Rheingau Renaissance? 3x 2011 Barth Riesling Erstes Gewächs

2011 Barth Riesling Erste Gewächse

(NM) Das VDP Weingut Barth aus dem Rheingauer Hattenheim spielt schon seit mehreren Jahren in der ersten „Sekt-Liga“ Deutschlands. Mit dem „Primus“ wurde 2009 ein weiterer Meilenstein der deutschen Schaumweinlandschaft geschaffen: Ein versektetes Riesling Erstes Gewächs in limitierten Magnum-Flaschen. Drunkenmonday berichtet hier darüber. Heute gibt es aber ein Ausblick auf die Still-Weine des Weingutes. Genauer gesagt die trockene Spitze der Kollektion: Die drei 2011er Ersten Gewächse aus dem Hattenheimer Hassel, Wisselbrunnen und Hallgartner Schönhell.

Gegen den Rheingau, seine Winzer und seine Weine wird in den letzten Jahren aus allen Richtungen mächtig geschossen. Weiterlesen

Abgelehnt: Erste Lage aber kein Erstes Gewächs.

Leider kein Erstes Gewächs.

(NM) Nach dem rauchig/speckigem Hattenheimer Nussbrunnen Erstes Gewächs von Balthasar Ress widme ich mich heute zwei weiteren Weinen aus dem Erste Lage Probe-Paket des Rheingauer Weingutes. Es sind 2011 Balthasar Ress Hattenheimer Engelmannsberg Riesling Trocken und 2011 Balthasar Ress Rüdesheimer Berg Rottland Riesling Trocken. Beiden Weinen wurde das Prädikat „Erstes Gewächs“ von der Prüfkommision verweigert. Obwohl alle weinbautechnischen Kriterien für ein Erstes Gewächs erfüllt wurden, fielen Sie bei der sensorischen Prüfung durch. Doch wie kann ein Wein sensorisch durchfallen?

Typisches Rheingauer-Geschmacksbild?

Um ein gewisses Qualitätslevel zu gewährleisten, darf kein Wein ohne AP Nummer der Prüfkommission für das Rheingauer „Erste Gewächs“ vorgestellt werden. Sie ist für die Zulassung der Ersten Gewächse zuständig und setzt sich aus mindestens 7 Prüfern der beteiligten Betrieben und dem Regierungspräsidium Darmstadt, Dezernat Weinbauamt in Eltville zusammen. Sensorisch wird nun der Wein nach verschiedenen Kriterien bewertet: Farbe, Klarheit, Geruch und Geschmack. Wer hier mindestens keine 16 von 20 Punkten bekommt, hat sowieso keine Chancen das ersehnte Prädikat zu bekommen. Desweiteren wird die u.a. Reintönigkeit, Nachhaltigkeit, Reife, Finesse, Feingliedrigkeit und Struktur bewertet. Sollte ein Wein nicht als Erstes Gewächs zugelassen werden, wird hierfür die Begründung auf dem Prüfbogen festgehalten. Beispiele für die Ablehnung wären: der Wein ist zu verschossen, brandig, zu süß, hat einen Böxer, ist zu phenolisch, zu schlank oder zu untypisch. Letztes gibt natürlich viel Spielraum für eine Ablehnung. Untypisch Riesling? Untypisch Rheingauer Riesling? Untypisch für die Lage X? Doch was ist typisch für die Lage X?

Zwei Mal durchgefallen. Weiterlesen

Rheingau Riesling Reloaded: 2011 Balthasar Ress Hattenheimer Nussbrunnen Erstes Gewächs

2011 Balthasar Ress Riesling Nussbrunnen Erstes Gewächs

(NM) Dirk Würtz schreibt über Wein. Dirk Würtz macht Wein. Dirk Würtz ist personifizierter Wein. Ich kenne kaum einen Menschen der sich so intensiv auf diversen Kanälen mit dem Thema Wein auseinandersetzt wir Dirk Würtz. Seine Art über Wein zu schreiben bzw. zu reden macht ihn zu einem streitbaren Charakter. Seine Art Wein zu machen unterstreicht seinen genialen Charakter. Mit dem Jahrgang 2011 in der Rolle des Betriebsleiters bei dem Weingut Balthasar Ress zeigt Dirk ganz deutlich, dass er nicht nur guten, sondern großartigen, faszinierenden, eigenständigen und stellenweise polarisierenden Wein machen kann. Um Euch dies zu belegen schickte mir der Inhaber des Weingutes Christian Ress seine vier besten trockenen Rieslinge des Jahrgangs 2011. Vier Mal Rheingau „erste Lage“, von denen aber nur zwei das Prädikat „Erstes Gewächs“ bekommen haben. Soviel zu Thema polarisieren. Weiterlesen

Sekt_Evolution aus dem Rheingau: Barth’s „Primus“

2007 Barth "Primus"(NM) Wer wagt, gewinnt. Dieser doch recht abgedroschene Spruch findet in einer frischen Idee des Weinguts Barth aus Hattenheim im schönen Rheingau aber seine volle Entfaltung. Man nehme ein schon klassifiziertes Erstes Gewächs, versektet dies in limitierten und handbeschrifteten Magnumflaschen und versteigere ein Teil davon auf der VDP Versteigerung im Kloster Eberbach. Geniale Idee, genial umgesetzt.

Die Familie Barth hat sich schon lange der Versektung einem Teil ihrer Weine intensiv hingegeben. 40% der Menge Ihrer Trauben wandern heuer in die Sektherstellung. Insgesamt 7 (mit dem Primus acht) verschiedene Sekte findet man auf der Karte des Weinguts. Alle samt nach traditioneller Flaschengärung hergestellt, mindestens 24 Monate auf der Hefe (der „Ultra“ gerne auch 36 Monate oder mehr), läuft jede Flasche Sekt bis zu 60 mal durch fachkundige „Rüttel“-Hände. Ein riesiger Aufwand. Weiterlesen

5 Jahre später: 2005 Künstler Hochheimer Hölle Riesling Erstes Gewächs

2005 Künstler Hochheimer Hölle Riesling Erstes Gewächs(NM) 5 Jahre sind eine lange Zeit. Viel Wasser ist den Main und viel Wein die Kehle runtergeflossen. Manches „Erstes Gewächs“ aus diesem Jahr hat seinen Höhepunkt schon überschritten, ganz anders dieses. Gunther Künstler spielt Jahr für Jahr mit diesem Ersten Gewächs aus seiner Paradelage Hochheimer Hölle weit vorne in den Hitparaden der Ersten/Großen Gewächse mit. Der schwere Tonboden der Hochheimer Hölle gibt diesem Wein schon in der Nase die typische und gleichzeitig mächtige Würze, gepaart mit hoch reifen gelben Früchten wie Mirabellen und Ananas, leckeren wilden Pfirsich und Pflaumen. 2005? Hätte ich blind nie gedacht. So stell ich mir ein Riesling EG auf dem Punkt vor. Am Gaumen wird es dann breit und saftig. Die Säure macht diese Übermacht an Frucht trotz gefühlter Schwere unglaublich trinkig. Zwischen diesem sehr stimmigen und ausgereiften Saft wabert eine seichte aber doch spürbare Mineralik, die dem Wein noch eine weitere Ebene schenkt. Komplett, cremig, saftig, animierend – da gibts nichts auszusetzen. Erst im langen Abgang kommt ganz gegen Schlussende eine feine Röst/Karamell Note, die auf das zarte Alter hinweist. Mjam, fantastische Sache! 93 Punkte!