Winzersekt auf der Überholspur: Aloisiushof Pinot Brut Nature

Deutscher Winzersekt auf der Überholspur!

(NM) Weiter geht es mit der „Winzersekt auf der Überholspur“ Serie. Nach zwei Sekten von Braunewell aus Rheinhessen geht es nun wieder zurück in die Pfalz. Diesmal überraschte uns Phillip Kiefer vom Weingut Aloisiushof mit seinem Pinot Brut Nature Sekt. Das Philipp ein begnadeter Allround-Winzer ist, wurde mir spätestens nach dem verkosten meines bis heute besten Cabernet Sauvignon aus Deutschland bewusst. Neben seinem Händchen für den richtigen Holzeinsatz (man probiere seinen Chardonnay „Ambrosia“!), vinifiziert er auch exzellent das Terroir rund um St. Martin mit Hilfe von Riesling und Co. in die Flasche. Mit seinem Top-Sekt, dem Aloisiushof Pinot Brut Nature zeigt er nun auch seine ausgezeichnete Expertise im Sekt-Bereich. Und diese hat mich und meine Drunkenmonday Mittrinkerschaft wirklich überrascht.

Aloisiushof Pinot Brut Nature

Weniger ist mehr.

Denk man an den „Top-Sekt“ oder die „Prestige-Brause“ eines Hauses, vermutet man einen dichten, cremigen und opulenten Maximal-Schäumer. Doch Philip Kiefer dreht hier gekonnt den Stil-Spieß um und kreiert mit dem Aloisiushof Pinot Brut Nature einen Sekt, der seine Krone auf Grund der extremen Feinheit, Klarheit und Frische trägt. Was mich an diesem Brut Natur so fasziniert, ist die Art und Weiße wie die feine und druckvolle Perlage und das leicht cremige Mundgefühl mit dieser Leichtigkeit und Präzision im Genusszentrum vereinbart wurden. Viel Geschmack bei unendlicher Frische und Spiel. Wie geht sowas?

Der Winzer erklärt es.

Der Grundwein des Aloisiushof Pinot Brut Nature besteht erst einmal aus 40% Pinot Noir und 60% Pinot Blanc von den besten kalkhaltigen Lagen des Weingutes. Verwendet werden ca. 10 bis 15% Saftabzug der Trauben-Pressung. Dieser Grundwein vergärt dann in Barriques (meist 2. oder 3. Belegung) und wird weitere 6 Monaten in diesen auf der Hefe reifen gelassen. Ein regelmäßiges Aufrühren der Hefe, die sogenannte Batonnage, sorgt für eine geschmeidigere Textur im späteren Endprodukt. Im nächsten Schritt durchläuft der Wein eine zweite Gärung für im Schnitt 16 Monate auf der Flasche. Gefüllt wird ohne Dosage bzw. Süßreserve. Somit haben wir im finalen Endprodukt einen Zuckergehalt von 0,8 Gramm pro Liter – ein perfekter Wert für einen klassischen „Brut Nature“. In der Nase lebt dieser extrem feine Sekt von einer leicht rauchigen Pinot Noir Würze mit dem floralen Touch des Pinot Blancs. Im Mund geht es wie bereits beschrieben pur, unverfälscht und belebend frisch zu. Die feine Perlage kleidet den gesamten Mundraum mit einer fast schon surrealen Leichtigkeit aus, wie es kaum in Worte zu fassen ist. Wenig ist viel, Finesse und Eleganz geben Druck und Geschmack. Wieder so ein vinophiler Wiederspruch in sich. Die feine Pinot Noir Frucht wird durch die belebende Säure dazu weit in den Hals hinein getragen. Dieser Aloisiushof Pinot Brut Nature ist ein Winzersekt wie man ihn in Deutschland nur selten in das Glas bekommt und spielt dazu noch qualitativ in der ersten Liga. Wer feine Bubbles liebt, muss dieses Getränk probieren! Für 14,90€ ab Weingut ist der Brut Nature auch noch mehr als fair bepreist. Für mich locker 90+ Punkte in meinem Buch.

Von hinten: Aloisiushof Pinot Brut Nature

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