Diven, Zeit und DAS FEST: 2015 Barth Riesling Große Gewächse

2015 Barth Riesling GGs

(NM) Wie man es macht, macht man es nicht richtig. So oder so ähnlich muss sich der ein oder andere VDP Winzer fühlen, wenn er im Herbst des Folgejahres seine Großen Gewächse auf den Markt bringt, und sich sein Großes Gewächs X aus Lage Y absolut bockig und geschmacklich zugenagelt gibt. Wenn dann auch noch das Wer-Ist-Wer der medial einflussreichsten Weinschreiber in Wiesbaden zur Vorab Großen Gewächs Probe zusammensitzt, und sein Schützling die Diva in sich entdeckt, braucht der geübte Verkoster viel Erfahrung und Weitblick, um die wahre Größe vieler solcher Gewächse zu erkennen. Leider drückt sich dieses Phänomen selten in vielen Punkten, sondern eher in vielen Fragezeichen aus. Suboptimale Startbedingungen.

Doch was tun?

Der Winzer zwickt in der Steckmühle. Große Weine brauchen bekanntlich Zeit um ihr volles Potential auszuschöpfen. Und wenn das Große Gewächs früh alles zeigt, geht ihm nach einigen Jahren im Keller oft die Puste aus. Was also tun um den richtigen Augenblick der jugendlichen Schönheit in Wort und Bild abgelichtet zu bekommen? Die Antwort ist für den Journalisten beglückend und für den Probeflaschen verschickenden Winzer eher ernüchternd: Einfach x-mal in dem Jahr nach der Veröffentlichung die Pullen aufreißen und hoffen, dass der richtige Verkoster zur richtigen Zeit die Karte mit den 90+x Punkten zückt.

Barth 2015 Riesling GGs

Nachdem mir im September des letzten Jahres Mark Barth – nach alter Tradition folgend – seine zwei aktuellen Riesling GGs des Jahrgangs 2015 zuschickte, konnte ich es kaum erwarten diese zu verkosten. Mit großer Neugier und Verlangen öffnete ich die beiden Weine nachdem sie ein paar Tage im Keller ruhten. Doch schnell stellte sich Ernüchterung ein. Vor mir standen zwei zickige Diven im Glas, die so gar nicht mit mir reden wollten. Da auch mit Dekantieren nichts zu holen war, gab es nur eine Lösung. Die ersten zickigen Eindrücke notieren, Korken drauf und ab in den Kühlschrank. Doch auch ein 4 tägiger Kuschelkurs mit Nachprobe half hier nichts. So konnte ich die Weine weder adäquat bewerten noch beschreiben. Die Zeit verging. Weiterlesen

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Hinter den Kulissen: „Riesling Schlösser and Friends“ / Ente, Wiesbaden

Die Ente in Wiesbaden

(NM) Genuss kommt von genießen. Das ist so richtig. Doch hinter jedem Genuss steckt auch eine Menge Arbeit. Meist hat der Genießende damit wenig am Hut. Er betritt das Restaurant seiner Wahl, genießt das exzellente Essen, großartige Weine und im besten Fall eine noch bessere Kombination aus beiden. Doch diese Symbiose zwischen Wein und Essen entsteht nicht aus Zufall. Ein ganzes Team von Menschen „arbeitet“ an dem vollkommenen Genuss anderer. Doch wie sieht diese Arbeit aus? Drunkenmonday hat einmal ein Blick hinter die Kulissen bzw. in die Vorbereitungen zum Genuss-Event „Riesling Schlösser and Friends“ im Sterne-Restaurant „Ente“ in Wiesbaden geworfen. Und da für diese Veranstaltung noch Karten verfügbar sind, dürfen wir euch heute erst recht den Mund wässrig machen.

