Boudier & Koeller in: Die neue Pfälzer Leichtigkeit

2012 Boudier & Koeller -  die neue Pfälzer Leichtigkeit

(NM) “Deutscher Wein” steht hinten auf dem hübschen Etikett. Vorne, unter dem klangvollen Namen “Boudier & Koeller”, so etwas wie “Coming Out” oder “Mathilde von Tuszien”. Was hat das nur alles zu bedeuten? Drunkenmonday klärt auf.

Mal wieder haben die Medienagenten ihren Fuß in der Tür. In letzter Zeit fällt mir schon beängstigend häufig auf, dass immer wenn mir ein Label angenehm ins Auge strahlt, die Designer-Burschen aus Bad Dürkheim daran herumdesignt haben. Dazu schmeckt der Wein auch fast immer ganz vorzüglich. Und daran wird sich auch heute nichts ändern. Hübsch verspieltes Label kombiniert mit wunderbaren Weinen. Diese kommen von den Traditions-freien “Senkrechtstartern” der Nordpfalz: Boudier & Koeller.

Die Story hinter diesem “neuen” Weingut klingt eigentlich wie ein alter Hut: Zwei Männer im besten Alter haben die Nase voll von ihren gutbezahlten Jobs und machen ein Weingut auf. Soweit so gut. Nur was Dr. Robert Boudier und Elmar Koeller von den meisten ihrer Vorgänger unterscheidet ist eins: Mut zum Selbstversuch. Denn die beiden legen im Weingut selbst Hand an – zu 100%. Nach dem das Pfarrhause 2007 im idyllischen Stetten (Nordpfalz) gekauft und auf Hochglanz poliert wurde, widmete man sich ab 2010 dem Weinmachen. Der erste Jahrgang war 2011. Ab April 2013 wurde mit der Verpflichtung von Jan Gross (ehemals Herr der Reben bei dem Pfälzer Weingut Karl Schaefer) der nächste Turbo gezündet. Eine kleine Auswahl aus dem Jahr 2012 stelle ich nun heute euch vor. Vorhang auf. Weiterlesen

„Freie Weine“ aus Südtirol

Freier Wein aus Südtirol

Christoph Richter von wein-aus-suedtirol.eu zu Gast bei Drunkenmonday.

(JR) Südtirol ist ein Schmelztiegel der Kulturen und Gegensätze. Alpine und mediterrane Lebensart treffen hier aufeinander und führen gerade in Sachen Wein immer wieder zu interessanten Neuentdeckungen. Christoph Richter, engagierter Importeur aus Hersbruck, war an diesem Abend angetreten, uns die eher unbekannteren Weine der freien Weinbauern Südtirols vorzustellen. Sie bilden den Schwerpunkt seines Programms. Mehr hierzu sowie Bestellmöglichkeiten findet man auf seiner interessanten Webseite wein-aus-suedtirol.eu.

“Wir mußten Künstler sein!”

Zum Einstieg gab es einen spannenden 2012 Weisser Burgunder von Andi Sölva. Weiterlesen

Sauft! 2012 Barth Riesling Classic

2012 Barth Riesling Classic

(NM) Sicher macht es Spaß über die großen Weine dieser Welt zu berichten. Es macht auch genauso viel Spaß, die kuriosen, interessanten und intellektuellen Weine auf unserem Globus zu suchen und dem wissbegierigen Publikum vorzustellen. Doch man sollte nicht den Bezug zur Basis verlieren und auch die einfachen Weine schätzen. Denn das vermeintliche „Große Gewächs“ lockt an jeder Ecke. Mein heutiger Gast ist ein Wein aus genau der beschriebenen Basis. Ein Wein zum Trinken, zum Saufen und zum Bechern. Langweilig? Nein, denn genau dafür ist er gemacht. Hier nun ein Kurzportrait über einen Wein, der in Rekordgeschwindigkeit (ich glaube es waren weniger wie 5 Minuten!) in geselliger Runde von drei Personen getrunken wurde – und das ohne das Koma-Saufen auf der To-Do Liste stand.

