Ein moderater Modernist? 2009 Poderi Aldo Conterno Barolo „Bussia“

2009 Aldo Conterno Bussia Barolo

(NM+GE) Barolo. Kaum eine andere Italienische Weinbauregion verinnerlicht das Wort Tradition ohne es auszusprechen so wie der wohl berühmteste Heimathafen des Nebbiolo. Denkt man an Barolo, kommt einem sofort das Bild des maskulinen, tannreichen und unzerstörbaren Rotwein-Ideals in den Sinn, welcher erst nach 10 oder mehr Jahren Kellerreife seine harte Schale abwirft und auch Tannin-Phobiker von seiner Qualität überzeugen kann. Doch auch an dem Barolo ist der Modernisierungs-Bewegung nicht gänzlich vorbeigezogen. Seit den 90ern Jahren infiltrieren immer mehr „Modernisten“ das Traditionsbehaftete Piemonteser Aushängeschild. Die Fässer werden kleiner, der Einfluss des Holzes wird durchaus schmeckbarer und die Weine bekommen mit strahlender Frucht und weicherem Tannin deutlich abgerundete Kanten. Für die Puristen und Traditionalisten im Barolo gleicht diese Entwicklung natürlich einem Spiel mit dem Feuer. Das globale Bild des Barolo verändert sich. Der Markt freut sich: Früher trinkbare Weine und höhere Punkte von Frucht-Verwöhnten Kritikern. Wird Barolo Multi-Kulti? Weiterlesen

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Save the date: 6/7 Juli – Angelo Gaja & die Veritable 14

Angelo Gaja spricht in der Pfalz (c) Gaja

(NM) Zwei Termine die der Wein-affine Fachbesucher im kommenden Sommer auf keinen Fall verpassen sollte! Am 6 und 7. Juli 2014 bekommt das beschauliche Pfälzer Hinterland gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Besuch vom Barbaresco Großmeister Angelo Gaja! Kostenfrei aber Anmeldepflichtig spricht er am Sonntag den 6. Juli im Saalbau in Neustadt/Weinstraße. Hier der Pressetext vom Veranstalter Uwe Warnecke:

Angelo Gaja – Kultwinzer aus Italien – wird am Sonntag, den 6. Juli von 14.30 bis 16.30 Uhr im Saalbau in Neustadt/Weinstraße einen Fachvortrag halten. Gaja ist einer der weltweit angesehensten Barolo- und Barbaresco – Produzenten. Er hat in Alba, Montpellier und Turin Weinbau und Wirtschaft studiert und trat 1961 mit gut 20 Jahren in das Familienunternehmen ein. In Neustadt spricht er über die Philosophie seines Hauses und die Situation des italienischen Weinbaus. Als Dolmetscher wird Willi Klinger – Geschäftsführer der ÖWM – fungieren.

Lassen Sie sich die seltene Gelegenheit nicht entgehen Signor Gaja persönlich zu erleben! Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei. Bitte melden Sie sich lediglich unter dem folgenden Link zu dem Fachvortrag an:

http://www.pfalz.de/pfalz/akkreditierung

Veritable 14 - Deutschlands schönste Weinmesse?

Am darauf folgenden Tag (Montag der 7.Juli) wird Signor Gaja auch mit seinen Weinen auf meiner Lieblings-Weinmesse „Veritable“ im Pfälzer St. Martin vertreten sein. Auch hier ist der Eintritt kostenfrei und Fachbesucher können sich unter http://veritable.info/ registrieren und sich von dem sensationellen Winzer-Lineup überzeugen lassen. Neben Gaja werden dieses Jahr auch internationale Größen wie Chateau Montalena, F.X, Pichler, Sassicaia und Vinedo Chadwick das erste Mal dabei sein. Dieses Event sollte man auf keinen Fall verpassen!

