Weinrallye #52: Condrieu? Deutscher Viognier dank Klimawandel!

Deutscher Viognier im Vergleich: Jürgen Krebs und Philipp Kuhn

(NM) Klimawandel. Ein böses Wort. April-Wetter im Juni, Schnee im Mai und 20 Grad im November. Einige dieser Veränderungen kommen der Vegetation des Weins bzw. seiner Reben in unseren Landen zu Gute, andere richten massiven Schaden an. Ich erinnere mich da ungern an die -2° Nacht im Mai 2011, wo viele Winzer in fast allen deutschen Anbaugebieten mit Frostschäden zu kämpfen hatten. Natürlich spielt auch die kontinuierliche Erd/Klima Erwärmung eine wichtige Rolle. Viele werden sich noch an den Backofen-Sommer in 2003 erinnern. In den ersten zwei August Wochen schossen die Temperaturen bis über 40°, alleine in Deutschland starben etwa 3500 Menschen auf Grund der Hitzewelle. Dass solche Extreme auch natürlich nicht dem Wein dienlich sein können, zeigten viele Weine aus diesem Jahr. Wer nicht rechtzeitig die Trauben einholte, hatte mit weit über 15% Alkohol und kaum Säure zu kämpfen. Mein eigentlicher Plan, den 2003er Ruländer (Grauburgunder) *** vom Weingut Schneider aus Baden hier und jetzt vorzustellen, scheiterte aber kläglich. Der Wein war faktisch untrinkbar und ist regelrecht in sich zusammen gebrochen. Die 15% Alkohol wirkten sprittig und erinnerten mehr an einen fusseligen Likör wie an Wein. Das wollte ich mir und Euch nicht antun. Weiterlesen