Der 2012er Barth Riesling Classic ist der meistverkaufte Wein des Weingutes. Warum ich darüber schreibe? Weiterlesen

Free Climbing am Calmont: 2011er Rieslinge vom Weingut Franzen / Terrassenmosel

Imposant: Der Bremmer Calmont

(NM) Was Kilian Franzen und Freundin Angelina Lenz samt Lese-Team jedes Jahr in dem Bremmer Calmont an Extrem-Sport leisten, ist auch für Mosel-Steillagen Winzer nicht alltäglich. Die beiden wurden buchstäblich von jetzt auf heute in den Job der Berg-Bezwingers geworfen und haben seit 2010 nach einem schweren Schicksalsschlag das Ruder des Weingutes Franzen in der Hand. Ich konnte die beiden ausgesprochen sympathischen Jungwinzer (das sind für mich alle, die jünger sind wie ich) und ihre Weine auf der WineVibes Vol.5 Anfang März in München das erste Mal kennenlernen. Ob die initiale Euphorie über ihre Weine aus den Lagen Bremmer Calmont und Neefer Frauenberg auch in der Montäglichen Drunkenmonday Runde bestätigt wurde, darf nun im folgenden Artikel nachgelesen werden.

Steil, steiler, Bremmer Calmont

Auf insgesamt 9,3 Hektar Reben bewirtschaftet das Weingut Franzen aus Bremm neben überwiegend Riesling auch etwas Elbling, Weissburgunder und Chardonnay. Die zwei Toplagen des Hauses sind Neefer Frauenberg und der besagte Bremmer Calmont, seines Zeichens mit über 65° Steigung (im Durchschnitt) steilster Weinberg Europas. Weiterlesen

Resümee der Weinrallye #62

(NM) Schön war es. Und so günstig. Auch nicht unbedingt schlecht. Vielleicht nicht ganz so episch wie die ein oder andere Weinrallye vorher. Doch im Großen und Ganzen war man doch überrascht. Überrascht von den Qualitäten der Weine. Weine für maximal 5€ die Flasche. (Fast) alle hielten sich dran. Tolle Geschichten wurde erzählt. 43 Weine geöffnet und beschrieben. 24 Artikel verfasst. Ich würde sagen, man wurde der Frage “Sind 5€ die Grenze des guten Geschmacke?” gerecht und das Rätsel gelöst.

Die Antwort lautet: Nein.

Hier findet ihr nun alle Artikel im Schnelldurchlauf. Danke an alle Teilnehmer für eure Teilnahme. Weiterlesen

Gastbeitrag Weinrallye #62: 5 Euro Wein – Kann das gut sein?

Hier nun der erste Gastbeitrag zur Weinrallye #62 – geschrieben von Marc Dröfke:

Gastbeitrag von Marc Dröfke

Hendrik Thoma antwortet einst auf die Frage ob es einen anständigen Rotwein für unter 5 Euro gäbe wie folgt: „Für diesen Betrag gibt es gibt es kein Erlebnis, sondern nur Wirkung. Sicher, Geschmack ist eine subjektive Angelegenheit. Doch einen wirklich guten Wein zu diesem Preis zu bekommen ist Utopie.“ Die Kritik zu seiner Aussage die in der Zeitung „Die Welt“ abgedruckt wurde, kam postwendend. Thoma wurde Borniertheit und Snobismus vorgeworfen, es gab Verkostungen die das Gegenteil beweisen sollten und, und, und.

Der sehr bekannte Hamburger Autor Mario Scheuermann der ebenfalls viel über Wein, Restaurants, Reisen und noch andere Themen bloggt (www.weinreporter.net) schrieb: „Wer diese Frage so kategorisch verneint wie Thoma das getan hat, hat entweder den Bezug zur Realität verloren oder er ist arrogant, ideologisch verblendet bzw. propagiert ein Weinweltbild weit jenseits des Mainstreams.“

Harter Tobak, doch Thoma steht zu seiner Aussage. Bis heute. Weiterlesen

5€ Tempranillo Battle: Discounter vs. LEH vs. Fachhandel

Majestetisch: Das 5€ Battle LEH vs. Discounter vs. Fachhandel

(NM) “Einer muss es ja machen” - dachte ich mir während meines Einkaufbummels in den Weinabteilungen der Gießener LEH-Märkte und Discounter. Ich war auf der Suche nach (für diese Stationen) hochpreisigen Wein aus Spanien. Genauer gesagt nach Rotweinen der Sorte Tempranillo, dem ganzen Stolz des Spanischen Weinbaus. Maximal 5€ durften diese Weine kosten. Das ist das Limit der Weinrallye #62, welche hier und heute auf Drunkenmonday.de stattfindet. Die Auswahl bei Edeka, Rewe und Aldi war groß. In der Kategorie Spanien/Tempranillo bis 5€ gibt es viel zu entdecken. Doch damit der Vergleich nicht zu einseitig ausfällt, habe ich noch 2 Flaschen Tempranillo bis 5€ aus dem Fachhandel besorgt. Alle Weine wurden blind der verdutzten Drunkenmonday Runde aufgetischt und im Stillen bewertet. Folgende Weine standen schlussendlich auf unserem Blindproben-Tisch: Weiterlesen

Heute live und in Farbe: Weinrallye #62 – Sind 5€ die Grenze des guten Geschmacks?