Der Rheingau gehört mit Sicherheit als Mitteldeutsche Schlemmerzentrale ganz weit nach vorne in Sachen außergewöhnliche Ess- und Trinkkultur. Ein Highlight im späten Herbst sind die „Glorreichen Rheingau Tage“. Ein Highlight dieser Veranstaltungsserie rund um dem Rheingauer Wein und speziell dem Riesling ist das Event „Riesling Schlösser and Friends“, welches diese Jahr am 10. November im Sterne Restaurant „Ente“ in Wiesbaden stattfindet. Die Riesling Schlösser Schloss Vollrads und Schloss Johannisberg laden jedes Jahr ein weiteres befreundetes Weingut ein, welche genauso wie sie selbst zu 100% Riesling anbaut. Für das Jahr 2016 wurde mit dem Moselaner VDP Weingut Reichsgraf von Kesselstadt ein mehr als ebenbürtiger Partner für das 5. Gänge Menu umfassende Gala Dinner gefunden. Sternekoch Michael Kammermeier wird ein sensationelles Menu abliefern, soviel sei vorne weg verraten. Doch woher wissen wir das? Das Stichwort lautet: Testessen.

Riesling Schlösser and Friends Weiterlesen

ProWein 2016: Spread the love!

ProWein 2016

(NM) Man könnte schon sagen, dass ich es gut habe. Meine ProWein Planung startet jedes Jahr mit einem leeren Zettel. Wo muss ich hin? Was möchte ich unbedingt mal verkosten? Wem sollte ich die Hand schütteln? Luxusprobleme. Später finden sich auf diesem Zettel neben 5-7 Veranstaltungen, von welchen ich maximal 1 schaffe zu besuchen, ca. 25-30 Winzer welche ich unbedingt besuchen möchte. Kontaktpflege, Menschen drücken, Hände schütteln, Bussis geben, Schwätzchen halten, Wein probieren, Wein ausspucken, gute Miene machen. Doch am Ende vom Tage bin ich nur einer von vielen, einer von Hunderten, welche sich an den Ständen herumtreiben und genau das Gleiche tun wie ich. Kontaktpflege, Menschen drücken, Hände schütteln, Bussis geben, Schwätzchen halten, Wein probieren, Wein ausspucken, gute Miene machen. Soll es das gewesen sein?

Ich bin Weinblogger. Ich muss dort nichts kaufen, nichts verkaufen, kein Schnäppchen finden, keine 90 Punkte Fass Ware für 1,99€ pro Liter auftreiben und keinen Großhändlern den jährlichen Besuch abstatten. Ich bin frei. Sechstausend und ein paar zerquetschte Austeller, zehntausende von Weinen – und ich bin frei. Was also macht ein Weinblogger nun auf der ProWein?

Ganz einfach: Etwas zurückgeben. Weiterlesen

Rheingau reloaded: Die 2014 Barth Riesling GG’s

Trio Infernale: 2014 Barth Riesling GGs

Bei der unüberschaubaren Weinauswahl auf dem deutschen Markt fällt es mir wirklich schwer, gewisse, mir „interessante“ Weine über einen Jahrgang hinaus zu verfolgen. Zu groß sind die Auswahl und der Reiz an dem Neuen und Unbekannten. Zudem lässt die schiere Informations-Überflutung auf Facebook, Twitter und co. uns stündlich vergessen, was wir letztes oder gar vorletztes Jahr richtig gut fanden. Man reitet auf der Welle schier unendlicher Auswahl durch das Meer des Weines. Doch sollten wir aber durchaus öfter zurück zu dem Bekannten und Vertrauten gehen und die Entwicklung im Mikrokosmos Weingut mit offenen Augen zu verfolgen. Denn dort kann sich über nur wenige Jahre ganz erstaunliches abspielen. Bestens belegbar an den Großen Gewächsen des Wein- und Sektgutes Barth. Weiterlesen

Mehr als nur überfällig – unser Weißwein des Jahres 2015

2015 Weißwein des Jahres

(NM) Zweitausendfünfzehn ist vielleicht genau die Anzahl von Weinen die wir in 2015 verkostet haben. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall ist es ein Jahr, auf welches wir gerne zurückblicken. Viele große Weine haben uns ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, haben uns Gänsehaut Momente beschert und uns durch innere Glückseligkeit und vinophiler Vollkommenheit dankend zurücklehnen lassen. Doch ein Weißwein hat uns in 2015 dieses emotionsgeladene Programm mehr als nur einmal durchlaufen lassen. Unser Weißwein des Jahres 2015.

