ProWein 2010 : Zu Besuch beim VDP

ProWein 2010(NM) Einer der Höhepunkte des Jahres in der Wein-Szene ist mit Sicherheit die ProWein in Düsseldorf. Drunkenmonday war natürlich auch dieses Jahr wieder dabei und hat sich kontrolliert durch die Hallen probiert. Hier nun ein kleiner Überblick und einige Impressionen von dem VDP Stand, wo wir uns ca. 3 Stunden durchgeschlagen haben.

Der Trubel war wie jedes Jahr groß. Nur mit Mühe und Warterei konnten wir zum Teil zu den Winzern vordringen. Als erstes besuchten wir das Weingut Köhler Ruprecht. Hier konnten wir uns von einer starken Serie der 2008er Rieslinge überzeugen. Angefangen mit dem Kallstadter Kabinett Trocken, der viel Wein für das Geld bietet, über schöne trockene Spät- und Auslesen aus dem Kallstadter Saumagen, die wieder viel Potential für ein langes Leben zeigen, bis zu einer fantastischen 2004er trockenen Auslese „R“ aus der gleichen Lage. Neben den Rieslingen machte auch der Chardonnay aus der Lage Annaberg als trockene Spätlese ausgebaut sehr viel Spaß!

Weiter ging’s zu St. Antony / Heyl zu Herrnsheim. Hier zeigte sich da Jahr 2009 von seiner besten Seite. Gerade der 2009er Rotschiefer Riesling von St. Antony überzeugte uns sehr! Auch die 2009er von Heyl zu Herrnsheim waren jetzt schon gut zugänglich und überzeugten von hoher Trinkigkeit. An der Spitze dieses Standes standen bei beiden Großen Gewächse: 2008er Riesling Orbel von St. Antony und der 2008er Brudersberg von Heyl zu Herrnsheim.

Als nächstes kamen wir bei Schäfer-Fröhlich durch. Hier scheint die Qualitäts- und Erfolgswelle von 2008 nahtlos nach 2009 überzuschwappen. Vorneweg die großartigen 2009 Rieslinge Felseneck und Felsenberg mit ihrer mineralischen Ausgewogenheit trotz voller Frucht und sehr schöner Säure. Jetzt schon schwer beeindruckend! Auch die restsüßen Kabinett, Spätlese und Auslese aus dem Felseneck waren in ihrer Jugend schon wunderbar anregend! Der Weiße Burgunder „S“ ebenfalls aus 2009 komplettierte den großartigen Eindruck dieser Weine. Ein Highlight soweit!

Danach war das Weingut Christmann aus der Pfalz an der Reihe. Auch hier zeigten sich die 2009er von ihrer zugänglichen Seite. Die Rieslinge aus dem Paradiesgarten, Biengarten und Ölberg waren schön druckvoll, mit guter Balance und Länge. Der 2007er Spätburgunder aus dem Ölberg war dagegen richtig große Klasse! Einer meiner Roten Lieblinge an diesem Tag. Zu guter letzt wurde noch ein 2007er Großes Gewächs aus der Paradelage Idig gereicht. Dieses bewegt sich in die heiße Phase und zeigt so langsam, was in ihm steckt. Großes Riesling Kino!

Weiter zu Seeger! Hier probierten wir nur 2 Rote: den 2007er Lemberger „R“ und den 2008er Spätburgunder „RR“ als Fassprobe. Beide ganz großartige Weine! Hier zeigt Seeger wieder einmal seine Klasse in Sachen Filigranität und Nachhaltigkeit. Zu den Proben gab’s es noch ein paar Interessante Fakts zu Thema Reb-Klone, das richtige Eichholzfass und Vitamin B im Wein-Bizz. Ein Besuch des Weinguts steht ganz oben auf unserer Reise-Liste!

