Vertikale einer Napa Valley Legende: Dunn Howell Mountain Cabernet Sauvignon

24 03 2012

Vertikale: Dunn Howell Mountain Cabernet

(NM) Es war eine dieser “once in a lifetime” Proben. Solche eine Weinauswahl werde ich wohl nie wieder im Glas haben. Ein Grund mehr darüber zu bloggen. Das große Dankeschön zu Beginn geht an Dr. Jost Schmitt von Califonia Wines, welcher die Probe im Rahmen des Rheinhauer Gourmet Festivals ermöglicht und organisiert hat. Es war eine mehr als denkwürdige Veranstaltung.

Schöner Anblick!Vertikal-Proben sind immer eine äußerst spannende Angelegenheit. Vor allem aber dann, wenn große Weine aus vielen Jahren angestellt sind. So geschehen auf dieser Probe. Unter der Schirmherrschaft von Randy Dunn persönlich wurden die Jahrgänge 2007, 2005, 2003, 2001, 1999, 1998, 1993, 1990, 1989 und 1984 seines Dunn Vineyards Howell Mountain Cabernet Sauvignons verkostet. In dieser Konstellation inklusive Winzer in Deutschland und Europa bis jetzt ein einmaliges und einzigartiges Event. Dazu bot der Veranstaltungsraum des VDP Weingutes “Georg Müller Stiftung” ein schönes Ambiente in mitten des vinophil romantischen Hattenheim. Den Rest des Beitrags lesen »





Das Gegenteil eines spritzigen Rieslings: 2007 Melville Estate “Verna’s” Viognier

17 01 2012

2007 Melville Estate Viognier Vernas (NM) Flüssiger Brotaufstrich. So oder so ähnlich hätte auch die Überschrift zu diesem extremen Weißwein lauten können. Wobei das keine schlechte Eigenschaft sein muss. Es gibt großartige und sehr gut gemachte Brotaufstriche. Fast jeden Morgen schmieren wir uns diese auf den Toast oder das Brötchen. Wir essen zwar kein ganzes Glas auf einmal, aber ein oder zwei Mal am Morgen darf das mächtige Zeug auf unserem Belagträger landen. So ähnlich sehe ich das mit diesem Wein. Es hat mich 5 Tage gekostet diese Flasche Wein auszutrinken. Doch macht es den Wein dadurch schlechter?

Ich sage: Nein! Jedes Glas dieses 2007 Melville Estate “Verna’s” Viognier hat mich aufs Neue überrascht und in seinen Bann gezogen. Den Rest des Beitrags lesen »





Volnay, Gevrey-Chambertin und Chambolle-Musigny – Pinot Herz, was willst du mehr?

13 01 2012

Pinot Herz was willst du mehr?

(NM) Pinot Noir war im vergangenen Jahr bei unseren Proben oft Quelle der Freude. Ob gut und günstig aus deutschen Landen, gereift aus Kalifornien oder wild und schräg aus dem Rest der Welt, wir hatten 2011 sehr viel Spaß mit dieser Rebsorte. Konsequenterweise wurde hierbei aber der “heilige Gral” aus dem Pinot Noir Mutterland verschmäht: Burgund! Das konnte so nicht weiter gehen. Mit Hilfe von www.noblewine.de wurde so klangvolle Namen wie Volnay, Gevrey-Chambertin und Chambolle-Musigny eingeladen. Die Messlatte lag hoch, die Vorschuss-Lorbeeren waren geerntet. Nun musste “Burgund” zeigen, was in ihm steckt. Um die Kosten unter Kontrolle zu halten wurde auf die großen Häuser fast gänzlich verzichtet. Somit zeigten einige Underdogs und Geheimtipps der Region, was sie aus den wohl klingenden Appellationen des Burgunds zusammengezaubert bekamen. Mit dabei waren:

2008 Domaine Louis Boillot et Fils Gevrey-Chambertin “Les Evocelles”
2008 Domaine Ghislaine Barthod / Barthod-Noëllat Chambolle-Musigny
2008 Domaine Dublère Volnay 1er Cru “Taillepieds”
2009 Domaine Dublère Savigny-lès-Beaune 1er Cru “Les Talmettes”
2009 Domaine Denis Bachelet Côte de Nuits Villages
2009 Faiveley Nuits St. Georges 1er Cru “Les Porêts Saint-Georges”

Mögen die Spiele beginnen! Den Rest des Beitrags lesen »





Wein trifft auf Whisky-Fass: 2010 Markus Molitor Wehlener Klosterberg Pinot Blanc*

