Aller guten Dinge sind Drei – Pinot bis 10€ aus Deutschland

Deutsche Pinots unter 10 Euro - Part 3

(JR) Auf zur letzten Runde. Zum dritten und letzten Mal beschäftigt sich Drunkenmonday in einem Panel Tasting mit Pinots aus Deutschland im unteren Preissegment. Diesmal waren wir zu Gast im Gianoli, einer neu eröffneten Pasta- und Weinbar in der Gießener Innenstadt. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an unseren Gastgeber Giancarlo Biscardi. Bevor wir die leckeren Nudelgerichte probieren durften, standen fünfzehn deutsche Spätburgunder zur Verkostung und Beurteilung auf dem Tisch.
Wie üblich, um objektiv zu bleiben, wurden alle Weine blind in zufälliger Reihenfolge verkostet. Jeder Teilnehmer erstellte während der Probe sein individuelles Ranking von Platz eins bis 15. Es herrschte zudem „Redeverbot“ in Bezug auf die Weine, um eine gegenseitige Beeinflussung auszuschließen. Am Ende wurden die Einzelbewertungen aufsummiert und zusammen mit dem Gesamtergebnis besprochen. Die Summen der Einzelplatzierungen sind zur besseren Orientierung mit angegeben, wobei „Ausrutscher“ – das jeweils beste und schlechteste Ergebnis – aus der Wertung genommen wurden. Weiterlesen

Quartett der zwei dicken Drei

Mit Keller und Deiss den Abend versüßen...(NM) Dienstagabend. Spontan einberufenes Klassentreffen im kleinen Kreise. Ohne Einschränkung oder Vorgaben sollte jeder etwas aus seinem Keller mitbringen. Was „dickes“, (hoffentlich) „hochwertig“, egal ob Rot oder Weiß, Alt oder Jung, hauptsache gut. So lauteten die Vorgabe. Verkostet wurde zunächst blind. Nach dem später aufgedeckt wurde, waren wir uns erstaunlich einig bei der Weinauswahl. Wir verkosteten:

2009 K.P. Keller Riesling „Neumond“
2007 K.P. Keller Riesling Hubacker GG
2000 Marcel Deiss Huebuhl

Der 2009er Keller Riesling „Neumond“ ist ein Weinprojekt der Wein-Entdeckungs-Gesellschaft. Weiterlesen

Ran an den Stoff – 100 % Cabernet Franc

Cabernet Franc(JR) Der würzig-fruchtige Cabernet Franc gehört aufgrund seiner klimatischen Genügsamkeit zu den am weitesten verbreiteten Rebsorten weltweit. Nah verwandt mit dem Cabernet Sauvignon findet er aber überwiegend als Verschnittsorte Verwendung. Er trumpft überall dort auf, wo der Cabernet Sauvignon, zum Beispiel durch kühles Klima, nicht immer richtig ausreift: Etwa in Saint-Emilion und Pomerol. Hier trägt er in guten Jahren viel zum Cuvée des Cabernet Sauvignon und Merlot bei. Cheval Blanc und Ausone weisen dann Cabernet Franc-Anteile von bis zu 60% auf und gehören zur qualitativen Spitze ihrer Region. Auch Freunde italienischer Weine werden der Sorte schon begegnet sein: Der Mischsatz aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc feiert in Südtirol, im Trentino oder als Super-Toskaner „Solaia“ große Erfolge.

Dennoch steht Cabernet Franc quasi als “Underdog“ im ewigen Schatten des deutlich bekannteren Cabernet Sauvignon. Reinsortig in trinkbaren Qualitäten findet man ihn daher eher selten. Eine große Ausnahme bildet u.a. die Loire. Hier stehen Saumur, Chinon oder auch Bourgueil für exzellenten 100%igen Cabernet Franc Genuß. Weiterlesen

Gute Presse, wenig Hype: vier dicke Dinger aus Italiens unterschätzten Regionen

Vier dicke Italiener(NM) Italien bringt Jahr für Jahr ohne Zweifel mit die größten und angesehensten Weine der Welt auf den Markt. „Supertuscans“ Blends wie Ornellaia, Masseto oder Sassicaia klingen und schwingen genauso in den Ohren großer Weinliebhaber wie Barbaresci von Angelo Gaja, große Baroli von Bruno Giacosa, Vietti und Roberto Voerzio oder mächtige Amarone von Allegrini und co. Doch abseits der bekannten und ruhmreichen Regionen hat Italien noch weitaus mehr an Spitzenweinen zu bieten. Drunkenmonday nahm vier „Top-Weine“ mit guter Presse aus vier der eher unterschätzen Regionen Italiens einmal genauer unter die Lupe. Die Teilnehmer waren:

