Quo vadis Großes Gewächs? (via six-to-nine)

pivu’s erste Eindrücke der 2009er Grossen Gewächse:

Quo vadis Großes Gewächs? Der Traubenadler feiert Geburtstag, immerhin 100 Jahre wird er alt. Zeit also, Bilanz zu ziehen, und was bietet sich dafür mehr an als eine Leistungsschau des Aushängeschilds des VDP, der "Großen Gewächse" aus dem mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Jahrgang 2009. Diese wurden im Rahmen der Vorpremiere letzte Woche in bekannt professioneller Manier präsentiert. Der VDP selbst spricht von einem überragenden Jahrgang mit optimalen Reifeverlauf, s … Read More

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5 Jahre später: 2005 Künstler Hochheimer Hölle Riesling Erstes Gewächs

2005 Künstler Hochheimer Hölle Riesling Erstes Gewächs(NM) 5 Jahre sind eine lange Zeit. Viel Wasser ist den Main und viel Wein die Kehle runtergeflossen. Manches „Erstes Gewächs“ aus diesem Jahr hat seinen Höhepunkt schon überschritten, ganz anders dieses. Gunther Künstler spielt Jahr für Jahr mit diesem Ersten Gewächs aus seiner Paradelage Hochheimer Hölle weit vorne in den Hitparaden der Ersten/Großen Gewächse mit. Der schwere Tonboden der Hochheimer Hölle gibt diesem Wein schon in der Nase die typische und gleichzeitig mächtige Würze, gepaart mit hoch reifen gelben Früchten wie Mirabellen und Ananas, leckeren wilden Pfirsich und Pflaumen. 2005? Hätte ich blind nie gedacht. So stell ich mir ein Riesling EG auf dem Punkt vor. Am Gaumen wird es dann breit und saftig. Die Säure macht diese Übermacht an Frucht trotz gefühlter Schwere unglaublich trinkig. Zwischen diesem sehr stimmigen und ausgereiften Saft wabert eine seichte aber doch spürbare Mineralik, die dem Wein noch eine weitere Ebene schenkt. Komplett, cremig, saftig, animierend – da gibts nichts auszusetzen. Erst im langen Abgang kommt ganz gegen Schlussende eine feine Röst/Karamell Note, die auf das zarte Alter hinweist. Mjam, fantastische Sache! 93 Punkte!

1993 Geheimrat Aschrott’sche Erben Hochheimer Kirchenstück Spätlese Trocken

1993 Aschrott Kirchenstück Spätlese Trocken(NM) 1996 wurde das Weingut Geheimrat Aschrott’sche Erben von dem bekannten und geschätzten Weingut Künstler (ebenfalls aus Hochheim) übernommen. Somit gingen alle Toplagen in den Besitz von Künstler über, unter anderem auch die hier betitelte Lage Hochheimer Kirchenstück. Doch nun zu dem Wein:

1993 Geheimrat Aschrott’sche Erben Hochheimer Kirchenstück Spätlese Trocken. Die Amis schätzen uns für unsere kurzen Labels. Aber genau so liebe ich meinen gereiften Riesling. Helles Gold im Glas, kaum Firne in der Nase, eher Omas altes Schlafzimmer, welches dringend mal gelüftet werden müsste. Dazu gesellt sich überreifer, mehliger Apfel, ein Touch Mandeln und Limetten in Reinstform. Am Gaumen wirkt er kompakt und straff, getragen von einer feinen Säure kommen Noten von Nüssen und Mandeln hervor. Auch hier wieder mehr „muff“ wie „firn“, was dem Wein aber ausgesprochen gut steht, da die Säure ihn lebendig und wach wirken lässt. Abschließend endet das ganze in einem langen nussigen Finale, welches ausgesprochen erfolgreich nach dem nächsten Schluck treibt. Welch Freude einen trockenen und gereiften Wein so trinkig im Glas zu haben. Mehr bitte!

Tolle Weine: 98er Caprai Sagrantino di Montefalco „Collepiano“ + 99er La Testa Grenache

3(NM) Nach einem harten Sonntag gib es sicherlich nichts besseres, als sich mit guten Freunden auf den Balkon zu setzen und bei guten Gesprächen tollen Wein zu trinken.
Begonnen haben wir den Abend mit einem 2007er Künstler Hochheimer Hölle Riesling Erstes Gewächs. Der Wein öffnete sich nach ca. 30 Minuten in der Karaffe und zeigte einen eher zurückhaltenden, aber trozdem stoffig/rassigen Reingauer Riesling der ersten Liga.

Der eigentliche Höhepunkt dieses Abends waren aber die beiden Roten: Weiterlesen