26 12 2011

2010 Markus Molitor Pinot Blanc*(NM/OW) Es gibt Weine, die gibt es eigentlich nicht. Doch mutige und experimentierfreudige Winzer wie zum Beispiel Markus Molitor schaffen Grenzerfahrungen für Weintrinker. Folgende Grenzerfahrung befindet sich gerade in meinem Glas: Der 2010 Markus Molitor Wehlener Klosterberg Pinot Blanc*! Doch was macht diesen Wein so besonders? Hier die ganze Geschichte:

Dieser Weißburgunder wurde incl. malolaktischer Gärung in ein Bowmore Hogshead (250 Liter Fassungsvermögen) Islay-Fass ausgebaut. Aufgrund des noch vorhandenen Alkohols im Faß setzte die malolaktischer Gärung 4 Wochen später wie bei den anderen Weißburgundern von Molitor ein. Den Rest des Beitrags lesen »





Eine Zeitreise in das Weinland Kalifornien

27 10 2011

Reife Kalifornier(NM) Das Internet – unendliche Weiten. Doch irgendwo zwischen Google Advertisements und Amazon Cookies gibt es sie noch: außergewöhnliche Wein-Online Shops, welche mit viel Enthusiasmus und Liebe eine großartige und detailreiche Weinauswahl dem deutschen Kunden anbieten. Einer von diesen Shops ist CaliforniaWines.de! Weit weg vom Gallo Einheitsbrei bietet Margot Schmitt dem neugierigen Kunden eine für Deutschland einmalige Auswahl an Weinen aus Kalifornien und Oregon an. Der Fokus von CaliforniaWines.de liegt hier aber nicht auf einzelne Weine einzelner Winzer. Vielmehr werden Jahrgangsvertikalen sorgfältig ausgewählter Weine bis teilweise Ende der 80ziger Jahre angeboten (Beispiel Rosenblum Zinfandel: 18 verschiedene Abfüllungen, 65 verschiedene Weine aus 9 Jahrgänge). Ebenso findet man seltene, nur ab Weingut erhältliche Sonderabfüllungen oder eine breite Auswahl an Großflaschen. Neben bekanntere Weingütern wie Ravenswood, Silver Oak, Darioush, Etude, Joseph Phelps oder Dunn Vineyards gibt es aber auch in Deutschland noch völlig unbekannte Namen wie Calera, Morgan oder Hahn Estate. Für ihre Bemühungen Rund um den Kalifornischen Wein wurde Margot Schmitt am 8. März 2007 vom Parlament des US-Bundesstaates Kalifornien “für ihre langjährigen überragenden Verdienste um die Förderung von Ansehen und Absatz kalifornischer Weine in Deutschland und anderen EU-Ländern mit der Declaration of Appreciation (Erklärung der Wertschätzung) ausgezeichnet”. Ein Glückwunsch für diese ehrenvolle Auszeichnung von unserer Seite.

Als großen Fan gereifter Kalifornischer Weine ging mir natürlich bei solche einer Auswahl und Angebot gleich ein Gedanke durch den Kopf: eine Montagsprobe für Drunkenmonday musste organisiert werden. Ganz nebenbei wollte ich der Gruppe natürlich auch (wieder einmal) beweisen, wie großartig die meist als Fruchtbomben über einen Kamm gescherten kalifornischen Weine altern können. Somit standen folgende Weine auf unserem Proben Tisch:

1991 Dunn Vineyards “Howell Mountain” Cabernet Sauvignon
1992 Calera Pinot Noir “Mills Vineyard”
1993 Calera Pinot Noir “Mills Vineyard”
1997 Morgan Chardonnay
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Clai, Radikon, Princic und Roxanich: Faszination “Orange Wines”

17 10 2011

Faszinations Orange Wines(NM) Faszination “Orange Wines”? Für die einen sind diese Weine ein offenes Buch der Wein(bereitungs)fehler, für andere ein Eldorado an Komplexität, Diversität und Individualität. Der Name bezieht sich auf die Farbe der Weine. Der Wein der etwas farbintensiveren Weißweintrauben (wie z.B. Malvasia) bekommt durch ihre teilweise Monate lange Maischegärung schon in ihrer Jugend eine zarte Orange Farbe. Dieses Verfahren wird in der Regal nur bei Rotweinen angewandt, um die Farbe und das Tannin aus den Schalen und Kernen zu gewinnen. Eine Maischegärung auf den Schalen wird bei “normalen” Weißweinen möglichst vermieden. Und genau dort liegt der Streitpunkt. Durch die lange Maischegärung auf den Schalen entstehen für Weißweinverhältnisse außergewöhnliche Aromatiken, welche gerne auch als “Fehlton” interpretiert werden. Hier scheiden sich ganz schnell die Geister. Gerade in Deutschland gibt es so gut wie keinen Markt für “Orange Wines”, in Österreich, Japan oder USA hingegen zählen diese Tropfen mit zu den gesuchtesten Überhaupt. Angebot und Nachfrage?

