Hochmoselübergang – kann der Wahnsinn noch gestoppt werden? Inkl. Videobeitrag von Hugh Johnson und Stuart Pigott

moselübergang bei ürzig vorhermoselübergang bei ürzig nachher(PT) Wir hatten uns bisher noch nicht zu dem geplanten bereits begonnen Bau des Hochmoselübergangs bei Ürzig geäußert. Aber als ich heute morgen durch ein posting von Billy Wagner auf den Brief von Katharina Prüm (Weingut J.J. Prüm) aufmerksam wurde, mußte ich das Thema und den Brief euch hier zugänglich machen:

Sehr geehrter Herr Balzerowiak, (Grand Cru Select, Geisenheim)

ich kontaktiere Sie heute aus einem etwas ungewöhnlichen Anlaß, wegen einer Sache, die uns hier an der Mittelmosel seit einiger Zeit beschäftigt und besorgt für die sich nun endlich… auch in Deutschland mehr Publizität entwickelt: der geplante Bau einer Brücke über das Moseltal, höher als der Kölner Dom, und die weitere Streckenführung auf dem Berg über unseren Weinbergen. Für dieses „Monster“, welches die rheinland-pfälzische Landesregierung als „Bauwerk der Superlative“ anpreist, wurden im Rahmen des Konjunkturpaketes der Bundesregierung bereits 250 Millionen EUro vom Bund bewilligt und weitere 20 Millionen vom Land zugesagt, man erwartet aber letztlich deutlich höhere Kosten. Das UNESCO-Weltkulturerbe-würdige Moseltal bei Ürzig würde verschandelt und wir haben Sorge, dass der Wasserhaushalt unserer Weinberge und auch die Stabilität des Hanges beeinträchtigt werden könnte. Der gesamte Schiefer-Steilhang zwischen Zeltingen und Bernkastel ist bereits als sensibles Rutschgebiet bekannt.

Das ZDF strahlte kürzlich einen Bericht über diese Sache aus, der in wenigen Minuten einen guten, recht umfassenden Einblick in die Hintergründe dieses Projektes gibt. Es wäre schön, wenn Sie einen Moment Zeit hätten, den folgenden link anzuklicken und kurz in den Bericht reinzuschauen: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/879136?inPopup=true.

Der Focus hat auch schon über das Thema geschrieben und recherchiert derzeit weiter: Dem Landfolk bleiben die Schulden.

Im Ausland ist man entsetzt, dort gibt es schon seit längerem kritische Artikel, u.a. in der Financial Times, der Sunday Times, dem Guardian, Slate.com (Online-Ableger der Washington Post) etc., auch der Decanter, Wine Spectator und weitere Fachzeitschriften haben schon darüber geschrieben. Stuart Pigott hat auch in Deutschland bereits zahlreiche Artikel veröffentlicht, u.a. in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Zeitschrift WeinGourmet. Im September kamauch Hugh Johnson eigens an die Mittelmosel angereist, um seine Verurteilung dieses Projektes deutlich kund zu tun. Zahlreiche links zur internationalen Presse, videoclips etc sind zu finden auf der Website der Bürgerinitiative gegen das Projekt: www.b50neu.de

Nun hat auch der Feinschmecker eine Protestaktion gestartet.

Es wäre nun wichtig, dass sich nicht nur internationaler, sondern schnell gerade auch großer nationaler Protest gegen das Projekt entwickelt. Rechtlich ist offensichtlich nichts mehr zu machen, sämtliche Klagen etc wurden abgewiesen, somit besteht nur noch die Möglichkeit, politisch etwas zu bewegen. In französischen Weinbauregionen etwa gab es auch ähnliche Geschichten und da haben nationale und internationale Proteste auch in der Planung weit gediehene Straßenbauprojekte noch stoppen können. Darauf hoffen und dafür kämpfen auch wir.

Aktuell bitten wir insbesondere um eine Unterstützung der Protestaktion des FEINSCHMECKERs, die bis zum Ende dieses Monats läuft (bis 30.11.!!!!!). Das Mitmachen ist ganz einfach und schnell erledigt, indem man die o.g. Seite aufruft, Namen und Adresse eingibt, das Kästchen „Ja, ich protestiere…“ anklickt, den Sicherheitscode eingibt und dann den Protest losschickt. Es würde uns sehr freuen wenn Sie und Ihre Kollegen unterzeichnen könnten und Sie alle möglichst viele weitere Menschen motivieren könnten, ebenfalls mitzumachen: Familienmitglieder, Geschäftspartner, Freunde… jede Stimme macht den Protest stärker und den Druck auf die Politik größer.