2004 Argiolas „Turriga“ Isola dei Nuraghi IGT / Sadinien
2006 Di Majo Norante „Don Luigi“ Riserva / Molise
2007 Azienda Agricola „Montevetrano“ Colli di Salerno IGT / Kampanien
2008 Oasi Degli Angeli „Kurni“ IGT / Marken
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Alemannisches Weinprojekt aus Baden: Zalwander

Weinrallye #47 - Wein aus Alemannia

(NM) Passend zur Weinrallye #47 standen 6 Rote von dem Weingut Zalwander (allemannisch für „zu zweit“) auf dem Probentisch. Kennengelernt haben wir das sympathische Weinprojekt von Odin Bauer, seines Zeichens Kellermeister bei dem Badener Traditionsweingut „Freiherr von Gleichenstein“ und Elmar Lehmann auf dem Pinot Day von „Sport und Wein“ Beauftragten und Drunkenmonday Mitglied Jochen Leeder. Odin und Elmar betrieben das Weingut Zalwander nun schon seit 2002 und bewirtschaften auf nur 1,3 ha. Spätburgunder, Lemberger und etwa 10% Grauburgunder. Die Weine werden mit geringem technischen Aufwand auf klassische Weise bereitet und in kleinen Holzfässern ungeschminkt und ohne Filtration auf Flaschen gezogen. So entstehen sehr eigenständige und ungeschönte Weine. Wir verkosteten 4 von Zalwanders Spätburgundern und 2 Lemberger.

Zalwander SpätburgunderDer erste Flight bestand aus Zalwanders „einfachem“ Spätburgunder aus den Jahren 2006, 2007 und 2008. Alle drei Weine zeigten sich komplett unterschiedlich. Weiterlesen

Steen vs. Pineau de la Loire – Chenin Blanc im Ländervergleich

Chenin Blanc Südafrika vs. Loire

(NM) Lange, wirklich lange habe ich mich auf diese Probe gefreut. Im Rahmen des regelmäßigen Drunkenmonday Meeting-Zyklus traf sich die Gruppe zu einer Rebsorten bezogenen Vergleichsprobe. Quasi das Endspiel um den Chenin Blanc Cup. Im Finale: Frankreich (vertreten durch eine Auswahl der Loire) und Südafrika.

Chenin Blanc gehört zu den flexibelsten Rebsorten der Weinwelt. Ähnlich dem Riesling spielt sie in den perfekte Traube in nahezu allen Positionen auf dem Weinfeld: Trockenverteidiger, Mittel-Sweet-Feld, im Süßsturm mit Zuckerflanken und als Schaumweinwart unter hohem Druck. Kaum eine andere Rebsorte spielt in dieser Liga. Doch nun genug mit dem Fußballerischen Vergleichsunsinn. Unser Fokus lag heute in den „trockenen“ Varianten aus den beiden oben genannten Ländern. Folgende Weine traten an:

Für Südafrika:

2010 Boschendal Chenin Blanc
2009 Mulderbosch „Steen Op Hout“ Chenin Blanc
2009 Spice Route Chenin Blanc
2009 Springfontain Chenin Blanc „Terroir Selection“

Für die Loire:

2009 Xavier Weisskopf Le Rocher des Viollets „Touche Mitaine“ Sec
2009 Xavier Weisskopf Le Rocher des Viollets „Les Borderies“
2009 Langlois Chateau Samur Chenin Blanc
2009 Clos de Nouys Vouvray Chenin Banc Sec
2009 Marc Bredif Vouvray Chenin Blanc
2007 Huet „Le Mont“ Vouvray Sec
2007 Huet „Clos de Bourg“ Vouvray Sec Weiterlesen

Wenn Haare nochmal Haare haben: Charles Smith – Chateau Smith!

Charles Smith(NM) In der Weinwelt tummeln sich schon manchmal abgefahrene und interessante Charaktere. Quereinsteiger, Umschüler und Selfmade Winzer kommen aus den verschiedensten Schichten zum Weinmachen. Einer von ihnen ist der ehemaliger Sommelier einer Dänischen Rockband (oder so ähnlich) : Charles Smith. Genauer gesagt managte der Wuschelkopf nach abgeschlossener Sommelier Ausbildung in den USA viele Jahre eine Rockband in Dänemark, bevor er den Weg zurück an die amerikanische Westküste fand und mit Hilfe von Christophe Baron von dem Weingut Cayuse seinen ersten Wein machte. 20 wilde Jahre in einem Satz verpackt.

