Querbeet durchs Parkett – VDP Mainzer Weinbörse 2012

6 05 2012

Mein Favorit bei den Spätburgundern...(NM) Am letzten Wochenende im April treffen sich jedes Jahr (fast alle) VDP Betriebe in den Mainzer Rheingoldhallen zur Mainzer Weinbörse. Da zur ProWein im März die meisten Weine des aktuellen Jahrgangs noch am gähren sind bzw. nicht gefüllt waren, zeigen die Betriebe in Mainz deutlich fertigeren Traubensaft. Von QbA bis TBA und von Pinot Medelaine bis Sauvignon Blanc Auslese wurde alles gezeigt, was die Lager der Betriebe im Moment füllt. Da die Großen Gewächse aus 2011 natürlich noch nicht der Öffentlichkeit gezeigt werden dürfen, brachte der ein oder andere Betrieb ein GG aus den Jahren 2008 bis 2010 mit.

Bei der Masse an Betrieben und Weinen war es für mich in den wenigen Stunden nicht möglich, einen kompletten Überblick über die VDP Qualitäten des Jahrgangs 2011 zu bekommen. Jahrgangsprognosen, beste Kollektionen und wilde Statements sollen andere ausrufen. Ich habe im Großen und Ganzen versucht, meine Wissenslücken neben den Superstar-Rebsorten Riesling und Spätburgunder zu stopfen. Deswegen gibt es hier und heute sozusagen ein “Best of” der 2011er Mainzer Weinbörse inklusive Empfehlungen und Kuriositäten meinerseits. Den Rest des Beitrags lesen »





Assyrtiko, Mouhtaro, Liatiko, Tinaktorogos – Griechenlands autochthone Bodenschätze

20 04 2012

Der Weinbau in Griechenland(NM) Autochthon (altgriechisch αὐτός autós „selbst“ und χθών chthōn „Erde“, also etwa „einheimisch“, „eingeboren“, „alteingesessen“, „bodenständig“ oder „an Ort und Stelle entstanden“) bezeichnet Dinge, Personen oder Phänomene, die an ihrem ursprünglichen Entstehungsort existieren. So steht es bei Wikipedia. Wenn ich dabei an Griechenland denke, kommt mir unweigerlich die omnipräsente Staatspleite in den Sinn. Autochthone Geldprobleme. An sich aber kein singulär für Griechenland gepachtetes Phänomen. Die wahren autochthonen Stärken des Landes liegen augenscheinlich nicht in dem Finanzsystem, sondern wachsen an den Hängen und Bergen der weitverbreiteten Griechischen Weinbaugebiete. Es sind Rebsorten wie Assyrtiko, Mouhtaro, Xinomavro, Liatiko, Tinaktorogos oder Argiorgitico, welche ganz außergewöhnliche und eigenständige Weine hervorbringen können. Insgesamt gibt es in Griechenland an die 300 (!) autochthone Rebsorten.

Vassilios Christodoulatos, Geschäftsführer und Mann für alles bei Ariston Fine Food GmbH, übernahm die Aufgabe die Drunkenmonday Wissenslücke über (zumindest) ein Teil der für uns völlig unbekannten Rebsorten zu stopfen. Keine leichte Aufgabe, da schon alleine die korrekte Aussprache von Liatiko, Tinaktorogos und co. einige Zeit in Anspruch nahm. Vassili ist ein harter Hund wenn es darum geht, seine Vorstellung von Griechischen Weinen auf dem deutschen Markt zu repräsentieren. Auf der Suche nach den autochthonen Bodenschätzen Griechenlands selektiert er strickt und mit System. Keine “internationale Rebsorte”, gewachsen auf Griechischem Boden, kommt in sein Sortiment. “Syrah und Cabernet kann jeder.” – “Griechenland sollte sich auf das fokussieren, was sie Einzigartig macht” - so seine klare Aussage. Um diese Eigenständigkeit weiter zu fördern, berät er auch “seine Winzer” direkt in Griechenland. Ein ausgesprochen gelungenes Beispiel für diese Mühen ist der 2009er Mouses Estate “Mouhtaro”. Diese Rebe wächst nur noch auf einem zusammenhängenden Weinberg in der Region Theben. Kurz vor dem Aussterben ermutigte Vassili den Winzer Nikolaos Zacharias diese Traube weiter auszubauen. Doch dazu später mehr. Den Rest des Beitrags lesen »