Generell sind “Orange Wines” keine einfachen Trinkweine. Den Rest des Beitrags lesen »





Was so alles in der Pfalz wächst …

14 10 2011

Say no!(NM) Die Pfalz gehört unumstritten zu den “buntesten” Weinregionen Deutschlands. “Bunt” im Bezug auf die Rebsortenvielfallt. Nirgendwo anderes in Deutschland herrschen klimatisch so breit gefächerte Bedingungen, um eine solche Bandbreite an Rebsorten erfolgreich anzubauen. Mit Sicherheit spielt hier auch der Entdeckertrieb so manchen Winzers eine große Rolle. Anstelle von traditionellen Rebsorten wie Riesling, Spätburgunder oder Silvaner wird das ein oder andere Experiment im Weinberg gewagt. Sogar Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc oder Sauvignon Blanc wurde (nicht nur) in der Pfalz bereits “eingedeutscht” und sind keine Seltenheit mehr. Unser Fokus liegt aber heute auf einigen Weinen, welche man so gar nicht in Deutschland vermuten würde : Grüner Veltliner und Tempranillo. Den Rest des Beitrags lesen »





Weinrallye #45: Peter Züllig – Die Welt des Alters

22 05 2011

Die Welt des Alters

Gastbeitrag von Peter Züllig zur Weinrallye #45

Mythen umranken alte Weine. Man spricht ihnen gar magische Kräfte zu. Doch – was heisst schon alt? Elf Jahre, wie es die Vorgabe für diese Rallye verlangt? Fünfzig Jahre oder gar ein Jahrhundert? Unter Weinliebhabern taucht rasch einmal die Frage auf: „Wie alt war der älteste Wein, den Du je getrunken hast?“ Auch ich, ein bekennender Altweintrinker, bekomme die oft zu hören. Doch ich weiss es nicht, ich führe kein Guinnessbuch der Rekorde. Trotzdem: alte Weine üben eine seltsame Faszination aus: ein Mischung aus Respekt, Ehrfurcht, Neugier, Staunen. Irgendwann, als ich mich schon tüchtig in Bordeaux-Weine verliebt hatte, wollte auch ich eine alte Flasche, einen alten Bordeaux in meinen damals noch ziemlich leeren Keller legen. Also erstand ich auf einer Internetauktion meine erste Uraltflasche. Damals waren die Jahreszahl und der Name des Weinguts auf der Etikette noch knapp lesbar. Ganz sicher war ich aber nicht: St-Julien, wohl Châteaux Glana, Jahrgang in den Vierzigern, vielleicht 43 oder 45? . Der Wein liegt immer noch im Keller, zwischen andern Fossilien des Bordelais, grosse Namen aus sogenannt schwachen Jahrgängen. Inzwischen ist auf der Etikette kaum noch etwas zu entziffern. Für mich ist diese alte Flasche zum Sinnbild – oder Maskottchen – alter Bordeaux geworden. Unantastbar. Ich weiss also nicht, wie er wirklich schmeckt, dieser Wein. Anders? Besser? Enttäuschend? Den Rest des Beitrags lesen »





Kante, Zidarich, Radikon, Roxanich und Vodopivec: Krasse “Naturweine” aus dem Friaul und Kroatien

19 05 2011

… oder auch “Orange Wines” ?!

Orange Wines

(JL) Eigentlich müsste ich mich schämen, den Bericht über diese “extreme” Probe erst jetzt zu schreiben. Sie fand nämlich im letzten Sommer statt. Wie dem auch sei, jetzt ist die Zeit reif für einige Weine, die “extravaganter” und “anders” nicht hätten sein können. Neben dem doch recht langweiligen Namen “Naturweine” haben wir immer wieder nach einem anderen und aussagekräftigeren Namen für diese speziellen Weine gesucht. Das Ergebnis: Orange Wines! Orangene Weine? Wie ist der denn drauf? – könnten jetzt einige denken. Aber je mehr ich den Namen verwende, desto treffender kommt er mir vor. Seit kurzer Zeit ist der Begriff “Orange Wines” auch in Wikipedia zu finden. Hier meine Übersetzung in die Deutsche Sprache. Man möge mir den etwas rudimentären Übersetzungsstil verzeihen.

