Flüssiges Wein-Wort-Spiel: “That’s Neiss” in Rot und Weiss

11 04 2012

Das ist aber Neiss...(NM) Für mich ist die ProWein jedes Jahr wie ein riesiger Regenwald, in dem man auf den kleinen und versteckten Pfaden ganz ausgezeichnet seltene und einzigartige Weine entdecken kann. In diesem Falle schlug ich mich durch die “Deutschland Halle” abseits der VDP-Gänge. Am Stand des Pfälzer Weingutes Neiss bin ich (neben den großartigen anderen Weinen des Weingutes u.a dem Syrah!) auf ein Weinkonzept gestoßen, welches mich auf Grund seiner puristischen Klarheit direkt angesprochen hat. Basierend auf dem Wortspiel “That’s Neiss” hat Axel Neiss zwei Weine erschaffen, die mit bewusst modernen und schlichten Design das Thema Wein entkrampfen wollen, ohne dabei aber auf Qualität, Kreativität und Trinkspaß zu verzichten. Da klingt natürlich erst mal recht simple. Doch die richtige Balance zwischen dem trendigen Party-Sauf-Wein und gut trinkbaren Weinqualitäten für die gemäßigte Wein-Runde zu finden, ist nicht ganz ohne. Diesen Kultur-Spagat schaffen beide Weine aber mit Leichtigkeit. Den Rest des Beitrags lesen »





EIN LITER RHODT – Bildergeschichte in fünf Akten

29 03 2012

Ein Liter Rhodt - Weingut Stefan Meyer
(PT) Es kam eine e-mail von einem jungen Pälzer. Die Lehrjahre verbrachte er beim Wilhelmshof, Bassermann-Jordan und Münzberg. Dann den Techniker in Bad Kreuznach gemacht. In der (Wein)Welt rumgekommen (FR, AT, USA). Gereister und solider Handwerker. Stefan Meyer sein Name – aus Rhodt / Pfalz. Rotwein seine Leidenschaft. Das Probepaket kam geschwind. Wir wollen nicht zu viel verraten:

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“Gott zum Gruße” aus dem Rheingau: 2009 Ankermühle Riesling “Jesus”

20 03 2012

2009 Ankermühle Riesling Jesus
(NM) Sie sind selten geworden. Aber es gibt sie noch. Da draußen, irgendwo im Rheingau. Kaum jemand traut sich so richtig an sie ran. Es sind diese in kein Schema passenden Rieslinge, die so zupackend anders sind, dass sie nach 3-maliger Anstellung zur AP-Nummer-Prüfung das “Prädikat” Landwein erhalten und dieses mit stolzer Brust tragen. Einer von diesen ist der 2009er Riesling “Jesus” des Weinguts Ankermühle aus dem Rheingau. Sicher, eine typische Rheingauer Riesling Spätlese riecht und schmeckt anders. Doch Jörn Goziewski, zuständig für den Keller im Weingut Ankermühle, geht hier mit Jesus “all in”.

Auf der Hefe

Das Weingut Ankermühle liegt in Mitten der Weinberge im Hinterland von Oestrich-Winkel, am Fuße des Schloss Johannisberg. Der im Jahr 2008 renovierte Gutshof bietet seit 2009 neben dem Weingut auch ein kleines, aber sehr ansehnliches Restaurant, welches sich gänzlich dem Slow Food Ansatz verschrieben hat. Neben Riesling und Spätburgunder wird auch auf die Sektherstellung großen Wert gelegt. Der Riesling “Jesus” bildet die kuriose Spitze des Riesling-Sortiments. Die Trauben aus dem Winkler Jesuitengarten wurden mit Spätlese Reife und einem Ertrag von nur 37 Hl / Hektar per Hand gelesen. Nach monatelanger Batonnage folgte der Ausbau in französischen Barriques. Ein Riesling Handling der etwas anderen Art. Den Rest des Beitrags lesen »





Auf der Suche nach dem Superglas…

13 03 2012

Auf der Suche nach dem Superglas...
(NM) Das Weinglas nicht gleich Weinglas ist, sollte in der Regel jeder wissen, der Rotwein geschmacklich von Weißwein unterscheiden kann. Diskussionen welches oder wie viele Weingläser der Weintrinker “braucht” sind endlos. Ich möchte heute hier einmal zwei “High-End” Allrounder Weingläser Kopf an Kopf miteinander/gegeneinander vergleichen. Es sind das Zwiesel “the First” Degustation und Zalto Denk’Art Universal. Der Test wird mit 3 Weinen durchgeführt. Ein relativ kräftiger Mosel Riesling, ein etwas reiferer Sauvignon Blanc aus Österreich und einem Gamey aus dem Morgon. Alle drei Weine liegen in dem Aufgabengebiet der Gläser.