Flüssiges Wein-Wort-Spiel: “That’s Neiss” in Rot und Weiss

11 04 2012

Das ist aber Neiss...(NM) Für mich ist die ProWein jedes Jahr wie ein riesiger Regenwald, in dem man auf den kleinen und versteckten Pfaden ganz ausgezeichnet seltene und einzigartige Weine entdecken kann. In diesem Falle schlug ich mich durch die “Deutschland Halle” abseits der VDP-Gänge. Am Stand des Pfälzer Weingutes Neiss bin ich (neben den großartigen anderen Weinen des Weingutes u.a dem Syrah!) auf ein Weinkonzept gestoßen, welches mich auf Grund seiner puristischen Klarheit direkt angesprochen hat. Basierend auf dem Wortspiel “That’s Neiss” hat Axel Neiss zwei Weine erschaffen, die mit bewusst modernen und schlichten Design das Thema Wein entkrampfen wollen, ohne dabei aber auf Qualität, Kreativität und Trinkspaß zu verzichten. Da klingt natürlich erst mal recht simple. Doch die richtige Balance zwischen dem trendigen Party-Sauf-Wein und gut trinkbaren Weinqualitäten für die gemäßigte Wein-Runde zu finden, ist nicht ganz ohne. Diesen Kultur-Spagat schaffen beide Weine aber mit Leichtigkeit. Den Rest des Beitrags lesen »





Auf der Suche nach dem Superglas…

13 03 2012

Auf der Suche nach dem Superglas...
(NM) Das Weinglas nicht gleich Weinglas ist, sollte in der Regel jeder wissen, der Rotwein geschmacklich von Weißwein unterscheiden kann. Diskussionen welches oder wie viele Weingläser der Weintrinker “braucht” sind endlos. Ich möchte heute hier einmal zwei “High-End” Allrounder Weingläser Kopf an Kopf miteinander/gegeneinander vergleichen. Es sind das Zwiesel “the First” Degustation und Zalto Denk’Art Universal. Der Test wird mit 3 Weinen durchgeführt. Ein relativ kräftiger Mosel Riesling, ein etwas reiferer Sauvignon Blanc aus Österreich und einem Gamey aus dem Morgon. Alle drei Weine liegen in dem Aufgabengebiet der Gläser.

Ein paar Worte zur Verkostung: Es wurde etwa die gleiche Menge an Wein zur gleichen Zeit in die Gläser gefüllt. Der Wein wurde gerade in den Mund über die Zunge laufen lassen, ohne ihn dabei im Mund zu wirbeln oder großartig durchzuspülen. Diese Praktik wird eher beim Wein trinken und weniger beim Wein verkosten angewendet. Durch die unterschiedlich großen Öffnungen der Gläser gab es schon beim Ansetzen des Glases an den Mund verschiedene Lippenstellungen. Daraus resultierten verschiedene Einlaufwinkel des Weins auf die Zunge. Dies sollte sich später als wichtiger Faktor herausstellen.
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Uns Uwe: 2010 Schiefer Weisser Schiefer

30 01 2012

2010 Uwe Schiefer weisser Schiefer(NM) Die Vorfreude auf die WineVibes Vol. 2 wächst und wächst. Um die Zeit bis zur Party sinnvoll zu verkürzen, öffneten wir schon einmal einen Wein eines teilnehmenden Winzers: Uwe Schiefer. Genauer gesagt verkosteten wir seinen “Einstiegs-Weißwein”, den 2010er Weissen Schiefer. Dieser ist ein Cuvée aus 80% Welschriesling, 10% Weißer Burgunder und 10% Grüner Veltliner und läuft als unfiltrierter Landwein. Zu Uwe Schiefer braucht man eigentlich gar nicht mehr viel zu sagen. Mit seinen legendären Blaufränkisch (Reihburg!) hat er sich schon lange ein Platz in den Herzen der Weinfreunde erarbeitet. Schiefers Interpretationen dieser Rebsorte suchen auf Grund der kühlen, würzigen und mineralischen Art weltweit seines Gleichen. Doch heute muss der “kleine Weiße Schiefer” zeigen was in ihm steckt. Den Rest des Beitrags lesen »





