Ist der Name Programm? 2008 Boekenhoutskloof The Chocolate Block

2008 Boekenhoutskloof The Chocolate Block(NM) Südafrika ist ein Weinland voll mit kuriosen Winzern, Rebsorten und Weinen. Ein Land der unbegrenzten vinophilen Möglichkeiten. Was hab ich nicht schon alles Merkwürdiges und Skurriles aus Südafrika probiert: Den „Original Toffee/Mokka Pinotage“ von Diemersfontein (der so schmeckt wie er heißt!), Goats do Roam mit ihren Wortspiel-Weinen Goat-Roti und Bored-Doe oder großartige bis gruselige Port-Wein-Imitate aus Pinotage und Konsorten – um nur einige wenige zu nennen. Auch Boekenhoutskloof besitzt solch ein durch seinen Namen auffälliges Wein-Unikat: The Chocolate Block! Bei diesem Namen sollten die Augen aller Schokolateristen aufblitzen! Flüssige Schokolade nach alkoholischer Gärung in Weinflaschen gefüllt. Klingt erst mal lecker. Doch hält der wuchtige Name sein schokoladenes Versprechen? Oder soll er dies überhaupt? Ich habe mir den 2008er Boekenhoutskloof The Chocolate Block einmal etwas genauer angeschaut.

Mit jedem Jahrgang des „Chocolate Block“ wird das Rebsorten-Verhältnis für den Blend neu zusammengestellt. Laut Boekenhoutskloof Webseite macht man dies “ … to best reflect the season and the ancient vines of great character that are an integral part of the wine’s charm and personality.“ Für den 2008er wurden 69% Syrah, 12% Grenache, 10% Cabernet Sauvignon, 7% Cinsault und 2% Viognier für die finale Assemblage ausgewählt. Zu insgesamt 888 Fässer. Eine Menge Holz. Direkt nach dem Öffnen bekommt man Initial viel reife und fast schon eingekochte Kirsche und Himbeere in die Nase transportiert. Der beschrieben Schokoladen-Block findet eher in der Richtung Mon Cheri bzw. Mon Himberi statt. Dazu gesellen sich noch Aromen von verbranntem Gummi und Holz, etwas Vanille, schwarzer Pfeffer und Kaffeepulver. Mir persönlich etwas zu viel verbranntes Allerlei.

Klare Ansage!Der Geschmack: Dieses verbrannte Holz Thema ist ein wenig aufdringlich und könnte bei größerem Konsum etwas nervig werden. Bei einem Glas hab ich aber kein großes Problem damit. Der Alkohol (14.5%) intensiviert ohne dabei störend aufzufallen. Die Tannine sind entspannt und begnügen sich mit hintergründigem Dasein. Doch irgendwie fehlt mir was an dem Wein. Richtig: der Chocolate Block! Ein Wein mit so einem schokoladig aufdringlichen Namen sollte doch etwas mehr dieses suggerierten Geschmacksbildes rüber bringen. Alle Schokolateristen da draußen werden mit Sicherheit jetzt etwas enttäuscht sein. Sorry Freunde, das ist leider kein weingewordener Traum aller Schokohasen dieser Welt. Ohne dieses „Manko“ ist der 2008er Boekenhoutskloof The Chocolate Block dennoch ein sehr guter Südafrika Blend für Freunde der kräftigen Holzwürze. Lediglich der Preis ist mit 28-30€ pro Flasche in meinen Augen etwas zu hoch für diesen (Achtung Wortspiel!) „Châteauneuf-du-Cap“. Da gibt es vergleichbares und besseres für um die 20€. 89 Schokotaler von meiner Seite.


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