(NM)
Weißwein und Barrique-Ausbau verlangt von der Winzer-Zunft viel Fingerspitzengefühl. Bei minderwertigen Trauben, ausdrucksschwachen Rebsorten oder exzessivem Toasting der Fässer nimmt das “Weinbereitungsgefäß” viel zu schnell aromatisch die Überhand. Das Ergebnis kennen wir alle: Vanille/Kokos/Butter/Popcorn/verbranntes Holz Aromatiken ohne Ende. Die Rebsortentypizität tritt in den Hintergrund und der Wein agiert nur noch als Barrique-Aromen-Transporter. Auf die Spitze wird das ganz gerne beim Chardonnay getrieben. Ohne kräftiger Holzdosis schmecken dem stilsicheren Chardonnay-Liebhaber die Weine fast gar nicht mehr. Gerade für dieses Überschminken des Weins werden liebend gerne einige extra Euros verlangt und vom Kosument auch ausgegeben. Gutes Holz kostet eben gutes Geld. Wenn dann oben drein noch die Fehler im Weinberg retuschiert oder der schwache Jahrgang ausgeglichen werden kann – umso besser. Es braucht schon etwas Erfahrung, Erfahrung und Erfahrung um den Wein und das Barrique zu einer Einheit zu formen. Egal ob Rot oder Weißwein, der Ausbau im Barrique sollte den Wein in seinem Geschmacksbild immer nur unterstützen bzw. erweitern und ihn nicht dominieren. Den Faktor Zeit darf man bei aller Barrique-Kritik aber nicht außen vor lassen. Nach einigen Jahren Partnerschaft in der Flasche wird oft aus Wein und Holz eine Symbiose – vorausgesetzt der Wein bringt die richtigen Parameter dafür mit. Den Rest des Beitrags lesen »
Der Bub wird 9 Monate – hol mal was Ordentliches aus dem Keller…
11 05 2012
(NM) Kinder sind doch was tolles. Nachdem unser Sohn Matheo vor 9 Monaten geboren wurde, haben Familie und Freunde dieses Ereignis selbstverständlich ordentlich gefeiert. Die Mama durfte zwar auf Grund der Stillzeit noch keinen Wein trinken, aber dafür war Papa stolz wie Bolle und übernahm diese freie Aufgabe mit Vergnügen. Nun ist der Bub 9 Monate und entwickelt sich prächtig. Ein 0.75 Geburtstag ist für die Eltern ein guter Grund, eine besondere 0.75 Liter Flasche Wein aus dem Keller zu holen. Schlussendlich wurden es zwei. Im Moment laufen auch Planungen, den 6ten Zahl gebührend zu empfangen. Doch dazu aber ein anderes Mal mehr.
Klaus-Peter Keller aus dem Rheinhessischen Flörsheim-Dalsheim gehört schon lange zu den besten Winzern Deutschlands. Für viele ist er sogar “der beste Winzer” aus unserem Heimatland. Mich faszinieren seine Weine jedes Jahr aufs Neue. Er hat ein besonderes Talent dafür, das “Terroir” (Boden/Luft/Sonne/Bla) seiner Lagen ungefiltert und in voller Konzentration in die Flasche zubekommen. Sein 2004er Riesling G-Max gehört zu den drei besten trockenen Weißweinen, die ich je getrunken habe. Die nahezu perfekte Interpretation des trockenen Rieslings. Doch genug der großen Worte. Wir öffneten folgende Weine von Klaus-Peter Keller an diesem Abend: Den Rest des Beitrags lesen »
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Schlagwörter: 2007, 2008, Geburtstag, Großes Gewächs, Kirchspiel, Rheinhessen, Riesling, Sohn, von der Fels, Weingut Keller
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Weinrallye #50: Naturwein-Riesling von Dr. Bürklin-Wolf
27 04 2012
(NM) Naturwein. Eigentlich ein definitionsfreier Begriff per Definition. Ich denke aber in einem sind wir uns einig: Reben sind Natur. Trauben sind Natur. Wenn diese so “naturnah” wie möglich zu Wein verarbeitet werden, dann spricht man übergeordnet von Naturwein. Dies bedeutet sowohl im Weinberg auf Pestizide und Fungizide zu verzichten, den Fokus weg von mechanischer Bodenbearbeitung und Traubenernte zu legen und auch im Keller mit so wenigen Eingriffen wie nötig den Wein “sein Ding” machen zu lassen. All diese Methoden der naturnahen Herstellung können nicht nur bei unsauberer Arbeit für unsere von Reinzuchthefen geprägten Gaumen teilweise schräge, merkwürdige und ungewöhnliche Aromatiken entwickeln. Für einige kritischen Zeitgenossen stellen sie ein Eldorado an Weinfehlern da. Mit an der Spitze dieser Bewegung tummeln dich die “Orange-Wines”, vornehmlich aus Nord-Ost Italien, Kroatien und Slowenien, welche wir hier und hier schon einmal etwas näher beleuchtet hatten.