Heute räumt Charles Smith mit seinen Weinen unter dem K-Vintners Label (primär Syrah aus Walla Walla, Washington State) haufenweise Parker-Punkte ab (ja, von Robert persönlich bewertet). Nach Deutschland haben es jetzt seine Weine unter dem „Charles Smith Wines“ Label geschafft. Bei www.der-weinmakler.de gibt es in Deutschland eine gute Auswahl der Weine des etwas „anderen Winzers“ aus Walla Walla. Drei davon stellen wir euch heute etwas genauer vor. Weiterlesen

Kante, Zidarich, Radikon, Roxanich und Vodopivec: Krasse „Naturweine“ aus dem Friaul und Kroatien

… oder auch „Orange Wines“ ?!

Orange Wines

(JL) Eigentlich müsste ich mich schämen, den Bericht über diese „extreme“ Probe erst jetzt zu schreiben. Sie fand nämlich im letzten Sommer statt. Wie dem auch sei, jetzt ist die Zeit reif für einige Weine, die „extravaganter“ und „anders“ nicht hätten sein können. Neben dem doch recht langweiligen Namen „Naturweine“ haben wir immer wieder nach einem anderen und aussagekräftigeren Namen für diese speziellen Weine gesucht. Das Ergebnis: Orange Wines! Orangene Weine? Wie ist der denn drauf? – könnten jetzt einige denken. Aber je mehr ich den Namen verwende, desto treffender kommt er mir vor. Seit kurzer Zeit ist der Begriff „Orange Wines“ auch in Wikipedia zu finden. Hier meine Übersetzung in die Deutsche Sprache. Man möge mir den etwas rudimentären Übersetzungsstil verzeihen.

Oranger Wein, ist Wein aus weißen Rebsorten, bei dem die Schalen während der Mazeration ebenfalls Kontakt mit dem Traubensaft hatten. Typischerweise wird während der Weißweinproduktion der Traubensaft schnell abgepresst und von den Schalen getrennt. Die Schalen enthalten Farbpigmente, Phenole und Tannine, die in Weißweinen oft unerwünscht sind. Bei der Rotweinherstellung ist dies im Gegensatz erwünscht, da diese Stoffe den Weinen Farbe, Geschmack und Textur verleihen. Orange Weine haben ihren Namen von der leicht dunkleren orangen Färbung, welchen die Weißweine während der Kontaktzeit mit der Beerenhaut erhalten.
Man hat diese Art der Weinbereitung in heutiger Zeit nicht weiter verfolgt, da z.B. im Falle des Grauburgunders der Weißwein vom Rotwein nicht zu unterscheiden wäre. Grauburgunder hat eine leicht rötliche Schale und diese würde ein Grauburgunder wie ein Rosè aussehen lassen. Ursprünglich kommt die Methode die Weine auf diese Art herzustellen aus Georgien. In den letzen Jahren hat sich diese Art Weine zu keltern zunächst bei einigen Weinbauern aus Friaul – Julisch – Ventien etabliert. Ähnliche Produkte findet man in Slowenien, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Neuseeland und Kalifornien.
(Quelle: Wikipedia)

Doch nun zu den Weinen des Abends: Weiterlesen

Weinrallye #43: Vollenweiders Riesling Spätlese in voller Pracht!

Vollenweider Riesing Spätlesen(NM) Ein wunderbares Thema hat sich Ralf Kaiser a.k.a. „der Weinkaiser“ hier zur Weinrallye #43 ausgedacht: Riesling Spätlese. So wunderbar, das ich mich sehr schwer getan habe, die Weine für diese Veranstaltung heraus zu suchen. Da steht man nun im Keller, lässt sich vom Anblick der Flaschen augenscheinlich inspirieren, öffnet im Moment später Cellertracker.com, filtert nach Riesling Spätlese und wirft seine ursprüngliche Planung wieder komplett über den Haufen. Nach einigen schlaflosen Nächten habe ich mich dann für folgendes LineUp entschieden:

2007, 2008 und 2009 Weingut Vollenweider Wolfer Goldgrube Riesling Spätlese Goldkapsel aus der 0.375 Liter Flasche.

