Weinrallye #43: Vollenweiders Riesling Spätlese in voller Pracht!

Vollenweider Riesing Spätlesen(NM) Ein wunderbares Thema hat sich Ralf Kaiser a.k.a. „der Weinkaiser“ hier zur Weinrallye #43 ausgedacht: Riesling Spätlese. So wunderbar, das ich mich sehr schwer getan habe, die Weine für diese Veranstaltung heraus zu suchen. Da steht man nun im Keller, lässt sich vom Anblick der Flaschen augenscheinlich inspirieren, öffnet im Moment später Cellertracker.com, filtert nach Riesling Spätlese und wirft seine ursprüngliche Planung wieder komplett über den Haufen. Nach einigen schlaflosen Nächten habe ich mich dann für folgendes LineUp entschieden:

2007, 2008 und 2009 Weingut Vollenweider Wolfer Goldgrube Riesling Spätlese Goldkapsel aus der 0.375 Liter Flasche.

Daniel Vollenweider bewirtschaftet auf 4 Hektar 100% Riesling. Erst im Jahr 2000 entdeckte der gebürtige Schweitzer die nicht flurbereinigte Lage „Goldgrube“ in dem kleinem Ort Wolf, bestockt mit wurzelechten, uralten Reben. Vom Riesling-Fieber gepackt produzierte er im ersten Jahr gerade einmal 3500 Flaschen. Heute beläuft sich die Produktion auf ca. 25.000 Flaschen, 90% davon wird ins Ausland exportiert. Im Jahr 2003 wurde er vom Gault Millau als „Aufsteiger des Jahres“ gefeiert, inzwischen wird er dort mit 4 Trauben geführt und gehört somit zu Spitzenweingüter Deutschlands. Auf Grund des hohen Exportanteils seiner Weine sind Daniel Vollenweiders Rieslinge hier zu Lande nicht sehr einfach zu finden bzw. bekannt, obwohl gerade seine BAs und TBAs oft zu den besten gehören, was die Mosel zu bieten hat. Weiterlesen

Oldschool: 2007 Vollenweider Riesling Schimbock Trocken

2007 Vollenweider Riesling Schimbock Trocken(NM) In der großen weiten Welt des H&M-Rieslings, zwischen Reinzuchthefen und designeten Geschmacksprofilen gibt es sie noch: den urtypischen Riesling. Daniel Vollenweider lässt mit seinen Rieslingen der Serie „Schimbock“ genau diesen eigenständigen Rieslingtypus wieder aufleben. Die Weine kommen aus einer kleinen Parzelle des Trabener Würzgartens, eine Devonschieferlage mit über 40jährigen wurzelechten Reben, die sich aber geologisch und klimatisch von dem Rest des Würzgarten absetzt. Sie werden ganz altmodisch in alten Korbkeltern gepresst und danach sich völlig selbst überlassen, ohne Zugabe von Reinzuchthefen oder Most. Durch diese traditionelle Methode kann die Gärung locker 6-8 Monate dauern.

Dieser 2007er Riesling Schimbock von Daniel Vollenweider wird als QbA Trocken ausgezeichnet, obwohl die Reben mindestens Spätlese Niveau bei der Ernte hatten. Durch die „altmodische“ Ausbaumethode bekommt der Wein eine feine hefige Kräuterwürze, eine vielschichtige Mineralik und nur wenig, aber dafür sehr feine Fruchtaromen. Die beste Performance zeigte er nach 3 Tagen offen im Kühlschrank, wo alle Komponenten wunderbar zusammen wuchsen. Alles in allem finden wir hier kein „großen“ Riesling, aber ein eigenständiges Weinwerk, welches sich locker von der langweiligen getrimmten Rieslingwelt absetzt. Nichts für den „avaeage Riesling-Joe“. Der Gault Millau vergab seiner Zeit 89 Punkte für diesen Wein. Ich denke da kann ich locker mit „dacore“ gehen.