Ein paar Worte zur Verkostung: Es wurde etwa die gleiche Menge an Wein zur gleichen Zeit in die Gläser gefüllt. Der Wein wurde gerade in den Mund über die Zunge laufen lassen, ohne ihn dabei im Mund zu wirbeln oder großartig durchzuspülen. Diese Praktik wird eher beim Wein trinken und weniger beim Wein verkosten angewendet. Durch die unterschiedlich großen Öffnungen der Gläser gab es schon beim Ansetzen des Glases an den Mund verschiedene Lippenstellungen. Daraus resultierten verschiedene Einlaufwinkel des Weins auf die Zunge. Dies sollte sich später als wichtiger Faktor herausstellen.
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Nachgerochen: Das Fehl-”Duft” 1×1

20 02 2012

Die Aromabar Fehldüfte

(NM) Der Markt wird momentan überschwemmt von sinnvollen und sinnfreien Spielzeugen für den wissensdurstigen Weintrinker. Doch viele dieser Gimmicks schaffen es dauerhaft nicht, einen wirklichen Mehrwert in den Alltag der Konsumenten zu bringen. Eines welches ich aber nicht mehr missen möchte, ist die Aromabar der Wein-”Fehldüfte”.

Fehl-Duft? Ist das nicht ein Wiederspruch in sich? Ein Duft wird oft als positive Geruchswahrnehmung definiert. Leider sind Kork, Michsäure oder ein Essigstich häufiger im Weinduft (und Geschmack) anzutreffen, wie uns das lieb ist. Oft wird dieses aber nicht als Fehler direkt erkannt. Der Wein missfällt dem Trinker, der Fehler wird als solcher nicht wahrgenommen und eine schlechte Bewertung folgt auf dem Fuße. Um sich der Vielzahl der durch Herstellungsfehler oder Verschlüssen erzeugten Missgerüchen bewusst zu werden, bietet die Aromabar “Fehldüfte” eine großartige Grundlage zur Fehleranalyse. Folgende 12 Weinfehler-Duftproben sind in dem Set enthalten: Den Rest des Beitrags lesen »





Riesling auf dem iPad pflanzen? Geht – mit dem Kultspiel “Winzer” für das IOS

10 02 2012

Winzer für das IOS

(NM) Da staunte ich nicht schlecht: Die “Wirtschaftssimulationen” Winzer aus dem Jahre 1994 ist nun auf das IOS adaptiert worden. Nun können alle iPhone und iPad User für nur 1,59€ auf ihren iGerät fröhlich los”winzern”. Für alle Freunde des “Retro-Gaming” wie u.a. Zak McKracken, Monkey Island or Day of the Tentacle mit Sicherheit ein netter Spaß. Den Rest des Beitrags lesen »





Frankreich oder Brasilien – hauptsache Bordeaux! 2004 Miolo Lote 43 Reserva

14 01 2012

2004 Miolo Lote 43 Reserva(NM) Ich bin ehrlich. Ich bin kein großer Freund Bordelaiser Gewächse. In meinen Augen bezahlt man in den meisten Fällen einfach zu viel Geld für die gebotene Weinqualität. Doch auf einmal kommt ein brasilianischer Rotwein daher und erinnert mich genau an das, was ich oft vergebens in Bordeaux suche: Würze, Körper, Frucht und Überzeugung!

Mit dem Wein ist es manchmal schon ulkig. Da kauft man sich vor fast 4 Jahren eine Flasche brasilianischen Rotwein. Der “beste” Rotwein Brasiliens soll er sein. Sehr “alte Welt” im Stil. Soso, ab in den Keller zu den anderen super interessanten und abgefahrenen Einzelflaschen. Es sind diese Art von Weine, die man im Eifer und Gefecht erwirbt, um sie später geschickt in Blindproben zum Thema X als Pirat einzuschleusen. Doch diese Blindproben finden nie statt. So dümpelte der “beste Rotwein Brasiliens” mehrere Jahre in meinem Keller herum. Bis zum heutigen Tag.