Schon im Mai 2015, auf der VDP Mainzer Weinbörse gab es das erste Kennenlernen. Schnell wurde klar, dass hier der beteiligte Winzer durch seine jahrelange konsequente Herangehensweise und der Entscheidung, seinen Wein später wie die meisten seiner Mitstreiter auf den Markt zu bringen auszahlen sollte. Somit ging unser Weißwein des Jahres 2015 schon im Mai als einziger 5 von 5 Sterne Wein in die Aufzeichnung der VDP Weinbörse ein. Im August gab es dann ein zweites, Fulminates Wiedersehen. Während einer 80 Weine umfassenden Monster-Probe auf dem Weingut von Wilhelm Weil brachte der sonst sehr scheue Winzer mit klaren und gefassten Worten die lautstark diskutierende Gruppe zurück auf den Pfad des nötigen Respektes, um seinen Wein, der als nächster in der Probe stand, diesen zu ermöglichen. Das anschließende Schweigen im Saal war Ausdruck genug, um diesen wahrlich großen Wein zu huldigen.

Meine Nackenhaare machten auf jeden Fall eine Laola.

Dann im September brachten wir den Wein auf die große Bühne. In einer denkwürdigen und komplexen 50 Personen Wein-Veranstaltung ging der Wein mit mehr als nur einem „WoW“ als klarer Favorit der Angereisten Riesling Fans mit stolzer Brust und erhobenem Haupt von der Bühne. Doch die finale Entscheidung, diesen Wein als Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2015 zu küren, fiel im Dezember, als wir in einer kleinen aber feinen Weinrunde den Segen des anwesenden Drunkenmonday Teams einholten und auch dem letzten Unwissenden dieses Meisterstücks der Rheingauer Riesling Kunst einschenkten. Unser Weißwein des Jahres 2015 ist: Weiterlesen

Bring Zeit mit: 3x 2013 Barth Riesling GG

2013_barth_riesling_gg

(NM) Traditionell um diese Jahreszeit kloppen sich die Deutschen Weinschreiber und Weinkritiker aus allen Lagern wieder primär um ein Thema: Die Großen Gewächse (GG’s) aus dem Vorjahr. Neben Jahrgangsvergleichen (schmeckt wie 2004 mit dem Schmelz von 2007 und der Säure aus 2010) und revidierten Jahrgangsprognosen (nach 4 Wochen auf der Flasche erinnert er mich doch mehr an 2008 mit dem Druck aus 2009) gleicht die Krönung der besten GG’s einer Suche nach dem heiligen Gral. Traditionalisten feiern die Würze und Tiefe der Rieslinge aus dem Roten Hang, Puristen das Schiefer-Spiel der Mosel und Spontan-Gär-Jünger den Funk und Staub einiger Weingüter der Nahe-Fraktion. Bewertet wird bunt zwischen End-Achtzig und Mitte-Neunzig Punkten. Fokussiert wird sich auf die Lagentypizität und des Winzers Händchen. Doch in wie weit beeinflusst das persönliche Geschmacksideal die schmeckbare Qualität? Zusammengefasst: Es geht drunter und drüber im Bewertungs-Jungle rund um das Thema Große Gewächse. Doch wer nimmt sich wirklich Zeit, diese komplexen Weine in ihrer Jungendlichkeit im Detail zu analysieren?

Wir. Ziehen wir mal wieder die Bremse und schauen uns die drei Riesling GG’s vom Weingut Barth aus dem Rheingau (wieder)einmal etwas genauer an. Mir persönlich gefällt der Stil des Weingutes über die Jahre betrachtet sehr gut. Mark Barth und sein Schwiegervater Norbert schaffen es eine klare und nachvollziehbare Lagen-Typizität herauszuarbeiten und dabei die persönliche Handschrift den Weinen mit auf den Weg zu geben. Rückblickend betrachtet findet sich ein roter Faden in den Wein Charakteristika der einzelnen drei Großen Gewächse wieder. Doch das Weinjahr 2013 war alles andere als einfach. Schaffen es die beiden auch dieses Jahr, die Lagen in ihrem Auftrag sprechen zu lassen? Schauen wir einmal nach. Weiterlesen