Weinralley #62 auf Drunkenmonday.de

(NM) Log geht’s. Heute startet die Weinrallye #62 hier auf Drunkenmonday. Dieser Post dient der Übersicht über die im Laufe des Tages eintrudelnden Beiträge. Er wird von mir regelmäßig auf den neusten Stand gebracht.

Vorzeitiger Endstand! Weiterlesen

Nero d’Avola wächst auch im Burgund : 2008 Tasca D’Almerita Rosso del Conte

Der Rote der Grafen: 2008 Tosca Rosso del Conte
(NM) Mein diesjähriger ProWein Besuch beschränkte sich leider auf magere 8 Stunden. Eigentlich kann man nie genug Zeit haben, die wunderbaren Weinwelten auf der weltweit größten Fachbesuchermesse für Wein und Spirituosen zu entdecken. Auch im Wein 2.0 wurde schwer über den Sinn und Unsinn solcher Mega-Events berichtet. Ich für meinen Teil genieße jede (wenn auch manchmal stressige) Minute dort. Auch 2013 habe ich wieder großartige Weine entdeckt. Einen von ihnen möchte ich euch heute und hier vorstellen: Den Sizilianer 2008 Tasca D’Almerita “Rosso del Conte”.

Reifer Rosso Del Conte im Keller von Tenuta Regaleali
Bild (c) http://tascadalmerita.it

Zuerst die (temporär) schlechte Nachricht: Der 2008 Tasca D’Almerita “Rosso del Conte” ist noch nicht auf dem Markt. Weiterlesen

33 (!) Monate im Barrique : 2008 Wegner Pinot Noir R

2008 Wegner Pinot Noir R

(NM) Im März dieses Jahres besuchte ich zum ersten Mal die Präsentation der Großen Weine des Barrique Forum Pfalz. Diese Vereinigung von Pfälzer Weingüter verfolgt in erster Linie die Idee, individuelle Rotweine von internationalem Format im “inspirierendem Austausch” in den Pfälzer Weinbergen zu schaffen. 29 Betriebe sind aktuell Mitglied des Barrique Forum Pfalz. Abseits der bekannten VDP Betriebe gab es hier beste Möglichkeiten, sich ein Bild über Entwicklungen in den restlichen Pfälzer Wein-Qualitätsschmieden zu machen. Neben mir sehr vertrauen Betrieben wie Rings, Krebs oder auch Hanewald-Schwerdt, machte ich die ein oder andere sehr interessante Entdeckung. Neben den großartig feinen Spätburgundern vom Weingut Jülg fiel mir ein Betrieb besonders positiv auf: das Weingut Wegner aus Bad Dürkheim.

Barrique Forum Pfalz

Auf knappen 10 Hektar bewirtschaftet das Weingut Wegner zu 57% Weißwein und 43% Rotwein. Doch Joachim Wegner geht in vielerlei Hinsicht einen etwas anderen Weg. Weiterlesen

Quo vadis Amphore: 2010 Vigneti Trebbio / Toskana IGT

Sieht nicht nur gut aus: 2010 Vigneti Trebbio

(NM) In letzter Zeit häufen sich in der „Wein 2.0 Welt“ die Stimmen, die Nutzung von Ton-Amphoren sei nur ein großer Marketing Gag. Der Ausbau Wein in diesen historisch sehr bedeutsamen Gefäßen hätte keinerlei Auswirkung auf den Geschmack und somit würde hier mit Marketing-Voodoo versucht, den Konsumenten zu blenden. Dazu lässt diese besondere Behandlung den Preis des Getränkes schnell nach oben schießen. Quasi ein modernes Wein-Märchen auf dem Rücken der Kunden? Nun, ganz so kritisch sehe ich dies Persönlich nicht.

Wer schon einmal zum Beispiel den Amphoren Riesling von Peter Jakob Kühn oder die Weine von Elisabetta Foradori verkostet hat, weiß dass die Amphore mehr wie nur Edelstahl 2.0 sein kann. Weiterlesen

5€ – die Grenze des guten Geschmacks? Weinrallye #62 auf Drunkenmonday

Weinralley  #62 aud Drunkenmonday.de

(NM) Lange ist es her, genau gesagt im Mai 2012, als Drunkenmonday Gastgeber einer Weinrallye war. Damals wurde nach “reifem Wein” ausschaugehalten. Jetzt ist es endlich wieder soweit. Am Freitag den 26. April 2013 rufen wir alle Weinblogger da draußen auf, sich an der mittlerweile 62. Ausgabe dieses Online-Events zu beteiligen. Das Thema der Weinrallye #62 ist so simpel wie komplex: 5€ – die Grenze des guten Geschmacks?