Ganz ehrlich: jetzt könnte ich mir in den Po beißen nicht auf diese ominöse Blindprobe gewartet zu haben. Den Rest des Beitrags lesen »





Wein trifft auf Whisky-Fass: 2010 Markus Molitor Wehlener Klosterberg Pinot Blanc*

26 12 2011

2010 Markus Molitor Pinot Blanc*(NM/OW) Es gibt Weine, die gibt es eigentlich nicht. Doch mutige und experimentierfreudige Winzer wie zum Beispiel Markus Molitor schaffen Grenzerfahrungen für Weintrinker. Folgende Grenzerfahrung befindet sich gerade in meinem Glas: Der 2010 Markus Molitor Wehlener Klosterberg Pinot Blanc*! Doch was macht diesen Wein so besonders? Hier die ganze Geschichte:

Dieser Weißburgunder wurde incl. malolaktischer Gärung in ein Bowmore Hogshead (250 Liter Fassungsvermögen) Islay-Fass ausgebaut. Aufgrund des noch vorhandenen Alkohols im Faß setzte die malolaktischer Gärung 4 Wochen später wie bei den anderen Weißburgundern von Molitor ein. Den Rest des Beitrags lesen »





Alle Jahre wieder: Weinschnäppchenalarm bei ALDI

18 12 2011

Barolo as dem Aldi?

(JR) Alle Jahre wieder kommt das ALDI Weinangebot und lässt den ernsthaften Weinfreund fragend vor den Regalen stehen. Weihnachtliche Versuchungen aus dem ALDI Südregal haben mittlerweile einen zweifelhaften Ruf. Ich erinnere an dieser Stelle nur an die qualitative Unverschämtheit des letzten Jahres, die sich Barolo nennen durfte. Soll man heuer erneut darauf reinfallen, oder verbirgt sich doch das ein oder andere Schnäppchen hinter den vollmundigen Werbetexten?

Ich habe fünf Weine aus dem aktuellen Angebot ausgewählt und bin der Sache sensorisch auf den Grund gegangen.

2010 Azumbre Verdejo Rueda DO 4,99€
Weißwein aus 80 Jahre alten Verdejo-Reben aus dem berühmten Weißwein-Anbaugebiet Rueda in Spanien, so der Werbetext. Der Wein macht zudem mit einem 90-Parker-Punkte-Schildchen um den Hals auf sich aufmerksam. Das wirkt auf den ersten Blick etwas bauernfängerisch und führt zu zusätzlichen Kosten, die natürlich eingepreist werden. Abzüglich Verpackung, Versand, Zwischenhandel und MwSt. bleibt da pro Flasche für den Erzeuger nicht mehr viel an Gewinn übrig. Den Rest des Beitrags lesen »





Göttliche Hilfe? Aldi-Wein als Papst Geschenk – gesehen bei Jauchs Jahresrückblick 2011

5 12 2011

Ein guter Tropfen?

(NM) Kurioser Titel. Ich muss zugeben ich habe nicht schlecht gestaunt, als gestern der 9 jährige Katholik Tobias Schulte in Günther Jauchs Jahresrückblick 2011 auf RTL eine Flasche “2009er Edition Fritz Keller Spätburgunder” aus seiner weißen Papiertüte zog. Doch was hat das ganze mit Aldi und dem Papst zu tun? Den Rest des Beitrags lesen »





Braufactum : Bier 2.0

17 11 2011

Braufactum(NM) “… aus dem Herzen der Natur”. Herrlich! Bier-Romantik. Millionen von Deutsche lieben dieses Getränk: Bier. In Deutschland hangelt es sich seit 500 Jahren um ein Reinheitsgebot. Beständige Qualität. Gleicher Geschmack. Unkompliziert und frisch soll es sein. Das ist es was der Konsument in der breiten Masse wünscht. Daran ist auch an sich nichts verkehrt. Doch es gibt einen Schlag von Menschen, die auch bei dem Bier-Genuss “etwas mehr” möchten. Hier kommt Braufactum ins Spiel. Braufactum hebt das Biererlebnis für den ambitionierten Biertrinker auf ein neues Level. Bier 2.0 sozusagen.

