Rheingauer Kulturgut: Der Charta Riesling

Quo Vadis: Rheingauer Charta Riesling

(NM) Rheingauer Charta Riesling. Für viele außerhalb des Rheingaus ist dieser Wein ein oft belächeltes Gewächs unterhalb der Ersten/Großen Gewächse. Doch war es diese 1984 im Rheingau gegründete CHARTA-Vereinigung, welche den Grundstein für das folgende Erste und Große Gewächs Qualitätssystem legte. Doch wo steht der CHARTA Riesling heute? Und wie präsentiert sich die CHARTA Geschichte nach 30 Jahren lebendiger Vereinigung? Drunkenmonday ging zusammen mit Mark Barth vom VDP Wein und Sektgut Barth und dank der Mithilfe des Rheingauer VDP Verbandes auf Spurensuche rund um das Thema CHARTA Riesling. Quo Vadis CHARTA – heute und damals. Im ersten Teil des Berichtes fokussieren wir uns auf alle aktuelle 2012er CHRATA Rieslinge. Teil 2 wird sich mit dem Reife- und Entwicklungspotential dieser Weine beschäftigen und einen Rückblick bis in das Gründerjahr 1984 liefern. Doch dazu später mehr. Weiterlesen

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Wenn Rosso = Brunello = Burgund – Poggio di Sotto

Faszinierend: 2007 Poggio di Sotto Rosso di Montalcino

(NM) Händeringend suche ich nach einem Intro für diese Weinbeschreibung. Wie fängt man am besten an über einen Wein zu berichten, der einem auf Grund seines Charmes, seiner Qualität und Stilistik kaum Zeit zum schreiben lässt? Ich hänge wie paralysiert über dem Glas und rieche und rieche. Ich schaffe es kaum dieses abzusetzen und wenige Wörter zu schreiben. Dieser Wein fasziniert mich von Sekunde 1 an. Ab dem Moment wo ich ihn in mein Glas geschüttet habe und das erste Mal meine zentrale Gesichts-Sensorik in dieses gehalten habe, war es um mich geschehen. Was für ein Duft! Doch über welchen Wein rede ich denn hier wie in Trance? Weiterlesen

Syrah auf dem Kopf gestellt: Pierre Gonon / Saint Joseph

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(NM) Da hat man gerade über die Blockbuster Australien Syrah Probe berichtet, da verdreht direkt ein weiterer Syrah vom „anderen Ende der Welt“ einem gehörig den Kopf. Passend zu Weinrallye #73 „Wein ohne Schnick Schnack“ stelle ich euch heute folgenden Wein etwas genauer vor: 2012 Pierre Gonon Saint Joseph „Rouge“. Gerne wird Pierre Gonon als „das“ Aushängeschild der AOC Saint Joseph gesehen. Der Grund hierfür sind keine 96-100 Parker Punkte, sondern die Beständigkeit und das akribisches Arbeiten, mit dem der Weinbau auf der Domaine Pierre Gonon seit zwei Generationen betrieben wird. Hier wird konsequent und ohne Schnick Schnack viel Hand angelegt: Biodynamischer Weinbau, 100% Handlese aller Trauben, reduzierte Erträge von 30-38 HL/HE und Spontangärung mit Weinbergs-eigenen Hefen. Zudem werden die Reben nach der „sélection massale“ vermehrt. Nun aber genug Schnick Schnack rund um das Weingut. Hier der Wein im Detail.

Weinrallye 73 - Wein ohne Schnick Schnack

Der 2012 Pierre Gonon Saint Joseph „Rouge“ besteht zu 100% aus Syrah. Weiterlesen

Andächtiges Schweigen: Jülg Pinot Noir

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(NM) Flaggschiff, Icon-Wein, Grand Reserve – wie sie alle heißen – die Top-Weine vieler (auch Deutscher) Winzer haben in der Regel eines gemeinsam: das meiste Holz, den dichtesten Körper, die konzentrierteste Frucht – sprich den meisten „bang for the buck“. Denn wir wissen ja alle: je hochwertiger ein Wein, umso mehr muss es im Esszimmer rappeln. So predigen es zumindest Wein-Konzentrations-Gurus wie Robert Parker oder Michel Rolland. Dass darunter natürlich auch schwer greifbare Wein-Qualitäten wie Eleganz, Finesse oder Leichtigkeit leiden, ist klar. Doch gerade beim Thema Spätburgunder / Pinot Noir ist weniger „Bang for the buck“ bekanntlich mehr.