Spielregeln

Jeder Weinblogger darf sich mit einem oder mehreren Weinen bis maximal 5€ pro Flasche beteiligen. Weiterlesen

Vinum – Neuer Wein in alten Schläuchen oder Alter Wein in neuen Schläuchen?

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(PT) Oder villeicht doch der neue Wein in neuen Schläuchen? Ihr könnt es herrausfiden: Wir verlosen bis kommenden Sonntag ein Jahresabonnement der “neuen” Vinum. Um zu gewinnen, beantwortet folgende Frage: Aus welchen vier Länder stammen die Pinot Noirs der jetztigen Vinum Ausgabe? Antworten per mail an: info@drunkenmonday.de.

Wir konnten schon mal reinlesen und sind von frischen Artikeln wie Currywurst und Chasselas positiv überrascht.

Stephan Reinhardt und Thomas Vaterlaus schärfen das Profil der renommierten Weinzeitschrift und versorgen die Leserinnen und Leser mit deutlich mehr Informationen, Meinungen, Einkaufstipps und Service.

Vinum Weinmagazin Cover

Mit der April-Ausgabe des Weinmagazins VINUM realisieren die beiden Chefredakteure Weiterlesen

Weinrallye #61: Deutscher Syrah vs. reifer High-End Shiraz

Australien trifft auf Syrah Nachwuchs aus Deutschland

(NM) Da wir die letzte Weinrallye auf Grund von Reiseaktivitäten verpasst haben, spielt Drunkenmonday bei der aktuellen Weinrallye #61 wieder mit. Das Thema der Nummer 61 ist: Syrah / Shiraz – ein global Player. Noch vor 3 oder 4 Jahren wäre ich in meinen Keller gelaufen, hätte ohne groß zu überlegen einen der damals 30 – 40 verschiedene Australischen Shiraz herausgesucht und verkostet. Doch die Zeiten ändern sich. Heute sagt mir CellarTracker, ich habe noch ganze 3 Shiraz aus Australien in meinem persönlichen Lager. Genauer gesagt sind es ein 2005er “Dead Arm” Shiraz von d’Arenberg, ein 2006er Amon-Ra Shiraz von Ben Glaetzer und ein 2006er Peter Lehmann “The 1885″ Shiraz. Alle drei werden dort auch noch einige Zeit verbringen, da ich ganz ehrlich die primärfruchtige, dichte und mollige Stilistik irgendwie leid bin. Zeit heilt ja bekanntlich einige Wunden und somit hoffe ich in 5-8 Jahren drei schöne gereifte Shiraz trinken zu können, die ihren marmeladigen Babyspeck abgelegt haben. Ich werde berichten.

Weinrallye #61 - Syrah / Shiraz - ein globaler Player

Also suchte ich weiter in meinem virtuellen Weinkeller. Bei dem Stichwort “Syrah” vielen mir dann gleich zwei Weine sofort ins Auge. Es waren zwei deutsche Syrah. Genauer gesagt zwei Pfälzer Syrah von zwei mir sehr geschätzten Weingütern. Somit steht meine Auswahl für die heutige Weinrallye #61 fest: 2005 Rings Syrah und 2009 Neiss Syrah. Moment, ich lüge. Meine Gäste brachten zu dem kleinen Syrah Umtrunk noch etwas aus ihren Kellern mit. Somit erweitere sich das Ensemble um zwei reife, sehr hoch bewertet Shiraz aus Australien: 1999 Langmeil Barossa Shiraz “the Freedom” und 1993 Wynns Shiraz “Michael”. Somit wurde die ursprünglich innerdeutsche Paarung zu einem Vergleich auf internationalen Top Niveau. Weiterlesen

Keine Tradition, etwas Revolution und wenig Manipulation: Deutsche “Orange Wines”

Hilfe! Deutsche "Orange Wines"!