Daniel Vollenweider bewirtschaftet auf 4 Hektar 100% Riesling. Erst im Jahr 2000 entdeckte der gebürtige Schweitzer die nicht flurbereinigte Lage „Goldgrube“ in dem kleinem Ort Wolf, bestockt mit wurzelechten, uralten Reben. Vom Riesling-Fieber gepackt produzierte er im ersten Jahr gerade einmal 3500 Flaschen. Heute beläuft sich die Produktion auf ca. 25.000 Flaschen, 90% davon wird ins Ausland exportiert. Im Jahr 2003 wurde er vom Gault Millau als „Aufsteiger des Jahres“ gefeiert, inzwischen wird er dort mit 4 Trauben geführt und gehört somit zu Spitzenweingüter Deutschlands. Auf Grund des hohen Exportanteils seiner Weine sind Daniel Vollenweiders Rieslinge hier zu Lande nicht sehr einfach zu finden bzw. bekannt, obwohl gerade seine BAs und TBAs oft zu den besten gehören, was die Mosel zu bieten hat. Weiterlesen

Blindprobe: Deutscher Pinot bis 10€ – Part 2

17 Deutsche Spätburgunder bis 10€(JR) Die drittgrößte Spätburgunder-Anbaufläche weltweit(!) findet man in Deutschland.
Entsprechend groß war auch die Resonanz auf unsere erste Runde zum Thema „Deutscher Pinot bis 10€“. Hier nun die zweite Verkostung zum Thema. Für das Lineup haben wir diesmal neben unseren Favoriten auch den ein oder anderen Leservorschlag berücksichtigt, bei Wein Nr. 17 aber aus Vernunftsgründen für den Abend die Reißleine gezogen. Eine Flasche hatte wiedermal einen muffigen/korkigen Flaschenfehler und wurde deshalb aus der Wertung genommen. Ich plädiere hiermit für eine EU-weite Schraubverschlussregelung für Weine unter 10€ ! Was bei der Glühbirne geht, muss doch auch beim Wein möglich sein.

Verkostet und bewertet wurde nach der gleichen Methode, welche wir auch bei der „Deutscher Pinot bis 10€ – Top oder Flop?“ verwendeten: Um objektiv zu bleiben, wurden alle Weine blind in zufälliger Reihenfolge verkostet. Jeder Teilnehmer erstellte während der Probe sein individuelles Ranking von Platz 1 bis 16. Es herrschte zudem „Redeverbot“ in Bezug auf die Weine, um eine gegenseitige Beeinflussung auszuschließen. Am Ende wurden die Einzelbewertungen aufsummiert und zusammen mit dem Gesamtergebnis besprochen. Die Summen der Einzelplatzierungen sind in Klammern angegeben. neun mal Platz 1 würde also die Traumbewertung (9), neun mal Platz 16 die Rote Laterne (144) ergeben. Additiv dazu wurden auch noch „Parker Punkte“ aus der Runde vergeben. In den Klammern hinter dem Wein finden wir also folgendes Bild: (Schnitt der Punkte / Summe der Platzierungen / Preis)

Los gehts! Die Top Five

Platz 1: Weiterlesen

Rossignol-Trapet – Top Burgunder zu „bezahlbaren“ Preisen

Rossignol Trapet 1er Crus(OW) DM trifft sich in wechselnder Besetzung mal bei dem, mal bei dem. Gastgeber zu sein hat hier seine Vor- und Nachteile. Nachteile sind: Essen und Wasser besorgen, Spülen, Bude putzen, die Nachbarn nach einem Gelage zu Wochenanfang beruhigen und die Gattin davon überzeugen, dass alles ja nicht so schlimm ist.
Vorteile: es bleiben immer mehr Anbruchflaschen übrig, als mitgenommen werden. So hat man auch den Rest der Woche noch das ein oder andere Glas zum nachverkosten., was ja auch sehr schön ist.
Bei dieser Probe war leider alles anders. Außer dem Korkschmecker wurde alles brav ausgetrunken oder mitgenommen und gespuckt wurde wenig, womit schon fast alles über die Qualität der Weine gesagt ist.