Genau diesen erfreulichen Ansatz fährt auch das Weingut Jülg aus dem Südpfälzischen Schweigen. Quasi-Nachtbar Fritz Becker zeigt schon seit geraumer Zeit, dass aus diesem Fleckchen Deutschland ganz beachtliche Spätburgunder kommen können. Der Kellermeister des Weingutes Jülg – Johannes Jülg – machte über Stationen wie Theo Minges, Weegmüller, Keller, Stodden und Clemens Busch nun zuletzt auch halt im Burgund auf der Domaine des Lambrays. Und so abgedroschen diese Phrase auch klingen mag, die drei von mir verkosteten Spätburgunder von Johannes sind so burgundisch Deutsch, wie es ein Spätburgunder aus unseren Landen nur werden kann. Was das im Detail bedeutet? Lest und überzeugt euch selbst! Weiterlesen

Die wunderbare Welt von La Louviere

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(NM) Es gibt Weingüter auf diesem Planeten, die lassen mit ihren Weinen, ihrer Philosophie und ihrem künstlerichen Charme eine leichte Märchenhaftigkeit in so manchem Konsumenten aufkeimen. Natürlich ist dies alles nur Fiktion, aber man kann der Domaine La Louviere durchaus eingestehen, dass sie in ihrer Gesamtheit die Ernsthaftigkeit des Weinbusiness geschickt verdrängt. Von außen betrachtet ist das Konzept mehr als stimmig: Die Hierarchie eines Wolfsrudels, verknüpft mit Menschlichen Herrschaftsbedürfnissen, verpackt in zauberhaft etikettierten Weinflaschen. Das alles aus einem Weinbaugebiet ohne Prunk, Prestige und Vorschusslorbeeren, wo Winzerhandwerk noch vor Massenkompatibilität steht. Die wunderbare Welt von La Louviere: authentisch, klar strukturiert, hübsch anzusehen und ganz schnell ganz nah am Herzen gelegen – und das alles irgendwo aus dem Hinterland Südwest Frankreichs.

Apropos Hinterland: die AOC Malepère liegt im westlichen Languedoc, Südlich der Stadt Carcassonne. Dort residiert die Domaine La Louviere. Laut Wikipedia umfasst die Region etwa 620 Hektar Rebfläche verteilt auf 39 Gemeinden. Seit 2007 dürfen die Rot- und Roseweine der Region unter der Herkunftsbezeichnung Appellation d’Origine Contrôlée (kurz AOC) verkauft werden. Die Weißweine laufen weiter unter Côtes de la Malepère. Die zugelassenen roten Rebsorten für dieses Gebiet sind Merlot (mind. 50%), Cabernet Franc und Malbec. Weißweine werden nicht durch die AOC reguliert, doch wird primär Chardonnay, Sauvignon Blanc, Viognier, Chenin Blanc und Mauzac in der Region angebaut. Obwohl das Gebiet zwar geographisch zu dem Languedoc gehört, geht es dort deutlich rauer, windiger, kühler und kantiger im Vergleich zu den Küstenregionen zu. Ganz deutlich schlägt sich dies in den extrem langen Reifeperioden nieder. Wenn Ende Oktober/Anfang November an der Küste schon Jungweinfest gefeiert wird, kann in Malepere noch die eine oder andere Parzelle Malbec gelesen werden. In den Ausläufern der Pyrenäen liegen die Weinberge bis zu 700 Meter hoch und beinhalten extrem diverse Bodenformationen, was der Grund dafür ist, warum das Einzellagen-Prinzip hier absolut keinen Sinn macht.

Ich möchte euch 5 Weine des Weingutes La Louviere heute hier vorstellen. Zweimal Weiß und dreimal Rot. Den ausgezeichneten Schaumweinen der Domaine, den „Crémant de Limoux“, werde ich mich in einem separaten Artikel noch einmal widmen. Vorhang auf für die wunderbare Welt von La Louviere.

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Weingut Stachel – sehr viel Schaumwein fürs Geld!

Viel Bubbles für kleines Geld: 2012 Stacheln Sekte

(NM) Ich gebe ehrlich zu, dass wir uns in der Vergangenheit auf nur wenigen Beiträgen dem Thema Preis/Leistung hier auf dem Blog gewidmet haben. Gerade im Schaumwein Bereich gab es neben grandiosen, aber doch recht hoch gepreisten Champagnern wenig zu berichten. Dieser Zustand ändert sich heute, denn ich habe im Pfälzer Hinterland zwei sensationelle deutsche Winzer Sekte aufgetan. Beide vinifiziert von dem Weingut Stachel in Maikammer.

