das alles aus einem Weinbaugebiet ohne Prunk, Prestige und Vorschusslorbeeren, wo Winzerhandwerk noch vor Massenkompatibilität steht. Die wunderbare Welt von La Louviere: authentisch, klar strukturiert, hübsch anzusehen und ganz schnell ganz nah am Herzen gelegen – und das alles irgendwo aus dem Hinterland Südwest Frankreichs.

Apropos Hinterland: die AOC Malepère liegt im westlichen Languedoc, Südlich der Stadt Carcassonne. Dort residiert die Domaine La Louviere. Laut Wikipedia umfasst die Region etwa 620 Hektar Rebfläche verteilt auf 39 Gemeinden. Seit 2007 dürfen die Rot- und Roseweine der Region unter der Herkunftsbezeichnung Appellation d’Origine Contrôlée (kurz AOC) verkauft werden. Die Weißweine laufen weiter unter Côtes de la Malepère. Die zugelassenen roten Rebsorten für dieses Gebiet sind Merlot (mind. 50%), Cabernet Franc und Malbec. Weißweine werden nicht durch die AOC reguliert, doch wird primär Chardonnay, Sauvignon Blanc, Viognier, Chenin Blanc und Mauzac in der Region angebaut. Obwohl das Gebiet zwar geographisch zu dem Languedoc gehört, geht es dort deutlich rauer, windiger, kühler und kantiger im Vergleich zu den Küstenregionen zu. Ganz deutlich schlägt sich dies in den extrem langen Reifeperioden nieder. Wenn Ende Oktober/Anfang November an der Küste schon Jungweinfest gefeiert wird, kann in Malepere noch die eine oder andere Parzelle Malbec gelesen werden. In den Ausläufern der Pyrenäen liegen die Weinberge bis zu 700 Meter hoch und beinhalten extrem diverse Bodenformationen, was der Grund dafür ist, warum das Einzellagen-Prinzip hier absolut keinen Sinn macht.

Ich möchte euch 5 Weine des Weingutes La Louviere heute hier vorstellen. Zweimal Weiß und dreimal Rot. Den ausgezeichneten Schaumweinen der Domaine, den „Crémant de Limoux“, werde ich mich in einem separaten Artikel noch einmal widmen. Vorhang auf für die wunderbare Welt von La Louviere.

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Rotwein des Jahres 2013 bei Drunkenmonday

Rotwein des Jahres 2013!

(NM) Die Wahl des Rotweins des Jahres 2013 fiel uns relativ leicht. Erschreckend leicht. Waren es mehr oder weniger 3 Jahrgänge des gleichen Weines, welche uns im Sommer des letzten Jahres teilweise zu Tränen gerührt haben. Es war eine dieser magischen Proben. Man tastet sich mit „kleineren“ Weinen der gleichen Rebsorten aus umliegenden Regionen an die „Big Boys“ heran. Und schon die vermeindlich „kleineren“ Weine kitzeln so manches „mhh“ und „wow“ aus den Mündern der Verkoster Runde. An solch einem Punkt fragt man sich dann insgeheim, ob die „Big Boys“ inklusive der Vorschusslorbeeren ihre Qualität gegenüber des deutlich höheren Preises auch rechtfertigen können. Und dann kommt der Moment, den der Initiator dieser Probe sich als Wunsch heimlich unter das Kopfkissen gelegt hat: Die „Big Boys“ stellen nicht nur die „kleinen“ Wegbereiter vorher in den Schatten, nein, sie lassen keinerlei Zweifel ihrer Qualität (und Magie!) und strafen uns mit hochemotionalen Gefühlsausbrüchen. Bei einer Weinprobe, wohlgemerkt. Was soll ich sagen, genau diese Situation ist während der Probe unseres Wein des Jahres 2013 eingetreten. Ich erinnere mich heute noch mehr als gerne an diesen Abend zurück, denn er ist für mich der Beweis, dass Wein mehr als nur ein Getränk ist: Er ist Seelenstreichler – mehr als deutlich belegt durch unseren Rotwein des Jahres 2013: Weiterlesen