VDP Grosse Gewächse 2013: Mittelrhein und Rheingau

Kurhaus Wiesbaden - VDP.GROSSE GEWÄCHSE Vorpremiere 2014

(PT) Wiesbaden. Kurhaus Kolonaden. Schluss für heute. Nach dem Verkosten und ausspucken von 115 Rieslingen fühlt sich mein Mund wie frisch gebeizt / gekalkt oder so ähnlich an. Warum? Weil der 2013er Jahrgang Säure hat (und ich steh drauf). Warum 115 Rieslinge? An einem Tag? Weil es hier nicht um „einfache“ Rieslinge geht. Und sich diese Chance nicht jeden Tag beitet. Im Gegenteil. Es geht um die Spitze Deutschlands: Dank dem VDP und Dirk Würtz darf ich dieses Jahr bei der zweitägigen VDP.GROSSE GEWÄCHSE Vorpremiere teilnehmen. Um mich herum die dezimierten Reihen der Verkoster. Nicht wenige sind schon zum Feierabendbier aufgebrochen. Ein leicht weinseeliges Gemurmel umgibt mich und die ausgesprochen zuverlässigen Helfer rennen sich beim Weinservice die Hacken wund. Vor mir ein Prälat Riesling. Der erste Wein, der heute nicht mehr ausgespuckt wird. Das wird mein Feierabend-Reisling – aber erst wenn dieser Artikel veröffentlicht ist.

Kurhaus Kolonaden - VDP.GROSSE GEWÄCHSER Vorpremiere 2014

Grosse Gewächse. VDP: Für manche kryptische Begriffe. Für Weinfans & Winzer schon fast mystisch klingende Ziele. Der VDP – Verein deutscher Prädikatsweingüter (ein Zusammenschluss von ca 200 deutschen Weingütern) sieht sich als qualitative Spitze der deutschen Weinbereitung an. Mit der internen Qualitätphilosophie hat der VDP nach Vorbild der Lagenklassifizierung des Burgunds deutliche Akzente hin zum Spitzenwein definierter Herkunft gesetzt und vielen Winzern (auch „nicht-VDPlern) eine klare Richtung vorgegeben. Ganz nach dem Motto: „Umso enger die Herkunft desto höherwertiger / besser der Wein“ – stimmt das auch in dem anspruchsvollem Jahrgang 2013?

Der erste Tag bestättigt meinen Eindruck von der Mainzer Weinbörse: Der 2013er Jahrgang trennt die Spreu vom Weizen: Winzer die handwerkliche Top-Arbeit im Weinberg geleistet haben, konnten auch spannende, reife Weine erzeugen. Es ist kein Jahrgang für „Blockbuster“- Trinker. Er erinnert an 2008 und 2010. Interessanterweise machen Weine dieser Jahrgänge derzeit richtig Spass (die guten).

Daher muss auch gesagt werden, dass die jetzige Beurteilung nur ein erster Eindruck ist. Wie so oft wird die Zeit zeigen, wohin die Reise gehen wird. So viel sei gesagt: Die guten Qualitäten des 2013ers werden sich wohl über längere Zeit gut entwickeln.

Arbeitsplatz für zwei Tage - VDP.GROSSE GEWÄCHSE Vorpremiere 2014

Mittelrhein

Am Mittelrhein hat Ratzenberger mit zwei völlig unterschiedlichen Weinen die Nase vorn: Der St.Jost wirkt schon beinah schmelzig (trotz des schlanken Jahrgangs) wo hingegen die Wolfshöhle erdig wirkt und mich an Ton und positiv herbe Aromatik/Phenolik erinnert.