Etwas ernsthafter betrachtet finden wir, dass die Preise für die Rossignol-Trapet Weine für deutsche Pinot Fans und Fans deutschen Pinots wirklich nachvollziehbar sind. Vom einfachen Bourgogne über die 1er Cru bis hin zum Grand Cru bewegen sich die Weine in einem Preisbereich, wie man ihn von deutschen Spitzenerzeugern wie Kesseler, Fürst oder Stodden auch kennt und akzeptiert. Weiterlesen

Fight um den Monzinger Halenberg: Emrich-Schönleber Vs. Schäfer-Fröhlich in der Riesling-Große-Gewächse-Klasse

2004-2008 Emrich-Schönleber Halenberg GG Vertikale„Nun rühmte die Gesellschaft einen in ihrer Gegend wachsenden Wein, den ‚Monzinger‘ genannt. Er soll sich leicht und angenehm wegtrinken, aber doch, ehe man sich versieht, zu Kopfe steigen. Er war zu schön empfohlen, als dass wir nicht gewünscht hätten, ihn zu kosten und uns an ihm zu prüfen.“

J. W. Goethe

(CLD) Goethes Wort in unseren Mund: DrunkenMonday widmet sich mit dem gerade 7,7 Hektar großen Monzinger Halenberg der Filet-Lage der Riesling-Hochburg Nahe, die sich die Ausnahme-Weingüter Emrich Schönleber und Schäfer-Fröhlich teilen. Das Riesling Große Gewächs Monzinger Halenberg von beiden VDP-Winzern ist jedes Jahr einer der begehrtesten Weine Deutschlands. Wir sind in der glücklichen Lage,  fünf aufeinander folgende Jahrgänge als historische Doppelvertikale zelebrieren zu können. Unsere Frage lautet: Kann Tim Fröhlich, DER Aufsteiger der Nahe, dem Altmeister Werner Schönleber den Schneid abkaufen? Weiterlesen

Klimawandel? Cabernet Sauvignon aus Deutschland

Deutscher Cabernet Sauvignon die Plätze 1-3(JR) Klimawandel – alles Verschwörungstheorie, so die Skeptiker. Wir Weintrinker wissen es besser.Denn im Weinbau lassen sich ganz konkret und in Zahlen die zum Teil dramatischen Klimaveränderungen der Neuzeit ablesen.

Die nördliche Anbaugrenze von Cabernet Sauvignon hat sich zum Beispiel in den letzten 40 Jahren in Mitteleuropa um rund 800 Kilometer vom 45. bis an den 50. Breitengrad hin verlagert. Verlief sie in den siebziger Jahren noch bei Bordeaux, rückte sie über das österreichische Burgenland und die Donau bis nach Deutschland vor. 1984 stehen die ersten bescheidenen zehn Hektar in Baden, Württemberg und in der Pfalz. Im Jahr 2007 sind es bereits 278 (!) Hektar, mit Pfalz und Rheinhessen an der Spitze. Dies sind zwar nur 0,3% der deutschen Rebfläche, aber der Trend geht ganz klar nach oben. Daher: Anlass für Drunkenmonday, den status quo unter die Lupe zu nehmen. Uns hat neben dem allgemeinen Qualitätsniveau vor allem interessiert, wie sich die Typizität der Traube präsentiert. Kann man vielleicht schon von einem deutschen Stil in Sachen Cabernet Sauvignon sprechen? Weiterlesen

Attention: Weingut Lauermann-Weyer aus der Pfalz

Weingut Lauermann Weyer(NM) Heute stellen wir euch ein „kleines“, aber durchaus spannendes Weingut aus der Pfalz vor: Lauermann-Weyer aus Bockenheim Bereich Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße. 80.000 Reben auf 17 ha kultiviert das Weingut, welches 2004 sein 100 Jähriges Bestehen feierte. Das Probepaket kam über den sehr netten Kontakt zu Hans Heinrich Weyer auf unseren Montagstisch. Probiert wurden 12 Weine, vom Pinot Brut, über diverse Rieslinge und Weißwein-Cuvées, bis hin zu einer bunten Auswahl an Rotweinen und Cuvées aus selbigen.

Im Bereich der Basis-Weine gefielen uns neben dem geradlinigen und knackigen 2009er Riesling Kabinett trocken (4,20€) gerade die beiden Weißwein Cuvées besonders gut. Weiterlesen

Viña Tabalí – Weihnachtswein aus Chile

2007 Tabali Cabernet Sauvignon Reserva(JR) Weihnachten und Chile – da fallen mir spontan die vielen Musikgruppen ein, die jahrelang vor Weihnachten in den Fußgängerzonen zu billigen Playbacks ihre Panflöten schwangen, mittlerweile aber immer seltener anzutreffen sind. Woran das wohl liegen mag? Wein aus Chile hingegen findet man immer häufiger im Weinhandel, leider nur zu oft von der aufdringlichen und wenig raffinierten Sorte. Hier der Beweis, dass es auch anders geht.