Oranger Wein, ist Wein aus weißen Rebsorten, bei dem die Schalen während der Mazeration ebenfalls Kontakt mit dem Traubensaft hatten. Typischerweise wird während der Weißweinproduktion der Traubensaft schnell abgepresst und von den Schalen getrennt. Die Schalen enthalten Farbpigmente, Phenole und Tannine, die in Weißweinen oft unerwünscht sind. Bei der Rotweinherstellung ist dies im Gegensatz erwünscht, da diese Stoffe den Weinen Farbe, Geschmack und Textur verleihen. Orange Weine haben ihren Namen von der leicht dunkleren orangen Färbung, welchen die Weißweine während der Kontaktzeit mit der Beerenhaut erhalten.
Man hat diese Art der Weinbereitung in heutiger Zeit nicht weiter verfolgt, da z.B. im Falle des Grauburgunders der Weißwein vom Rotwein nicht zu unterscheiden wäre. Grauburgunder hat eine leicht rötliche Schale und diese würde ein Grauburgunder wie ein Rosè aussehen lassen. Ursprünglich kommt die Methode die Weine auf diese Art herzustellen aus Georgien. In den letzen Jahren hat sich diese Art Weine zu keltern zunächst bei einigen Weinbauern aus Friaul – Julisch – Ventien etabliert. Ähnliche Produkte findet man in Slowenien, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Neuseeland und Kalifornien.
(Quelle: Wikipedia)

Doch nun zu den Weinen des Abends: Den Rest des Beitrags lesen »





Penfolds Bin 707 – auf die kommerzielle Masse abgestimmter Brot-und-Butter-Wein?

5 05 2011

Penfolds Bin 707 wein blog drunkenmonday
(PT) Diesmal lassen wir Julia zu Wort kommen. Sie ist nicht nur leidenschaftliche Weinentdeckerin, sondern mit zahlreichen Titeln dekorierte Weinspezialistin (WSET Wein Akademikerin, Geisenheim Absolventin, Beste Jung-Sommliere Östereichs…) und erzählt hier von einer Überraschung, die sie letztens in ihrem Keller fand:

“Penfolds Bin 707?

Manchmal ist es schon komisch, man denkt: man kennt seine Weine im Keller. Und dann so was …

Gestern Abend ging ich in unseren Weinkeller und wollte für die family und 2 Bekannte (eher Weinbanausen als –kenner ;-) ) „etwas trinkbares Rotes“ heraufholen zu Rumpsteak, Bratkartoffeln, Salat. Viele Flaschen lachten mich an, doch fand ich diese bei genauerem Hinsehen ein wenig „zu schade“ (liebe C, lieber K, bitte verzeiht!). Nach längerem unschlüssigen Suchen viel mein Blick auf einen Australier: Penfolds Bin 707. Jahrgang 1998. Ich dachte: „Der muss weg! Wahrscheinlich ist er eh schon hinüber. Und wo kommt der überhaupt her?“ Zur Vorsicht nahm ich noch eine Alternativ-Flasche mit.

Oben angekommen entkorkte ich die Flasche, roch in das Glas (kein Kork!) und nahm vorsichtig den ersten Schluck: Den Rest des Beitrags lesen »





Trüb, trocken, 16.5 % Alkohol ?! – Riesling – Uhlen – Heymann Löwenstein

1 03 2011

1989 Heymann-Löwenstein Riesling Beerenauslese trocken(PT & NM) Zeiten ändern sich, Weinstile ändern sich, Weinmachen ändert sich. Wahrscheinlich wäre heute dieser Wein aus diesem Weingut gar nicht mehr vorstellbar. Die Rede ist von einem Wein, der damals wie heute viel Kopfschütteln, Skepsis, Verwunderung und Neugier auslöst. Das Weingut Heymann-Löwenstein erzeugte 1989 einen trockenen Riesling, genauer gesagt eine trockene Riesling Beerenauslese aus der Lage Winninger Uhlen. Die damals noch in dem Weingut eingesetzten Reinzuchthefen wandelten nahezu den kompletten Zucker in Alkohol um. Am Ende entstand ein Wein mit entspannten 16.5% Alkohol. Nicht nur an der Mosel heutzutage quasi undenkbar. Eine Flasche dieses Unikates zu ergattern war durchaus mit Kosten und Mühen verbunden. Aus diesem Grund ist es selbstverständlich, dieses einmalige Weinerlebnis hier mit euch zu teilen.