Rheingau

Im Rheingau fallen drei Gruppen von Winzern / Weingütern auf:

Die Revoluzer (ja, gerade im Rheingau darf man das sagen) wie Achim von Oettinger und Weiterlesen

Rheingauer Kulturgut: Der Charta Riesling

Quo Vadis: Rheingauer Charta Riesling

(NM) Rheingauer Charta Riesling. Für viele außerhalb des Rheingaus ist dieser Wein ein oft belächeltes Gewächs unterhalb der Ersten/Großen Gewächse. Doch war es diese 1984 im Rheingau gegründete CHARTA-Vereinigung, welche den Grundstein für das folgende Erste und Große Gewächs Qualitätssystem legte. Doch wo steht der CHARTA Riesling heute? Und wie präsentiert sich die CHARTA Geschichte nach 30 Jahren lebendiger Vereinigung? Drunkenmonday ging zusammen mit Mark Barth vom VDP Wein und Sektgut Barth und dank der Mithilfe des Rheingauer VDP Verbandes auf Spurensuche rund um das Thema CHARTA Riesling. Quo Vadis CHARTA – heute und damals. Im ersten Teil des Berichtes fokussieren wir uns auf alle aktuelle 2012er CHRATA Rieslinge. Teil 2 wird sich mit dem Reife- und Entwicklungspotential dieser Weine beschäftigen und einen Rückblick bis in das Gründerjahr 1984 liefern. Doch dazu später mehr. Weiterlesen

Süßwein? Trinkwein! 2012 Dautel Gewürztraminer Auslese

Dautel: Klare Sache.

(NM) Süßweine, Dessertweine oder flüssiger Nachtisch. Kaum eine Weinkategorie wird auf Grund ihrer verführerischen Menge an Zucker so in den Himmel gelobt und mit Punkten überhäuft wie Auslesen, Beerenauslesen oder Trockenbeerenauslesen. Doch viele dieser Tropfen leiden nach dem von 9x Punkten getriebenen Kauf an einem bösen Fluch: Jahrzehnte lange Lagerung in den Weinkellern dieser Welt, oder schlimmer, in Ikea-Regalen in den Küchen dieser Welt. Nur getrunken wird das Zeug sehr selten.Der kann 50 Jahre liegen“ wirft einem der Weinhändler oder Winzer nach dem Abschluss des meist teuren Kauferlebnisses entgegen. Also wandert die Pulle mit einem „2025+“ Schildchen um den Hals ganz nach hinten in den Keller, denn die Suche nach der optimalen Trinkreife gleicht der nach dem heiligen Gral. Aber was genau bedeutet in dem Kontext die optimale Trinkreife? In der Regel ist man fast immer zu früh dran, so spricht zumindest meine Erfahrung als ungeduldiger Weinfreak. Weiterlesen

Im Wandel der Zeit: 2012 Schloss Vollrads Riesling Schlossberg GG

Goldkapselschrauber: 2012 Schloss Vollrads Riesling Schossberg GG

(NM) Wie schon in meinem Artikel über die oft verschwindend geringen Worte mancher Weinschreiber über das Thema „Großes Gewächs“ erwähnt, stelle ich euch heute das nächste GG im Detail vor. Es kommt von einem sehr traditionsbehafteten Rheingauer Betrieb, welcher in den vergangen Jahren konstant durch gute bis sehr gute Qualitäten, aber mit wenig Mut, Eigenständigkeit und Wiedererkennung geglänzt hat: das Schloss Vollrads. Für mich war das seit dem Jahr 1211 (!) nachweißlich Weinhandel treibende Gut im Herzen des Rheingaus immer eine solide Bank wenn es um das Thema Riesling geht. Stand Vollrads auf der Weinkarte, konnte ich davon ausgehen, einen guten und unkomplizierten Riesling auf hohem Niveau zu bekommen. Nicht mehr und nicht weniger. Ab dem Jahr 2011 weht aber im Hause Vollrads für den einen oder anderen Wein ein etwas anderes Lüftchen durch den imposanten Schlosskeller. Weiterlesen