Rückblicke auf die letzten zwei Veritable Messen findet ihr hier:
Mit Liebe im Detail – Veritable 12
Deutschlands schönste Weinmesse*: Veritable 13

Nebbiolo trifft Pinot: Accornero Bricco del Bosco Grignolino „Vigne Vecchia“

2007 Accornero Grignolino Bricco del Bosco

(NM) Auf Weinfachmessen wie der z.B. ProWein verkostet man pro Tag locker mehr als 100 Weine. Viele dieser Weine haben sowohl am Gaumen als auch im Kopf eine geringe bis sehr geringe Halbwertszeit. Vielleicht nur 10% bleiben wirklich auf Grund ihres Charakters hängen und nur ganz wenige hinterlassen einen dauerhaften und bleibenden Eindruck. Um einen Wein der letzten Kategorie geht es hier und heute: einen Grignolino. Genauer gesagt ist es der 2007 Accornero Bricco del Bosco Grignolino „Vigne Vecchia“.

Mein Reisepartner der ProWein 2012 war Giancarlo Biscardi. Seines Zeichens Italiener und Besitzer der hübschen Pasta- und Wein-Bar Gianoli in der Gießener Innenstadt. Er war und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass dieser Wein sowohl auf der ProWein als auch hier und jetzt mit meiner Zungen tanzen darf/durfte. Wer von der Rebsorte Grignolino in seinem Leben noch nicht viel gehört hat, braucht sich dafür eigentlich auch nicht zu schämen. Sie wird (außer in Kalifornien bei Heitz Vineyards!) nur im Piemont in den Regionen Monferrato und Asti kultiviert. Autochthon also. Dort zählt er zu den frischen und leichten Rotweinen, welche früh getrunken werden sollen und sich im Export nie wirklich durchgesetzt haben. Doch es gibt Winzer die das Image des Grignolino etwas aufmöbeln möchten. Einer von ihnen ist Ermanno Accornero. Weiterlesen

Bigger – Better – Barolo!

Barolo aus dem Jahr 1999

(BH/JR) So oder ähnlich müsste der treffende Werbespruch zu dieser Drunkenmonday Barolo Probe der Superlative lauten. Wieder im Gießener Gianoli zu Gast, standen acht angesagte Weine aus dem Piemont zur Verkostung bereit.

Wenn Weinliebhaber und Feinschmecker vom Piemont schwärmen, meinen sie die liebliche Hügellandschaft des Langhe-Gebietes mit zahlreichen Weinkellern und Ristoranti. Hier wachsen nicht nur einige der besten Weine Italiens, sondern auch die begehrten Trüffel, die wir im Anschluss an die Verkostung probieren durften. An dieser Stelle vielen Dank an Giancarlo und seine Mama für die umwerfende Lasagne, die Trüffel und den Käse!

Wir haben uns in dieser Probe mit folgenden, teilweise grandiosen Weinen intensiv beschäftigt:

2002 La Spinetta Cocito Langhe Nebbiolo
1999 Orlando Abrigo Vigna Sino Barberesco
1999 Aurelio Settimo Barolo Rocche
1996 Aurelio Settimo Barolo Rocche
1999 Poderi Aldo Conterno Barolo Colonnello
1999 Elio Altare Barolo La Morra
1999 Clerico Barolo Pajana
1999 Parusso Barolo Bussia Rocche Riserva Oro

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Robust, doch elegant & barock: 1993 Poderi Aldo Conterno Barolo „Romirasco“

1993 Poderi Aldo Conterno Barolo Romirasco(NM) Wieder ein Wein der Kategorie „once in a lifetime“. Aber im Vergleich zu dem 2002er Napa Valley Cabernet von Luise Cellars, wird hier einer der ur-traditionellsten Bereiche der Weinwelt betreten: der Barolo. Nebbiolo aus dem Barolo kann in jungen Jahren dem ambitionierten Weintrinker oft so gar kein Spaß machen. Hinter fiesen und undurchdringbaren Gerbstoffwänden schlummert ein Weinriese, der sich leider viel zu selten in seiner ganzen Pracht und Schönheit dem Barolo-Trinker zeigt. Zeit heilt hier bekanntlich so einige Wunden, somit war die Freude groß, einen doch etwas reiferen Barolo aus einem sehr renommierten Haus einmal in das Glas zu bekommen: 1993 Poderi Aldo Conterno Barolo „Romirasco“.