Alleine die Farbe spricht Bände: Den Rest des Beitrags lesen »





Robust, doch elegant & barock: 1993 Poderi Aldo Conterno Barolo “Romirasco”

21 02 2011

1993 Poderi Aldo Conterno Barolo Romirasco(NM) Wieder ein Wein der Kategorie “once in a lifetime”. Aber im Vergleich zu dem 2002er Napa Valley Cabernet von Luise Cellars, wird hier einer der ur-traditionellsten Bereiche der Weinwelt betreten: der Barolo. Nebbiolo aus dem Barolo kann in jungen Jahren dem ambitionierten Weintrinker oft so gar kein Spaß machen. Hinter fiesen und undurchdringbaren Gerbstoffwänden schlummert ein Weinriese, der sich leider viel zu selten in seiner ganzen Pracht und Schönheit dem Barolo-Trinker zeigt. Zeit heilt hier bekanntlich so einige Wunden, somit war die Freude groß, einen doch etwas reiferen Barolo aus einem sehr renommierten Haus einmal in das Glas zu bekommen: 1993 Poderi Aldo Conterno Barolo “Romirasco”.

Die Lage Romirasco in der Bussia Soprana (Monforte) ist mit 3.8 ha der größte Rebberg der Familie Aldo Conterno, doch nur eine extrem geringe Menge der Trauben werden selektioniert und gelangen in die gleichnamige Abfüllung. Den Rest des Beitrags lesen »





Geschichtsträchtig: 1990 Dr. Bürklin-Wolf “BB” Riesling Auslese Trocken

13 01 2011

1990 Dr.Bürklin-Wolf Riesling Auslese Trocken(NM) Klassische Weine brauchen auch klassische Geschichten. Und dieser Wein hat genau eine solche. 1990 war das Jahr in dem Bettina Bürklin-von Guradze das Weingut übernahm. Sie trat das Erbe eines Weingutes an, welche Geschichte bis 1597 zurück verfolgt werden kann. Ihr erster erzeugter Wein war diese 1990 Dr. Bürklin-Wolf “BB” Riesling Auslese Trocken. Ein Generationswein, der damals revolutionär den neuen Weinstil des Weinguts prägte. Aus den besten Forster Lagen wurde diese trockene Auslese komplett im großen Holzfass vergoren und ausgebaut. Überhaupt war dies die erste trockene Auslese die das Weingut je vinifizierte. Auf Grund des extrem guten Jahres gab es genug reifes und gesundes Traubenmaterial um 20.000 Flaschen dieses speziellen Weins herzustellen. “BB” steht selbstredend für Bettina Bürklin-von Guradze. Den Rest des Beitrags lesen »





Einem Fake auf der Spur? 1934 Schloss Johannisberg Riesling “Cabinet-Wein”

27 12 2010

1934 Schloss Johannisberg Cabinet-Wein(NM) Dass das organisierte Verbrechen auch schon die Weinszene erreicht hat, ist ja weitläufig bekannt. Gerade große Weine aus großen Jahrgängen und seltene, ältere Flaschen aus dem 19ten Jahrhundert werden immer häufiger im großen Stile mit viel Mühe und Aufwand gefälscht. Nicht gerade selten tauchen dann diese Weine bei EBay oder anderen Online-Auktionshäusern auf und werde so unter das ahnungslose Volk gemischt. Auf der anderen Seite geben sich Weingüter immer mehr Mühe, ihre Flaschen fälschungssicher mit den verschiedensten Sicherheitsmethoden auf den Markt zu bringen. Ein schönes Beispiel hierfür ist das Weingut Piccolomini d’Aragona. Sie statten all ihre Brunelli mit einem “Identity Code” auf jedem Label aus, welcher dann Online über die Webseite www.certilogo.com auf ihre Echtheit überprüft werden kann.

Alle diese “neumodischen” Sicherheitsmaßnahmen wurden 1934 von dem Schloss Johannisberg natürlich nicht eingesetzt, um ihre Weine dauerhaft Fälschungssicher zu machen. Den Rest des Beitrags lesen »





Sekt_Evolution aus dem Rheingau: Barth’s “Primus”

14 12 2010

2007 Barth "Primus"(NM) Wer wagt, gewinnt. Dieser doch recht abgedroschene Spruch findet in einer frischen Idee des Weinguts Barth aus Hattenheim im schönen Rheingau aber seine volle Entfaltung. Man nehme ein schon klassifiziertes Erstes Gewächs, versektet dies in limitierten und handbeschrifteten Magnumflaschen und versteigere ein Teil davon auf der VDP Versteigerung im Kloster Eberbach. Geniale Idee, genial umgesetzt.

