Fünf Winzer – ein Wein: 2008 Südpfalz Connextion Gräfenhauser Spätburgunder

2008 Südpfalz Connexion Gräfenhauser Spätburgunder(NM) Zu Beginn zitiere ich hier gerne den Text auf der Webseite der
Südpfalz Connexion:
„Ja, wir sind jung. Es macht uns Spaß, neue Ansätze zu verfolgen, mit Mut und Leidenschaft Innovationen umzusetzen. Jeder von uns schärft in der Gruppe seine Individualität, denn gerade das Gemeinsame schafft Raum für den Einzelnen. Wir hinterfragen uns, unterstützen uns, kritisieren, motivieren und helfen uns gegenseitig. Aus fünf Richtungen bewegen wir uns auf ein Ziel zu: absolute Qualität. Herzstück der Südpfalz Connexion ist ein gemeinsam erzeugter Wein – der Gräfenhauser Edelburgunder.“

1999 lernten sich die fünf Winzer der heutigen Südpfalz Connection auf den Weintagen in Landau kennen. Sven Leiner, Boris Kranz, Peter Siener, Volker Gies und Klaus Scheu war schnell klar, dass sie nur zusammen ein ganz besonderes Projekt stemmen können. Sie entschieden sich die große Weinbauhistorie und Weinbautradition in und um Gräfenhausen wieder aufleben zu lassen. 2000 qm Rebfläche wurden einem Waldstück am Rande von Gräfenhausen abgerungen und mit Pinot Klonen direkt aus dem Burgund bepflanzt. Durch die Pacht der Nachbarparzelle mit rund 40 Jahre alten Pinot Reben vergrößerten Sie die Fläche auf 0,4 Hektar. Somit war die Grundlage für ein außergewöhnliches Weinprojekt geschaffen: Der Gräfenhauser Edelburgunder.

„Ein Schluck in die Zukunft von gestern“. Reine Handarbeit kombiniert mit minimalem Ertrag soll eine Verbindung zwischen großer, alter Weintradition und modernem Anspruch schaffen. Das fällt schon beim ersten Blick in das Glas auf. Der Wein strahlt in einem sehr hellen und transparenten Kirschrot. Zu Beginn der Vorstellung zeigt sich der 2008 Südpfalz Connexion Gräfenhauser Spätburgunder noch recht verhalten und primär Rotfruchtig mit leichten Veilchenton. Doch mit etwas mehr Luft öffnet sich der Wein und wirft wunderbar zarte röstige und leicht kräutrige Aromen mit in den Raum. Alles wirkt sehr fein und grazil. Auch am Gaumen zeigt er sich eher als stiller Vertreter seiner Zunft. Ruhig, geschliffen, unaufgeregt und filigran legt er sich um die Zunge. Ganz klar Spätburgunder der „alten Schule“. Kein Barrique schreit, keine überextrahierte Frucht versüßt den Genuss. Leider ist die Säure noch etwas zu prägnant und dem Wein fehlt es an griffigem Tannin. In der Preisklasse (35-39€) erwartet der ein oder andere Konsument womöglich etwas mehr Druck am Gaumen, da hier alles doch schon relativ entwickelt und zugänglich wirkt. Riesling wird oft die Eigenschaft „klar und rein wie ein Gebirgsbach“ zugesprochen. Ähnliches würde ich hier auf Spätburgunder umlegen. Die Länge wiederrum ist sehr ansehnlich und hinterlässt den Gaumen angenehm durstig.

Auf der einen Seite mag ich den Wein auf Grund seiner leisen und entspannten Art sehr, doch leider wird er es in der Preisklasse mit Sicherheit nicht einfach haben. Gerade weil er so ist wie er ist: puristisch, klar, ruhig und handwerklich wirklich sehr gut gemacht. Ich schenke hier 91 Punkte und eine Kaufempfehlung an alle Freunde des klassischen Pinots aus.

2008 Südpfalz Connexion Gräfenhauser Spätburgunder

Der 2008er Südpfalz Connexion Gräfenhauser Spätburgunder ist für 39€ bei http://behringerundsohn.de/ zu erwerben.

http://www.suedpfalz-connexion.de/

Video der Prowein 2010 mit dem der Südpfalz Connexion Mitglieder Sven Leiner:

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3 thoughts on “Fünf Winzer – ein Wein: 2008 Südpfalz Connextion Gräfenhauser Spätburgunder

  1. ..auch hier wieder volle Zustimmung, nicht nur der 2008er Gräfenhauser SB ist (jahrgangsbedingt) ziemlich elegant und klar, sondern auch die Vorgänger aus wärmeren Jahren (insb. 2005 und 2007) und das trotz sehr langer Maischstandzeiten.
    Ich freue mich schon auf Winter 2013/2014, da werde ich meine nächste und leider vorletzte Flasche 2005er aufziehen.

    Der Preis ist i.ü. bei diesem Wein kein Absatzhinderniss; die Mengen & damit die Verfügbarkeit sind sehr gering, bislang war der Wein immer ratz fatz ausverkauft und mein Freund Ralf Behringer ist der einzige Händler, der diesen Wein überhaupt bekommt.

  2. Ich konnte noch keinen von den älteren Jahrgängen probieren. Der Wein scheint ja wirklich viele Anhänger zu haben. Das freut mich zu hören. Solche Projekte sind absolut unterstützenswert.

  3. Pingback: Ran an den Stoff – 100 % Cabernet Franc « Drunkenmonday Wein Blog

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