Abgelehnt: Erste Lage aber kein Erstes Gewächs.

Leider kein Erstes Gewächs.

(NM) Nach dem rauchig/speckigem Hattenheimer Nussbrunnen Erstes Gewächs von Balthasar Ress widme ich mich heute zwei weiteren Weinen aus dem Erste Lage Probe-Paket des Rheingauer Weingutes. Es sind 2011 Balthasar Ress Hattenheimer Engelmannsberg Riesling Trocken und 2011 Balthasar Ress Rüdesheimer Berg Rottland Riesling Trocken. Beiden Weinen wurde das Prädikat „Erstes Gewächs“ von der Prüfkommision verweigert. Obwohl alle weinbautechnischen Kriterien für ein Erstes Gewächs erfüllt wurden, fielen Sie bei der sensorischen Prüfung durch. Doch wie kann ein Wein sensorisch durchfallen?

Typisches Rheingauer-Geschmacksbild?

Um ein gewisses Qualitätslevel zu gewährleisten, darf kein Wein ohne AP Nummer der Prüfkommission für das Rheingauer „Erste Gewächs“ vorgestellt werden. Sie ist für die Zulassung der Ersten Gewächse zuständig und setzt sich aus mindestens 7 Prüfern der beteiligten Betrieben und dem Regierungspräsidium Darmstadt, Dezernat Weinbauamt in Eltville zusammen. Sensorisch wird nun der Wein nach verschiedenen Kriterien bewertet: Farbe, Klarheit, Geruch und Geschmack. Wer hier mindestens keine 16 von 20 Punkten bekommt, hat sowieso keine Chancen das ersehnte Prädikat zu bekommen. Desweiteren wird die u.a. Reintönigkeit, Nachhaltigkeit, Reife, Finesse, Feingliedrigkeit und Struktur bewertet. Sollte ein Wein nicht als Erstes Gewächs zugelassen werden, wird hierfür die Begründung auf dem Prüfbogen festgehalten. Beispiele für die Ablehnung wären: der Wein ist zu verschossen, brandig, zu süß, hat einen Böxer, ist zu phenolisch, zu schlank oder zu untypisch. Letztes gibt natürlich viel Spielraum für eine Ablehnung. Untypisch Riesling? Untypisch Rheingauer Riesling? Untypisch für die Lage X? Doch was ist typisch für die Lage X?

Zwei Mal durchgefallen. Weiterlesen