Im Galopp ging es dann zum Weingut Künstler aus dem schönen Rheingau. Hier probierten wir uns einmal von unten nach oben. Neben den schönen 2009 Rieslingen (Hölle Kabinett Trocken, Domdechaney Trocken) gab es zwei tolle 2008er Rieslinge zum verkosten: 2008 Stielweg Alte Reben (bis zu 50 Jahre alte Reben) und der 2008er Hochheimer Höller Erste Gewächs. Beide Weine werden gerade völlig zu Recht durch die Fachpresse in den Himmel gelobt (93 Punkte Stielweg, 95 Punkte Hölle EG). Auch sehr spannend: die beiden Künstler Chardonnays aus 2008! Einmal freinfruchtig mit tollem Schmelz und Körper ohne Holz, und einmal fast schon burgundische Dichte und feine Holzintegration. „Geheimtipp“?

Nächste Station war Schloss Proschwitz aus Sachsen. Auch hier verkosteten wir die ganze Batterie. Absolut herausragend war der 2008er Weißburgunder Große Gewächs mit seiner fast schon krass frischen Petersilien/Limetten Note. Dazu machten auch die Roten eine Menge Spaß: Der Cuvee Moritz, ein Regent/Dornfelder/Spätburgunder Blend, der fast schon Bordeaux-Typischen Töne aufwies und der 2007er Spätburgunder Großes Gewächs, welcher mit toller Frucht und einer Menge Rückrat und Potential gefiel! Spannende Sache!

Ganz schwer ranzukommen war der Stand von Heymann-Löwenstein! Hier konnten wir fast alle 2008er „trockenen“ Rieslinge verkosten. Angefangen mit dem „Schieferterrassen„, über „vom Blauen Schiefer„, Stolzenberg „Erste Lage“, Röttgen „Erste Lage“, Uhlen „B“ „Erste Lage“ und Uhlen „L“ „Erste Lage“. Durch die Bank (wie fast immer) sehr tief mineralische und ausgesprochen „ansprechende“ Weine. Röttgen und Schieferterrassen sind in meinen Augen jetzt schon eine Wucht, alle anderen sollten noch mindestens ein halbes bis ein Jahr reifen. Gekrönt wurde das ganze von einem Schluck 2007er Röttgen Riesling Beerenauslese. Göttertropfen – Wollust im Glas! Ein Gänsehaut-Wein!

Den Abschluss machte Philipp Kuhn, dessen Stand zwar nicht direkt auf dem VDP Stand zu finden war, aber neben an zu finden war. Eins ist uns wieder bei Philipp Kuhn aufgefallen: Alle seine Weine, egal ob Einstiegsriesling oder Großes Gewächs bringt unglaublich viel Weinwert ins Glas. Neben den tollen „Silberkapsel“ Rieslingen, bis hin zu den „Alten Reben“ und Steinbuckel Großes Gewächs aus 2008, überwältigten uns auch die grandiosen Rotweine. Der Cuvee Luitmar (aus Cabernet Sauvignon, St. Laurent, Blaufränkisch und Sangiovese!), der reinsortige Merlot und Cabernet Sauvignon (beide 2007) und der 2007er Spätburgunder „Steinbuckel“ GG waren fantastisch! Hier liegt mit Sicherheit ein großes Stück Zukunft für den Deutschen Wein.

Teil 2 der ProWein Serie folgt die Tage: „In-your-Face“ mit Californischen Zinfandels und Cabernet Sauvignons!

Advertisements

2 thoughts on “ProWein 2010 : Zu Besuch beim VDP

  1. Vielleicht sollte dem Beitrag noch beigefügt werden, dass wir leider auch eine mittelschwere Enttäuschung am VDP-Stand erleben mussten:
    Rebholz – seit einiger Zeit zurecht hochgelobt – konnte uns leider nicht ganz und gar überzeugen mit den kredenzten Weinen.
    Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass die wahren Boliden des Hauses höchstwahrscheinlich im heimischen Keller in der Pfalz verblieben – uns zumindest nicht angeboten wurden.

  2. Der Besuch auf der ProWein war mal wieder ein ganz und gar gelungenes Ereignis.
    Die verkösteten Weine aus 2009 haben uns jetzt schon überzeugt, ich denke das wird ein super Jahrgang und ich bin gespannt wie sich die Weine weiterentwickeln.

    @NM Danke für den gelungenen Artikel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s