Drunkenmonday Weißwein des Jahres 2017

2017 Weisswein des Jahres

(NM) Gut Ding will Weile haben, das wusste schon Voltaire Mitte des 18. Jahrhunderts. Das dieser Spruch sich auch durchaus positiv auf die Entwicklung und Trinkbarkeit von VDP.Großen Gewächsen auswirkt, darauf kamen viele Winzer in Reihen des Verbands der deutschen Prädikatsweingüter erst in den letzten 2 bis 3 Jahren. Ohne jetzt vollumfänglich auf das Thema „late release“ beim Großen Gewächs einzugehen, verweise ich auf einen sehr guten Artikel zu diesem Thema von unserem geschätzten Blogger Kollegen Christoph Raffelt auf seinem Blog „Originalverkorkt“.

Da wir aber schon Mitte Februar des Jahres 2018 schreiben, will der Weißwein des Jahres 2017 schleunigst enthüllt werden. Im Gegensatz zu dem Rotwein des Jahres 2017 war/ist mir sein weißes Pendant kein Unbekannter. Seit Jahren verfolge ich die Entwicklung des Weingutes und im speziellen auch die Entwicklung dieses Weines. Und vielleicht mag auch diese langjährige Beziehung zu diesem Wein, diese Faszination der Wandlung und Selbstfindung, der ausschlaggebende Grund dafür gewesen sein, dem Wein dieses Jahr die Krone des Weißwein des Jahres aufzusetzen. Kürzlich trank ich eine 2011er Version des Weines und war zu tiefst beeindruckt. Aber der aktuelle Jahrgang, und da bin ich mir ganz sicher, ist mit Abstand der stärkste und beeindruckendste Jahrgang dieses Weines. Vorhang auf!

Unser Weißwein des Jahres 2017 ist… Weiterlesen

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Diven, Zeit und DAS FEST: 2015 Barth Riesling Große Gewächse

2015 Barth Riesling GGs

(NM) Wie man es macht, macht man es nicht richtig. So oder so ähnlich muss sich der ein oder andere VDP Winzer fühlen, wenn er im Herbst des Folgejahres seine Großen Gewächse auf den Markt bringt, und sich sein Großes Gewächs X aus Lage Y absolut bockig und geschmacklich zugenagelt gibt. Wenn dann auch noch das Wer-Ist-Wer der medial einflussreichsten Weinschreiber in Wiesbaden zur Vorab Großen Gewächs Probe zusammensitzt, und sein Schützling die Diva in sich entdeckt, braucht der geübte Verkoster viel Erfahrung und Weitblick, um die wahre Größe vieler solcher Gewächse zu erkennen. Leider drückt sich dieses Phänomen selten in vielen Punkten, sondern eher in vielen Fragezeichen aus. Suboptimale Startbedingungen.

Doch was tun?

Der Winzer zwickt in der Steckmühle. Große Weine brauchen bekanntlich Zeit um ihr volles Potential auszuschöpfen. Und wenn das Große Gewächs früh alles zeigt, geht ihm nach einigen Jahren im Keller oft die Puste aus. Was also tun um den richtigen Augenblick der jugendlichen Schönheit in Wort und Bild abgelichtet zu bekommen? Die Antwort ist für den Journalisten beglückend und für den Probeflaschen verschickenden Winzer eher ernüchternd: Einfach x-mal in dem Jahr nach der Veröffentlichung die Pullen aufreißen und hoffen, dass der richtige Verkoster zur richtigen Zeit die Karte mit den 90+x Punkten zückt.

Barth 2015 Riesling GGs

Nachdem mir im September des letzten Jahres Mark Barth – nach alter Tradition folgend – seine zwei aktuellen Riesling GGs des Jahrgangs 2015 zuschickte, konnte ich es kaum erwarten diese zu verkosten. Mit großer Neugier und Verlangen öffnete ich die beiden Weine nachdem sie ein paar Tage im Keller ruhten. Doch schnell stellte sich Ernüchterung ein. Vor mir standen zwei zickige Diven im Glas, die so gar nicht mit mir reden wollten. Da auch mit Dekantieren nichts zu holen war, gab es nur eine Lösung. Die ersten zickigen Eindrücke notieren, Korken drauf und ab in den Kühlschrank. Doch auch ein 4 tägiger Kuschelkurs mit Nachprobe half hier nichts. So konnte ich die Weine weder adäquat bewerten noch beschreiben. Die Zeit verging. Weiterlesen