Viña Tabalí zählt mittlerweile zu den renommierten Weingütern in Chile, was kontinuierlich hohe Auszeichnungen und Bewertungen eindrucksvoll belegen. Anfang der 1990er Jahre gegründet, liegt es ca. 400km nördlich von Santiago im Limari-Tal am Rande der Atacama Wüste. Der 2007 Viña Tabalí Cabernet Sauvignon Reserva ist ein Stern im umfangreichen Programm des Weinguts, der auch in der Vinexus – Weihnachtsprobe zu strahlen wusste.

Die dichte, rubinrote Farbe im Glas lädt zum schnüffeln ein. Olofaktorisches Kino, was da in die Nase strömt : sehr intensive Beerenfrucht paart sich mit der klassischen Cabernet-Paprika-Note, dann Holz und Vanille und darüber schwebt etwas Ätherisches – Eukalyptus? Erinnert jedenfalls irgendwie an diese Bonbon-Läden auf dem Weihnachtsmarkt. Weiterlesen

Sekt_Evolution aus dem Rheingau: Barth’s „Primus“

2007 Barth "Primus"(NM) Wer wagt, gewinnt. Dieser doch recht abgedroschene Spruch findet in einer frischen Idee des Weinguts Barth aus Hattenheim im schönen Rheingau aber seine volle Entfaltung. Man nehme ein schon klassifiziertes Erstes Gewächs, versektet dies in limitierten und handbeschrifteten Magnumflaschen und versteigere ein Teil davon auf der VDP Versteigerung im Kloster Eberbach. Geniale Idee, genial umgesetzt.

Die Familie Barth hat sich schon lange der Versektung einem Teil ihrer Weine intensiv hingegeben. 40% der Menge Ihrer Trauben wandern heuer in die Sektherstellung. Insgesamt 7 (mit dem Primus acht) verschiedene Sekte findet man auf der Karte des Weinguts. Alle samt nach traditioneller Flaschengärung hergestellt, mindestens 24 Monate auf der Hefe (der „Ultra“ gerne auch 36 Monate oder mehr), läuft jede Flasche Sekt bis zu 60 mal durch fachkundige „Rüttel“-Hände. Ein riesiger Aufwand. Weiterlesen

Malbec & Torrontés – Argentiniens ganzer Stolz im Fokus

Einer der besten Weine des Abends: Escorihuela Don(CLD) Auf nach Mendoza und Co.: Mit Gasttrinkerin Ana aus Argentinien hatten wir uns ordentlich externen Sachverstand für eine gustatorische Reise nach Argentinien ins Boot geholt. Und es war ein Erlebnis: 2 Weiße, 1 Roter im Rosé-Deckmantel und 8 rote Schwergewichte erforderten volle Konzentration bei der Reisegruppe. Bitte folgen Sie dem Schirm und unserer Route:

Escorihuela Chukker 1 Torrontés 2009 – 12,50 € bei Vinosargentinos.de
Goldgelbe Farbe; ausdrucksstarke und sehr aromatische Nase mit Karamelltönen, leicht kühlend, Eucalyptus, etwas Kaktus, am Gaumen recht hoher Alkohol spürbar, Zitrusfrucht, gute Länge – alles in allem ein argentinischer Torrontés moderner Prägung.

Laborum Torrontés 2009 – 12,99 € bei Argentinienweine.de
Sogar noch dunkler in der Farbe, fast amberfarben; erinnert von der Nase her im ersten Augenblick an Gewürztraminer, extrem blumig, Litchi, der Wein springt einem fast in die Nase; dann im Mund voll, aber leicht ins Seifige gehend, hocharomatisch – laut Ana ist das der traditionelle Torrontés-Stil Argentiniens. Weiterlesen

Weinrallye #38 : Fantastische Scheureben von Pfeffingen

Scheureben von Pfeffingen(NM) Als eine „wahre Entdeckung“ kann man das pfälzische Weingut Pfeffingen wohl nicht mehr bezeichnen, nachdem unter anderem der Gault Millau, Robert Parker (David Schildknecht), der Winespectator (Bruce Sanderson) und viele Kritiker mehr die Weine des Weinguts mit einer Menge Trauben bzw. Punkte überhäuft haben. Das VDP Gut Pfeffingen gilt als einer der Scheureben Spezialisten in Deutschland. Passend zur Weinrallye #38 „Underdog Scheurebe“ schaut sich Drunkenmonday einmal drei Scheureben dieses Weingut an: Weiterlesen

Deutscher Pinot bis 10€ – Top oder Flop?