Abgesehen von unserer direkten Betroffenheit durch die Unsicherheit, welchen Einfluß das Projekt auf unsere Weinberge haben würde, sind wir auch deshalb aktiv gegen die Realisierung dieses Projektes, weil eine derartige Verschwendung von Steuergeldern – und das betrifft jeden Deutschen – ebenso wenig hinnehmbar ist wie die Zerstörung einer jahrtausendealten Weinkulturlandschaft. Leider ist es der deutschen Politik immer noch nicht bewusst, welche Bedeutung der deutsche Wein als Kulturgut hat, in Deutschland und als Aushängeschild Deutschlands in der ganzen Welt. Auch

insofern sollte die Politik wachgerüttelt werden.

Ihnen einen Gruß von der Mosel

Ihre

Katharina Prüm

Stuart Pigott spricht tacheles – Aufruf zum Aufstand: Alle Mittel nutzen, ausser der Gewalt. „Warum nicht eine Figur von Ministerpräsident Beck öffentlich verbrennen?

Hier die Meinung von dem renommiertem Weinkritiker und Autor Hugh Johnson:

Der SWR: Ländersache Hochmoselübergang:

Ganz ehrlich: Was haltet ihr von der Brücke und den Machenschaften im Hintergrund?

Weitere Links zu der Mosel brücke bei Ürzig:

Greenaction: Der Hochmoselübergang ist eine ökologische und ökonomische Katastrophe
Das Gesamte Ausmass der Verschandelung kam man unter hochmoseluebergang.rlp.de ersehen.
der Ultes: Weihnachtsgeschenk von Herrn Tiefensee: B 50 kommt mit Hochmosel-Übergang bei Ürzig
der Ultes: Baubeginn des Hochmoselübergangs der B 50
Nikos Weinwelten: Winzer protestieren gegen geplannte Moselbrücke,
TIZwine.com: Speech by Hugh Johnson in Urziger Würzgarten
Trierer Volksfreund: 270 Millionen für den Hochmoselübergang
Captain Cork: Stuart Pigott: „Ich rufe zum Aufstand auf!“
Captain Cork: Brückenkrieg: Hoteliers gegen Moselwinzer
Captain Cork: „Die besten Lagen der Mosel sind in Gefahr“ Interview mit Ernst Loosen
Captain Cork: Becks Bagger zerstören Graacher Schanzen
Focus Online: Haarige Milliardengeschenke

12 thoughts on “Hochmoselübergang – kann der Wahnsinn noch gestoppt werden? Inkl. Videobeitrag von Hugh Johnson und Stuart Pigott

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  3. Klar ist das Wahnsinn, totaler Wahnsinn. Eine Kulturlandschaft wird verschandelt. Und das allerschlimmste: Erstens glaub ich nicht, daß da noch was zu machen ist. Und nach ein paar Jährchen regt sich keine Sau mehr drüber auf! Die Meinung des Feinschmeckers in Punkto Verringerung der Weinqualität teile ich allerdings nicht. In Winningen liegt der Uhlen fast unter der Autobahnbrücke und es ist und bleibt einer der Top-Lagen an der Mosel.

    • Der Winniger Uhlen liegt wirklich direkt unter der Brücke, aber genau das ist auch der Knackpunkt: Im Falle der Moselüberquerrung bei Ürzig werden nicht nur Lagen in den Gemarkungen in der die Brücke stehen wird beeinträchtigt. Da die zur Brücke führende Bundesstraße direkt auf dem Kamm des Berges verlaufen wird (siehe auch: http://www.hochmoseluebergang.rlp.de/ ab Punkt 26 nach rechts unten verlaufenden) werden die Weinberge von Zelting bis Bernkastel in Mitleidenschaft gezogen.
      An diesem Punkt wird befürchtet, dass einerseits die Wasserversorgung der darunter liegenden Weinberge durch die Verdichtung und Versiegelung des Bodens darüber beim Bau beeinträchtigt wird und andererseits der bereits als teilweise „instabil“ geltende Hang zu einer noch größeren „Bedrohung“ für die Anwohner werden wird.

  4. Pingback: Hochmoselübergang – der Protest formiert sich! » Prüm, Hochmoselübergang, Brief, Katharina, Artikel, Wahnsinn » Weintipps von Michael Liebert

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  6. Ich protestiere gegen die neue Brücke.

    Infrastrukturell ist sie nicht nötig, alternative Wegstrecken sind vorhanden.

    Sie greift wesentlich in die Natur und das ohne die Brücke wunderschöne Moseltal ein.

    Die Kosten sind erheblich und nicht durch den Nutzen, der gering bis gar nicht vorhanden ist, zu rechtfertigen. Das Geld kann anderweitig wesentlich sinnvoller eingesetzt werden.

    Wolfgang

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