Runder Abend: Champagner vs. deutsche Sekte

Raumland Riesling Brut, Fürstlich Castell´sches Domänenamt Schloss Castell Silvaner Sekt brut, 2006 Josef Rosch Rieslingsekt Brut - Leiwener Klostergarten, 2004 Heymann-Löwenstein Rieslingsekt Brut - Fantasie der Schieferterrassen, 2002 Weingut St. Nikolaushof Gau-Algesheimer Goldberg Riesling Sekt EDITION Trocken, 2001 Heyl zu Herrnsheim Heyl Fleur du Coeur Rosé Brut, 2005 Krone Borealis Cuvée Brut Méthode Cap Classique, N.V. Piper Heidsieck Red, Drappier Blanc de Blancs 'Signatur' Brut, 2004 Larmandier-Bernier "Ne d´un Terre Vertus" Brut Nature(NM) So langsam aber sicher gehen einem hier die Superlativen aus. Schon wieder hatten wir einen tollen Abend. Schon wieder hatten wir ein spannendes Thema. Und schon wieder war es besser, dass uns jemand nach Hause gefahren hat.

Der Fokus lag dieses mal primär bei den „Bubbles“, genauer gesagt bei französischen aus der Champagne (+ einem Ausreiser aus Südafrika) und den deutschen Versionen davon. Bei den Deutschen stellte sich ganz schnell heraus, das sich hier keiner mehr im internationalen Vergleich verstecken muss. Alle Sekte (nach der Méthode Champenoise hergestellt) hatten durchweg gute bis sehr gute Qualitäten. Herausragend war u.a. der „einfachste“ Brut von dem Rheinhessischen Wein u. Sektgut Raumland, der mit einer tollen Präzision und einem sehr ausgewogenem Gesamteindruck den Tisch überzeugte. Auch die „Fantasie der Schieferterrassen“ von Heymann-Löwenstein wusste durch eine tolle mineralische Frucht und harmonischer Struktur zu Punkten. Als absoluter Nobody in dem Feld überraschte der Riesling-Sekt „Edition“ vom Weingut St. Nikolaushof durch eine reife und volle Frucht, da die Trauben bei der Lese Auslese Qualität hatten.

Für Deutschland gingen dann schlussendlich ins Rennen:

N.V. Raumland Riesling Brut
N.V. Fürstlich Castell´sches Domänenamt Schloss Castell Silvaner Sekt brut
2006 Josef Rosch Rieslingsekt Brut – Leiwener Klostergarten
2004 Heymann-Löwenstein Rieslingsekt Brut „Fantasie der Schieferterrassen“
2002 Weingut St. Nikolaushof Gau-Algesheimer Goldberg Riesling Sekt EDITION Trocken
2001 Heyl zu Herrnsheim Heyl Fleur du Coeur Rosé Brut

2001 Heyl zu Herrnsheim Heyl Fleur du Coeur Rosé Brut, Drappier Signatur Blanc de Blancs Brut, 2005 Krone Borealis Cuvée Brut Méthode Cap Classique, 2004 Larmandier-Bernier Ne d´un Terre Vertus Brut Nature

Bei den Champagnern zeigte Südafrika, dass sie für wenig Geld einen ebenwürdigen Herrausforderer in diesem Feld stellen kann: der 2005er Krone Borealis für um die 13€! Richtig gut wurde es dann mit dem „flüssigen Kalkboden“ „Ne d´un Terre Vertus“ von Larmandier-Bernier. Konsequent, anders, aber unglaublich faszinierend und anregend. (Leider) auch der teuerste im Feld. Ganz weit vorne auch der Drappier Blanc de Blancs ‚Signatur‘ Brut, der für mich fast alle Eigenschaften eines bezahlbaren „Non Vintage“ Champagners zusammenfast: Trinkigkeit, Eleganz, Frucht und Eigenständigkeit. Der Piper hingegen war ein absolut enttäuschendes Massenprodukt. Langweilig wie ein weißes Papiertuch.

Die Vertreter aus der Champagne (bzw Krone aus Südafrika) waren:

2005 Krone Borealis Cuvee Brut Méthode Cap Classique
N.V. Piper Heidsieck Red
N.V. Drappier Blanc de Blancs ‚Signatur‘ Brut
2004 Larmandier-Bernier „Ne d´un Terre Vertus“ Brut Nature

Natürlich gabs auch noch etwas Wein:

2005 Vinosia Irpinia Marziacanale
2006 Van Volxem Saar Riesling
1990 J.B. Becker Wallufer Walkenberg Riesling Spätlese Trocken
2007 Viu Manent Chardonnay
2008 Schloßgut Hohenbeilstein Muskattrollinger
1988 August Kesseler Spätburgunder Höllenberg

2

Kurz gefasst: Der Marziacanale wie immer eine Bank um die 20€ mit das Beste, was ich im Rotweinbereich kenne. Kesseler 88er Höllenberg ganz groß, der Muskattrollinger „komisch“ und der Becker knackig wie eh und jeh. Achso, die Bewirtung von Stefan & Frau war ganz großes Lichtspielhaus! So macht das Spaß!

9 thoughts on “Runder Abend: Champagner vs. deutsche Sekte

  1. Ich gebe ungern zu, dass ich neidisch bin, nicht dabei gewesen zu sein.
    Muss ich aber.
    Kleiner Trost: ich beabsichtige, in ca. 4 Wochen mit einem Cabrio durchs Nappa Valley zu fahren (bzw. mich besser fahren zu lassen😉.

    Es grüßt aus Mannem

    Euer Gasttrinker Marc

    • Hallo Arno MArc,

      Viel Spass bei deiner Tour!
      Magst du nicht ein paar Gastartikel aus dem Napa beisteuern, oder ein paar Bilder …

      Cheers

  2. Wie immer ein schöner Abend mit perfekter Bewirtung. So viel Perliges hat man selten im Glas. Mein Fazit: Wer Prestige braucht, greift zum Massenchampagner, wer auf Geschmack Wert legt, sollte mal die ein oder andere obenstehende Brause probieren.
    @Jan: Du warst ein sehr symphatischer Gasttrinker. Hoffe wir sehn uns wieder.

  3. Eine Bilderbuchprobe; Tolle Brause und super leckeres Essen!!
    Dafür nocheinmal DANKE an die beiden Gastgeber.
    Nach dieser Probe hat sich für mich mal wieder gezeigt, den leckersten Sekt gibt es im Rheingau. Wenn Champagne dann lieber kein Massenprodukt.

    • Hey Malte, welchen Rheingauer meinst?
      Wenn ich mich recht entsinne war kein Rheingauer dabei, oder?;)

  4. Hallo zusammen, ich sehe ihr habt es euch wieder richtig gut gehen lassen. Beste Grüße aus Kroatien, ich bringe ein paar intreressante Wein mit. Sobald ich wieder richtig fit bin würde ich gerne mal wieder euer Gast sein.

  5. Oha ich meinte den Raumland aber der kommt ja aus Rheinhessen, der Sekt vom Jan kam aber aus dem Rheingau!Egal alle getrunkenen Brausen haben überzeugt. Ciao

  6. Pingback: Blindprobe: Entzaubern Champagner Standard Cuvees die deutsche Winzersekt Elite? « Drunkenmonday Wein Blog

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