Die Philosophie von Braufactum ist an sich so einfach wie einleuchtend: Sie möchten die großen und außergewöhnlichen Biere dieser Welt für den deutschen Markt unter einem Dach verfügbar machen. Somit begann im Dezember 2009 für drei Bierfachleute eine spannende Reise rund um den Globus. Fündig wurde man schlussendlich in Italien (Baladin, Birrificio Italiano), Belgien (Palm, Boon, Rodenbach), Schottland (Harviestoun), USA (Brookly Brewery, Firestone Walker) und England (Marston’s). Aufgestockt mit eigenen Braufactum Bieren entstand eine der interessantesten Bier-Kollektionen Deutschlands.

Biere von Braufactum

Eine runde Sache!

Besonders gut an Braufactum gut hat uns die Tatsache gefallen, dass hier das Konzept des außergewöhnlichen Biergenusses von Anfang bis Ende absolut konsequent durchdacht und ausgeführt wurde. Den Rest des Beitrags lesen »





Eine Zeitreise in das Weinland Kalifornien

27 10 2011

Reife Kalifornier(NM) Das Internet – unendliche Weiten. Doch irgendwo zwischen Google Advertisements und Amazon Cookies gibt es sie noch: außergewöhnliche Wein-Online Shops, welche mit viel Enthusiasmus und Liebe eine großartige und detailreiche Weinauswahl dem deutschen Kunden anbieten. Einer von diesen Shops ist CaliforniaWines.de! Weit weg vom Gallo Einheitsbrei bietet Margot Schmitt dem neugierigen Kunden eine für Deutschland einmalige Auswahl an Weinen aus Kalifornien und Oregon an. Der Fokus von CaliforniaWines.de liegt hier aber nicht auf einzelne Weine einzelner Winzer. Vielmehr werden Jahrgangsvertikalen sorgfältig ausgewählter Weine bis teilweise Ende der 80ziger Jahre angeboten (Beispiel Rosenblum Zinfandel: 18 verschiedene Abfüllungen, 65 verschiedene Weine aus 9 Jahrgänge). Ebenso findet man seltene, nur ab Weingut erhältliche Sonderabfüllungen oder eine breite Auswahl an Großflaschen. Neben bekanntere Weingütern wie Ravenswood, Silver Oak, Darioush, Etude, Joseph Phelps oder Dunn Vineyards gibt es aber auch in Deutschland noch völlig unbekannte Namen wie Calera, Morgan oder Hahn Estate. Für ihre Bemühungen Rund um den Kalifornischen Wein wurde Margot Schmitt am 8. März 2007 vom Parlament des US-Bundesstaates Kalifornien “für ihre langjährigen überragenden Verdienste um die Förderung von Ansehen und Absatz kalifornischer Weine in Deutschland und anderen EU-Ländern mit der Declaration of Appreciation (Erklärung der Wertschätzung) ausgezeichnet”. Ein Glückwunsch für diese ehrenvolle Auszeichnung von unserer Seite.

Als großen Fan gereifter Kalifornischer Weine ging mir natürlich bei solche einer Auswahl und Angebot gleich ein Gedanke durch den Kopf: eine Montagsprobe für Drunkenmonday musste organisiert werden. Ganz nebenbei wollte ich der Gruppe natürlich auch (wieder einmal) beweisen, wie großartig die meist als Fruchtbomben über einen Kamm gescherten kalifornischen Weine altern können. Somit standen folgende Weine auf unserem Proben Tisch:

1991 Dunn Vineyards “Howell Mountain” Cabernet Sauvignon
1992 Calera Pinot Noir “Mills Vineyard”
1993 Calera Pinot Noir “Mills Vineyard”
1997 Morgan Chardonnay
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Was so alles in der Pfalz wächst …

14 10 2011

Say no!(NM) Die Pfalz gehört unumstritten zu den “buntesten” Weinregionen Deutschlands. “Bunt” im Bezug auf die Rebsortenvielfallt. Nirgendwo anderes in Deutschland herrschen klimatisch so breit gefächerte Bedingungen, um eine solche Bandbreite an Rebsorten erfolgreich anzubauen. Mit Sicherheit spielt hier auch der Entdeckertrieb so manchen Winzers eine große Rolle. Anstelle von traditionellen Rebsorten wie Riesling, Spätburgunder oder Silvaner wird das ein oder andere Experiment im Weinberg gewagt. Sogar Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc oder Sauvignon Blanc wurde (nicht nur) in der Pfalz bereits “eingedeutscht” und sind keine Seltenheit mehr. Unser Fokus liegt aber heute auf einigen Weinen, welche man so gar nicht in Deutschland vermuten würde : Grüner Veltliner und Tempranillo. Den Rest des Beitrags lesen »