Wein trifft auf Whisky-Fass: 2010 Markus Molitor Wehlener Klosterberg Pinot Blanc*

26 12 2011

2010 Markus Molitor Pinot Blanc*(NM/OW) Es gibt Weine, die gibt es eigentlich nicht. Doch mutige und experimentierfreudige Winzer wie zum Beispiel Markus Molitor schaffen Grenzerfahrungen für Weintrinker. Folgende Grenzerfahrung befindet sich gerade in meinem Glas: Der 2010 Markus Molitor Wehlener Klosterberg Pinot Blanc*! Doch was macht diesen Wein so besonders? Hier die ganze Geschichte:

Dieser Weißburgunder wurde incl. malolaktischer Gärung in ein Bowmore Hogshead (250 Liter Fassungsvermögen) Islay-Fass ausgebaut. Aufgrund des noch vorhandenen Alkohols im Faß setzte die malolaktischer Gärung 4 Wochen später wie bei den anderen Weißburgundern von Molitor ein. Den Rest des Beitrags lesen »





Alle Jahre wieder: Weinschnäppchenalarm bei ALDI

18 12 2011

Barolo as dem Aldi?

(JR) Alle Jahre wieder kommt das ALDI Weinangebot und lässt den ernsthaften Weinfreund fragend vor den Regalen stehen. Weihnachtliche Versuchungen aus dem ALDI Südregal haben mittlerweile einen zweifelhaften Ruf. Ich erinnere an dieser Stelle nur an die qualitative Unverschämtheit des letzten Jahres, die sich Barolo nennen durfte. Soll man heuer erneut darauf reinfallen, oder verbirgt sich doch das ein oder andere Schnäppchen hinter den vollmundigen Werbetexten?

Ich habe fünf Weine aus dem aktuellen Angebot ausgewählt und bin der Sache sensorisch auf den Grund gegangen.

2010 Azumbre Verdejo Rueda DO 4,99€
Weißwein aus 80 Jahre alten Verdejo-Reben aus dem berühmten Weißwein-Anbaugebiet Rueda in Spanien, so der Werbetext. Der Wein macht zudem mit einem 90-Parker-Punkte-Schildchen um den Hals auf sich aufmerksam. Das wirkt auf den ersten Blick etwas bauernfängerisch und führt zu zusätzlichen Kosten, die natürlich eingepreist werden. Abzüglich Verpackung, Versand, Zwischenhandel und MwSt. bleibt da pro Flasche für den Erzeuger nicht mehr viel an Gewinn übrig. Den Rest des Beitrags lesen »





Gerade im Glas: 2010 Gauby “Les Calcinaires” Blanc

21 11 2011

2010 Gauby Les Calcinaires Blanc(NM) Das die Domaine Gauby große Rotweine vinifiziert (z.B. den Muntada), ist relativ bekannt. Heute aber verfiel ich meiner Neugier den “kleinsten” Weißwein Gauby’s einmal zu probieren: den 2010er Gauby “Les Calcinaires” Blanc. Dieser Wein wird als V.d.P. des Côtes Catalanes geführt. Geografisch befinden wir uns hier also etwas nördlich der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, nur wenige Kilometer oberhalb der Stadt Pergignan im Gebiet Roussillon. Spanisch ist auch zum Teil der Einfluss des Rebsorten-Blendes. Der “Les Calcinaires” Blanc besteht aus 50% Muscat sec, 30% Chardonnay, und 20% Macabeu. Um die Frische und Finesse in dem Wein zu wahren, werden nur Trauben aus “junge Reben” verwendet, welche mit einem Alter von 20 bis 50 Jahren in vielen anderen Regionen aber locker zum alten Eisen gehören würde. Doch die Domaine Gaby greift für ihre weißen und roten Top-Weine auf 100 bis 120 Jahre alte Rebbestände zurück. Das daraus kein leichter Sommerwein gekeltert wird ist naheliegend.
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Großer Riesling von der Terrassenmosel – Weingut Knebel