Die Familie Barth hat sich schon lange der Versektung einem Teil ihrer Weine intensiv hingegeben. 40% der Menge Ihrer Trauben wandern heuer in die Sektherstellung. Insgesamt 7 (mit dem Primus acht) verschiedene Sekte findet man auf der Karte des Weinguts. Alle samt nach traditioneller Flaschengärung hergestellt, mindestens 24 Monate auf der Hefe (der “Ultra” gerne auch 36 Monate oder mehr), läuft jede Flasche Sekt bis zu 60 mal durch fachkundige “Rüttel”-Hände. Ein riesiger Aufwand. Den Rest des Beitrags lesen »





Ein Kap-Klassiker: 1993 Meerlust Rubicon

29 11 2010

1993 Meerlust Rubicon(NM) Rubicon ist einer der klassischen Bordeaux Blends aus Südafrika, welcher für südafrikanische Verhältnisse schon seit vielen Jahren so etwas wie Kultstatus genießt. Ältere Jahrgänge wie dieser zeigen auch im fortgeschrittenen Lebensabschnitt noch eine Menge Rückrat und Potential. Das Meerlust Estate treibt schon seit 1756 in Stellenbosch sein Unwesen und wird heute in achter Generation von Hannes Myburgh, einem studierten Geisenheimer geleitet. 1993 Jahre nach Christie Geburt wurden von Meerlust’s Winemaker aus 70% Cabernet Sauvignon, 20% Merlot und 10% Cabernet Franc dieser Meerlust Rubicon erschaffen. 24 Monate reifte dieser Blend in Barriques aus französischer Nevers Eiche, 80% neue Fässer und 20% in zweiter Belegung. Und genau dieser Wein befindet sich in meinem Glas.

Die Farbe lässt keinen Zweifel über das Alter des Weins zu. Ein helles Rubinrot mit leichten bräunlichen Reflexen. Auf der Flasche steht 12% Alkohol. Heute undenkbar. Die Nase zeigt großartige Komplexität: Reife Amarenakirschen, etwas Pflaume und Himbeere, Tannennadeln, Zedernholz und frisches Leder. “Awesome” würde Lena Meyer-Landrut jetzt sagen. Am Gaumen wirkt alles sehr harmonisch und zusammen. Eine feine Säure trägt den Wein sehr elegant und erhaben durch das Geschmackszentrum. Kein fetter und alkoholreicher Brummer, sondern eine Grazie und Schliff mit denen sonst nur reife Bordeaux punkten können. Hier hat sich das Warten gelohnt. Jeder Schluck lässt ein würziges Mundgefühl zurück, welches quasi zu dem Folgeschluck auffordert. Fantastischer Stoff. Ich bin entzückt! Wenn ich Parker wäre, würde ich locker 93 Punkte geben.





Zwei mal 1991er Reserva aus dem Ribera del Duero

5 08 2010

1991 Reservas aus dem Ribera del Duero(NM) Ein Keller Adventure der besonderen Art. Zwei kürzlich von mir erworbene 1991er klassische Reserva aus dem Ribera del Duero stellen sich dem Head-to-Head Battle. Wer hat die Zeit besser mit gescheitem Reifen verbracht? Wer hat in dem zarten 19 Jahren noch genügend Reserven um Spaß im Glas zu vermitten? Schauen wir mal …

1991 Pesquera Reserva
(100% Tempranillo)
Die Reserva und Gran Reserva Weine von Alejandro Fernández liegen mindesten 24 Monate in verschieden getoasteten französichen, spanischen und amerikanischen Eicheholzfässer. Den Rest des Beitrags lesen »





1998 Byron Pinot Noir Nielson Vineyard / Santa Maria Valley

25 07 2010

1998 Byron Pinot Noir Nielson Vineyard (NM) Ich liebe dieses Spiel. Relativ unbekanntes Weingut, ein Paar Jahre auf dem Buckel… Wird der Wein noch schmecken? Der heutige Kandidat ist der 1998 Byron Pinot Noir “Nielson Vineyard” aus dem schönen Santa Maria Valley im Santa Barbara Country / Kalifornien. Schon alleine der Blick auf das informative Rückenlabel macht mich glücklich: Kein “passt gut zu rotem Fleisch, Grill-Käse oder anderen trivialen Mahlzeiten”, sondern massive Detailüberflutung über das Getränk in der Flasche: Durchschnittliche “Büte bis zur Lese” Zeit 121 Tage – Handgelesen und Handsortiert – Ertrag 1,75 Tonne / Acre – 100% Pinot Noir – Natürliche Hefen – 15 Tage Mazeration mit 3 maligen Unterheben pro Tag – 16 Monate in Französischer Eiche – “gravity flow handling” – Verblendet aus 10 Lots – 12.384 Flaschen produziert – 14% Alkohol. Wow, dann nenne ich mal Transparenz, Mister Ken Brown (Byron’s Winegrower & Winemaker). Den Rest des Beitrags lesen »