(NM) Mir geht dieses sporadische “Orange Wine” heruntermachen in Deutschen Weinkreisen ehrlich gesagt ganz schon auf den Zeiger. “Schmeckt wie Dreck”, “Unsaubere Weine”, “Eldorado der Weinfehler” wird hier fröhlich über ein Kann geschert. Doch dabei gibt es für diese “Orange Wine” Geschichte überhaupt keine klare Definition, keine gemeinsame Grundlage für “das braucht kein Mensch”. Oft wird das Thema Naturwein und Orange Wine einfach zusammen abgefrühstückt. Doch hinter dem einen steht eine Philosophie (Naturwein: Biodynamie im Weinberg + wenig/kein Schwefel + weglassen sämtlicher Hilfsmittel zur Klärung/Schönung etc.), im anderen Fall eine Weinbereitungsmethode (Orange Wine: Maischegärung bei Weißweinen).

Ich möchte jetzt auch nicht in das Pro und Contra Naturwein, Orange Wine und Konsorten abdriften. Nur so viel: Sicher gibt es Winzer die diese Ansätze/Methoden nicht so gut umsetzen wie andere. Sicher gibt es Naturweine und Orange Wines, die aromatisch dem Ottonormal Weintrinker die Fußnägel zum hochrollen animieren. Das ist unbestritten und steht auch hier nicht zur Debatte. Doch das eigentliche Ziel des maischevergorenen Weißweines (gerne auch Orange Wine) ist es, durch den längeren Kontakt mit den Traubenschalen und Kernen (und den in ihnen vorhanden Tanninen) eine Erweiterung des Aromen- und Geschmacks-Spektrums hervorzurufen. So simpel das auch klingen mag. Dafür sind weder Koalitionen mit den Herrn Steiners Theorien notwendig, noch spielt der heilige Schwefel hier eine übergeordnete Rolle.

Die Herangehensweise um Tannine in den Weißwein zu bekommen, kann relativ unterschiedlich sein. Die Vorstufe der Maischegärung wäre die Maischestandzeit. Hier wird der Most mit Kernen und Schalen für einige Tage “ziehen” gelassen. Diese Technik ist aber für Weißweine in der heutigen Zeit nicht wirklich ungewöhnlich oder neu. Betriebe wie zum Beispiel Koehler-Ruprecht wenden diese Methode schon seit Jahren erfolgreich an. Es verleiht den Weinen mehr Struktur und Tiefe, ohne aber an den typischen Aromen Entwicklungen der Traube – geprägt durch das “Terroir” – zu kratzen. Durch entsprechende Kühlung wird verhindert, dass die Maische die alkoholische Gärung beginnt. Um bei einer längeren Maischestandzeit (auch Mazeration genannt) die Oxidation mit Sauerstoff zu verhindern, kann die Maische mit Hilfe eines Gases (welches schwerer als Sauerstoff sein muss) oder z.B. Trockeneis “verschlossen” werden. Um aber so viel Farbe und Tannin wie möglich aus den Beerenschalen zu lösen, können auch Weißweine eine Maischegärung durchlaufen. Da auch die Schalen von Weißweintrauben nicht wirklich “weiß” sind, kommt es bei dieser Methode zu den berühmten orangefarbenen Weinen – Orange Wines – ein umstrittener Mythos ist geboren.

In den letzten zwei Jahrzehnten lag das Epizentrum des Orange Wines im italienischen Nordosten, genauer gesagt im Collio, an der Grenze zu Kroatien. Hier vinifizieren Winzer wie Stanko Radikon oder Josko Gravner einzigartige orangene Weißweine. Doch seit kurzem scheuen auch deutsche Winzer nicht, sich an diese Themengebiet heranzuwagen. Ich habe lange gebraucht, diese teilweise versteckten Schätzchen in Deutschland aufzutreiben. Die wenigsten Weine stehen offiziell auf den Weinkarten der Güter. Hier war wirklich der Jäger und Sammler Trieb gefragt. Als Bonus-Gast an diesem Abend hatten wir Jörn Goziewski, seines Zeichens Kellermeister beim Weingut Ankermühle am Tisch. Er brachte gleich 3 außergewöhnliche Rieslinge mit. Nun also “Vorhang auf”, zur ersten deutschen (mehr oder weniger) Orange Wine Probe. Weiterlesen