Weißwein des Jahres 2013 bei Drunkenmonday

Weißwein des Jahres 2013 bei Drunkenmonday

(NM) Da ist er. Der erste „Wein des Jahres 2013“ bei Drunkenmonday. Wo wir für 2012 nur einem Wein die Krone aufgesetzt haben, gibt es in 2013 einen Weißwein und einen Rotwein des Jahres. Heute nun der Trommelwirbel in der Kategorie Weißwein. So viel wird vorneweg verraten: Obwohl mich viele 2012er Riesling GG’s in diesem Jahr sehr beeindruckt haben, ist die Wahl für den Weißwein des Jahres nicht auf einen Deutschen Wein gefallen. Einige wunderschöne französische Chardonnays aus dem Burgund ereilte das gleiche Schicksal. Auch aus Übersee und Italien konnte mich kein Weißwein in 2013 so richtig sprachlos machen. Schlussendlich ist es ein Franzose geworden. Getreu unserer „Wein des Jahres“-Tradition aus einer völlig unterbeleuchteten Region kommend – dem Vin de Pays du Gard, einer Appellation im Languedoc zwischen Nimes und den Ausläufern des Rhone-Tales – ist unser Weißwein des Jahres 2013: Weiterlesen

Gaillac – Frankreichs bestgehütetes Weingeheimnis?

Voila: Gaillac!

(NM) Hand aufs Herz, wie viele Weine aus dem Gaillac haben Sie schon probiert? Ein, Zwei, Fünf oder sogar gar keinen? Ich muss gestehen, bevor dieser Probe war ich auch einer aus der Null-Gruppe. Nun sind es Dreizehn, aber es werden mit Sicherheit noch viele mehr werden. Der Grund dafür nennt sich Karl Ernst Brunk. Neben seinem Weinimport ist er ein fleißiger Drunkenmonday Leser und sehr kommunikativer Kerl. Somit war er mir von Anfang an schon sympathisch, bevor er mit den Weinen aus dem Gaillac bewaffnet an meiner Haustür klingelte. Herausgekommen ist der faszinierendsten Abende der Drunkenmonday Historie. Ein Abend voller unbekannten Rebsorten, An und Ausbau-Methoden, 18 Jahren alten Schaumweinen und kuriosen Winzergeschichten. Und das alles aus einer Region in Frankreich, die vielleicht das bestgehütetes Weingeheimnis dieser Nation ist. Ihr wollt mehr erfahren? Bitteschön.

Das Gaillac ist die älteste Weinbauregion Frankreichs. Weiterlesen

Wenn Wein die Seele berührt: Domaine Gourt de Mautens

Große Emotionen: Domaine Gourt de Mautens

(JR) Manchmal sind es die Zufälle im Leben, die Prinzipien auf den Kopf und eingefahrene Ansichten in Frage stellen. Thomas Krug, langjähriger Freund und Besitzer der renommierten „Käseglocke“ in Gießen erzählte mir im vergangenen Sommer am Rande einer Weinprobe „off topic“, er habe bei einem Freund einen ganz ungewöhnlichen Wein aus Südfrankreich kennengelernt, den müsse ich einfach bei Gelegenheit mal probieren. Aber wie das so ist, der Abend wurde lang, manches war zu besprechen und diskutieren und der Südfranzose war schnell vergessen. Der Zufall führte im Winter zu einer Drunkenmonday-Probe mit dem Thema „Süd-Rhone“ und der Wein aus Rasteau drängte sich aus dem Unterbewusstsein hervor. Dank des empfehlenswerten aber nicht sehr kommunikativen Frankreich Spezialisten Vinisud stand Anfang des Jahres eine kleine Vertikale der Jahrgänge 07, 08 und 09 auf unserem Probentisch.

Ein ganz außergewöhnlicher Wein

Das waren die Worte, die mir im Ohr lagen, als der undurchsichtig, tiefdunkle 2007er Gourt de Mautens im Glas seine Aromenpracht entfaltete. Weiterlesen

Domaine Faiveley – ein Blick in das Burgund

Zwei Mal Pinot Noir der Domaine Faiveley

(MF) Die Domaine Faiveley gehört mit über 120 Hektar Weinbergen zu den größten Familien geführten Betrieben im gesamten Burgund. Sie besitzen dutzende Parzellen in dutzenden Lagen, darunter 25 Hektar in Premier Cru und 10 Hektar in Grand Cru Lagen – verteilt kreuz und quer in der kompletten Appellation. Erschwerend kommt hinzu, dass die durchschnittliche Größe der Anteile pro Lage bei nur einem Hektar liegt. Somit produziert die Domaine Faiveley extrem viele Weine mit jeweils nur wenigen Flaschen pro Lage. Da wird die Ernte zur logistischen Meisterleistung. Ich konzentriere mich heute „nur“ auf zwei Weine aus dem Portfolio der Domaine. Beide wurden mir von wine-in-black.de zur Verfügung gestellt, wo die Weine zu stark reduzierten Preisen noch erhältlich sind. Weiterlesen