Montevetrano 1998 – Ein Star aus Kampanien

11 10 2011

1998 Montevetrano(NM) Nachdem wir kürzlich einen recht jungen Jahrgang des Kampanischen “Kultweins” Montevetrano im Glas hatten, trieb uns alle das Verlangen, diesen Wein einmal etwas reiferer und entwickelter zu verkosten. Schon in seiner Jungend ließ er auf großes Entwicklungspotential hoffen. Und voilà, hier ist er: Der 1998er Montevetrano. Doch bevor wir uns dem edlen Tropfen (50€ die Flasche) widmen, kurz noch etwas zu der Geschichte dieses Kampanischen Vorzeigeweins. Auf nur 5 Hektar kultiviert Silvia Imparato in der Region Salerno um San Cipriano Picentino die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Aglianico. Daraus erzeugt er jedes Jahr nur einen Wein: Den Montevetrano. Aus dem Enthusiasmus fünf Weinfreunde heraus wurde 1985 die Azienda Agricola Montevetrano gegründet und 1991 der erste Montevetrano gefüllt. Seit dem gibt es jährlich etwa 30.000 Flaschen dieses Weins. Den Rest des Beitrags lesen »





Guter Kork, böser Kork, Plastik Kork

5 09 2011

Plastik Kork funktioniert!(NM) Dem “Problemkind” Naturkorken wurde gerade erst von unserem geschätzten Blogger-Kollege Dirk Würtz die Windeln gewechselt. Es ging hoch her, es wurde viel diskutiert, nicht nur zwischen den Zeilen kritisiert und Qualitäten in Frage gestellt. Doch diesem teilweise “stinkenden” Thema werde ich mich heute nicht widmen. Vielmehr weckte der oft geschundene und geprügelte Plastikkorken meine volle Aufmerksamkeit.

Neulich öffnete ich von einem meiner Lieblingsweingüter der Toskana “Avignonesi” einen 1999er Avignonesi “Rosso di Toscana”. Ich gebe zu, dass dieser Rosso nicht gerade das Ende der Qualitätsspitze des Hauses markiert. Der Blend aus Sangiovese, Cabernet Sauvignon und Merlot rangiert eher in den Einstiegsqualitäten des Traditionsweingutes aus Montepulciano. Der aktuelle Jahrgang liegt in dem 13-15€ Bereich. Umso mehr wunderte mich die Tatsache, dass nach dem öffnen mich ein lupenreiner Plastikkorken anlächelte. Den Rest des Beitrags lesen »





Hoppla. Frühburgunder von der Nahe?

30 08 2011

2009 Dr. Crusius Frühburgunder(NM) Doch, das gibt es! Das Weingut Dr. Crusius bewirtschaftet diese doch eher von der Ahr und aus der Pfalz bekannte Rebsorte an der Nahe, dem aufstrebenden Riesling-Wonderland Deutschlands. Mich freut es diese doch eher ertragsschwache Rebsorte in einer Region zu finden, die in den letzten Jahren doch eher mit tief-mineralischen und enorm komplexen Rieslingen von sich reden machte. Eine Monziger Halenberg Probe hier auf Drunkenmonday vor nicht all zu langer Zeit zeigte dies sehr eindrucksvoll.

Doch noch mehr zu diesem Wein. Den Rest des Beitrags lesen »





Hinter den 7 Bergen bei den 7 … Chasselas und co aus der Schweiz, oddr?