16x Pinot Noir bis 10€ aus Deutschland(JR) Der Handel lebt von Lügen und Illusionen. Überzeugende Spätburgunder aus deutschen Landen im unteren Preissegment zu finden, bleibt trotz aller Werbeversprechen eine Herausforderung. Diese anspruchsvolle Traubensorte mit ihrer dünnen Schale stellt hohe Ansprüche an die Winzer. Was geht da bis ca. 10.- € die Flasche? Oder sollte man als Weinliebhaber ganz die Finger davon lassen und lieber was „ordentliches“ kaufen? Wieder diese Fragen. Ein Abend, zehn Weinkenner und 16 verschiedene Weine brachten Antworten und manche Überraschung.

Um objektiv zu bleiben, wurden alle Weine blind in zufälliger Reihenfolge verkostet. Jeder Teilnehmer erstellte während der Probe sein individuelles Ranking von Platz 1 bis 16. Es herrschte zudem „Redeverbot“ in Bezug auf die Weine, um eine gegenseitige Beeinflussung auszuschließen. Am Ende wurden die Einzelbewertungen aufsummiert und zusammen mit dem Gesamtergebnis besprochen. Die Summen der Einzelplatzierungen sind in Klammern angegeben. Zehn mal Platz 1 würde also die Traumbewertung (10), zehn mal Platz 16 die Rote Laterne (160) ergeben.

Top Five

Platz 1: Weiterlesen

Starker Auftritt: Fiano di Avellino / Weißwein aus Kampanien

Feudi di San Gregorio(NM) Nach der grandiosen Aglianico-Probe bei Drunkenmonday vor ein paar Monaten entschlossen wir uns eine weiteren autochthone Rebsorte aus der Region Kampanien einmal etwas genauer zu beleuchten: Die weiße Rebsorte Fiano, aus der dazugehörigen DOCG Fiano di Avellino. Um das ganzen noch ein wenig spannender zu gestallten, luden wir auch Fianos aus Sizilien und Apulien zum frivolen Vergleich ein.

Wie schon erwähnt ist Fiano di Avellino eine DOCG in Mitten des schönen Kampaniens. Sie umringt das Städtchen Avellino östlich von Neapel. Der DOCG Status ist noch recht frisch: erst am 18.Juli 2003 wurde dieses Gebiet in den Rang einer Denominazione di Origine Controllata e Garantita erhoben. Ein Wein der diesen Namen tragen möchte, muss zu 85% aus der Rebsorte Fiano bestehen, der Rest darf sich aus den weiteren zugelassenen Rebosten Greco Bianco, Coda di Volpe und Trebbiano Toscano zusammensetzen.

Folgende Weine wurde unter diesem Deckmantel verkostet: Weiterlesen

Domain Clavel aus Frankreichs „wildem“ Süden – Schnäppchen oder Märchenstunde?

Tischlein deck dich(JR) So groß sind die Worte, so unglaublich die Beschreibungen des Weinhandels, dass Drunkenmonday die angepriesene „phantastische Preis-Genuss-Relation“ auf die Probe stellt.

Der 2009 Cascaille Domain Clavel (weiß) sei „eine wunderbare Alternative zu allen belanglosen Supermarkt-Billigweinchen aus industrieller Weinerzeugung“ (P-d-P). Ein 9-Euro-Winzer-Wein als Kauf-Alternative für Industriewein um 2 Euro aus dem Aldi-Südregal? Ohne Worte. Weiterlesen

Riesling to the roots: 2001-2008 P.J. Kühn Doosberg „3 Trauben“ Vertikale

P.J. Kühn Doosberg Vertikale(NM/OW) Es gibt Winzer, und es gibt Winzer. Die einen gehen brav ihrem Job nach, produzieren Wein, verkaufen Wein, fallen nicht auf, stören keinen, der Wein schmeckt, mal mehr, mal weniger. Dann gibt es Winzer wie Peter Jakob Kühn, die konsequent den Weg der Biodynamie gehen, mit allen Ecken, Kanten, Gefahren, Risiken und Vorurteilen. Das dieser Weg nicht immer allen gefällt, ja sogar einen Winzer wie Peter Jakob Kühn zu einer „streitbaren“ Person macht, lässt ihn in meinen Augen nur noch sympathischer erscheinen. Wenn dann dieser sympathischer Winzer einem noch eine „once in a lifetime“ Vertikale des „3 Trauben“ Rieslings (manchmal auch als Erstes Gewächs zugelassen) seiner Paradelage Doosberg zur Verfügung stellt, kann einem schon mal etwas weichknieig werden. Danke Peter für diese Erfahrungsreiche Probe!