Wo in der Mosel noch Wasser fließt: Immich-Anker / Enkirch

Daniel Immich - Weingut Immich-Anker

(NM) In manchen Ortschaften an der Mosel kommt es einem vor, als würde Riesling statt Mosel-Wasser sich durch die kurvigen Gesteinsformationen schlängeln. Sei es Bernkastel-Kues, Wehlen, Graach, Brauneberg oder Piesport, überall steht der Riesling als Aushängeschild an erster Stelle. Man sollte es kaum glauben, aber zwischen all diesen Riesling Hochburgen gibt es kleine und feine Ortschaften ohne die Reputation großer Lagen, welche sich (noch) nicht in die Kette der klangvollen Namen einreihen. Eines dieser versteckten Örtchen ist Enkirch. Hier sitzt seit dem Jahr 1497 (!) das Weingut Immich-Anker und produziert seit nun 17 (!) Generationen großartige Rieslinge von 3 Hektar Steil- und Steilstlagen. Seit knapp 1 Jahren ist auch der Sohnemann nach Aus- und Fortbildung als staatlich geprüfter “Wirtschafter für Weinbau und Önologie” und “Techniker für Weinbau und Önologie” wieder im elterlichen Hause angekommen: Daniel Immich.

Ich traf Daniel auf einer dieser WineVibes Partys in München. Er stellte dort einige Weine des Weingutes Immich-Anker vor. Viele der Weine brillierten an diesem Abend durch glasklare Aromatiken, feiner Säure und wunderbarer Süß/Frucht/Säure Spiel – die Paradedisziplin des Mosel Rieslings. Doch weil auf solchen Veranstaltungen gerne auch das ein oder andere Glas mehr getrunken wird, wie es der Verkostungskodex erlaubt, schickte uns Daniel für eine Drunkenmonday Probe in großer Runde nachträglich ein paar Flaschen zu. Retrospektiv Immich-Anker aus der Sicht 8 Gießener Wein-Nasen. Hier nun unsere Favoriten. Weiterlesen

Nachgefragt @drunkenmonday.de: 13 Fragen/Aussagen an, von und mit Julia Bertram – Deutsche Weinkönigin 2012/13

Weinkönigin 2012/21013: Julia Bertram

(NM) Dernau. Seit dem 29. September 2012 hat das kleine, aber für seine Spätburgunder berühmte Weindorf an der Ahr neben den aristokratischen Weinbergen einen weiteren leuchtenden Stern am Wein-Himmel. Es ist Julia Betram, ihres Zeichens die Deutsche Weinkönigin 2012/2013. Obwohl die äußerst sympathisch und offen wirkende Julia in ihrer neuen Rolle viel um die Ohren hat, musste ich sie einfach fragen, ob sie für unsere Serie “Nachgefragt @ Drunkenmonday” Rede und Antwort steht. Ohne langes Gezeter und völlig problemfrei wurden die Fragen offiziell über das Deutsche Weininstitut an Julia weitergereicht und von ihr sofort beantwortet. Die Winzers Tochter und gelernte Geisenheimerin (Bachelor in Weinbau und Önologie) wird nun ein Jahr die Krone des deutschen Weinbaus mit Charme, Witz und Ehre durch Welt tragen. Schon ein wenig stolz präsentiere ich nun hier und heute die Antworten von Julia Betram – die 64. Deutsche Weinkönigin bei Nachgefragt @ Drunkenmonday. Viel Spaß!

1.) Trinkt mehr Weiterlesen

The “holy grail” of German Riesling – oder einfach nur ein Abend bei Koehler-Ruprecht

Koehler-Ruprecht - Minimize to the Max

(NM) Das Kallstadter Weingut Koehler-Ruprecht gehört ohne Frage zu den renommiertesten deutschen Riesling Betrieben. Doch im Vergleich zu manchen ihrer Kollegen aus Rheinhessen, der Mosel, der Nahe oder aus dem Rheingau sind ihre trockenen Rieslinge aus dem Kallstadter Saumagen oft immer ultra puristische und kristallklare Primärfruchtverächter, welche so Zeitlos altern können, wie nur die wenigsten Vertreter ihrer Zunft. Auf Grund ihres unverkennbaren Stiles spiegeln diese Riesling-Individuen auf die extremste Art und Weise den Boden dieser kalkigen Lage und die Jahrgangstypizitäten wieder. Riesling dient hier eigentlich nur als Transponder für diesen radikalen Ansatz: Konsequenter Ausbau im großer Holzfass, keine Entsäuerung, Maischestandzeit von 1-2 Tagen, Spontanvergärung und keine Schönung und Filtration. Alle diese Methoden bringen extrem polarisierende Weine hervor. Die in den reifen Jahren bei den Jungweinen bestehende Primärfrucht wird zwar akzeptiert, aber wohl wissend des Entwicklungspotentials bzw. der Reife eher belächelt. Weiterlesen

Slow Wine 2013 – Slow Food Editore

Slow Wine 2013 – Echter und ursprünglicher Weingenuss im Sinne der Slow-Food-Philosophie