Die ganz große Bühne des Deutschen Weines hat das Familienweingut Stachel aus dem beschaulichen Maikammer erst einmal betreten. Im Jahr 2012 gewannen sie dem 2010er Stachel Syrah aus dem Maikammer Heiligenberg den Deutschen Rotweinpreis in der Kategorie Internationale Sorten. Und dies zu Recht. Ich konnte den leider auch schon ausverkauften Nachfolgejahrgang dieses Weines kürzlich auf dem Weingut verkosten: Einer „der“ großen Deutschen Rotweine, keine Frage. Im Rahmen der Verkostung mit „Junior“ Matthias Stachel probierte ich auch unter anderem die Sekte des Weingutes und stieß auf zwei Weine ganz exzellente Vertreter ihres Faches. Dazu für die gebotene Qualität (noch) fast unverschämt günstig ausgepreist. Weiterlesen

Meursault aus Neuseeland? Kumeu River Chardonnay

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(NM) Das Leben als Wein-Enthusiast ist ein verrücktes. Die globale Weinwelt offeriert ein Überfluss an interessanten Rebsorten und deren Weine. Welche Rebsorte oder Region gerade intensiv probiert wird, entscheidet nicht selten einfach der Zufall. Und genau dieser brachte mich nach einer großartigen Meursault-Probe (Bericht folgt!) zurück zum Chardonnay. Da mein Weingedächtnis anscheinend noch ganz ordentlich funktioniert, erinnerte ich mich an einen gewissen Hendrik Thoma, welcher in einer seiner frühen „Wein am Limit“ Folgen auf das Neuseeländische Weingut Kumeu aufmerksam machte. Und wie es der Teufel so will, sind die Weine des Weingutes Kumeu nun auch in Deutschland über Vinexus verfügbar. Somit war die Mission klar: Kann Neuseeland Chardonnay ähnlich dem aus Meursault sein? Zwei Flaschen wurden besorgt, und los ging der Cross-Kontinentale Chardonnay Vergleich. Weiterlesen

Andi Knauß in: Lemberger G-S-R!

Andi Knauß

(NM) Über Andi Knauß und dessen Weine bin ich das erste mal auf der WineVibes Vol.5 in München gestolpert. Gestolpert im wahrsten Sinne des Wortes, denn mein erster Gang an Andis Stand war mit einer spontanen „Ich bin zu blöd zum laufen“ Einlage geschmückt. Potentielle Beule hin oder her, an diesem Abend bin ich noch einige Male zurück an seinen Stand gekommen. Der puristische, trockene, frische und un-pompöse Stil seiner Weine hatte mich absolut in seinen Bann gezogen.

Das Weingut Knauß liegt in Weinstadt im schönen Remstal, östlich von Stuttgart in der Weinbauregion Württemberg. Auf 15 Hektar wird neben Trollinger und Lemberger auch Spätburgunder, Muskat-Trollinger, Riesling, Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Grauburgunder, Merlot und Zweigelt angebaut. Der Fokus des Weingutes liegt ganz klar auf naturnahem Anbau, obwohl man nicht ausdrücklich Bio zertifiziert ist. Andi Knauß hat hier die Rolle des Betriebsleiters inner – sprich er ist der Bub für Alles. Weiterlesen

Terroirtransporter: 2012 Virxe de Galier Godello „Pagos de Galir“

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(GE) Das Weinbauland Spanien ist generell weniger für seine großen Weißweine bekannt. Gut, Barrique ausgebauter Chardonnay bringt im gemäßigten Klima und unter feinfühligen Winzerhänden auch in Spanien durchaus sehr respektable Ergebnisse. Doch das bekommt fast jedes andere Weinbau Land der Welt auch hin. Warum sollte ich also Weißwein aus Spanien trinken? Die Antwort ist ganz einfach: wegen ihrer autochthonen Rebsorten. Sei es der fruchtig-frische Verdejo aus dem Rueda, der würzige Albarino aus dem Rías Baixas (ok, der wächst auch noch in Portugals Norden) oder dem ebenfalls aus Galizien stammenden Godello. Letzter nimmt in Sachen Qualitäts- und Neugier-Faktor für mich ganz klar die Spitzenposition ein. Somit wird es also höchste Zeit, auf Drunkenmonday einen spannenden Wein aus der Rebsorte Godello vorzustellen. De nada: 2012 Virxe de Galier Godello „Pagos de Galir“ Weiterlesen