26 08 2011

Schweiz und Wein (NM) Ich muss ja ehrlich zugeben, dass mich Schweizer Wein bis dato nicht wirklich interessiert hat. Wieso auch? Das ganze gute Zeug wird lokal im Heimatland gesoffen (nur 1–2 % der in der Schweiz erzeugten Weine werden exportiert!) und dank der Sonderstellung der Schweiz in der EU kostet das importierte Zeug hier richtig Geld. Doch Drunkenmonday schickte einen unserer Mitglieder als Urlauber getarnt in das Land von Käse, Uhren und Schoki um den guten Stoff nach Deutschland zu bringen. Und Marc machte einen verdammt guten Job! So standen nun 6 Chasselas (auch Gutedel nördlich der Alpen genannt), ein Chenin Blanc, ein Sauvignon Blanc und ein “Altesse” der Winzer Louis Bovard, Blaise Duboux und Henri Cruchon auf unserem Probiertisch. Es sollte wirklich ein außergewöhnlicher und spannender Abend werden. Den Rest des Beitrags lesen »





Ein Klassiker aus Down-Under: 1997 Moss Wood Cabernet Sauvignon

17 07 2011

1997 Moss Wood Cabernet Sauvignon(NM) In Deutschland ist das Weingut Moss Wood so gut wie unbekannt, doch in Australien (und gerade in Margaret River) zählt es zu den renomiertesten seiner Art. Ihr Steckenpferd ist der Cabernet Sauvignon. Langton’s Australian Wine Classification steckt ihren Cabernet sogar in die Kategorie “Exeptional”, neben Penfolds “Grange”, Bin 707 und Henschke “Hill of Grace” zu den 17 durchgängig besten Weinen Australiens. Zur Historie des Weingutes: Nachdem Bill Pannell 1969 in einem Magazin laß, wie John Gladstone das “Terroir” von Margarete River mit Bordeaux verglich, suchte Bill in der Region nach den passenden Lagen. Fündig wurde er in Willyabrup und gründete daraufhin Moss Wood Estate. In dem selben Jahr wurden dort etwa 2 ha mit Cabernet Sauvignon bepflanzt. 1973 kam dann der erste Jahrgang von nur 4 Jahre alten Rebstöcken auf den Markt. Heute tummeln sich auf den 8 ha des Estates neben Cabernet Sauvignon auch etwas Chardonnay, Merlot, Semmilon, Petit Verdot, Cabernet Franc und Pinot Noir.

Ganze 24 Jahre Jahrgänge später wurden dann die Trauben für den 1997 Moss Wood Cabernet Sauvignon geerntet, Den Rest des Beitrags lesen »





Wie Originel – REWE Wein goes BIO

11 07 2011

Originel Wein von Barton und Guestier

(JR) Bioware wird zunehmend auch von Supermärkten und Discountern verkauft. Doch Skepsis ist angebracht. Das BIO Siegel der EU hat durch gezielte Lobby Arbeit der Food Industrie mit den Idealen der Biobewegung nicht mehr allzu viel zu tun. Alles kann und darf sich BIO nennen, auch wenn nur ein Teil des Produktes biologisch erzeugt wurde. Ökologisch produzierte Lebensmittel dürfen laut EU Verordnung zudem bis zu 0,9 % gentechnisch veränderte Organismen enthalten. Synthetische Pestizide? Auch kein Problem für das BIO Label.

Ganz übel kann es den „biologisch“ erzeugten Weintrauben nach der Lese dank moderner Kellertechnik ergehen. Hier ist – trotz BIO – buchstäblich alles erlaubt: Mostkonzentration, Kaltvergärung, Schwefel bis der Arzt kommt, genetisch veränderte High-Tech-Hefen – you name it. Den Rest des Beitrags lesen »





Wenn Haare nochmal Haare haben: Charles Smith – Chateau Smith!

27 06 2011

Charles Smith(NM) In der Weinwelt tummeln sich schon manchmal abgefahrene und interessante Charaktere. Quereinsteiger, Umschüler und Selfmade Winzer kommen aus den verschiedensten Schichten zum Weinmachen. Einer von ihnen ist der ehemaliger Sommelier einer Dänischen Rockband (oder so ähnlich) : Charles Smith. Genauer gesagt managte der Wuschelkopf nach abgeschlossener Sommelier Ausbildung in den USA viele Jahre eine Rockband in Dänemark, bevor er den Weg zurück an die amerikanische Westküste fand und mit Hilfe von Christophe Baron von dem Weingut Cayuse seinen ersten Wein machte. 20 wilde Jahre in einem Satz verpackt.