8 11 2011

Winninger Röttgen(NM) Das Weingut Knebel aus Winningen an der Terrassenmosel besuchte Drunkenmonday das erste Mal im verschneiten Januar in 2010. Vor Ort zeigte uns Matthias Knebel damals seine Rieslinge aus dem Jahrgang 2008. Um 9.30 Uhr morgens probierten wir das gesamte Sortiment bis hoch zur sensationellen Beerenauslese aus dem Winninger Uhlen. Schöner konnte man einen Tag nicht starten. Doch heute werfen nur einen kleinen Blick auf den Jahrgang 2008 des Weinguts Knebel. Unsere heutige Probe besteht primär aus Rieslingen des Jahrgangs 2010. Welche großartige Tropfen Matthias und seine Mutter Beate Knebel dort in die Flasche bekommen hat – dazu später mehr.

Das Weingut Knebel gibt es in seiner heutigen Form seit 1990. Auf 7ha Steillagen bewirtschaftet Matthias Knebel zusammen mit seiner Mutter Beate bis auf etwas Weißburgunder ausschließlich Riesling. Das Wort “Respekt” steht ganz weit vorne im Umgang mit dem Wein. Respekt gegenüber dem Weinberg, den Reben, der Traube und letztendlich dem Wein. Durch möglichst geringe Eingriffe in der Weinbereitung und nahe am Naturweingedanken werden die Eigenheiten jeden Jahrgangs nahezu 1:1 durch die Traube in die Flasche gebracht. Durch die Gärung mit Hefen aus Weinberg und Keller und den Verzicht auf Entsäuerung und Schönungsmittel, entstehen jedes Jahr faszinierende Weine, welche Ausdrucksstark den Jahrgang und die Lage repräsentieren. Den Rest des Beitrags lesen »





Was so alles in der Pfalz wächst …

14 10 2011

Say no!(NM) Die Pfalz gehört unumstritten zu den “buntesten” Weinregionen Deutschlands. “Bunt” im Bezug auf die Rebsortenvielfallt. Nirgendwo anderes in Deutschland herrschen klimatisch so breit gefächerte Bedingungen, um eine solche Bandbreite an Rebsorten erfolgreich anzubauen. Mit Sicherheit spielt hier auch der Entdeckertrieb so manchen Winzers eine große Rolle. Anstelle von traditionellen Rebsorten wie Riesling, Spätburgunder oder Silvaner wird das ein oder andere Experiment im Weinberg gewagt. Sogar Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc oder Sauvignon Blanc wurde (nicht nur) in der Pfalz bereits “eingedeutscht” und sind keine Seltenheit mehr. Unser Fokus liegt aber heute auf einigen Weinen, welche man so gar nicht in Deutschland vermuten würde : Grüner Veltliner und Tempranillo. Den Rest des Beitrags lesen »





Der neue Prototyp des Mosel Kabinetts? 2010 Immich Batterieberg Riesling C.A.I.