Doch anlässlich der Weinrallye #50 “Naturwein” widme ich mich einen deutschen Vertreter aus dieser Gattung. Es handelt sich um den 2007er Dr. Bürklin-Wolf Ruppertsberger Hoheburg P.C. Riesling “Fass 23″. Doch Dr. Bürklin-Wolf und Naturwein – wie passt das zusammen? Das “Fass 23″ – vinifiziert aus der Lage Ruppertsberger Hoheburg – beinhaltete in dem Jahrgang 2007 einen Riesling, welcher speziell nach den Vorstellungen der K&U Weinhalle hergestellt wurde. Dies bedeutete: Eine spezielle Parzelle der Lage wurde ausschließlich biodynamisch und mit dem Pferd bearbeitet. Im Keller wurde der Wein nur sich selbst überlassen. Ohne Vorklärung gehrte er spontan über 14 Monate im Halbstückfaß auf der Vollhefe. Nach dem er mikrobiologische Stabilität erreichte, wurde der Wein ohne Schönung oder Filtrierung in die Flasche gefüllt. Weinbereitung wie “früher”. Doch wie schmeckt “früher”?
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Schlagwörter: 2007, Dr. Bürklin-Wolf, Naturwein, Pfalz, Riesling, Ruppertrsberger Hoheburg, Weinhalle, Weinrallye, Weinrallye #50
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Ist der Name Programm? 2008 Boekenhoutskloof The Chocolate Block
24 04 2012
(NM) Südafrika ist ein Weinland voll mit kuriosen Winzern, Rebsorten und Weinen. Ein Land der unbegrenzten vinophilen Möglichkeiten. Was hab ich nicht schon alles Merkwürdiges und Skurriles aus Südafrika probiert: Den “Original Toffee/Mokka Pinotage” von Diemersfontein (der so schmeckt wie er heißt!), Goats do Roam mit ihren Wortspiel-Weinen Goat-Roti und Bored-Doe oder großartige bis gruselige Port-Wein-Imitate aus Pinotage und Konsorten – um nur einige wenige zu nennen. Auch Boekenhoutskloof besitzt solch ein durch seinen Namen auffälliges Wein-Unikat: The Chocolate Block! Bei diesem Namen sollten die Augen aller Schokolateristen aufblitzen! Flüssige Schokolade nach alkoholischer Gärung in Weinflaschen gefüllt. Klingt erst mal lecker. Doch hält der wuchtige Name sein schokoladenes Versprechen? Oder soll er dies überhaupt? Ich habe mir den 2008er Boekenhoutskloof The Chocolate Block einmal etwas genauer angeschaut.
Mit jedem Jahrgang des “Chocolate Block” wird das Rebsorten-Verhältnis für den Blend neu zusammengestellt. Laut Boekenhoutskloof Webseite macht man dies ” … to best reflect the season and the ancient vines of great character that are an integral part of the wine’s charm and personality.” Den Rest des Beitrags lesen »
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Schlagwörter: 2008, Boekenhoutskloof, Cuvee, Rotwein, Südafrika, The Chocolate Block
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Nachgefragt @drunkenmonday.de: 13 Fragen/Aussagen an, von und mit Gunnar Tietz – Sommelier des Jahres
18 04 2012(PT) Mittwoch ist “nachgefragt @ drunkenmonday” Tag. Heute freuen wir uns, ein hochdekoriertes Urgestein der Berliner Weinszene zu Gast bei Drunkenmonday zu begrüßen: Gunnar Tietz ist seit 2001 im Restaurant “First Floor” – Hotel Palace der Hüter einer mittelerweile 1.500 Positionen zählenden Weinkarte. Nicht nur das: Wem der Durst nach etwas Besonderem sein sollte, dem stehen (bzw. liegen) ausserdem 22 fortlaufenden Jahrgänge von Den Rest des Beitrags lesen »
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Schlagwörter: Berlin, First Floor, Gunnar Tietz, Nachgefragt, nachgefragt @drunkenmonday, Sommelier, Weinguru
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