Obsession by Sven Klundt

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(NM) Als Obsession (auch „Besessenheit“) wird Umgangssprachlich eine Leidenschaft oder ein (zu) intensiv betriebenes Hobby bezeichnet. Sven Klundts Obsessionen sind die Rebsorten Weißer Burgunder, Pinot Noir und Riesling. Im Jahr 2009 übernahm Sven das Ruder des elterlichen Weingutes in Landau-Mörzheim und legt seitdem qualitativ die Messlatte kontinuierlich höher. Sein 2012er Kastanienbusch Riesling sprengte mit Platz 7 von 33 Teilnehmern so einige VDP Großen Gewächse beim 2013er Berliner Riesling Cup vom Tisch. Dabei konnte der 12€-Wein blind mit deutlich teureren Riesling GGs locker mithalten. Seit dem ist Sven Klundt einer der Geheimtipps der Deutschen Wein 2.0 Szene. Sein Kastanienbusch Riesling war selbstredend in Nanosekunden nach Veröffentlichung der Ergebnisse ausverkauft. Ich beschäftige mich heute mit der „mittleren“ Qualitätslinie des Weingutes Sven Klundt, genauer gesagt mit seiner Obsession für durchaus konsequente Weine. Weiterlesen

Locker machen: Vergleichbarkeit von Weinen.

Vergleichbarkeit von Weinen

(NM) Heute gibt es ein kniffeliges Thema. Eines, welches mir schon lange im Kopf herumschwirrt und regelmäßig in Wein 2.0 zu Diskussionen führt. Es geht um die Vergleichbarkeit von Weinen, bezogen auf ihre Qualität in Verbindung mit den persönlichen Vorlieben. Denn irgendwie kennen wir doch alle die Situation: Ein geselliger Abend, größere Runde, mehrere Flaschen Wein werden aufgemacht, es wird blind verkostet. Keiner kennt alle Weine auf dem Tisch. Die ersten Vermutungen werden ausgesprochen, die Weine in Kategorien gepackt. Persönliche Vorlieben bestimmen, von welchem Wein nachgeschenkt wird, welcher einem persönlich also besser schmeckt. Unterbewusst werden die Weine in unserem Kopf verglichen. „Wein A hat eine super klare Frucht, reifes Tannin, ein wenig Kräuter und Röstaromen, eine tolle Säure – den mag ich den ganzen Abend trinken. Wein B und C sind mir hingegen viel zu üppig und fett. Ihnen fehlt es an Struktur. Sie wirken plump und langweilig – haben aber mit Sicherheit viele Parker Punkte. Nicht meins….“ So oder so ähnlich läuft es doch in unseren Köpfen ab. Und was machen wir? Wir vergleichen die Weine. Für uns. Nach unserem Geschmack. Und siehe da: Wein A, kühler Blaufränkisch aus dem Burgendland gefällt mir viel besser wie Wein B und C, einem Primitivo aus Apulien und einem modernen Syrah aus der Toskana. Doch die Gruppe am Tisch ist sich nicht ganz so einig…

Doch darf man diese Weine auf Grund ihrer unterschiedlichen Rebsorten, Regionen, Macharten und Jahrgängen qualitativ vergleichen? Zwei unterschiedliche Thesen hierzu fasse ich hier nun einmal zusammen: Weiterlesen

Rotwein des Jahres 2013 bei Drunkenmonday

Rotwein des Jahres 2013!

(NM) Die Wahl des Rotweins des Jahres 2013 fiel uns relativ leicht. Erschreckend leicht. Waren es mehr oder weniger 3 Jahrgänge des gleichen Weines, welche uns im Sommer des letzten Jahres teilweise zu Tränen gerührt haben. Es war eine dieser magischen Proben. Man tastet sich mit „kleineren“ Weinen der gleichen Rebsorten aus umliegenden Regionen an die „Big Boys“ heran. Und schon die vermeindlich „kleineren“ Weine kitzeln so manches „mhh“ und „wow“ aus den Mündern der Verkoster Runde. An solch einem Punkt fragt man sich dann insgeheim, ob die „Big Boys“ inklusive der Vorschusslorbeeren ihre Qualität gegenüber des deutlich höheren Preises auch rechtfertigen können. Und dann kommt der Moment, den der Initiator dieser Probe sich als Wunsch heimlich unter das Kopfkissen gelegt hat: Die „Big Boys“ stellen nicht nur die „kleinen“ Wegbereiter vorher in den Schatten, nein, sie lassen keinerlei Zweifel ihrer Qualität (und Magie!) und strafen uns mit hochemotionalen Gefühlsausbrüchen. Bei einer Weinprobe, wohlgemerkt. Was soll ich sagen, genau diese Situation ist während der Probe unseres Wein des Jahres 2013 eingetreten. Ich erinnere mich heute noch mehr als gerne an diesen Abend zurück, denn er ist für mich der Beweis, dass Wein mehr als nur ein Getränk ist: Er ist Seelenstreichler – mehr als deutlich belegt durch unseren Rotwein des Jahres 2013: Weiterlesen