Ein neuer Wein-Film: A Year in Burgundy

A Year in Burgundy

(NM) Kurz und knapp: Ein neuer und sehr interessanter Wein-Film feiert diesen Herbst Premiere: A Year In Burgundy.

In dem Film werden 7 Winzer aus dem Burgund ein Jahr lang begleitet. Er gibt tiefe Einblicke in die verschiedenen Arbeitsweisen, Ansichten und Passionen der einzelnen Persönlichkeiten rund um den Wein dieser einzigartigen Weinbauregion. Ich denke der Film wird nicht nur Liebhaber großer Burgunder ansprechen, sondern auch den romantisch angehauchten Wein-Connaisseur zufrieden stellen. Aktuell sind erste Vorführungen in den USA geplant. Bezüglich Vorführungen in Deutschland oder einer DVD Veröffentlichung sollte man sich auf der Webseite des Films auf dem Laufenden halten.

Der Trailer: Weiterlesen

Gerade im Glas: 2010 Gauby „Les Calcinaires“ Blanc

2010 Gauby Les Calcinaires Blanc(NM) Das die Domaine Gauby große Rotweine vinifiziert (z.B. den Muntada), ist relativ bekannt. Heute aber verfiel ich meiner Neugier den „kleinsten“ Weißwein Gauby’s einmal zu probieren: den 2010er Gauby „Les Calcinaires“ Blanc. Dieser Wein wird als V.d.P. des Côtes Catalanes geführt. Geografisch befinden wir uns hier also etwas nördlich der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, nur wenige Kilometer oberhalb der Stadt Pergignan im Gebiet Roussillon. Spanisch ist auch zum Teil der Einfluss des Rebsorten-Blendes. Der „Les Calcinaires“ Blanc besteht aus 50% Muscat sec, 30% Chardonnay, und 20% Macabeu. Um die Frische und Finesse in dem Wein zu wahren, werden nur Trauben aus „junge Reben“ verwendet, welche mit einem Alter von 20 bis 50 Jahren in vielen anderen Regionen aber locker zum alten Eisen gehören würde. Doch die Domaine Gaby greift für ihre weißen und roten Top-Weine auf 100 bis 120 Jahre alte Rebbestände zurück. Das daraus kein leichter Sommerwein gekeltert wird ist naheliegend.
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Wenn der Sommelier falsch liegt …

… oder das Qualitätsmanagement des Weingutes versagt.

(NM) Ein schöner Fehldruck eines Rückenetikettes fiehl mit neulich in die Hand. Da schmeckt der frische und geradlinige (und ganz nebenbei überteuerte und langweilige) Rully aus 100% Chardonnay schon mal nach Kirschen, Johannisbeeren, Brombeeren, Champignons und Unterholz. Aber seht doch selbst:

Finde den Fehler

Guter Bordeaux aus schlechtem Hause: Chateau Malmaison 2006

Chateau Malmaison Bordeaux 2006

(CLD) Warum jemand sein Schlösschen übersetzt „schlechtes Haus“ nennt, sei dahingestellt. Am Wein wird´s definitiv nicht liegen, soviel sei vorweggenommen.

Es ist Samstag abend auf der Couch: Mangels reifem Bordeaux in Griffweite nehme ich den eigentlich viel zu jungen Chateau Malmaison 2006 zur Hand und unterziehe den Wein aus Moulis-en-Médoc einer Reifeprüfung. Chateau Malmaison wurde 1973 von dem umtriebigen Baron Edmond de Rothschild akquiriert und seine 24 Hektar völlig auf Vordermann gebracht, zumeist durch Neupflanzungen. Seit einigen Jahren gilt es als Geheimtipp für preisbewusste Bordeaux-Liebhaber, nicht das einzige Chateau in Moulis mit diesem Ruf.