Wilkommen in der S-Klasse: 2012 Kruger-Rumpf Weisser & Grauer Burgunder „S“

2 mal S-Klasse : 2012 Kruger-Rumpf Weißburgunder und Grauburgunder S

(NM) Eigentlich wollte ich den Artikel nicht mit abgedroschenen Wortspielchen beginnen. Mache ich auch nicht, auch wenn „das Gute liegt so Nahe“ in diesem Fall buchstäblich wie „die Faust aufs Auge passt“. Im Gegensatz zu dem aktuellen 2013 Monsun-Herbst – welchen die Deutschen Weinbauregionen deutlich zu spüren bekommen – konnte sich der Nahe Winzer seine Erntezeitpunkte in dem Jahr 2012 deutlich entspannter einteilen. Denn die Rebsorten Weißburgunder und Grauburgunder liefern in den kargen und mineralischen Böden des Anbaugebietes Nahe bei entsprechend guter Vegetationsperiode und Fingerspitzengefühl des Winzers ganz hervorragende Resultate. Obwohl in der Regel etwas früher reif wie Riesling oder Spätburgunder, braucht es aber auch für Weißburgunder und Grauburgunder das richtige Händchen um genügend Kraft dem Spiel der Rebsorten mitzugeben. Feine, elegante und mineralische Weine mit Frische und Druck am Gaumen – ohne dabei durch zu viel Holz unnötig Hüftspeck zu produzieren – das verspricht Trinkspaß auf hohem Niveau. Die Protogonisten sind heute die zwei Weiß- und Grauburgunder der „S“ Klasse des VDP Weingutes Kruger-Rumpf.

Schon aus dem „Kometen“ Jahr 2011 (weil es schnell abstürzt?) konnte mich der einfache Weißburgunder aus dem Hause Kruger-Rumpf voll überzeugen. Aus diesem Grund wird aus dem Jahrgang 2012 das Spektrum erweitert. Weiterlesen

Apropos Rheingau Riesling: Sechs Elfer aus dem Hause Kesseler

2011 August Kesseler Berg Schlossberg Riesling EG

(JR) Über August Kesseler aus Assmannshausen viel Worte zu verlieren, hieße Eulen nach Athen tragen. Die von uns und vielen anderen Weinliebhabern rund um den Globus bewunderten Pinots (August Kesseler im Gespräch mit Drunkenmonday) sind das Aushängeschild des VDP Weinguts und haben spätestens mit dem 2009er Jahrgang qualitativ zur Weltspitze aufgeschlossen. Unsere Einschätzung ist mittlerweile salon- und zitierfähig geworden. Oft wird dabei aber übersehen, dass ca. 40% der Weingut Rebfläche (8,4 ha) mit Riesling bestockt ist. Wir haben deshalb in einer Montagsprobe die aktuelle 2011er Kollektion von August Kesseler unter die Lupe genommen. Kann uns der Kesselersche Riesling ebenso überzeugen wie der Pinot?

Wir starten mit 2011 August Kesseler „Junge Reben“ Riesling Kabinett. Weiterlesen

Mit den Wurstagenten auf dem Medienmarkt – oder GG-Schorle aus dem 0.5l Dubbe-Glas

Schwindelig? Wurtstmarkt 2012.

(NM) Ich mag eigentlich keine großen Volksfeste. Das falsche Laut, teuer, viel Brüll, Schrei, Tob und Kotz plus schlechte Musik bedeuten für mich sehr wenig Spaß. Dennoch machte ich mich auf, um erstmalig das größte Weinfest der Welt zu erkunden: den Bad Dürkheimer Wurstmarkt. Der Grund? Die in Derkem (Pfälzer-Deutsch für Bad Dürkheim) ansässigen Medienagenten hatten zum Weinblogger Treffen gerufen. Und bei solchen angenehmen Zeitgenossen sagt man gerne zu. Denn neben Schorle-Exzessen auf dem Markt wurde vorher in den heiligen Hallen der Agenten hochspannendes aus den Tanks und Fässern einiger Dürkheimer Winzer verkostet. Inklusive deren Anwesenheit. Für gute und lange Gespräche war also gesorgt!