Weißwein des Jahres 2013 bei Drunkenmonday

Weißwein des Jahres 2013 bei Drunkenmonday

(NM) Da ist er. Der erste „Wein des Jahres 2013“ bei Drunkenmonday. Wo wir für 2012 nur einem Wein die Krone aufgesetzt haben, gibt es in 2013 einen Weißwein und einen Rotwein des Jahres. Heute nun der Trommelwirbel in der Kategorie Weißwein. So viel wird vorneweg verraten: Obwohl mich viele 2012er Riesling GG’s in diesem Jahr sehr beeindruckt haben, ist die Wahl für den Weißwein des Jahres nicht auf einen Deutschen Wein gefallen. Einige wunderschöne französische Chardonnays aus dem Burgund ereilte das gleiche Schicksal. Auch aus Übersee und Italien konnte mich kein Weißwein in 2013 so richtig sprachlos machen. Schlussendlich ist es ein Franzose geworden. Getreu unserer „Wein des Jahres“-Tradition aus einer völlig unterbeleuchteten Region kommend – dem Vin de Pays du Gard, einer Appellation im Languedoc zwischen Nimes und den Ausläufern des Rhone-Tales – ist unser Weißwein des Jahres 2013: Weiterlesen

Retro Riesling: 1896 Carl Loewen

2012 Carl Loewen 1896 Riesling

(NM) Im Jahr 2012 entschlossen sich Karl Josef und Christopher Loewen, die Denker und Macher hinter dem Weingut Carl Loewen, ein ganz besonderes und außergewöhnliches Riesling-Projekt zu starten. Basierend auf ihren 1896 gepflanzten Riesling Reben im Maximin Herrenberg keimte die Idee, einen Riesling wie in der Zeit der Reb-Bepflanzung gegen Ende des 19. Jahrhunderts herum zu vinifizieren. Eine alte Korb-Presse aus den 60ern wurde gekauft und sich über die Weinbereitung zu dieser Zeit schlau gemacht. Christopher Loewen, zu Zeit noch in Geisenheim an der FH, übernahm die Umsetzung des Projektes. Für das gesamte Weingut begann eine aufregende Zeit. Weiterlesen

Westhofen calling: Katharina Wechsler

Darf ich vorstellen: Katharina Wechsler

(NM) Würde man sich nur die Bewertungspunkte der beiden in diesem Artikel beschriebenen Weine anschauen, müsste man Katharina Wechsler in einem Atemzug mit den Rheinhessischen Superstars Philipp Wittmann (Weingut Wittmann) – Winzer des Jahres 2014 im Gault Millau -, Klaus Peter Keller (Weingut Keller), Daniel Wagner (Wagner-Stempel) oder Johannes Hasselbach (Weingut Gunderloch) nennen. Doch neben ihrem zauberhaften weiblichen Charme lässt eine Tatsache Katharina aus der Liste der genannten Winzer herausstechen: Sie macht den Job des „Winzers“ erst seit 2010. Ihr erster Jahrgang war der 2011er. Zuvor wurde in Berlin der Traum der Weltentdeckung und Selbstfindung gelebt. Stichwort: Medien. Doch plötzlich war die Krise da und es hieß: Zurück zu Papa und Mama – Wein machen. Der Fassweinverkauf wurde auf Flaschenfüllung umgebürstet. Weiterlesen

Süßwein? Trinkwein! 2012 Dautel Gewürztraminer Auslese

Dautel: Klare Sache.

