Wirklich trinkbar? Müller-Thurgau – Rivaner Verkostung

Winzerhof Stahl(PT) Wie die Zeit vergeht…. Anfang Juni kam der Giessener Weinkreis zusammen, um die für eher “beliebige” Leichtweine bekannte Rebsorte Müller Thurgau, genauer unter die Lupe, bzw. auf die Zunge zu nehmen.

Zu den Weinen, zum Warm werden gab es einen feinen Franciacorta:
Castel Faglis Franciacorta

Daraufhin konnte das müller’sche Vergnügen beginnen:

2008 Achkarrener Rivaner
– sehr primärfruchtig, parfümiert, leicht erdig derb
2008 Weingut Achim Lemler Kauber Herrenberg Müller Thurgau feinherb
– zurückhaltende Nase, elgante Frucht, würzig, mittelschwerer Körper – der Preis/Genußsieger für 3,80 € !
2006 Franz Haas Müller Thurgau
– betörend blumige Nase, erdig, leicht, stahlig, Pampelmuse – einzigartiges Erlebnis

Olaf hatte drei Müller Thurgaus vom jungen wilden;) Aufsteiger Weingut “Winzerhof Stahl” mitgebracht:
Winzerhof Stahl
2008 Winzerhof Stahl FederStahl
– schön “straight”, knackig, keine aufgesetzte Art, geradlinig
2008 Winzerhof Stahl Damaszenerstahl Hasennest
– genial geradlinig, glasklare Mineralität, Spannung -> “fresh & funky”
2008 Winzerhof Stahl Damaszenerstahl Herrschaftsberg
– der “edelstahl”, wieder sehr geradlinig, leichter schmelz, Muskatnote, ein geradezu ernsthafter Rivaner

Die Müller Thurgau vom Winzerhofstahl Stahl können wir freunden von geradlinigen und glasklaren Weinen nur wärmstens empfehlen!

2007 Weingut Zur Schwane Rivaner
– frisch-fruchtig, “easy drinking”, nicht mehr, aber auch nicht weniger
2008 Weingut Juliusspital Müller Thurgau
– gefährlich süffig, zu einem relativ hohem Preis
2007 Weingut Rudolf Fürst Pur Mineral Müller Thurgau
– rund, elegant, in sich stimmig, TOP zu günstigen ca. 7 €
2008 Weingut Pawis Müller Thurgau
– leicht, grassige Noten, Grapefruit Aromen -> “lecker”

Pawis Müller-Thurgau

2007 Weingut Martin Schwarz Müller-Thurgau
– deutliches Holz, voller Körper, knackig animierende Säure, ungewöhnlich körperreicher Müller Thurgau -> für Fans von Barrique gelagerten Weinen

Trotz der Vielseitigkeit der einzelnen Müller-Stilistiken fällt es nicht schwer, den “Sieger” dieser Probe zu kürren:  Müller Thurgau.
Die Probe präsentierte uns die spannende Vielseitigkeit, welche die in der öffentlichen Meinung unterschätzte Rebsorte Müller Thurgau vom leicht und unkompliziertem Sommerwein bis zum vollen, körperreichen barrique ausgebauten Wein bieten kann.

Diesmal durften wir Jochen Leeder vom etwas anderen Wein- und Videoblog “Sport und Wein” und Veranstalter vom “Pinot Day” in unserer Runde begrüßen. Schaut mal auf seine Seiten, es lohnt sich:) Seinen Eindruck von der Müller Thurgau Probe könnt ihr hier lesen.

Zum Nachtisch gab es noch folgendes:
2004 Graf Neipperg Lemberger GG
– Rumtopf, etw. Teer, undefiniert – nicht überzeugend
2003 penfolds bin 28
– fein gereifter Australier
2003 Rudolf Fürst Centgrafenberg R Spätburgunder
– anfangs sehr verschlossen, schlanker Körper, nach längerer Belüftung (ca. 2 St) feine und elegante Nase, am Gaumen kaum spürbar: der 2003er wurde mit Rappen vergoren – sehr eleganter und feiner Wein!
2001 OPIS Montepulciano d’Abruzzo von Farnese
– kirschig, austrocknende Tanine – nur für Montepulciano Fans empfehlenswert

Weitere lesenswerte Artikel:
Thomas Günther zu Martin Schwarz Müller Thurgau 2007
Weincasting über den 2006 Spätburgunder & Portugieser [Martin Schwarz]
Einige schöne Bilder geschossen von Christian vom Winzerhof Stahl

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2 thoughts on “Wirklich trinkbar? Müller-Thurgau – Rivaner Verkostung

  1. Endlich ist der Artikel online. Danke Paul!

    Das Thema war wiedermal ausgefallen aber gerade
    deshalb sehr interessant.

    Wer hätte z.B. den 2007 Weingut Martin Schwarz Müller-Thurgau
    in einer Blindprobe mit dieser Traubensorte in Verbindung gebracht?

    Mein Favorit ist der 2007 Rudolf Fürst Pur Mineral Müller Thurgau.
    Für 7.-€ ein super Wein!
    Obwohl ich kein Fan der Traubensorte Müller-Thurgau bin, ist dies ein
    Wein, der mich absolut überzeugt hat.

    So, jetzt Kraft holen für unser Wein-Nacht-Taisting.

  2. Pingback: Winzerhof Stahl – das etwas andere Franken « Drunkenmonday Wein Blog

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