Die Lage Romirasco in der Bussia Soprana (Monforte) ist mit 3.8 ha der größte Rebberg der Familie Aldo Conterno, doch nur eine extrem geringe Menge der Trauben werden selektioniert und gelangen in die gleichnamige Abfüllung. Weiterlesen

Deutschlands wortreichster Weinhändler empfiehlt: Burlotto – Piemont

Burlotto Barolos(OW) DrunkenMonday ist der Empfehlung gefolgt und hat es nicht bereut.
Ich muß schon zugeben, selten war ich auf eine unserer Proben so gespannt wie auf diese.
Die Beschreibungen der Weine ließen vermuten, dass es dem Weingut Commendatore G.B Burlotto tatsächlich gelingt, einen durchaus altmodischen authentischen piemonteser Weinstil mit einer Trinkbarkeit zu kombinieren, die auch in diesem Leben schon Freude bereiten kann.

Doch nun direkt ein Wort oder zwei zu den Weinen: Weiterlesen

Gerade im Glas: 1988 Michele Chiarlo Gavi „Fornaci di Tassarolo“

Michele Chiarlo Gavi(NM) Da war ich mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bei meinem Lieblings Weindealer Pietro D’Alto in seinem Marburger Weinladen „Vinopolio“ gab es ein paar gereifte Weine zu verkosten. Dieser hier hat mich richtig umgehauen: Ein 1988 Michele Chiarlo Gavi „Fornaci di Tassarolo“ – 12,5% Alkohol / nur 3000 Flaschen hergestellt / 500g Trauben pro Rebstock / aus 1910 gepflanzten Weinbergen

Soweit zu den harten Fakten. Der Wein kommt aus der damaligen DOC Gavi, welche heute Gavi di Gavi heißt und als DOCG deklariert ist. Doch nun mehr zu dem Götterdrobbe (Alt-hessisch für „Killer Wein“).

In der Nase springt mich ein wunderbarer Duft aus Kokos, kandierter Ananas und einem Hauch Vanille an. Ungemein frisch und elegant für einen 22 Jahren alten Gavi. Am Gaumen dann ein Geschmackshalleluja der besonderen Art: Eine Cremige, weiche und runde Textur, auf dem Punkt gereift. Wie ein Kokos-Ananas Sorbet mit Thai-Mango Stückchen. Großartige Frische und Eleganz getragen durch eine feine Säure. Durch den Barriqueausbau kommt ordentlich Kraft und Volumen dazu, was dem Wein zu einer großartigen Balance verhilft. All dies endet in einem langen Abgang mit gerösteten Kokosflocken…. Es wird definitiv Zeit für das Geruchs oder Geschmacks-Blogging. Sowas müsste jeder einmal erleben.

Der Wein hat mich einfach nur begeistert. Ein Wahnsinns-Stoff – Gavi auf Weltklasse Niveau! Danke Pietro für die Möglichkeit diesen seltenen Weingenuss probieren und vor allem auch kaufen zu können!

Ein Held aus dem Piemont: Weingut La Spinetta

weingut la spinetta logo(NM) Dieses mal ließen wir es uns richtig gut gehen: Wir luden den ungemein sympatischen & erfolgreichen Sommelier Pietro D’Alto ein (bester Deutscher Sommelier 2007 & Gewinner der Deutschen Weindegustation 2007) , uns einmal ein Teil des überaus erfolgreichen Weinguts „La Spinetta“ aus dem Piemont vorzustellen.

Giorgio Rivetti (Chef Winemaker bei La Spinetta) ist einer der ganz großen Namen im Piemont. Weiterlesen