(PT) Für alle Liebhaber des italienischen Rebensaftes hält Hallwag etwas ganz Besonderes bereit: den Wein-Führer Slow Wine 2013. Seit 2010 von Slow Food Editore in Italien veröffentlicht, ist das Buch erstmals auch in deutscher Sprache erhältlich. Auf 960 Seiten widmet sich der Guide den besten Weingütern Italiens, die ganz im Sinne der Slow-Food-Philosophie wirtschaften. Die Weine werden unter Berücksichtigung der Umwelt sowie ihrer regionalen und territorialen Identität angebaut. So erhält jeder Wein seinen individuellen Charakter: „Wein darf keinen Einheitsgeschmack haben, er soll vielmehr seine Geschichte erzählen, sein Terroir und die Arbeit seines Winzers zum Ausdruck bringen“, erklärt Slow- Food-Ikone Carlo Petrini.

Slow Wine Weinführer - Slow Food Editore

Zur Einführung des Slow Wine 2013 findet am Donnerstag, den 28. Februar 2013, von 17.30 bis 21.00 Uhr
im MVG Museum in der Ständlerstraße 20, 81549 München eine großen Degustation mit mehr als 180 Weinen in Slow Food-Qualität von über 90 italienischen Winzern statt.

Die Probe ist öffentlich und Eintrittkarten sind Weiterlesen

Horizont erweitern? 2010 Günther Steinmetz Kestener Herrenberg Pinot Noir “unfiltriert”

2010 Günther Steinmetz Pinot Noir Herrenberg Unfiltriert

(NM) Stefan Steinmetz – diesen Namen sollte man sich merken. Stefan ist für die Weinbereitung in dem Weingut Günther Steinmetz in Brauneberg an der Mosel zuständig. “Kennengelernt” habe ich Stefan über Facebook. Früher waren die Winzer nur über einen persönlichen Besuch auf dem Weingut oder über Messen kennenzulernen, heute reicht eine einfache Freundesanfrage und der Initialkontakt ist hergestellt. Auf Facebook wurde sich dann in meinen vertrauten Wein-Communities ausgesprochen positiv über die Weine von Stefan ausgelassen – nein, es wurde eigentlich durchweg begeistert davon geschwärmt! Als ausgesprochen neugieriges Individuum gab es für mich nur eine logische Aktion: Ich musste die Weine des Weingutes Günther Steinmetz einmal zu probieren. Heute widme ich mit nur einem Wein von Stefan. Dem 2010 Günther Steinmetz Herrenberg Pinot Noir “unfiltriert”. Weiterlesen

Gewinne, Gewinne, Gewinne : 2×2 Karten für die WineVibes Vol.5 “Spring Break” / 01.03.2013 / München

Guten Wein macht Party - WineVibes, das Original

(NM) Diesen Freitag den 01.03.2013 steigt in den Münchener Ars24 Studios die mittlerweile 5. WineVibes. Unter dem Motto “Spring Break” werden wieder viele interessante und spannende Weine zu groovigen House Beats in hübscher Atmosphäre präsentiert. Für die musikalische Untermalung wird neben meiner Wenigkeit (DJ Medo) auch wieder DJ Mojiito hinter den Plattenspielern stehen. Um allen Sinnen gerecht zu werden, stellt der Berliner Künstler Dominik Wein einen Teil seiner “History” Ausstellung zur Schau. Drunkenmonday verlost wieder 2×2 Eintrittskarten für die Veranstaltung: Schickt bis Donnerstag den 28.2.2013 eine E-Mail mit der Antwort auf die Frage “Wer tötete John F. Kennedy” an nico (at) drunkenmonday.de. Der Los-Topf wird entscheiden und die Antworten werden dem FBI weitergeleitet.

Folgende Winzer stellen am 01. März in München ihre Weine vor: Weiterlesen

Napa Valley einmal anders: 2010 Panamera Grand Vin Cuvée Napa

2010 Panamera Cuvee Napa Valley

(NM) “Napa Valley” ist immer noch der klangvollste Name des Kalifornischen Weinbaus. Es ist DIE Region für kultige Cabernet Sauvignon und Bordeaux Blends aus dem amerikanischen Westen. Mit Namen wie Harlan Estate, Heitz, Schrader, Shafer, Colgin oder Opus One wird dem zahlungskräftigem Weintrinker schnell ein Dreistelliger Betrag für eine Flasche “Sunshine in the glass” aus den Rippen geleiert. Doch nirgends in den USA liegen völlig überzogene Preise, massentouristisches Weinpilgertum und “mehr Schein als Sein” so nah beieinander. Wer dort viel Weingenuss für faires Geld sucht, wird ohne entsprechende vinophile Langzeitbelichtung der Region nicht auskommen. Ich verkoste heute einen Wein, welcher sich genau das auf die Fahnen geschrieben hat: Viel Weingenuss für moderates Geld aus dem Tiffany des amerikanischen Weinbaus. Es ist der 2010 Panamera Grand Vin Cuvée Napa.

