Schöne alte neue Weinwelt

Cool climat: 2013 Alpha Domus Barnstormer Syrah

(NM) Noch vor zehn oder mehr Jahren, als die alte Welt noch die alten Welt, und die neue Welt die neue Welt war, hatte es der versierte Frucht-Konzentrat-Trinker ausgesprochen leicht. Die molligen, kräftigen und warmen Rotweine kamen alle samt aus Australien, Neuseeland, Chile oder Kalifornien. Kurz auf das Herkunftsland geschaut und selbstsicher wurde die Flasche „Shiraz“, „Malbec“ oder „Cabernet Sauvignon“ aus dem Regal gegriffen. Mit den erworbenen 15,8% Alkohol (abgerundet auf 14,5%) konnte die Fruchtbombe ohne Angst vor zu viel Säure oder austrocknendem Tannin zünden.

Zwischen den Welten

Spätestens in 2015 sieht die neue Welt/alte Welt Nummer schon ganz anders aus. Auf einmal steht anstelle von Shiraz „Syrah“ auf dem Label und deklariert einen neuen Welt-Wein mit alten Welt Attitüden. Jetzt muss der Frucht-Konzentrat-Trinker schon zwei Mal hinschauen, um nicht zufällig mit Säure, Frische und moderatem Holzeinsatz überrascht zu werden. Ich persönlich sehe aber genau in dieser entstehenden Schnittmenge der beiden – salopp gesagt – Wein Stile ein neues, großes und unglaublich spannendes Weinentdeckungsfeld mit vielen Unbekannten und Überraschungen. Sicher wird jetzt der ein oder andere Winzer mit Gamay aus Lodi oder Cabernet Franc aus dem Barossa Weinbautechnisch ins Klo greifen, aber sind es vielmehr die geänderten An- und Ausbaumethoden (frühere Lese, weniger neues Holz, wilde Hefen) die einen einst molligen Shiraz zum würzigen und animierenden Syrah werden lassen, ohne aber auf die reife „neue Welt Frucht“ verzichten zu müssen. Und wie es der Zufall so will, darf ich euch heute zwei solcher „zwischen den Welten“ Vertreter vorstellen. Weiterlesen

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Nachhaltigkeit, Eleganz und subtile Weltklasse: Ata Rangi / Neuseeland

2012 Ata Rangi Pinot Noir

(NM) Neuseelands Landschaften eignen sich nicht nur für perfekt inszenierte „Herr der Ringe“ Verfilmungen, sondern geben auch divenhaften Rebsorten wie dem Pinot Noir ein wunderbares Zuhause. Über eine nachhaltig bezaubernde Begegnung mit dieser Rebsorte aus meisterhafter Winzer-Hand mag ich nun berichten.

Ata Rangi ist nicht eines dieser „klassischen“ Neuseeländischen Weingüter, die primär Sauvignon Blanc in seiner ganzen Beliebigkeit produzieren und „nebenbei“ noch Chardonnay und Pinot Noir anbieten, um das Sortiment zu vervollständigen. Sie gehen den komplett umgekehrten Weg: Fokussiert wird sich auf Pinot Noir und Chardonnay, ihr Sauvignon Blanc komplettiert das Auftreten nach außen. Auf ca. 48 Hektar kultiviert Ata Rangi zu 100% nachhaltigen Wein. Neben der IS0 14001 Zertifizierung für ihr Weinbergs Management, welches seit über 30 Jahren nach biologischen Methoden durchgeführt wird, ist das Weingut auch Gründungsmitglied der „Sustainable Winegrowing of New Zealand“ Organisation. Somit haben also ihre Weinberge seit über 30 Jahren keine Herbizide oder Insektizide mehr gesehen. Nicht nur für Neuseeland ist dies eine extrem lange Zeit. Weiterlesen

Meursault aus Neuseeland? Kumeu River Chardonnay

2011_kumeu_river_chardonnay

(NM) Das Leben als Wein-Enthusiast ist ein verrücktes. Die globale Weinwelt offeriert ein Überfluss an interessanten Rebsorten und deren Weine. Welche Rebsorte oder Region gerade intensiv probiert wird, entscheidet nicht selten einfach der Zufall. Und genau dieser brachte mich nach einer großartigen Meursault-Probe (Bericht folgt!) zurück zum Chardonnay. Da mein Weingedächtnis anscheinend noch ganz ordentlich funktioniert, erinnerte ich mich an einen gewissen Hendrik Thoma, welcher in einer seiner frühen „Wein am Limit“ Folgen auf das Neuseeländische Weingut Kumeu aufmerksam machte. Und wie es der Teufel so will, sind die Weine des Weingutes Kumeu nun auch in Deutschland über Vinexus verfügbar. Somit war die Mission klar: Kann Neuseeland Chardonnay ähnlich dem aus Meursault sein? Zwei Flaschen wurden besorgt, und los ging der Cross-Kontinentale Chardonnay Vergleich. Weiterlesen

Das Beste aus zwei Welten: Johner spricht Pinot Noir

Weingut Johner
(JL) Vor nicht allzu langer Zeit fand eine denkwürdige Pinot Probe mit Weinen aus dem Weingut Johner statt. Wir waren alle sehr gespannt, denn Patrick (Johner) hatte uns exklusiv für diese Verkostung Fassproben seiner 07er und 08er Pinots zukommen lassen. Besonders gespannt durfte man auf die 07er sein, war doch der Jahrgang 2006 als eher durchschnittlich bewertet worden. In einem Vorgespräch verriet uns Patrick, dass im Jahr 2007 die Trauben bewusst nicht zur Vollreife gebracht wurden, um länger lagerfähig zu sein und um ein stabileres Tanningerüst zu bekommen. In Burgund sind solche Vorgehensweisen unter anderem auch üblich, welches jedoch nur in guten Jahrgängen funktioniert. Die Rotfruchtigkeit geht dadurch etwas zugunsten von Würz- und Kräuternoten verloren. Wir waren alle sehr gespannt. Verkostet wurden nun folgende Weine:

2007 Spätburgunder Kaiserstuhl
Der Spätburgunder Kaiserstuhl stellt den Einstieg in die umfangreiche
Palette der Johner Pinots dar. Weiterlesen

Gerade im Glas: 2008 Mount Riley Sauvignon Blanc

NL3073(NM) Heute mal Neuseeland! In der hart umkämpften „unter 10€ Neuseeland Sauvignon Blanc“ Klasse (mit meist nur durchschittlichen Ergebnissen) präsentiert sich dieser Vertreter von Mount Riley doch ganz ordentlich. Schöne fruchtbetonte Nase mit Noten von Passionsfrüchten, Mirabellen, Limetten und gelben Blüten. Im Unterton noch leicht grasig mit frischer Grapefruit. Hier wird einiges geboten fürs Geld. Im Mund dann eine wirklich anständige Säure mit einem ordentlichem Schuss Limette. Hier hätte ich mir etwas mehr erwartet. Der Nachgeschmack könnte auch ein wenig länger mitspielen. Alles in allem aber eine ordentliche Qualität. Hab schon für mehr Geld „langweiligeren“ Sauvignon Blanc aus Neuseeland getrunken. 87 Punkte.