Riesling to the roots: 2001-2008 P.J. Kühn Doosberg “3 Trauben” Vertikale

16 07 2010

P.J. Kühn Doosberg Vertikale(NM/OW) Es gibt Winzer, und es gibt Winzer. Die einen gehen brav ihrem Job nach, produzieren Wein, verkaufen Wein, fallen nicht auf, stören keinen, der Wein schmeckt, mal mehr, mal weniger. Dann gibt es Winzer wie Peter Jakob Kühn, die konsequent den Weg der Biodynamie gehen, mit allen Ecken, Kanten, Gefahren, Risiken und Vorurteilen. Das dieser Weg nicht immer allen gefällt, ja sogar einen Winzer wie Peter Jakob Kühn zu einer “streitbaren” Person macht, lässt ihn in meinen Augen nur noch sympathischer erscheinen. Wenn dann dieser sympathischer Winzer einem noch eine “once in a lifetime” Vertikale des “3 Trauben” Rieslings (manchmal auch als Erstes Gewächs zugelassen) seiner Paradelage Doosberg zur Verfügung stellt, kann einem schon mal etwas weichknieig werden. Danke Peter für diese Erfahrungsreiche Probe!

Die Familie Kühn besitzt etwa 4 ha Rebfläche im Oestricher Doosberg. Den Rest des Beitrags lesen »





Chenin aus Kalifornien: 2008 Daniel Gehrs Chenin Blanc

22 06 2010

2008 Daniel Gehrs Chenin Blanc(NM) Als Schmuggelware von dem letzten USA Trip kehrte diese unscheinbare und etwas “Kalifornien untypische” Flasche Wein mit mir zurück in meinen trauten Weinkeller. Moment, Chenin Blanc aus Kalifornien? Ja, und was für einer! Das kleine Weingut Daniel Gehrs liegt in der AVA Santa Ynez Valley, ein Teil des Santa Barbara County im mittleren Westen Kaliforniens. Etwa “nur” 7000 Kisten Wein aus 12 verschiedenen Reborten vinifiziert das Weingut jährlich. Eine davon ist dieser 2008er Chenin Blanc.

Im Glas ein leichtes gelb-goldenes Schimmern. Die Nase versprüht tolle Aromen von kandierter Ananas in Honig, einen Spritzer Limette zusammen mit einer feinen rauchigen/mineralsichen Komponente. Am Gaumen legt der Wein so richtig los. Seidig weich legt er sich im kompletten Mundraum nieder, der minimale Restzucker rückt die Eindrücke noch einen großen Schritt nach vorne. Alles wirkt extrem geschliffen und rund, obwohl sowohl Säure als auch die Mineralik deutlich spürbar sind. Selten hab ich so einen seidigen Weißwein im Mund gehabt. Große Kino, zumal man alles, nur nicht das von einem Chenin Blanc aus Kalifornien erwartet. Kein Wunder das dieser Wein für 16$ bei der 2009er World Value Wine Challenge mit 93 Punkte bester Weißwein in seiner Klasse wurde. Ein Wein zum Suchen & Finden. Chapeau Daniel Gehrs!





Scheiß Jahr, großartiger Wein: 1994 Montevertine Riserva / Chianti

5 06 2010

Montevertine Riserva Chianti 1994(NM) Das ausgesprochen spannende Weingut Montevertine liegt im Herzen des Chianti Gebiets, genauer gesagt in Radda. Dieser Montevertine Riserva Chianti 1994 wurde noch von dem 2000 verstorbenen ehemaligen Stahlproduzent Sergio Manetti erzeugt, welcher das Weingut 1967 aus Spaß an der Freude gründete. Nach seinem Tod übernahm sein Sohnemann Martino Marnetti das Gut. Oenologe ist der als “greatest connoisseur of Sangiovese” anerkannte Giulio Gambelli. 1994 gilt in der Toskana eher als schwieriger Jahrgang, somit hat uns die Qualität dieses Weines doch sehr überrascht. “Es gibt keine großen Weine, nur große Flaschen” trifft es mal wieder auf den Punkt.

