1973, 1974 und 1976. Drei gereifte Bunnahabhains im Vergleich

1970er Bunnahabhains(OW) Vor einigen Tagen hatten wir die Möglichkeit gleich drei Bunnahabhains aus den 70er Jahren zu verkosten. Alles drei sind sherryfassgelagerte Whiskys und alle drei kommen von dem noch jungen deutschen unabhängigen Abfüller The Whisky Agency.

Bunnahabhain 1973 (Sharks)

Refill Sherry Wood, Destilliert 1973, Abgefüllt 2008, 35 Jahre im Faß, 50,1% Alkohol. 509 Flaschen

Geröstete Mandeln und Uhu. Eine nussige Süße, Waldhonig und Wildkräuter. Dann Orangenschale und Honigmelone mit Salz und etwas Rauch. Mit Wasser wird der Whisky breiter und zugänglicher. Der Uhugeruch tritt zugunsten der Süße in den Hintergrund. Ein klassisch gereifter Bunnahabhain. Erinnert allerdings eher an Whiskys dieser Destille aus dem Bourbonfaß, denn an die legendären Sherryfassabfüllungen. Refill Mann!

Bunnahabhain 1976 (Sharks)

Fino Sherry Wood, Destilliert 1976, Abgefüllt 2008, 32 Jahre im Faß, 55,7% Alkohol, 300 Flaschen

Der 76er Fino kam an diesem Abend irgendwie komisch rüber. Vor ein paar Wochen hatte ich den Whisky schon mal in einem anderen Line-up getrunken. Da war er fruchtig, voll und süß. Hatte die Bunnah typische dreckig-nussige Note mit etwas herben Honig. Einer, von dem man gerne ein, zwei Fläschchen im Vorrat hat. Heute Abend aber überwog der Eindruck von Lösungsmitteln, nassem Kalk und feuchtem Pappkarton in der Nase. Die Frucht war grüner Apfel und Paprika. Dann Latschenkiefer und eine frisch medizinische Note. Eher etwas für den Sauvignon blanc Trinker als für den Whisky-Fan.Wir lernen daraus: Eine schlechte Trinkreihenfolge kriegt den besten Whisky klein.

Bunnahabhain 1974 - Perfect Dram

Bunnahabhain 1974 - Perfect Dram


Bunnahabhain 1974 (Perfect Dram)

Oloroso Sherry Cask, Destilliert 1974, Abgefüllt 2008, 34 Jahre im Faß, 59,3 % Alkohol, 300 Flaschen

Orangenschale und Dosenmandarinen. Cream-Sherry  und süße Korinthen. Die herbe Frische von getrockneter Pfefferminze dann trockener Sherry und trotzdem Anklänge an kandierte Früchte und die süß-mineralische Note von Kandiszucker.  Haselnuß und Christstollen, Magenbrot und Lebkuchen  Im Nachklang die harmonisch herben Noten von Kakaopulver ohne Zucker und ungeschälten Walnüssen. Auch wenn die aufgeführten Aromen für die meisten Menschen attraktiv klingen, ist dieser Whisky nichts für Novizen auf dem Gebiet der fassstarken Single Malts. Man muß den Umgang mit der Pipette und das Trinken im Kontext beherrschen, oder zumindest jemanden haben, der die Trinkreihenfolge gekonnt zusammenstellt. Denn dieser Whisky ist ein ganz großer, freigiebiger aber auch schwieriger Charakter. Wer ihn zu nehmen weis, macht eine Erfahrung, die man nicht mehr missen möchte. Wer nicht, der halt nicht.

http://www.whisky-agency.de

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