Das LineUp das Bad Dürkheimer Wein-Runde

Die Medienagenten sind in der Deutschen Weinwelt schon lange keine Unbekannten mehr. Weiterlesen

Scheurebe to the Max – 2011 Pfeffingen Scheurebe SP

Quasi ein GG: 2011 Pfeffingen Scheurebe "SP"
(NM) Die Scheurebe hat in den letzten 20 Jahren im Deutschen Weinbau schwer einen auf den Deckel bekommen. Oft genug musste sie Mode-Rebsorten wie z.B. dem Sauvignon Blanc weichen. Doch zum Glück es gibt noch echte Verfechter dieser in ihrer Aromatik sehr außergewöhnlichen Traube: das Pfälzer VDP Weingut Pfeffingen zum Beispiel. Es zählt Deutschland weit zu den Meistern der Scheurebe. Die Eheleute Jan Eymael und Karin Lambert führen zusammen mit Jans Mutter Doris Eymael seit 2003 das Weingut. Rainer Gabel ist dazu seit 1995 als Kellermeister und technischer Betriebsleiter ein wichtige unterstützende Kraft. Neben dem auf 2/3 der Rebfläche kultivierten Riesling, hat sich die Scheurebe zum heimlichen Star des Weingutes gemausert. Dies konnten wir schon bei einer früheren Probe auf Drunkenmonday mit einer Scheurebe Auslese und Beerenauslese aus dem Hause Pfeffingen dokumentieren.

Heute aber widme ich mich der trockenen Spitze des Scheurebe Sortiments: der 2011 Pfeffingen Scheurebe „SP“. Das Kürzel „SP“ steht hier für „Selektion Pfeffingen“, quasi das Scheure Großes Gewächs des Hauses. Weiterlesen

Querbeet durchs Parkett – VDP Mainzer Weinbörse 2012

Mein Favorit bei den Spätburgundern... Am letzten Wochenende im April treffen sich jedes Jahr (fast alle) VDP Betriebe in den Mainzer Rheingoldhallen zur Mainzer Weinbörse. Da zur ProWein im März die meisten Weine des aktuellen Jahrgangs noch am gähren sind bzw. nicht gefüllt waren, zeigen die Betriebe in Mainz deutlich fertigeren Traubensaft. Von QbA bis TBA und von Pinot Medelaine bis Sauvignon Blanc Auslese wurde alles gezeigt, was die Lager der Betriebe im Moment füllt. Da die Großen Gewächse aus 2011 natürlich noch nicht der Öffentlichkeit gezeigt werden dürfen, brachte der ein oder andere Betrieb ein GG aus den Jahren 2008 bis 2010 mit.

Bei der Masse an Betrieben und Weinen war es für mich in den wenigen Stunden nicht möglich, einen kompletten Überblick über die VDP Qualitäten des Jahrgangs 2011 zu bekommen. Jahrgangsprognosen, beste Kollektionen und wilde Statements sollen andere ausrufen. Ich habe im Großen und Ganzen versucht, meine Wissenslücken neben den Superstar-Rebsorten Riesling und Spätburgunder zu stopfen. Deswegen gibt es hier und heute sozusagen ein „Best of“ der 2011er Mainzer Weinbörse inklusive Empfehlungen und Kuriositäten meinerseits. Weiterlesen

Aristokratische Eleganz: 2007 Fürst Frühburgunder Centgrafenberg

2007 Fürst Frühburgunder Centgrafenberg(NM) Die Weine von Paul Fürst gehören schon seit eh und je zu meinen Lieblingen aus Deutschland. Gerade die Rotweine zeigen mir immer wieder, wie nah Deutscher Pinot an Burgund liegen kann. Diese Weine werfen mit Eleganz und Finesse nur so um sich. Bei der Inventarisierung meines Weinkellers Anfang des Jahres fiel mir – wie es der Zufall so will – eine verloren geglaubte Flasche 2007 Fürst Frühburgunder Centgrafenberg in die Hand. Da ich ja offiziell (laut Cellartracker) nicht im Besitz dieser Flasche war, sprach nichts gegen ein baldiges öffnen.

