Uwe Schiefer startet crowdfunding – ein Interview

(PT) Das Winzerleben lehrt – im Gegensatz zur Politik oder Wirtschaft – Demut. Wenn der Hagel die Ernte vernichtet. Wenn sintflutartige Regenfälle deinen Weinberg wegspülen. Dann kann gleich wie groß dein Ego ist, jeder noch so schöne Plan den Bach hinuntergehen.

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Besonders hart hat es Uwe Schiefer getroffen. Und das mehrmals. Der österreische Spitzenwinzer war massgeblich an der Renaissance des eleganten, feinen und charakterstarken Blaufränkisch beteiligt. Heimisch in Burgenlands faszinierendem Eisenberg Gebiet, haben die Wetterkapriolen vier Jahre hintereinander nicht nur die Erntemenge extrem dezimiert, sondern Weingärten teilweise zerstört.

Um den Kraftakt finanziell zu stemmen, startet Uwe Schiefer ein crowdfunding. Wir haben ihn dazu interviewt:

Lieber Uwe, du startest jetzt eine Crowdfunding Kampagne für dein Weingut – wie kam es dazu?

„Die Idee entstand, da die letzten vier Jährgänge hintereinander Missernten bzw teilweise gar keine Ernten mehr waren. Seit 2007 hab ich die Weinbau Schiefer Rebfläche verdoppelt und das Winzerleben zu meinem Haupterwerb gemacht. Es wurde viel investiert, teilweise krasse Hanglagen rekultiviert und durch die schwierigen Ernten ist dabei die Luft so dünn geworden, dass das wirtschaftlich fast einem Selbstmord gleicht.
Henrik Möbitz hat mich auf die Idee das crowdfundings gebracht. Er meinte, es sei eine gute Möglichkeit durch weinaffine Leute Unterstützung zu bekommen. Dann versuchte ich es so schnell wie möglich umzusetzen. Schließlich sitzen mir die schlechten, teils katastrophalen Jahre im Rücken. Verschlimmernd sind auch noch die Auswirkungen das diesjährigen Hagelschadens. Das Rebholz ist teilweise so arg angegriffen, dass manchen Reben selbst kommendes Jahr kaum oder keinen Ertrag bringen werden.

„Wie schlimm ist es wirklich ? Existenzbedrohend?

Ja, wer meine Situation kennt weiß, dass ich nicht mit Nichts angefangen habe, sondern mit einem minus. Hier gab es keinen alten Betrieb, keinen Traktor, kein nix. Alles musste von Null aufgebaut und bezahlt werden.
Auch mit gutem Namen und guten Vertrieb bleibt als junger Betrieben zu wenig unterm Strich übrig, um mehrere Jahre hintereinander unter der kalkulierten Mindestmenge zu überleben. Fast nicht zu überleben.
Auch die Auspflanzungen von diesem Jahr, die Stützmauern nach dem Hangrutsch usw bis das ertragbar gemacht werden, kann brauche ich Mittel.
Das kann ich nicht mehr aus dem cash flow finanzieren.“

Was hab ich vom einem Investment? Weiterlesen

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