In der Nase erwartet uns eine fruchtige Schwarzteemischung, sommerlicher Waldboden, eingekochte Pflaumen und reife Amarenakirschen. Ein wohl abgestimmtes und einladendes Gesamtwerk. Am Gaumen kommt der Wein weich, seidig & rund. Die geschliffenen und mürben Tanninen und die reife Säure lassen den Montevertine Riserva alles andere als “über den Berg” daher kommen. Trotz nur 12.5% Alkohol wirft er einen enormen Körper und ausbalancierter Fülle dem Trinker entgegen. Der Abgang komplettiert den Eindruck, dass auf Jahrgangsbewertungen zwar Wert, aber keine bahre Münze vom Stamm fällt.





Zu Besuch: Weingut Heymann-Löwenstein

29 05 2010

Oder: ein “Querdenker” packt aus.

im Keller von Heymann Löwenstein(NM/PT) Mit Joggingschuhen und Bademantel, äh „Freigeist-Mantel“ bewaffnet empfing uns ein sichtlich entspannter Reinhard Löwenstein. Ohne große Umwege ging es direkt in den beeindruckenden Keller.

Hier wechselte das Thema schnell von den „klassischen“ Weingesprächen hin zu weitergedachten Entwicklungen, wilden Hefen, Feng Shui, energetischen Teilchen und weiteren bewusstseinsverändernden Attributen. Die Konklusion jedoch bestand darin, dass die Dinge doch oft sehr pragmatischer Natur seien. Daher hat sich Reinhard im Winter 2009/2010 zu einem recht simplen Schritt entschieden, damit die gärenden Moste/Weine nicht in die „Winterstarre“ fallen: Der Keller wird mit einer Heizung gewärmt.

Sicher könnte man 3 Blogbeiträge über dieses Weingut schreiben, Den Rest des Beitrags lesen »





Ein Vin de Table – Tafelwein von Chateau Palmer??

28 05 2010

chateau palmer bordeaux (PT) Nicht selten führt die Weingesetzgebung der jeweiligen Länder zu interessanten Aus- ud Umwegen.
Die Italiener nutzten den “Umweg Vino da Tavola” mit prominenten Beispielen von Tafelweinen wie dem toskanischen Tignanello und dem aus der Umgebung von Bolgheri stammenden Sassicaia.

Somit kann Italien auf eine lange Weingeschichte ausserhalb des DOC Systems zurückblicken, während die Franzosen sehr an Ihrem AOC System festhalten. Größtenteils, weil sie das Stigma fürchten, welches mit dem Begriff “Vin de Table” einhergeht. In Frankreich wird “Vin de Table” mit niedrigster Weinqualität und mit einfachen, billigen Weinen im untersten Preisniveau assoziiert.

Das altehrwürdige Chateau Palmer aus Margaux – als 3. Grand Cru Classé eingestuft – Den Rest des Beitrags lesen »





Harmonie im Glas: 1990 Felsina “Fontalloro”

28 04 2010

1990 Fontalloro(NM) Wieder so ein Ebay Kauf. Unter 20€ für zwei Faschen des 1990er Toskana Klassikers “Fontalloro” von Feslina. Kann das was sein? Schauen wir mal nach:

100% Sangiovese. Die Farbe lässt hoffen, dunkelroter Kern mit leichtem hellbraunem Rand. Wunderbar entwickelte Nase mit reifen Früchten im Rumtopf, links gerittener Damensattel und ein paar erdige Noten. Fantastisch! Schon der Duft ist großes Nasenkino! Am Gaumen dann absolute Harmonie. Auf den Punkt gereift gehen die fast schon süß wirkenden Fruchtnoten eine grandiose Harmonie mit den ledrigen/erdigen Noten ein und lassen das ganze “Konglomerat” ungemein komplett und vollständig erscheinen. Absolut überwältigend! Die Krönung des ganzen dann im Abgang: Da schiebt eine feine Säure das ganze Gebilde noch einmal über eine Minute über den Gaumen und fordert den Konsumenten gerade zu dem nächsten Schluck. WOW! Jetzt stellt sich mir nur die Frage: Grandiose Flasche oder grandioser Wein? Die zweite Flasche wird dieses Geheimnis wohl lüften.





1978, 1986, 1990, 1995, 2000 – Figeac & Co aus dem Bordeaux

4 04 2010

Gereifte Bordeaux oder
Der lange Weg in die dritte Dimension

(JR) Welcher Weinafaciando kennt sie nicht, die oft unglaublichen Tasting Notes von gereiften Weinen aus dem Bordeaux. Für Anfänger ein Buch mit sieben Siegeln, für Eingeweihte oft ein Grund anzugeben: Tertiäre Aromen, gereifte Tannine, Harmonie im Glas sind die gängigen Stichworte. Dieser Sache musste Drunkenmonday endlich einmal auf den Grund gehen.

Hier das Lineup: Den Rest des Beitrags lesen »








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