Das Weingut Rudolf Fürst liegt im beschaulichen Bürgstadt, im westlichsten Teil Frankens zwischen Spessart und Odenwald. Weinbau wird von der Familie Fürst nachweislich seit 1638 betrieben. Nach dem Paul und Monika Fürst 1979 die neuen Gutsgebäude in mitten des Centgrafenberg errichteten, ging es mit der Qualität der Weine schlagartig steil Berg auf. Einen nicht geringen Teil des Erfolges kann man mit Sicherheit dem „Hausberg“ des Weinguts zuschreiben: dem Centgrafenberg. Weiterlesen

Fight um den Monzinger Halenberg: Emrich-Schönleber Vs. Schäfer-Fröhlich in der Riesling-Große-Gewächse-Klasse

2004-2008 Emrich-Schönleber Halenberg GG Vertikale„Nun rühmte die Gesellschaft einen in ihrer Gegend wachsenden Wein, den ‚Monzinger‘ genannt. Er soll sich leicht und angenehm wegtrinken, aber doch, ehe man sich versieht, zu Kopfe steigen. Er war zu schön empfohlen, als dass wir nicht gewünscht hätten, ihn zu kosten und uns an ihm zu prüfen.“

J. W. Goethe

(CLD) Goethes Wort in unseren Mund: DrunkenMonday widmet sich mit dem gerade 7,7 Hektar großen Monzinger Halenberg der Filet-Lage der Riesling-Hochburg Nahe, die sich die Ausnahme-Weingüter Emrich Schönleber und Schäfer-Fröhlich teilen. Das Riesling Große Gewächs Monzinger Halenberg von beiden VDP-Winzern ist jedes Jahr einer der begehrtesten Weine Deutschlands. Wir sind in der glücklichen Lage,  fünf aufeinander folgende Jahrgänge als historische Doppelvertikale zelebrieren zu können. Unsere Frage lautet: Kann Tim Fröhlich, DER Aufsteiger der Nahe, dem Altmeister Werner Schönleber den Schneid abkaufen? Weiterlesen

Quo vadis Großes Gewächs? (via six-to-nine)

pivu’s erste Eindrücke der 2009er Grossen Gewächse:

Quo vadis Großes Gewächs? Der Traubenadler feiert Geburtstag, immerhin 100 Jahre wird er alt. Zeit also, Bilanz zu ziehen, und was bietet sich dafür mehr an als eine Leistungsschau des Aushängeschilds des VDP, der "Großen Gewächse" aus dem mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Jahrgang 2009. Diese wurden im Rahmen der Vorpremiere letzte Woche in bekannt professioneller Manier präsentiert. Der VDP selbst spricht von einem überragenden Jahrgang mit optimalen Reifeverlauf, s … Read More

via six-to-nine

ProWein 2010 : Zu Besuch beim VDP

ProWein 2010(NM) Einer der Höhepunkte des Jahres in der Wein-Szene ist mit Sicherheit die ProWein in Düsseldorf. Drunkenmonday war natürlich auch dieses Jahr wieder dabei und hat sich kontrolliert durch die Hallen probiert. Hier nun ein kleiner Überblick und einige Impressionen von dem VDP Stand, wo wir uns ca. 3 Stunden durchgeschlagen haben.

Der Trubel war wie jedes Jahr groß. Nur mit Mühe und Warterei konnten wir zum Teil zu den Winzern vordringen. Als erstes besuchten wir das Weingut Köhler Ruprecht. Weiterlesen

Gerade im Glas: 2005 Heymann-Löwenstein Uhlen „R“ Riesling Erste Lage

(NM) Was hab ich mich darauf gefreut: Der legendäre Uhlen Rothlay von Heymann-Löwenstein in der 2005er Edition. Erstmal 2 Stunde in den Dekanter gekippt. Die Nase präsentiert sich auf den Punkt: ein wunderschöner Früchtekorb mit reifen, gelben Früchten (Mirabellen, Quitten), ein wenig Ananas & Zitrus und einer unglaublichen Tiefe von fast schwebender Mineralität. Ganz großes Nasentennis! Am Gaumen dann eine tolle Konzentrations, einer fazinierender Präzision des „Ganzen“, die aber noch in der Primärphase der Entwicklung steht. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, das ich den Wein locker 4 Jahre zu früh aufgemacht habe. Im wirklich sehr langen Abgang (bis zu 1 Minute!) hält sich eine fast rauchig/staubige Mineralität, umgeben von einem gelben Fruchkompott und ein wenig weißem Pfeffer. Ganz groß! Wer also in dem Besitz eines solchen Schätzchens ist: Bitte im Keller vergessen! Danke! 93-94++ Punkte!