30 09 2011

2010 Immich Batterieberg Riesling C.A.I.

(NM) Mosel Riesling ist und bleibt das Aushängeschild des rest/edelsüßen Deutschen Weins in aller Welt. Keine andere Region hat in dieser Spielart des Rieslings im Ausland die Nase weit vorn. Egal ob Prüm, Haart, Christoffel oder Haag, der “non German”-Weintrinker liebt das leichte und restsüße Mosel Kabinettchen ebenso wie mächtige Auslesen oder noch höher konzentriertes Ambrosia. Viele Winzer verkaufen ihre süßen Weine primär nur noch über den Export, da es kaum noch einen Markt für “das süße Zeug” in Deutschland gibt. Trocken mag es der Deutsche. Und knackig bitte. Oft ein Wiederspruch zum “restsüßen Riesling Kabinettchen” von der Mosel. Doch nicht immer. Den Rest des Beitrags lesen »





Winzerhof Stahl – das etwas andere Franken

23 09 2011

Winzerhof Stahl(NM) Wein aus Franken? Klar, kenne ich: In Bocksbeutel gepresste Silvanerexzesse. Weinromantik direkt am Main. Doch wenn man sich der Heimat des Winzerhofs Stahl nähert, sieht man kein Main und schon gar keine Reben. Ich muss ehrlich gestehen, die mit Kopfsteinen gepflasterte Hauptstraße des Ortes Simmershofen, welche man passieren muss um in Auernhofen zu den Stahls zu kommen, erinnerte mich eher an Milchkannenromantik wie an Weinromantik. Keine Reben weit und breit. Doch das lässt mich nicht abschrecken. Gut gelaunt und entspannt treffe ich Christian Stahl auf dem Weingut. Nur die Zeit wäre etwas knapp, da in 30 Minuten 200 Gäste einer Hochzeitsgesellschaft kommen werden, welche im Winzerhof Stahl und dem anhängenden Restaurant ordentlich feiern möchten. Gutes Timing für einen Spontanbesuch, Herr Medenbach. Den Rest des Beitrags lesen »





Hinter den 7 Bergen bei den 7 … Chasselas und co aus der Schweiz, oddr?

26 08 2011

Schweiz und Wein (NM) Ich muss ja ehrlich zugeben, dass mich Schweizer Wein bis dato nicht wirklich interessiert hat. Wieso auch? Das ganze gute Zeug wird lokal im Heimatland gesoffen (nur 1–2 % der in der Schweiz erzeugten Weine werden exportiert!) und dank der Sonderstellung der Schweiz in der EU kostet das importierte Zeug hier richtig Geld. Doch Drunkenmonday schickte einen unserer Mitglieder als Urlauber getarnt in das Land von Käse, Uhren und Schoki um den guten Stoff nach Deutschland zu bringen. Und Marc machte einen verdammt guten Job! So standen nun 6 Chasselas (auch Gutedel nördlich der Alpen genannt), ein Chenin Blanc, ein Sauvignon Blanc und ein “Altesse” der Winzer Louis Bovard, Blaise Duboux und Henri Cruchon auf unserem Probiertisch. Es sollte wirklich ein außergewöhnlicher und spannender Abend werden. Den Rest des Beitrags lesen »





Ich mag ja eigentlich keinen Silvaner…

10 08 2011

… doch den hier finde ich wirklich gut.

2010 Lukas Krauß Silvaner(NM) Wer regelmäßig über unseren Blog stolpert, dem wird der Name Lukas Krauß schon das ein oder andere mal über den Weg gelaufen sein. Der Jungwinzer mit Hut aus Lambsheim/Pfalz produziert neben Riesling, Grünen Veltliner und Grauburgunder auch eine Silvaner. Normalerweise mag ich keine Silvaner. Oft sind sie mir zu fett, fast schon seifig und überkonzentriert. Andere dieser Gattung driften in Belanglosigkeit ab, sind wenig spannend und austauschbar. Doch ganz anders der 2010er Silvaner “ein Hut” von Lukas Krauß. Den Rest des Beitrags lesen »





Roxanich: Im Keller eines kroatischen Naturwein-Winzers

20 07 2011

Roxanich

(JL) Mladen Rozanic ist gelernter Maschinebauingenieur, enorm erfolgreicher Geschäftsmann und seit mehreren Jahren Winzer. Seine Weine begeistern uns seit zwei Jahren und ich wollte mir auch während unseres Kroatien-Urlaubs die Gelegenheit nicht entgehen lassen, seine neuen Jahrgänge im Keller zu verkosten.