(NM) Süßweine, Dessertweine oder flüssiger Nachtisch. Kaum eine Weinkategorie wird auf Grund ihrer verführerischen Menge an Zucker so in den Himmel gelobt und mit Punkten überhäuft wie Auslesen, Beerenauslesen oder Trockenbeerenauslesen. Doch viele dieser Tropfen leiden nach dem von 9x Punkten getriebenen Kauf an einem bösen Fluch: Jahrzehnte lange Lagerung in den Weinkellern dieser Welt, oder schlimmer, in Ikea-Regalen in den Küchen dieser Welt. Nur getrunken wird das Zeug sehr selten.Der kann 50 Jahre liegen“ wirft einem der Weinhändler oder Winzer nach dem Abschluss des meist teuren Kauferlebnisses entgegen. Also wandert die Pulle mit einem „2025+“ Schildchen um den Hals ganz nach hinten in den Keller, denn die Suche nach der optimalen Trinkreife gleicht der nach dem heiligen Gral. Aber was genau bedeutet in dem Kontext die optimale Trinkreife? In der Regel ist man fast immer zu früh dran, so spricht zumindest meine Erfahrung als ungeduldiger Weinfreak. Weiterlesen

Das kommt mir spanisch vor: 91 Parker Punkte für 3,99€

Toll: 91 Parker Punkte für 4€

(NM) Eigentlich war ich auf der Suche nach dem „7,49€ August Kesseler Riesling R feinherbim Netto Markt um die Ecke. Und eigentlich wollte diese mutige Aktion von August Kesseler – mit Trauben aus Bewirtschaftungsverträgen einen Wein für den Discounter zu machen – als gelungene Vorstellung feiern, entweder den Weinliebhaber in den Netto zu bekommen, oder den Wein-interessierten Netto Kunden den mühsamen Weg in die Weinfachhandlung zu ersparen. Doch der Wein war leider aus und stattdessen strahlte mich ein 91 Parker Punkte Schildchen an.

Der Wein hinter dem doch recht auffälligem Schild war der 2009 Luis Varela „Alvarez de Toledo“ aus der Nord-West Spanischen Region Bierzo, bestehend aus 100% Mencia. Im Jahr 2011 von Robert Parker Jay Miller mit stolzen 91 Punkten bewertet. Das Ganze nun „in der Aktion“ für 3,99€ zu haben. Wo ist da der Haken? Weiterlesen

Im Wandel der Zeit: 2012 Schloss Vollrads Riesling Schlossberg GG

Goldkapselschrauber: 2012 Schloss Vollrads Riesling Schossberg GG

(NM) Wie schon in meinem Artikel über die oft verschwindend geringen Worte mancher Weinschreiber über das Thema „Großes Gewächs“ erwähnt, stelle ich euch heute das nächste GG im Detail vor. Es kommt von einem sehr traditionsbehafteten Rheingauer Betrieb, welcher in den vergangen Jahren konstant durch gute bis sehr gute Qualitäten, aber mit wenig Mut, Eigenständigkeit und Wiedererkennung geglänzt hat: das Schloss Vollrads. Für mich war das seit dem Jahr 1211 (!) nachweißlich Weinhandel treibende Gut im Herzen des Rheingaus immer eine solide Bank wenn es um das Thema Riesling geht. Stand Vollrads auf der Weinkarte, konnte ich davon ausgehen, einen guten und unkomplizierten Riesling auf hohem Niveau zu bekommen. Nicht mehr und nicht weniger. Ab dem Jahr 2011 weht aber im Hause Vollrads für den einen oder anderen Wein ein etwas anderes Lüftchen durch den imposanten Schlosskeller. Weiterlesen

Wilkommen in der S-Klasse: 2012 Kruger-Rumpf Weisser & Grauer Burgunder „S“

2 mal S-Klasse : 2012 Kruger-Rumpf Weißburgunder und Grauburgunder S

(NM) Eigentlich wollte ich den Artikel nicht mit abgedroschenen Wortspielchen beginnen. Mache ich auch nicht, auch wenn „das Gute liegt so Nahe“ in diesem Fall buchstäblich wie „die Faust aufs Auge passt“. Im Gegensatz zu dem aktuellen 2013 Monsun-Herbst – welchen die Deutschen Weinbauregionen deutlich zu spüren bekommen – konnte sich der Nahe Winzer seine Erntezeitpunkte in dem Jahr 2012 deutlich entspannter einteilen. Denn die Rebsorten Weißburgunder und Grauburgunder liefern in den kargen und mineralischen Böden des Anbaugebietes Nahe bei entsprechend guter Vegetationsperiode und Fingerspitzengefühl des Winzers ganz hervorragende Resultate. Obwohl in der Regel etwas früher reif wie Riesling oder Spätburgunder, braucht es aber auch für Weißburgunder und Grauburgunder das richtige Händchen um genügend Kraft dem Spiel der Rebsorten mitzugeben. Feine, elegante und mineralische Weine mit Frische und Druck am Gaumen – ohne dabei durch zu viel Holz unnötig Hüftspeck zu produzieren – das verspricht Trinkspaß auf hohem Niveau. Die Protogonisten sind heute die zwei Weiß- und Grauburgunder der „S“ Klasse des VDP Weingutes Kruger-Rumpf.

