Jeb Dunnuck verlässt den Wine Advocate – Implodiert das Parker Imperium?

Jeb Dunnuck leaves WA

(NM) Jeb Dunnuck verlässt den Wine Advocate. Er macht sich ähnlich wie Antonio Galloni oder James Suckling unter eigenem Namen Selbständig. Ist das nur ein weiterer Schritt in der Implosion des Parker Imperiums? Oder steckt die „Marke“ Parker das locker weg? Erfahren werden wir es wohl nicht. Aber das System in Frage stellen dürfen wir schon.

Schauen wir einmal 10 Jahre zurück. Neben Robert Parkers Wine Advocate sind es der Winespectator und Jancis Robinson, welche auf globaler Ebene die wichtigsten Wein Kritiker Stimmen abgeben. Auf Regionaler Ebene gibt es noch weitere wichtige Instanzen. Allen „the Burghound“ Meadows für das Burgund, Platter für Südafrika, Maroni für Italien, James Halliday für Australien und Penin und Proenza für Spanien, um nur ein paar zu nennen. Auch reine Print Magazine wie Decanter, Wine Enthusiast oder das Wine and Spirits Magazine mischen bei den Bewertungen kräftig mit. Doch die „big boys“ sind Robinson, Parker und der Winespectator. Und wie schaut es heute aus?

Im regionalen Sektor hat sich kaum etwas getan. Die Platter, Maroni und Halliday Konsorten mischen ihr Territorium mächtig auf. Gerade Luca Maroni macht mit seinem 99 Punkte Wahnsinn mit 8€ Weinen aktuell von sich reden. Doch auf dem globalen Parkett tut sich einiges. Antonio Galloni schluckt Steven Tanzers „International Wine Celler“ um sich breiter aufzustellen und mehrere Regionen abdecken zu können. Die Person Parker zieht sich immer mehr zurück, und mit Jeb Dunnuck verlässt der nächste Ziehsohn von Bobby das angeschlagene Schiff, um sich selbst die Anerkennung und Aufmerksamkeit zu beschaffen, die ihm hinter der Identitäts-Firewall Parker verwehrt blieb. Siehe Antonio Galloni.

Schaut man sich die Realität und Auswirkung des vermeintlichen „Imperium Parker“ im freien Markt einmal etwas genauer an, versteht man sehr schnell, warum talentierte Persönlichkeiten wie Dunnuck und Galloni die Maschinerie Wine Advocate verlassen. Es zählt einzig und alleine der Name oder die Marke „Robert Parker“. Egal ob Online Handel, Print Medium oder der Winzer selbst wirbt mit „Parker Punkten“. Es wir „Parker“ zitiert, obwohl dieser in 99% der Fällen persönlich nie den Wein probiert, geschweige denn bewertet hat. Dunnuck und Galloni wurden als Person des öffentlichen Weinkritikerlebens „parkerisiert“. Auch wenn auf der Webseite des Wine Advocate sauber drauf geachtet wird, wer aus dem Team den Wein verkostet und bewertet hat, im freien Markt und beim punktegeilen Endkunden regiert und zählt nur Robert Parker. Punkt Ende Aus. Parker Points. Und nicht „98 Points Jeb Dunnuck / Robert Parkers the Wine Advocate“. Für mich ist verständlich, warum die Brüder Galloni und Dunnuck nach dem Sprungbrett Wine Advocate ihren eigenen Weg suchen. Interne Unstimmigkeiten einmal außen vor.

Doch wie viele „Schatten Parkers“ (Wortspiel) akzeptiert der Markt, die Konsumenten und die Industrie noch? Wer kann sich die ganzen persönlichen Vorlieben der Einzelverkoster merken, um für sich den richtigen Kritiker zu finden? Was bedeutet das für einen Wein, 91 Punkte vom Wine Advocate, aber 96 von Suckling oder 98 von Galloni zu bekommen? Juckt das überhaupt jemanden, WER die hohen Punkte vergibt? Geht es schlussendlich nicht NUR um hohe Punkte, unabhängig wer sie vergeben hat? Fragen über Fragen. Ich bin auf eure Gedanken gespannt. Und Jeb, dir wünsche ich alles Gute und viel Erfolg als eigene „Marke“ post-Parker.

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