Die Familie Kühn besitzt etwa 4 ha Rebfläche im Oestricher Doosberg. Weiterlesen

Oldschool: 2007 Vollenweider Riesling Schimbock Trocken

2007 Vollenweider Riesling Schimbock Trocken(NM) In der großen weiten Welt des H&M-Rieslings, zwischen Reinzuchthefen und designeten Geschmacksprofilen gibt es sie noch: den urtypischen Riesling. Daniel Vollenweider lässt mit seinen Rieslingen der Serie „Schimbock“ genau diesen eigenständigen Rieslingtypus wieder aufleben. Die Weine kommen aus einer kleinen Parzelle des Trabener Würzgartens, eine Devonschieferlage mit über 40jährigen wurzelechten Reben, die sich aber geologisch und klimatisch von dem Rest des Würzgarten absetzt. Sie werden ganz altmodisch in alten Korbkeltern gepresst und danach sich völlig selbst überlassen, ohne Zugabe von Reinzuchthefen oder Most. Durch diese traditionelle Methode kann die Gärung locker 6-8 Monate dauern.

Dieser 2007er Riesling Schimbock von Daniel Vollenweider wird als QbA Trocken ausgezeichnet, obwohl die Reben mindestens Spätlese Niveau bei der Ernte hatten. Durch die „altmodische“ Ausbaumethode bekommt der Wein eine feine hefige Kräuterwürze, eine vielschichtige Mineralik und nur wenig, aber dafür sehr feine Fruchtaromen. Die beste Performance zeigte er nach 3 Tagen offen im Kühlschrank, wo alle Komponenten wunderbar zusammen wuchsen. Alles in allem finden wir hier kein „großen“ Riesling, aber ein eigenständiges Weinwerk, welches sich locker von der langweiligen getrimmten Rieslingwelt absetzt. Nichts für den „avaeage Riesling-Joe“. Der Gault Millau vergab seiner Zeit 89 Punkte für diesen Wein. Ich denke da kann ich locker mit „dacore“ gehen.

Das Beste aus zwei Welten: Johner spricht Pinot Noir

Weingut Johner
(JL) Vor nicht allzu langer Zeit fand eine denkwürdige Pinot Probe mit Weinen aus dem Weingut Johner statt. Wir waren alle sehr gespannt, denn Patrick (Johner) hatte uns exklusiv für diese Verkostung Fassproben seiner 07er und 08er Pinots zukommen lassen. Besonders gespannt durfte man auf die 07er sein, war doch der Jahrgang 2006 als eher durchschnittlich bewertet worden. In einem Vorgespräch verriet uns Patrick, dass im Jahr 2007 die Trauben bewusst nicht zur Vollreife gebracht wurden, um länger lagerfähig zu sein und um ein stabileres Tanningerüst zu bekommen. In Burgund sind solche Vorgehensweisen unter anderem auch üblich, welches jedoch nur in guten Jahrgängen funktioniert. Die Rotfruchtigkeit geht dadurch etwas zugunsten von Würz- und Kräuternoten verloren. Wir waren alle sehr gespannt. Verkostet wurden nun folgende Weine:

2007 Spätburgunder Kaiserstuhl
Der Spätburgunder Kaiserstuhl stellt den Einstieg in die umfangreiche
Palette der Johner Pinots dar. Weiterlesen

Danke an St. Urbans-Hof: Mosel vs. Saar Riesling Restsüß

St. Urbans-Hof Rieslinge(NM) Es geschah auf der Mainzer Weinbörse 2010. Nach der Probe der 2009er Rieslinge des renommierten Weingut St. Urbans-Hof und einem kurzen „Chat“ mit dessen Besitzer und Winzer Nik Weis war sofort klar: Hier muss eine Probe für Drunkenmonday her! Das Thema war schnell gefunden: Wir vergleichen die Restsüßen Rieslinge des Piesporter Goldtröpfchens (Mosel) mit denen des Okfener Bocksteins (Saar) aus den Jahren 2007, 2008 und 2009. Zum Teil als Kabinett, Spätlese und Auslese. Im Detail waren dies:

2009 Okfener Bockstein Kabinett (RZ 59,2 – S 8,5)
vs.
2009 Piesporter Goldtröpfchen Kabinett (RZ 48,7 – S 7,6)
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