Die Flasche wird kurzerhand geköpft und nach kurzer Sauerstoff-Frischzellenkur direkt ins Glas geleitet. Erste Überraschung: Weiterlesen

Jura flasht Jury bei K&U: Stéphane Tissot schafft Weine mit Charakter

Stéphane Tissot auf der K&U Hausmesse(CLD) Charakterstark sind die Weine im Jura. Die Region zwischen Burgund und Schweiz hebt sich mit einem eigenwilligen Stil, manche mögen sagen exzentrisch, von den Gleichmachungstendenzen im Weinbau ab. Neben Vin Jaune, Vin de Paille und allerlei authochtonen Klonen hat das Jura aber noch mehr zu bieten: Wir betrachten die Rebsorten-(Aller)Weltstars Chardonnay und Pinot Noir – einzigartig interpretiert von Stéphane Tissot aus Montigny in der Appellation Arbois, am nordöstlichen Rand des Jura. Mit biodynamischen Anbau, Ertragsbeschränkungen und dem unbedingten Willen zum Terroir kreiert Tissot langsame Weine, die einen so schnell nicht loslassen wie er DrunkenMonday auf der K&U-Hausmesse kürzlich in Nürnberg mitteilte. Seine Weine waren die Entdeckung des Tages…

2006 Chardonnay ‚La Mailloche‘ Arbois 19,90 €
Weit entfernt vom fetten, breiten und holzgeschwängertem Einheitsbrei an Chardonnay liefert dieser Wein Knackigkeit und Frische in für Chardonnay ungeahnter Dimension. Weiterlesen

Battle Royal: 1995 Château d’Yquem vs. 1999 A. Kesseler Riesling Berg Roseneck TBA

1995 Chateau d'Yquem(NM) Manchmal hilft es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, um einmal solche Weine gegeneinander/miteinander trinken zu dürfen. Zwei Süßwein „Extreme“. Der eine, unglaublich selten und unglaublich teuer, der andere nicht unbedingt günstiger, aber vielleicht der Inbegriff grandioser Süßweinkunst. Die Rede ist von einer 1999 August Kesseler Riesling Berg Roseneck Trockenbeerenauslese und dem 1995 Château d’Yquem. Über diese Weingüter braucht nicht mehr viel erzählt zu werden. Kesseler ist ein absolute Bank im Rheingau. Seine Spätburgunder aus dem Assmannshäuser Höllenberg sind legendär, seine edelsüßen Rieslinge aus den Rüdesheimer Lagen ebenso. Auf der anderen Seite bildet das Château d’Yquem auf Grund seiner konsequenten Qualitätsorientierung schon sehr lange den Maßstab im Süßweinbereich. Bis zu 17 mal gehen die Erntehelfer Jahr für Jahr durch die Reben in Sauternes, um die Sauvignon Blanc und Semillon Trauben auf dem perfekten Reifepunkt zu lesen. Pro Hektar werden nur 1250 Flaschen produziert, dies entspricht einem Ertrag von gerade einmal 9–10 hl/ha. Weiterlesen

Wein-Entertainment pur: Oz and James Big Wine Adventure

Oz and James big wine adventure(NM) Was passiert, wenn ein Benzin-Kopf (petrol-head, vertreten durch James May ) und ein seriöser Wein-Author und -Liebhaber (Oz Clarke) zusammen in zwei Touren durch Frankreich und Kalifornien ziehen um Winzer zu besuchen, Wein zu verkosten etc? Es entwickeln sich a) innige Männerfreundschaften und b) zwei sehr unterhaltsame Road Movies der etwas anderen Art.

Oz and James Big Wine Adventure

Fast alle Teile sind auf Youtube verfügbar oder als komplettes DVD Sammelsurium bei Amazon zu ordern. Weiterlesen

Indiana Jones Wein: 1990 Delas Condrieu Viognier

1990 Delas Condrieu Viognier(NM) Südlich von Côte Rôtie, im nördlichen Rhone-Tal liegt Condrieu, eine 110 ha große AOC, vornehmlich bekannt durch exzellenten Viognier. Ich muss zugeben, ich habe vor diesem Wein noch keinen einzigen Schluck eines Condrieu in meinem Leben probiert. Deswegen entschied ich mich gleich einmal mit Pauken und Trompeten diesem Fleckchen Erde zu nähern: mit dem 1990er Delas Condrieu Viognier. Nach etwas Recherche in bekannter Weinliteratur wurden mir folgende Eigenschaften dieser Weine doch recht deutlich gemacht: Selten, teuer, sollte jung getrunken werden. Super.

