Nero d’Avola wächst auch im Burgund : 2008 Tasca D’Almerita Rosso del Conte

Der Rote der Grafen: 2008 Tosca Rosso del Conte
(NM) Mein diesjähriger ProWein Besuch beschränkte sich leider auf magere 8 Stunden. Eigentlich kann man nie genug Zeit haben, die wunderbaren Weinwelten auf der weltweit größten Fachbesuchermesse für Wein und Spirituosen zu entdecken. Auch im Wein 2.0 wurde schwer über den Sinn und Unsinn solcher Mega-Events berichtet. Ich für meinen Teil genieße jede (wenn auch manchmal stressige) Minute dort. Auch 2013 habe ich wieder großartige Weine entdeckt. Einen von ihnen möchte ich euch heute und hier vorstellen: Den Sizilianer 2008 Tasca D’Almerita „Rosso del Conte“.

Reifer Rosso Del Conte im Keller von Tenuta Regaleali
Bild (c) http://tascadalmerita.it

Zuerst die (temporär) schlechte Nachricht: Der 2008 Tasca D’Almerita „Rosso del Conte“ ist noch nicht auf dem Markt. Deswegen schmückte meine Probeflasche auch noch ein „blanko“ Label, welches speziell für die ProWein angefertigt wurde. Voraussichtlicher Veröffentlichungstermin liegt im Herbst 2013. Zum Glück sind noch ältere Jahrgänge auf dem deutschen Markt (z.B. hier) verfügbar. Die Wurzeln der sizilianischen Kellerei Tasca D’Almerita gehen zurück bis in das Jahr 1830. Sie bewirtschaften aktuell 600 Hektar Rebfläche aufgeteilt in 5 kleinere Weingüter. Seit 2002 ist der italienische Önologe Carlo Ferrini u.a. für die Weinbereitung bei Tenuta Regaleali zuständig. Er wurde 2008 vom Amerikanischen Weinmagazin „Wine Enthusiast“ zum „Winemaker of the Year“ erkoren. Aus seiner Feder stammt auch das Flaggschiff des Weingutes, der „Rotwein des Grafen“ (deutsch für Rosso del Conte). Die Trauben für den Wein wachsen in der der Region Contea di Sclafani D.O.C. Er setzt sich aus 55% Nero d’Avola, 15% Perricone, 30% andere (u.a. Cabernet Sauvignon und Merlot) Rebsorten zusammen. Nach 18 Monaten in Französischer Eiche reift er noch 3 Jahre auf der Flasche, bevor er in den Verkauf kommt. Soweit liest sich das wenig spannend und aufregend. Doch warum hat mich genau dieser Wein auf der ProWein so in seinen Bann gezogen? Ganz einfach.

Rosso del Conte - Original LabelMit dem 2008 Tasca D’Almerita „Rosso del Conte“ schafft es Carlo Ferrini die Rebsorte Nero d’Avola weit weg dem süßlich/fetten/marmeladigen Image zu positionieren. Anfänglich noch etwas verschlossen, kommt nach ca. 3 Stunden im Dekanter das Können von Ferrini voll zum Vorschein. Die Nase duftet verführerisch ätherisch frisch nach reifen Heidelbeeren, Brombeeren und Herzkirschen, weißem Pfeffer, Tabak, Salbei, Tahiti-Vanille und minimaler Holzwürze. Am Gaumen kommen mir drei Eigenschaften sofort in den Sinn: Eleganz, Klarheit und Fokus. Die Stilistik erinnert eher an einen reifen Burgunder wie an sonnenverwöhnten Nero d’Avola aus dem heißen Sizilien. Die kühle Kräuter und Gewürz Aromatik hält die reife Frucht absolut im Zaun. Das Holz ist bestens integriert. Auch Der Alkohol ist mit 14% unter Kontrolle und macht sich höchsten ab dem 2-3 Glas bemerkbar. Die Säure unterstützt das reife Tannin für Rückgrat und Stütze. Der Wein besitzt von allen Komponenten die richtige Menge. Eine Balance mit der ich so nicht gerechnet habe. Aktuell (also kurz vor dem Release) zeigt sich der 2008er Rosso del Conte von Tasca D’Almerita in seiner Jugendlichkeit von der besten Seite und macht ganz klar deutlich: Es muss nicht immer der dickste und fetteste Wein das „Flaggschiff“ eines Weingutes sein. Hier wird auf der Basis von Nero d’Avola ein großer Wein Siziliens erzeugt. Die 30€ EVP sind absolut gerechtfertigt und spiegeln einen fairen Wein-Wert wieder. Für mich liegt dieser Wein in der 93-94 Punkte Range – und bald auch in meinem Keller. Denn ich bin ausgesprochen neugierig, wie ein gereifter Rosso del Conte so schmeckt.

Tenuta Regaleali
Bild (c) http://tascadalmerita.it

http://tascadalmerita.it/

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3 thoughts on “Nero d’Avola wächst auch im Burgund : 2008 Tasca D’Almerita Rosso del Conte

  1. Lieber Herr Gattaca,
    für mich war der Wein eine Entdeckung, welche ich hier gerne präsentiere. Bei solch einer langen Tradition und Auszeichungswelle ist ist es nur logisch, dass andere vor mir darüber berichten. Die Arbeit von Herrn Liebert z.B. schätze ich sehr.

    • Lieber Herrr Medenbach,

      das war auch nicht Ihnen gegenüber kritisch gedacht, ich wollte lediglich darauf verweisen, dass Tasca D’Almerita nicht erst mit dem 2008er Furore macht. Herrn Lieberts Arbeit schätze ich unabhängig davon ebenfalls. Kommentiert hatte ich vielmehr aus der Freude heraus, dass der Wein vorgestellt wurde.

      Grüße vom bösen

      Gattaca

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