Kaiserstuhltour Part 3: Holger Koch und Marcel Deiss

BaumelHier nun der dritte Teil der Kaiserstuhltour unseres Baden-Sprachrohrs Jochen Leeder.

(JL) Für den letzten Teil der Tour hatte ich mir noch zwei Weingüter herausgesucht, die ähnliche Philosophien vertreten. Part One war das Weingut Holger Koch in Bickensohl einem kleinen Ort mitten im Kaiserstuhl. Koch übernahm das elterliche Weingut vor mehr als zehn Jahren und vollzog einen extremen Wandel in der Art Kaiserstühler Weine zu machen. First of all entfernte er zwei drittel der alten Freiburger Klone und ersetzte diese durch Klone aus dem Burgund. Diese setzte er nicht wie üblich auf die fetten Vulkanverwitterungsböden sondern auf deutlich kargere Bodenschichten. Ziel des Ganzen sollen kleine Pflanzen mit möglichst kleinen Beeren sein, die von Haus aus geringe Erträge liefern. Holger Koch nennt dies natürliche Ertragsreduzierung. Er ist kein Freund der Rebteilung oder Ausdünnung. Im Keller wird ebenfalls völlig ungeschmickt gearbeitet. Er setzt auf Spontangärung und füllt unfiltriert ab. Am Gaumen präsentieren sich die Weine extrem verschlossen und schlank und man muss Zeit mitbringen, um nach einigen Jahren Flaschenlagerung das wahre Gesicht dieser Burgunder zu erleben. Das Koch mit dieser Art auf dem richtigen Weg zu sein scheint zeigen seine Verkaufszahlen: Er ist quasi ausverkauft. Umso schöner fand ich die Tatasche, das Holger Koch dennoch bereit war den Pinot Day mit einigen Flaschen seines aktuellen Jahrganges zu unterstützen.

Marcel Deiss Altenberg Grand CruPart two und zugleich die letzte Station der Reise setzt ein Weingut jenseits der Grenze im Elsass. Es handelt sich um das Kultweingut Marcel Deiss. Ich will gar nicht viel über das Weingut verlieren, sondern nur einmal ein paar Unterschiede nennen die mir aufgefallen sind.

1. Es werden trinkreife Weine ausgeschenkt

2. Terroir welches man schmeckt oder schmecken soll !?

3. Man entwickelt sich zurück zu gefälligeren Weinen (Aussage auf Frankreich allgemein bezogen)

4. Die Weissweine die ich probierte zählten zu den Besten, die ich je getrunken habe

Resümee

Die Kaiserstühler Winzer befinden sich aktuell in einer Selbstfindungsphase, die in erster Linie weg vom Image der fetten vollen Burgunder und hin zu schlankeren filigraneren Weinen geht. Dieser Weg bringt feinere oft verschlossenere und auch manchmal subtile Weine hervor. Das Vorbild ist oft das Burgund. Dort bestreitet man im Moment witzigerweise ebenfalls einen Sinneswandel hin zu trinkreiferen und volleren Weinen. So what is the right way ?

Mir schmecken auf jeden Fall trinkreife Weine. Die dürfen dann ruhig auch einmal etwas fetter und gehaltvoller sein, aber nicht eindimensional und langweilig. Wichtig ist das man von allem was im Keller hat ;-). Wohl dem Winzer der die Zeit, die Nerven und die finanziellen Rücklagen hat seine Weine zu verkaufen, wenn sie Spaß machen.

Die Highlights

Johner Pinot Noir Steinbuck 2007
Zalwander Harte Erde 2008
Bercher Chardonnay Spätlese 2007 Barrique
Von Gleichenstein Baron Philipp 2006 Spätburgunder
Holger Koch Pinot Noir 2004
Marcel Deiss Grand Cru Altenberg 2004

Advertisements

One thought on “Kaiserstuhltour Part 3: Holger Koch und Marcel Deiss

  1. Pingback: Quartett der zwei dicken Drei « Drunkenmonday Wein Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s