Panamera ist eine Marke der Firma TxB International Fine Wines. Neben ihrem “Flagship Wine”, dem Cuvée Napa, werden noch ein Cuvée California und ein Chardonnay unter diesem Label produziert. Der Preis liegt in Deutschland bei etwa 19€, was für einen Cabernet Sauvignon lastigen Napa Valley Rotwein fast schon als Schnäppchen zu bezeichnen ist. Weiterlesen

Wenn Weinköniginnen Wein machen – bestes Beispiel: Lisa Bunn

Ex Weinkönigin Lisa Bunn

(NM) Weinköniginnen sind in der Regel hübsch anzuschauen. Sie wissen dazu viel über den Wein ihrer Region, seine Herstellung und die Kultur drum herum, sind also ehrenvolle Träger dieses Amtes. Doch wenn sie dazu noch selbst guten Wein produzieren, sind sie die Quadratur des Kreises für den männlichen Weinenthusiast.

Lisa Bunn könnte man(n) diesen Zusatz definitiv mit auf die Visitenkarte drucken. Im Jahr 2008/2009 war sie Rheinhessens Weinkönigin. Seit 2011 hat sie im elterlichen Betrieb, dem Weingut Bunn, Margarethenhof, im Keller die Hosen an und ist dort für die Weinbereitung zuständig. Das 10ha Weingut wohnt in Nierstein und ist seit drei Generationen im Besitz der Familie Bunn. Neben Lagen in Dienheim und Guntersblum, besitzen sie auch Anteile in den “Roten Hang Lagen” Oelberg und Hipping, sowie der Niersteiner GG Lage Orbel. Der Rebsorten Spiegel ist klassisch bunt: Neben den Weißwein Sorten Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Müller-Thurgau, Silvaner, Gewürztraminer, Huxelrebe und Scheurebe werden auch Dornfelder, Spätburgunder, St. Laurent und Merlot angebaut. Qualitativ werden die Weine in Vergnügen (-> Gutsweine), Genuss (-> Ortsweine) und Erlebnis (-> Lagenweine) eingeteilt. Die Spitze bilden die 3 Lagen Rieslinge aus Hipping, Orbel und Oelberg.

Lisa schickte mir drei Rieslinge aus ihrem Sortiment. Die da wären: Weiterlesen

Parker laufen die Leute weg – Antonio Galloni verlässt den Wine Advocate

Antonio Galloni geht eigene Wege...

(NM) Turbulente Zeiten für Bobby Parker und seinen den Wine Advocate. Nach dem Umzug nach Singapur und dem Verkauf des WA an asiatische Investoren, laufen „his Bobness“ nun die guten Leute weg.

Mit Antonio Galloni macht sich Parkers bester Mann unter eigener Webseite selbstständig und kehrt dem WA damit den Rücken. Dabei war Galloni in 2012 Parkers fleißigster Mitarbeiter. Weiterlesen

Ein Fiasco? 2011 Ruffino Chianti Superiore

Fiasco is back: 2011 Ruffino Chianti Superiore

(NM) Sind sie schockiert? Wurden bei ihnen gerade fiese Erinnerungen an den Toskana Trip Mitte der 80er Jahre wieder wach? Oder erinnert sie die oben abgebildete Flasche an einfallslose Deko Versuche im Restaurant “Italia” um die Ecke? Ich kann sie aber beruhigen. Es ist alles halb so schlimm. Ehrlich.

Die große Toskanische Weinschmiede Ruffino hat sich in den letzten 40+ Jahren dem belehrten Weintrinker mit wohlklingenden Namen wie “Riserva Ducale Oro” oder “Modus” in das Geschmackszentrum eingebrannt. Dank einiger Jubelorgien bekannter Weinkritiker sind diese Weltweit in aller Munde. Dabei ist steht die Marke Ruffino für mittlerweile 130 Jahre Weinbautradition in der Toskana. Sie setzt sich aus 7 Estates zusammen, welche auf über 600 Hektar Wein anbauen und gehört somit zu den größten Produzenten von Chianti, Chianti Superiore und Chianti Classico.

Fiasco Relaunch – Fluch oder Segen? Weiterlesen