Schon aus dem „Kometen“ Jahr 2011 (weil es schnell abstürzt?) konnte mich der einfache Weißburgunder aus dem Hause Kruger-Rumpf voll überzeugen. Aus diesem Grund wird aus dem Jahrgang 2012 das Spektrum erweitert. Weiterlesen

Politikum GG Bewertung – mehr als nur drei Worte und eine Zahl?

Goldkapsel: VDP Grosse Lage

(NM) Das Thema „Politik & Wein“ der Weinrallye #67 auf dem Blog „Arthurs Tochter Kocht“ weit dehnend, spreche ich heute mal ein Politikum am, welches mich Jahr für Jahr irgendwie stört: Drei Worte und eine Zahl – fertig ist die offizielle Weinbeschreibung. Dieses kurzweilige Phänomen findet man sehr gerne nach den umfangreichen VDP GG Präsentationen wieder…

Alle Jahre wieder – um den ersten September herum – dreht sich in der deutschen Weinlandschaft eigentlich alles nur um fünf Buchstaben: VDP GG. Dabei werden die Weißen Großen Gewächse aus dem Jahr zuvor und die meisten Roten GG’s von vor zwei Jahren „wie nix G’scheits“ gegeneinander verkostet, probiert, diskutiert, zerrissen, gelobt, und bewertet. Dieses Spektakel findet in der Regel auf den großen VDP GG Jahrgangs-Präsentationen statt. Neben dem „Kick-Off“ in Berlin, ist der VDP in 2013 aus dem ehrwürdigem Kloster Eberbach aus- und in das barocke Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmgartens eingezogen, um der Fachwelt diese großen (und nicht immer) trockenen Weine vorzustellen. Genau diese „Mega“-Proben sind von dem Verband Jahr für Jahr perfekt organisiert und bieten die optimale Möglichkeit sich einen umfassenden Überblick über die Jahrgangs- und Winzerqualitäten zu verschaffen. Ganze 4-5 Stunden hat der Gast hier Zeit, um möglichst viele der 418 angestellten Weine zu verkosten. Das dabei keine detaillierte Beschreibung herauskommen kann ist klar. Doch eine Sache stört mich nach solchen Events immer recht gewaltig: Nennen wir es die „Drei Worte und eine Zahl“ Bewertung. Weiterlesen

Reden wir mal über Lieblings-Champagner…

Mein Libeling: Billecart-Salmon Brut Rose

(NM) Schaut man sich einmal die letzten 20-30 Einträge auf Drunkenmonday rückblickend so an, liegt der Fokus mehr oder weniger auf dem Deutschen Wein. Das mag jetzt für einen deutschsprachigen Weinblog aus Deutschland nichts ungewöhnliches sein, doch ertappe ich mich nicht selten selbst dabei, den „Rest der Weinwelt“ oft etwas außen vor zu lassen. Dabei gibt es doch gerade auf dem deutschen Weinmarkt viele spannende Tropfen aus allen Herren Ländern zu entdecken. Offene Marktstrukturen und bunte Import-Politik sei Dank. Aber mal Hand aufs Herz: Der Deutsche Wein ist in vielen Bereichen an der Weltspitze angekommen, aber wir können (noch nicht) längst nicht alles so gut wie einige unserer globalen Mitstreiter. Und bei einem Thema fällt mir dies immer recht deutlich auf: dem Champagner. Weiterlesen

Zwischen zwei Welten – Quinta de Covela

Die Weine von Quinta de Covela

(NM) Die geographische Lage der Quinta de Covela ist schon ein absoluter Glückfall. Hoch oben über dem rechten Ufer des Douro Flusses liegt sie direkt an der Grenze zweier portugiesischer Weinbauregionen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Da ist auf der einen Seite das Vinho Verde. Grüne, fruchtbare und mediterran anmutende Landschaften, voller lebendiger und blühender Vegetation. Auf der anderen Seite, nur wenige Kilometer entfernt, schießen die schroffen und kargen Schiefer- und Graphit-Terrassen am Ufer des Douro Flusses empor und bilden bizarr-schöne Bilderbuch Landschaften. Genau zwischen diesen Welten liegt nun die Quinta de Covela. Sie kann für ihre Weine auf das Beste beider Regionen zurückgreifen: Die Frische des Vinho Verde und die heißen Graphit-Böden des Douro Tales. Weiterlesen

Hausbesuch Teil1: Ein Abend mit Jürgen Krebs und Andreas Rings

Fröhliches Beisammensein...