Heute räumt Charles Smith mit seinen Weinen unter dem K-Vintners Label (primär Syrah aus Walla Walla, Washington State) haufenweise Parker-Punkte ab (ja, von Robert persönlich bewertet). Nach Deutschland haben es jetzt seine Weine unter dem “Charles Smith Wines” Label geschafft. Bei www.der-weinmakler.de gibt es in Deutschland eine gute Auswahl der Weine des etwas “anderen Winzers” aus Walla Walla. Drei davon stellen wir euch heute etwas genauer vor. Den Rest des Beitrags lesen »





Fünf Winzer – ein Wein: 2008 Südpfalz Connextion Gräfenhauser Spätburgunder

20 06 2011

2008 Südpfalz Connexion Gräfenhauser Spätburgunder(NM) Zu Beginn zitiere ich hier gerne den Text auf der Webseite der
Südpfalz Connexion:
“Ja, wir sind jung. Es macht uns Spaß, neue Ansätze zu verfolgen, mit Mut und Leidenschaft Innovationen umzusetzen. Jeder von uns schärft in der Gruppe seine Individualität, denn gerade das Gemeinsame schafft Raum für den Einzelnen. Wir hinterfragen uns, unterstützen uns, kritisieren, motivieren und helfen uns gegenseitig. Aus fünf Richtungen bewegen wir uns auf ein Ziel zu: absolute Qualität. Herzstück der Südpfalz Connexion ist ein gemeinsam erzeugter Wein – der Gräfenhauser Edelburgunder.”

1999 lernten sich die fünf Winzer der heutigen Südpfalz Connection auf den Weintagen in Landau kennen. Sven Leiner, Boris Kranz, Peter Siener, Volker Gies und Klaus Scheu war schnell klar, dass sie nur zusammen ein ganz besonderes Projekt stemmen können. Sie entschieden sich die große Weinbauhistorie und Weinbautradition in und um Gräfenhausen wieder aufleben zu lassen. 2000 qm Rebfläche wurden einem Waldstück am Rande von Gräfenhausen abgerungen und mit Pinot Klonen direkt aus dem Burgund bepflanzt. Durch die Pacht der Nachbarparzelle mit rund 40 Jahre alten Pinot Reben vergrößerten Sie die Fläche auf 0,4 Hektar. Somit war die Grundlage für ein außergewöhnliches Weinprojekt geschaffen: Der Gräfenhauser Edelburgunder.

“Ein Schluck in die Zukunft von gestern”. Den Rest des Beitrags lesen »





Weinrallye #45: Südafrika am Start – 1996, 1999, 2000 Kanonkop Paul Sauer

22 05 2011

Kanonkop Paul Sauer Vertikale(NM) Anstich zur Weinrallye #45 auf Drunkenmonday. Auch die Gastgeber lassen sich nicht lumpen, und durchforsten die heiligen und privaten Weinhallen nach dem ein oder anderen “reifen Wein”. Fündig wurde ich unter anderem mit diesem interessanten Trio der 2 lustigen vier: Kanonkops Bordeaux Premium Highend Blend “Paul Sauer” aus den Jahren 1996, 1999 und 2000. Wie schlägt sich denn nun die oft verschriehenen südafrikanische Weinwelt in der Bundesliga der Weinbaukunst, dem “reifen” bzw. “altern”? Immerhin kosten aktuelle Jahrgänge dieses Weines auch um die 30€, werden ordentlich von frischem Holz verwöhnt und genießen ausgesprochen hohe Selektionen und niedrige Erträge in den Weinbergen. Wie schmeckt so etwas nach 11, 12 oder 15 Jahren? Wir haben es herausgefunden.

Paul Sauer ist der “Flagship” Wein des Weingutes Kanonkop, welches an den unteren Hängen des Simonsberges in der Region Stellenbosch der Westkap Provinz liegt. Auf insgesamt 100 Hektar baut Kanonkop Wein an. Paul Sauer ist ein typischer “Bordeaux” Blend aus primär Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot. Die Trauben wachsen auf rotem, verwitterten Granit mit einem hohen Lehmgehalt. Auch ihr reinsortiger Pinotage ist weit über die Grenzen Südafrikas hinaus bekannt und wird als die “beste” Interpretation dieser Rebsorte angesehen. Hier nun die Realität:

1996 Kanonkop Paul Sauer Den Rest des Beitrags lesen »





Kante, Zidarich, Radikon, Roxanich und Vodopivec: Krasse “Naturweine” aus dem Friaul und Kroatien

19 05 2011

… oder auch “Orange Wines” ?!