www.orange-wines.com schreibt über Roxanich:
“Roxanich ist komplett anders als der übliche internationale Mainstream. Die Weine sind eher unkommerziell. Keine internationale Machart ist spürbar, trotzdem sind sie in ihrer besonderen Art trinkfreudig und können jeden Tag aufs Neue konsumiert und entdeckt werden. Sie teilen sich mehr als nur ein paar Eigenschaften im Strom des “natürlichen” Weins. Eigentlich genau das Gegenteil was man von einem Weingut erwarten sollte, welches von einem industriell geprägtem Mensch geführt wird. Derartige Weine sucht man in vielen Vinotheken und Restaurants unseres Landes leider vergebens.”
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Wie Originel – REWE Wein goes BIO

11 07 2011

Originel Wein von Barton und Guestier

(JR) Bioware wird zunehmend auch von Supermärkten und Discountern verkauft. Doch Skepsis ist angebracht. Das BIO Siegel der EU hat durch gezielte Lobby Arbeit der Food Industrie mit den Idealen der Biobewegung nicht mehr allzu viel zu tun. Alles kann und darf sich BIO nennen, auch wenn nur ein Teil des Produktes biologisch erzeugt wurde. Ökologisch produzierte Lebensmittel dürfen laut EU Verordnung zudem bis zu 0,9 % gentechnisch veränderte Organismen enthalten. Synthetische Pestizide? Auch kein Problem für das BIO Label.

Ganz übel kann es den „biologisch“ erzeugten Weintrauben nach der Lese dank moderner Kellertechnik ergehen. Hier ist – trotz BIO – buchstäblich alles erlaubt: Mostkonzentration, Kaltvergärung, Schwefel bis der Arzt kommt, genetisch veränderte High-Tech-Hefen – you name it. Den Rest des Beitrags lesen »





Steen vs. Pineau de la Loire – Chenin Blanc im Ländervergleich

10 07 2011

Chenin Blanc Südafrika vs. Loire

(NM) Lange, wirklich lange habe ich mich auf diese Probe gefreut. Im Rahmen des regelmäßigen Drunkenmonday Meeting-Zyklus traf sich die Gruppe zu einer Rebsorten bezogenen Vergleichsprobe. Quasi das Endspiel um den Chenin Blanc Cup. Im Finale: Frankreich (vertreten durch eine Auswahl der Loire) und Südafrika.

Chenin Blanc gehört zu den flexibelsten Rebsorten der Weinwelt. Ähnlich dem Riesling spielt sie in den perfekte Traube in nahezu allen Positionen auf dem Weinfeld: Trockenverteidiger, Mittel-Sweet-Feld, im Süßsturm mit Zuckerflanken und als Schaumweinwart unter hohem Druck. Kaum eine andere Rebsorte spielt in dieser Liga. Doch nun genug mit dem Fußballerischen Vergleichsunsinn. Unser Fokus lag heute in den “trockenen” Varianten aus den beiden oben genannten Ländern. Folgende Weine traten an:

Für Südafrika:

2010 Boschendal Chenin Blanc
2009 Mulderbosch “Steen Op Hout” Chenin Blanc
2009 Spice Route Chenin Blanc
2009 Springfontain Chenin Blanc “Terroir Selection”

Für die Loire:

2009 Xavier Weisskopf Le Rocher des Viollets “Touche Mitaine” Sec
2009 Xavier Weisskopf Le Rocher des Viollets “Les Borderies”
2009 Langlois Chateau Samur Chenin Blanc
2009 Clos de Nouys Vouvray Chenin Banc Sec
2009 Marc Bredif Vouvray Chenin Blanc
2007 Huet “Le Mont” Vouvray Sec
2007 Huet “Clos de Bourg” Vouvray Sec Den Rest des Beitrags lesen »





Wenn Haare nochmal Haare haben: Charles Smith – Chateau Smith!