Doch nun zu dem Wein. Ich bin ja nicht so der Weihnachts-Typ, Weiterlesen

Weinralley #37: Weißwein von der Cotes de Gascogne

2009 Domaine de Millet Blanc(NM) Anlässlich der 37ten Weinralley widmen wir uns heute einem Weißwein aus Südwestfrankreich, genauer gesagt aus der Cotes de Gascogne. Die meißt einfachen weißen Landweine aus der Côtes de Gascogne sind klassiert als Vin de Pays und werden im Armagnacgebiet produziert. Im Detail steht hier folgender Wein im Glas: 2009 Domaine de Millet Colombard – Ugni Blanc. Die beiden Rebsorten finden ihre Vollendung im Armagnac, dem berühmten Brandwein aus der Region. Ugni Blanc ist ebenfalls als Trebbiano in Italien bekannt.

In der Nase kommt der 2009er Colombard – Ugni Blanc von der Domaine de Millet frisch und leicht daher. Grasige Noten, gemischt mit spritziger Limette, etwas Feige und weißen Blüten duften aus dem Glas. Eine leichte Säure macht diesen „Landwein“ zum idealen Zisch-und-Weg Wein für Sommer wie diesen. Die 11,5% Alkohol unterstreichen den Ansatz perfekt. Der Wein spielt in der 6€ Liga eine ordentliche Rolle und ist für alle Freunde der Sommer-Weine auf Abwegen eine echte Alternative. Easy-Drinking auf gutem Niveau.
Weinrallye

1995 Château Montus Cuvée Prestige / Madiran

1995 Montus Cuvee Prestige(NM) Manchmal trifft man auf Weine, die so ganz anders agieren, wie man es von ihnen erwartet. Dieser 1995er Château Montus „Cuvée Prestige“ zum Beispiel. Er stammt aus der gleichnamigen Region um das kleine aber feine französische 500 Seelen Städtchens Madiran, zu finden südlich von Bordeaux am berühmten Arsch der Welt, nur unweit der Pyrenäen. Madiran zählt zu den ältesten Weinbaugebieten Frankreichs. Hier wird hauptsächlich die rote Rebsorte Tannat angebaut, welche tief dunkle, tanninreiche und extrem langlebige Rotweine hervorbringt.

Genau so ein Kandidat ist auch dieser 1995 „Cuvée Prestige“ von dem Château Montus. Weiterlesen

Burgund zum Grund: Weine von der Domaine de Suremain

suremain(NM) Ein weiteres Montags-Tasting wurde dem Thema Burgung gewidmet, genauer gesagt der Weine der Domaine de Suremain von dem Winzer Eric de Suremain. Eric fokusiert sich auf weniger „bekannte“ Lagen im Burgund, was sich sehr positiv auf die Preise dieser Weine auswirkt. Im Pressetext kling das wie folgt: „Monsieur de Suremain verkauft seinen roten Monthélie unter dem Château-Namen und verteidigt seit Jahren erfolgreich seinen ersten Platz in der Appelation.“ Weiterlesen

Vernünftigen Wein bis 5€ aus dem LEH?

5euro_1(NM)… war das Thema des letztens Drunkemonday Treffens. Gesagt – getan – so wurden also die Regale bekannter LEHs (Lebensmitteleinzelhandel) durchforstet und jeder brachte ein bis zwei Flaschen mit. Eingekauft wurde bei Norma, Tegut, Rewe & Globus. Im ersten „Flight“ ging es an 3 Deutsche Rieslinge: 2007 Hallgartener Winzergenossenschaft Riesling Spätlese Trocken (4,99€, Tegut), 2008 Heinrich Vollmer Riesling QbA Trocken (4,99€, Rewe), 2008 Riesling QbA Pfalz (2,49€, Norma). Hier schon die erste große Überraschung: alle Rieslinge hatten ordentliche bis gut Qualitäten. Die Hallgartener Trockene Spätlese kam mit etwas Luft sogar an 86-87 Punkte herran. Auch der Riesling von Vollmer war sehr gut trinkbar und zeigte Pfalz-typische Riesling Eigenschaften. Hier sind die Euros wirklich gut investiert.

Bei den Roten sah das Bild etwas anders aus: Weiterlesen