Orange Wines

(JL) Eigentlich müsste ich mich schämen, den Bericht über diese “extreme” Probe erst jetzt zu schreiben. Sie fand nämlich im letzten Sommer statt. Wie dem auch sei, jetzt ist die Zeit reif für einige Weine, die “extravaganter” und “anders” nicht hätten sein können. Neben dem doch recht langweiligen Namen “Naturweine” haben wir immer wieder nach einem anderen und aussagekräftigeren Namen für diese speziellen Weine gesucht. Das Ergebnis: Orange Wines! Orangene Weine? Wie ist der denn drauf? – könnten jetzt einige denken. Aber je mehr ich den Namen verwende, desto treffender kommt er mir vor. Seit kurzer Zeit ist der Begriff “Orange Wines” auch in Wikipedia zu finden. Hier meine Übersetzung in die Deutsche Sprache. Man möge mir den etwas rudimentären Übersetzungsstil verzeihen.

Oranger Wein, ist Wein aus weißen Rebsorten, bei dem die Schalen während der Mazeration ebenfalls Kontakt mit dem Traubensaft hatten. Typischerweise wird während der Weißweinproduktion der Traubensaft schnell abgepresst und von den Schalen getrennt. Die Schalen enthalten Farbpigmente, Phenole und Tannine, die in Weißweinen oft unerwünscht sind. Bei der Rotweinherstellung ist dies im Gegensatz erwünscht, da diese Stoffe den Weinen Farbe, Geschmack und Textur verleihen. Orange Weine haben ihren Namen von der leicht dunkleren orangen Färbung, welchen die Weißweine während der Kontaktzeit mit der Beerenhaut erhalten.
Man hat diese Art der Weinbereitung in heutiger Zeit nicht weiter verfolgt, da z.B. im Falle des Grauburgunders der Weißwein vom Rotwein nicht zu unterscheiden wäre. Grauburgunder hat eine leicht rötliche Schale und diese würde ein Grauburgunder wie ein Rosè aussehen lassen. Ursprünglich kommt die Methode die Weine auf diese Art herzustellen aus Georgien. In den letzen Jahren hat sich diese Art Weine zu keltern zunächst bei einigen Weinbauern aus Friaul – Julisch – Ventien etabliert. Ähnliche Produkte findet man in Slowenien, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Neuseeland und Kalifornien.
(Quelle: Wikipedia)

Doch nun zu den Weinen des Abends: Den Rest des Beitrags lesen »





Öküzgözü? Oder auch: Weine aus der Türkei – Weingut Kayra

12 05 2011

Kayra Weine aus der Türkei(NM) Kennen sie Öküzgözü? Nein? Macht nichts. Wir kannten die Rebsorte bis zur ProWein 2011 auch nicht. Öküzgözü ist eine von bis zu 1000 autochthonen Rebsorten aus der Türkei. Genauer gesagt eine der wichtigsten roten Rebsorten der Provinz Elazığ in Zentralanatolien. Doch bevor wir uns hier den Weinen des Weingutes Kayra widmen, ein paar “Fun Facts” über den Türkischen Weinbau: Die Türkei besitzt die 4. größte Weinbaufläche der Welt, aber davon werden nur 3-5% letztendlich zu Wein ausgebaut. Der große Rest wird für die Rosinen-Produktion verwendet. Schon in der Antike galt anatolischer Wein als qualitativ hochwertig und wurde zu hohen Preisen gehandelt. Erst mit der Errichtung eines laizistischen Staates durch Atatürk (um 1929) wurde der Weinbau wieder in größerem Stil möglich. In der Türkei selbst wird eher Weißwein konsumiert, der größte Teil des Rotwein wird dagegen exportiert.

Doch nun zu den Weinen des Weinguts Kayra. Als einer der “Geheimtipps” auf der ProWein gehandelt, kamen wir nicht drum herum, diese nach der Messe noch einmal nachzuverkosten. Folgendes wurde geöffnet: Den Rest des Beitrags lesen »





Wenn der Sommelier falsch liegt …

3 05 2011

… oder das Qualitätsmanagement des Weingutes versagt.

(NM) Ein schöner Fehldruck eines Rückenetikettes fiehl mit neulich in die Hand. Da schmeckt der frische und geradlinige (und ganz nebenbei überteuerte und langweilige) Rully aus 100% Chardonnay schon mal nach Kirschen, Johannisbeeren, Brombeeren, Champignons und Unterholz. Aber seht doch selbst:

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