27 06 2011

Charles Smith(NM) In der Weinwelt tummeln sich schon manchmal abgefahrene und interessante Charaktere. Quereinsteiger, Umschüler und Selfmade Winzer kommen aus den verschiedensten Schichten zum Weinmachen. Einer von ihnen ist der ehemaliger Sommelier einer Dänischen Rockband (oder so ähnlich) : Charles Smith. Genauer gesagt managte der Wuschelkopf nach abgeschlossener Sommelier Ausbildung in den USA viele Jahre eine Rockband in Dänemark, bevor er den Weg zurück an die amerikanische Westküste fand und mit Hilfe von Christophe Baron von dem Weingut Cayuse seinen ersten Wein machte. 20 wilde Jahre in einem Satz verpackt.

Heute räumt Charles Smith mit seinen Weinen unter dem K-Vintners Label (primär Syrah aus Walla Walla, Washington State) haufenweise Parker-Punkte ab (ja, von Robert persönlich bewertet). Nach Deutschland haben es jetzt seine Weine unter dem “Charles Smith Wines” Label geschafft. Bei www.der-weinmakler.de gibt es in Deutschland eine gute Auswahl der Weine des etwas “anderen Winzers” aus Walla Walla. Drei davon stellen wir euch heute etwas genauer vor. Den Rest des Beitrags lesen »





Öküzgözü? Oder auch: Weine aus der Türkei – Weingut Kayra

12 05 2011

Kayra Weine aus der Türkei(NM) Kennen sie Öküzgözü? Nein? Macht nichts. Wir kannten die Rebsorte bis zur ProWein 2011 auch nicht. Öküzgözü ist eine von bis zu 1000 autochthonen Rebsorten aus der Türkei. Genauer gesagt eine der wichtigsten roten Rebsorten der Provinz Elazığ in Zentralanatolien. Doch bevor wir uns hier den Weinen des Weingutes Kayra widmen, ein paar “Fun Facts” über den Türkischen Weinbau: Die Türkei besitzt die 4. größte Weinbaufläche der Welt, aber davon werden nur 3-5% letztendlich zu Wein ausgebaut. Der große Rest wird für die Rosinen-Produktion verwendet. Schon in der Antike galt anatolischer Wein als qualitativ hochwertig und wurde zu hohen Preisen gehandelt. Erst mit der Errichtung eines laizistischen Staates durch Atatürk (um 1929) wurde der Weinbau wieder in größerem Stil möglich. In der Türkei selbst wird eher Weißwein konsumiert, der größte Teil des Rotwein wird dagegen exportiert.

Doch nun zu den Weinen des Weinguts Kayra. Als einer der “Geheimtipps” auf der ProWein gehandelt, kamen wir nicht drum herum, diese nach der Messe noch einmal nachzuverkosten. Folgendes wurde geöffnet: Den Rest des Beitrags lesen »





Jetzt mal Klartext: BDX 2010 – Don’t belive the hype!

9 04 2011

Bordeaux 2010(NM) Was ein Stress. Als Public Enemy anno 1988 (ein “grandioses” Jahr im Bordeaux) den Titel “don’t believe the hype” aufnahmen, ahnten sie wohl schon, was 2011 so alles in der Weinwelt, genauer gesagt im Bordeaux Universum los sein würden. Aus allen Rohren feiert äh feuert die “Fachpresse” Lobeshymnen auf den Über-Jahrgang 2010 im Bordeaux. Überall blitzen die magischen 96-100 Punkte auf. Vorne weg: James Suckling. Unser neu installiertes Sprachrohr im Wein 2.0 mit der Punkte-Garantie zum Geld drucken. Doch was ist dran an dem Hype? Gab es das ganze nicht schon ein mal? Mir kommen solche Szenarien wie “Super Tuscans in den 90ern” oder “2007 Rhone” in den Kopf. Was wurde da nicht schon alles gemacht. Die Preise gingen parallel zu den Punkten nach oben, die Händler rissen sich um das Zeuch, etc. Nehmen wir alles „mal 3“ und schon haben wir den Wirbel um Bordeaux 2010.

Doch unser Mann an der Front sagt: Scheiß auf den Hype! Den Rest des Beitrags lesen »








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