Teil 1: die Weine von Weingut Rings!

(NM) Hoher Besuch der Giessener Drunkenmonday Runde bahnte sich an. Die Klinken wurden poliert, die Haare gewaschen und die beste Hose aus dem Schrank gekramt. Es schickten sich zwei ausgesprochen talentierte Jungwinzer an, unsere ehrwürdige Weinrunde (bestehend aus Pädagogen, noch mehr Pädagogen, Psychologen, Informatikern, Bankern, Maschinenbauingenieuren, Weinhändlern und Kampfsport-Quereinsteigern) persönlich mit ihrer Anwesenheit zu beglücken. Und somit schossen Andreas Rings vom Weingut Rings und Jürgen Krebs vom Weingut Krebs im Passat „von der Muddi“ aus Pfälzer Freinsheim in das schöne funktionelle Giessen. Im Gepäck eine feine Auswahl des kürzlich vorgestellten 2012er Jahrgangs. Gespannt wie ein Flitzbogen fieberten wir diesem Abend entgegen. Und ganz nebenbei, es sollte nicht nur Wein-technisch ein ganz großer werden… Weiterlesen

Anti-Pinot-Grigio: Grauer Burgunder von Emil Bauer

Dicke Empfehlung: 2012 Emil Bauer Grauburgunder Sonnebgerg

(NM) Grauer Burgunder ist normalerweise keine Rebsorte, von der mich ein Wein so mir-nichts-dir-nichts aus den Socken haut. Schon gar nicht aus dem Preissegment, in dem sich meine heutige „Entdeckung“ so aufhält. Oft wirken die Weine aus dieser Rebsorte entweder schwerfällig, plump und alkohol-stark, da ihnen die Säure für den entsprechenden Schwung und Rasse fehlt, oder sie sind auf uniform „Pinot Grigio“ gestylt – heißt langweilig, leicht, nichts-sagend und uninteressant. Unauffälliger Weinkonsum, ohne Ecken und Kanten. Das „Bud Light“ unter den Weinen. Wenig Geschmack = wenig Grund sich zu beschweren. Ich sehe schon die Tankwagen-Kolonne von Süd nach Nord durch die Alpen donnern, um später in Magnum Flaschen beim „Italiener um die Ecke“ ausgeschenkt zu werden. Nein danke, dann nehme ich lieber ein Bier. Auch gerne zur Pizza. Weiterlesen

Wenn Wein die Seele berührt: Domaine Gourt de Mautens

Große Emotionen: Domaine Gourt de Mautens

(JR) Manchmal sind es die Zufälle im Leben, die Prinzipien auf den Kopf und eingefahrene Ansichten in Frage stellen. Thomas Krug, langjähriger Freund und Besitzer der renommierten „Käseglocke“ in Gießen erzählte mir im vergangenen Sommer am Rande einer Weinprobe „off topic“, er habe bei einem Freund einen ganz ungewöhnlichen Wein aus Südfrankreich kennengelernt, den müsse ich einfach bei Gelegenheit mal probieren. Aber wie das so ist, der Abend wurde lang, manches war zu besprechen und diskutieren und der Südfranzose war schnell vergessen. Der Zufall führte im Winter zu einer Drunkenmonday-Probe mit dem Thema „Süd-Rhone“ und der Wein aus Rasteau drängte sich aus dem Unterbewusstsein hervor. Dank des empfehlenswerten aber nicht sehr kommunikativen Frankreich Spezialisten Vinisud stand Anfang des Jahres eine kleine Vertikale der Jahrgänge 07, 08 und 09 auf unserem Probentisch.

Ein ganz außergewöhnlicher Wein

Das waren die Worte, die mir im Ohr lagen, als der undurchsichtig, tiefdunkle 2007er Gourt de Mautens im Glas seine Aromenpracht entfaltete. Weiterlesen