Ritt auf der Rasierklinge: Seckinger Pinot Rosé Brut Nature

Seckinger Pinot Brut Nature Sekt

(NM) So kurz vor Jahresende ist die ideale Zeit, um auf spannende und außergewöhnliche deutsche Schaumweine aufmerksam zu machen. Die letzten Sekte der Drunkenmonday Serie „Winzersekt auf der Überholspur“ befassten sich meist mit großen, erhabenen und majestätischen Deutschen Sekten. Heute drehen wir den Spieß einmal um, denn unser heutiger Kandidat spielt in der „Null Kompromisse“ Liga unten den Schaumweinen. Ich bitte euch erst die komplette Verkostungsnotiz zu lesen und sich dann zu entscheiden, ob ihr euch an das Ding hier herantraut. Ich darf vorstellen: Seckinger Pinot Rosé Brut Nature

Kennenlernen

Letzten Sommer habe ich die Brüder Jonas und Philipp Seckinger in Niederkirchen (direkt neben Deidesheim gelegen) auf ihrem Weingut besucht. Ihre Weine hatten mich durch die Bank förmlich umgehauen. Stark ausgeprägter Herkunftsgedanke bei den Rieslingen, klare Charakteristik der einzelnen Lagen herausgearbeitet, wenig Schwefel, naturnaher Ausbau und das alles zu „ordentlichen“ bzw. realistischen Hof Preisen. Zum Glück haben sich die Qualitäten des Weingutes mittlerweile gut herumgesprochen. Somit erhebt sich der Name Seckinger zum absoluten Geheimtipp der Region. Wer einmal die berühmten Deidesheimer Lagen abseits der großen B’s in vorzüglicher Qualität probieren möchte, sollte unbedingt bei Seckingers das „Riesling Kennlern Sextett“ ordern.

Seckinger Pinot Brut Nature Sekt

Aperitif zum Aperitif

Doch nun zu dem aktuellen Sekt des Hauses Seckinger. Es ist ein Pinot Rosé Brut Nature. Und „Brut Nature“ sollte hier wörtlich genommen werden! Ich glaube, ich habe in meiner Sekttrinker Karriere noch keinen Sekt wie diesen im Glas gehabt. Der erste Schluck ist damit zu vergleichen, wenn dir ein kalter und nasser Waschlappen mitten in das Gesicht fliegt. Unaufgefordert. Dabei ist der Duft doch so fein und verführerisch. Walderdbeeren von Freiland Wäldern, dazu diese zarte und irgendwie dunkle Pinot Noir Würze, etwas Hefezopf, filigran von den geplatzten Bubbles in die Nase getragen. Scheu und dennoch hübsch denk man sich. Doch der erste Schluck ist scheidet die Geister. Garantiert. Wer einen sanften und cremigen Rosé Sekt erwartet, wird geradezu geschockt. Der Restzucker liegt bei null Gramm. NULL Gramm! Gelesen wurde mit 76° Oechsle, daraus resultieren nur 11.5% Alkohol im fertigen Endprodukt. Die diagnostizierte 6 Gramm Säure wirbelt wie ein Ninja durch die Mundhöhle. Konsequenter, puristischer und geradliniger kann Schaumwein eigentlich nicht mehr sein. Die 14 Monate auf der Hefe geben einen zarten hefigen Unterton ab, der zusammen mit den Bubbles zwar ein „weich“ am Gaumen suggerieren möchte, aber dann wieder von der kernigen und konsequent trockenen Art des Weines zurückgeordert wird. Der ideale Aperitif zum Aperitif. Noch besser trinkt man ihm morgens als Erstes nach einer durchzechten Nacht. Besser kann man den Konter nicht ansetzen. Es sei den man hat einen kalten und nassen Waschlappen parat…

Fazit

Dieser Sekt ist wirklich einzigartig. Jedes Gramm Zucker mehr würde ihm wieder in Richtung „hab ich schon 100 mal getrunken“ stecken. Brut Nature brutal. Trotzdem ist der Sekt nach dem ersten Schockmoment faszinierend und fesselnd zugleich. Zumindest für Freunde des „Zero Dosage“, denn ungeschönter geht Schaumwein wirklich nicht. Für 15 € kann man sich dieses Erlebnis im Selbstversuch aber durchaus antun. „Hallo wach“ in Flaschen. Bezug ist direkt ab Weingut.

Punkte?

Gebe ich hier nicht. Mir fehlt einfach der Vergleich, um das in die 100 Punkte Skala zu pressen.

www.weingut-seckinger.de

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